Chailiden

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Das Volk der Chailiden ist auf dem Planeten Chail beheimatet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Erscheinungsbild

Die Chailiden sind zwar humanoid, machen aber einen raubtierhaften Eindruck. Sie sind meist sehr schlank, dabei aber sehnig-muskulös. Arme und Beine sind überproportional lang. An den überschlanken Händen sitzen je fünf Finger und ein Daumen. Die Chailiden haben eine metallisch aussehende, kupferfarbene Haut und stahlblaues Haar. Der Kopf ist schmal und knochig mit einer hohen Stirn und weit auseinander stehenden Augen, in denen fast kein Weiß zu sehen ist. Die Nase ist auffallend klein, sie ist wie ein scharfer Vogelschnabel geformt. Hinter den nur angedeuteten Lippen befindet sich ein gelbes Raubtiergebiss.

Die meisten Chailiden bewegen sich kraftvoll, elegant und geschmeidig.

[Bearbeiten] Kultur & Technik

Die Chailiden beschränken sich auf eine naturverbundene Kultur, deren Technik über einfaches Handwerk nicht hinausgeht, obwohl durchaus weitreichendes technisches Wissen vorhanden ist. Sie konzentrieren sich stattdessen auf geistige Dinge, die innere Welt ist ihnen wichtiger als das Streben nach materiellen Dingen. Das Leben im Gleichklang mit der Natur bedeutet ihnen alles. Aus diesem Grund verzichten sie bewusst auf die Anwendung höher entwickelter Technik oder die Ausbeutung von Rohstoffen in großem Stil, denn sie wissen, dass es sonst zwangsläufig irgendwann zur Zerstörung der Natur und zum Verlust ihrer traditionellen Lebensweise kommen würde. High-Tech ist ihnen jedoch völlig fremd, entsprechende Erklärungen verstehen sie nicht.

Nur die jungen Chailiden trainieren ihre körperlichen Kräfte, da sie für die Sicherheit der anderen verantwortlich sind. Ab einem bestimmten Alter beschäftigen aber auch sie sich hauptsächlich mit Meditationen. Die meisten Chailiden leben in einfachen Dörfern, wo sie Großfamilien bilden. Chailiden, die so nicht leben wollen oder können (d.h. denen es aus bestimmten Gründen nicht möglich ist, zum Meditierenden zu werden), ziehen in die Städte. Dort nur wenige Meditierende und keine Großfamilien. Die Städter sind allgemein aufgeschlossener und fortschrittlicher eingestellt als die Dorfbewohner. Sobald sie jedoch versuchen, Gerätschaften herzustellen, die über ein bestimmtes Technologielevel hinausgehen, greifen die Roxharen ein und unterbinden diese Bestrebungen.

Atlan vergleicht die Kultur der Chailiden mit jener der nordamerikanischen Indianer vor der Eroberung des Kontinents durch Siedler. Sie kennen keine Klassengesellschaft und keine sozialen Unterschiede. Die Chailiden sind fast immer freundlich, ausgeglichen und gelassen. Sie ernähren sich hauptsächlich durch Ackerbau und Jagd, aber sie halten kein Schlachtvieh.

Die Chailiden haben keine Religion, sie kennen keine Götter.

Ihre Sprache wird als Chailidisch bezeichnet.

[Bearbeiten] Kinder

Neugeborene in den Dörfern werden vor den Hütten der Uralten abgelegt und von diesen auf Paragaben geprüft. Neugeborenen, die für die Uralten besonders vielversprechend sind verschwinden spurlos. Sie werden nach Hashilan gebracht und dort ausgebildet. Manche werden aber auch nur weiter beobachtet. Kinder, die nach Hashilan geholt werden, werden spätestens nach einigen Tagen durch Neugeborene aus den Städten »ersetzt«, wo es keine Hütten der Uralten gibt. Die Uralten sorgen auf diese Weise dafür, dass die Kinder der Städter in den Dörfern in ihrem Sinne erzogen werden.

Bis zum Alter von zwölf bis vierzehn Jahren leben die Kinder im Dorf und wachsen dort frei auf. Sie haben nur wenige Pflichten und müssen fast keine Regeln befolgen. Schulen gibt es nicht, die Kinder sollen selbständig aufwachsen. Jungen und Mädchen sind gleichberechtigt. Beide Geschlechter bereiten sich auf die Zeit als Jäger vor.

[Bearbeiten] Jäger

Bis zum Eintritt der Geschlechtsreife leben die jugendlichen Chailiden etwa zehn Jahre lang als Jäger in den Wäldern. Sie suchen die Dörfer in der Regel nur auf, um einen Teil ihrer Beute abzuliefern. Sie tun dies, ohne eine Gegenleistung zu erwarten oder zu erhalten.

[Bearbeiten] Sesshafte

Wenn die Chailiden geschlechtsreif werden, lassen sie sich in den Dörfern nieder. Dort ziehen sie ihre Kinder auf, kümmern sich um die Felder und stellen Gebrauchsgegenstände her. Paare bleiben nur so lange zusammen, wie sie ihre Kinder versorgen müssen. Die Sesshaften versorgen auch die Meditierenden mit allem, was diese zum Leben brauchen.

[Bearbeiten] Meditierende

Ab einem gewissen Alter (eine bestimmte Altersgrenze gibt es nicht) wenden die Chailiden sich mehr und mehr von der realen Welt ab und beginnen zu meditieren. Meditierende halten sich nicht immer in den Dörfern auf, sondern ziehen sich auch in die Wälder zurück. Sie werden von den Sesshaften versorgt und beschützt, da sie während ihrer Meditationen nicht in der Lage sind, auf sich selbst achtzugeben. Viele Häuser haben eigens für die Meditierenden eingerichtete Räume, die für alle anderen Chailiden tabu sind.

[Bearbeiten] Uralte

Meditierende, die die Fähigkeit der Teleportation erlangen, werden nach Hashilan geholt, werden ggf. weiter ausgebildet und erlangen den Status eines Uralten. Dies ist unabhängig vom tatsächlichen Alter des Chailiden, d.h. es gibt Uralte, die erst ca. 40 Chail-Jahre alt sind. Die Fähigkeit zur Teleportation erlangen nicht alle Meditierenden, und auch nicht alle im selben Alter. Man sieht sie in der Regel nie wieder in ihren Heimatdörfern, denn wer Uralter wird, muss strengstes Stillschweigen über seinesgleichen wahren. Kein anderer Chailide darf etwas über die Existenz Hashilans oder die Fähigkeit der Uralten zur Teleportation erfahren.

Die Uralten lenken insgeheim die Geschicke aller Chailiden. Die Hütten dienen ihnen zur Tarnung, denn sie sind für alle anderen Chailiden tabu, so dass sie hinein- und wegteleportieren können, ohne dass jemand etwas davon erfährt. Oberhaupt der Uralten wird, wer die Fähigkeit zur Teleportation als jüngster erlangt. Ihm werden alteingesessene Berater zur Seite gestellt, deren Stimme über die Wahl des nächsten Oberhauptes entscheidet. Die Uralten stützen das Mentale Netz durch willkürliche Teleportationen. Außerdem bündeln und lenken sie die Mentalströme der Meditierenden im Mentalen Netz.

Wer sich den Regeln der Uralten nicht unterwirft, wird durch einen Prozess diszipliniert, der als Geisteswäsche bezeichnet wird. Nicht jeder Uralte übersteht diese Prozedur ohne geistige Schäden.

[Bearbeiten] Fähigkeiten / Mentale Raumfahrt

Fast alle Chailiden verfügen über Paragaben, die zunächst nur latent vorhanden sind. Sobald sie in die Meditationsphase wechseln, können Chailiden in der Art eines Telepathen mentalen Kontakt mit anderen Lebewesen aufnehmen. Es gibt strenge Regeln, die den Missbrauch der Telepathie verbieten. Diese Gabe befähigt sie außerdem dazu, ihren Geist zu anderen Planeten zu schicken und ihn in den Körper dort lebender Intelligenzwesen zu versetzen. Die Chailiden bezeichnen dies als »Mentale Raumfahrt«. Die Uralten sind darüber hinaus Teleporter und können andere Planeten auch körperlich erreichen, d.h. auch bei der Teleportation haben die Chailiden eine Reichweite von mehreren Lichtjahren.

Der Erfolg dieser Fähigkeit wird ihnen jedoch seit fast 160 Jahren (bezogen auf das Jahr 3791) durch die Manipulationen der Roxharen am mentalen Netz nur vorgegaukelt. Dieses Netz umgibt den gesamten Planeten. In einem bestimmten Alter erwerben die Chailiden die Fähigkeit, ihren Geist in dieses Netz einzufügen, wenn sie meditieren. Wer hierfür nicht ausgebildet ist, würde über das Netz alle dort vorhandenen Botschaften, Gedanken und Eindrücke ungefiltert empfangen, könnte dies nicht abblocken und würde den Verstand verlieren. Erst nach der Zerstörung des mentalen Netzes im Jahre 3791 erhalten die Chailiden wieder echten Kontakt mit anderen Planeten.

[Bearbeiten] Bekannte Chailiden

  • Akitar
  • Crusok
  • Gillyr
  • Isun
    • Chailide, der aus dem Dorf Ungilara stammt. Treibt gelegentlich Handel mit den Bewohnern der Stadt Syrgan.
  • Snowar
  • Shyra
    • Chailidin aus der Stadt Ushun. Verliebt in Heldis. Wird mit Atlan nach Hashilan entführt.
  • Heldis
    • Mitglied der Familie der Heldim in Ushun. In Wahrheit ein Uralter, der zur Überwachung der Roxharen abgestellt ist, wodurch ihm eine körperliche Verwandlung in einen Roxharen droht. Flüchtet sich daher ins Trinken und wird schließlich von den Uralten nach Hashilan zurückgebracht.
  • Mossanir
  • Mussumor
    • Oberhaupt der Uralten. Mitverantwortlich für den Bau von Y'Man. Eigentlich soll immer der jüngste Uralte mit Hilfe erfahrener Berater sein Amt innehaben, dennoch hält sich Murumor an der Spitze.
  • Sandun
    • Uralter. Berater von Murumor, der die reaktionären Uralten anführt.
  • Targar
    • Jüngster Uralter und damit eigentlich legitimes Oberhaupt. Anführer der Fraktion der Uralten, die auf jeden Fall die Roxharen vertreiben wollen.
  • Gurdonar
    • Uralter, der Y'Man bei mehreren Gelegenheiten hilft.

[Bearbeiten] Grüne Sichel von Nar'Bon

  1. Sage der Chailiden, nach der ihre Gesellschaft einen Sprung machen soll, wenn die Grüne Sichel, wie vor tausend Jahren schon einmal, wieder erscheint. Die Sage basiert auf dem exotischen Kometen Nar'Bon, der alle 11.423 Jahre (Er erscheint dann am 14. August 3791) durch das Guel-System fliegt und dabei einen optischen Effekt erzeugt, der Guel von Chail aus gesehen wie eine grüne Sichel aussehen lässt. Der »Komet« erweist sich später als Wöbbeking, der sich bei Bedarf als Komet Nar'Bon tarnen kann.
  2. Name einer Widerstandsgruppe auf Chail, die sich aus immunen und desillusionierten Roxharen, Chailiden und gefangenen Fremdwesen zusammensetzt.

[Bearbeiten] Geschichte

Die Uralten lenken die Geschicke der Chailiden seit ca. 1000 Jahren, bezogen auf das Jahr 3791. Es gibt zunächst immer nur wenige Uralte, weil die Meditierenden die Gabe der Teleportation in der Regel erst im hohen Alter erreichen und danach nicht mehr lange leben.

Die Chailiden verzichten schon früh in ihrer Entwicklung auf die Verwendung höherwertiger Technik. Mit ihrer Fähigkeit der »geistigen Raumfahrt« versetzen sie sich auf andere Welten und nehmen auf geistiger Ebene Kontakt mit anderen Wesen auf. Ihr Ziel besteht darin, ihre Ideen anderen Völkern nahezubringen oder sie dazu zu bewegen, sie auf Chail zu besuchen.

Eines Tages erscheinen die Roxharen auf Chail und behaupten, sie seien einer solchen Einladung gefolgt. Angeblich wollen sie dafür sorgen, dass die von den Chailiden entwickelte geistige Raumfahrt bei anderen Völkern verbreitet wird. Zu diesem Zweck wollen sie Chailiden zu anderen Planeten bringen, damit sie dort als Lehrer auftreten können. Nach der Ankunft der Roxharen steigt die Zahl der Uralten rasch an, bis sie im Jahre 3791 bei ca. 12.000 Personen liegt. Dieser Prozess ist darauf zurückzuführen, dass die Roxharen die Lebenserwartung der Uralten durch Medikamente usw. erhöhen. Durch die Zunahme der Anzahl der Uralten entsteht schließlich das Mentale Netz.

Als der Kontakt zu den Chailiden abbricht, die auf andere Planeten gebracht worden sind, entsenden die Uralten Y'Man und Akitar als Kundschafter, versehen sie jedoch mit Gedächtnisblockaden. Akitar wird als einer derjenigen Chailiden bestimmt, die von den Roxharen zu anderen Planeten gebracht werden sollen. Allerdings gerät das Raumschiff der Chailiden in den Zugstrahl des Mausefalle-Systems und wird demontiert. Alle Roxharen an Bord sterben, nur Akitar wird auf Osath interniert, wo er Y'Man begegnet. Zuvor erfährt er aber noch, dass die Chailiden getäuscht wurden: Es geht den Roxharen nur darum, andere Völker in ihrer technischen Entwicklung zu hemmen, damit sie leichter erobert werden können.

Im Mai 3791 begegnet Akitar auf Osath dem Arkoniden Atlan und schließt sich ihm an. Er bleibt auf der SOL, als diese das Mausefalle-System wieder verlässt und bittet die Solaner um Hilfe für sein Volk. Da die SOL ohnehin ein neues Ziel braucht, erklären die Magniden sich bereit, den Chailiden zu helfen. Atlan, Bjo Breiskoll und Wajsto Kolsch gelangen nach Chail und verbringen einige Tage in den Dörfern und Städten. In dieser Zeit erfahren sie mehr über die Kultur der Chailiden. In Ushun wird Atlan von den Uralten per Teleportation nach Hashilan gebracht, nachdem er in eine ihrer Hütten eingedrungen ist.

Mit Atlans, Akitars und Y'Mans Hilfe gelingt es schließlich, das Mentale Netz zu zerstören und die Roxharen von Chail zu vertreiben. Nach dem Erscheinen Nar'Bons und dem Abzug der Roxharen übernehmen die Uralten die Aufgabe, die chailidische Gesellschaft ohne Zwänge und ohne Heimlichkeiten neu zu ordnen. Außerdem behalten sie mentalen Kontakt zu allen Chailiden, die von den Roxharen zu anderen Planeten gebracht worden sind, und sorgen in Zusammenarbeit mit ihnen dafür, dass all diese Planeten nach und nach eine Friedenszelle bilden.

[Bearbeiten] Quellen

Atlan 521, Atlan 524 - Atlan 532, Atlan 558

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