Chart Deccon
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Chart Deccon wurde 3707 (120 NGZ) an Bord der SOL geboren.
[Bearbeiten] Erscheinungsbild
Deccon ist ein wahrer Hüne. Er ist 1,94 m groß, sein im Grunde muskulöser Körper wird von Fettwülsten umschlossen. Er wirkt träge, aber wenn er sich bewegt, strahlt er trotzdem Unerbittlichkeit und Entschlossenheit aus. Sein Gesicht ist massig, rot und aufgedunsen. Die Röte zieht sich dabei bis zum kahlen Schädel. Seine Nase ist aufgequollen, seine Lippen wulstig. Seine grauen Augen liegen in tiefen Höhlen, nur wenn er die Brauen hochzieht, sind sie zu erkennen. Kaum ein Solaner, der nicht zur SOLAG gehört, kennt allerdings sein wahres Aussehen.
Als Kleidung bevorzugt er Hose und Jacke aus blau schimmernden Metallschuppen, die eng am Körper anliegen. Um den Hals trägt er an einer goldenen Kette einen kleinen Kasten aus unzerstörbaren Kunststoff, der mit einem mikropositronischen Schloss gesichert ist. Zum Inhalt dieses Kästchens, das er nie ablegt, äußert er sich nicht. Erst 3792 (205 NGZ) offenbart es sich, dass er in diesem Kästchen ein Foto seines Sohnes (Breckcrown Hayes) und dessen Mutter (Idilpraheitbha Daraw) mit sich trägt, mit der handschriftlichen Ergänzung »mein Nachfolger als High Sideryt«.
[Bearbeiten] Charakterisierung
Als High Sideryt der SOL regiert Chart Deccon rücksichtslos wie ein Tyrann, ist dabei aber davon überzeugt, stets im Sinne des Generationenraumschiffs und seiner Bewohner zu handeln. Tatsächlich sucht er immer nach Möglichkeiten, die Krisen an Bord der SOL abzumildern. Seine Sympathien in Bezug auf die Magniden liegen bei den Fortschrittlichen. Er glaubt fest an die positive, lebensverlängernde Wirkung des E-kick und ist selbst abhängig von dieser Droge.
Deccon macht sich keine Illusionen darüber, dass er als Tyrann und Diktator gilt. Er ist allerdings weit entfernt davon, sich hierfür zu rechtfertigen. Ebenso ist ihm bewusst, dass die SOLAG eine korrupte und machtgierige Organisation ist. Aber gemeinsam mit den Mitgliedern der SOLAG trägt er Sorge dafür, dass das Schiff ein Minimum an Funktionstüchtigkeit behält. Deccon ist der Ansicht, dass eine Gesellschaft wie die solanische nur mit harter Hand zu führen ist. Dabei nimmt er auch in Kauf, dass das Leben als High Sideryt ein Leben in totaler Einsamkeit ist. Er hält sich meist in der Klause auf. Seine wenigen Stunden, in denen er nicht allein war und sich glücklich fühlte, waren meist auf Lug und Betrug aufgebaut.
[Bearbeiten] Geschichte
Chart Deccon macht rasch Karriere in der SOLAG, bis er zum Magniden und zum Nachfolger der High Sideryt Tineidbha Daraw aufsteigt. Nachdem diese durch ihre totgeglaubte Schwester - und ehemalige Geliebte Deccons - getötet wird, wird er am 4. Dezember 3788 (201 NGZ) der neue Herr über Leben und Tod an Bord des Generationenschiffes.
Heimlich sympathisiert Deccon mit den Fortschrittlichen unter den Magniden. In seinen nicht seltenen melancholischen Momenten blättert er gerne im Logbuch der SOL und findet Entspannung in den reichhaltigen Berichten der Vergangenheit. Auch liebt er es, seine Klause durch eine geheime Tür zu verlassen, um unerkannt in seinem Schiff herumzustreichen - und dadurch Stimmungen und Gerüchte aufzufangen.
Sein Bestreben ist es, dem Schiff und seiner Besatzung ein Ziel und eine Bestimmung zu geben. Er hat erkannt, dass die ziellose Existenz der SOL eine der Ursachen der Probleme an Bord ist. Aus diesem Grund nimmt er nach Atlans Auftauchen an Bord 3791 (204 NGZ) dessen Angebot an, der SOL mit der Suche nach Varnhagher-Ghynnst ein neues Ziel zu geben. Er sichert ihm seine Unterstützung beim Flug in diesen Raumsektor zu. Allerdings ist beiden Männern von Anbeginn klar, dass sie weiterhin Gegner sind, zu weit gehen ihre Ansichten über die grundlegenden Verhältnisse an Bord auseinander. Während Atlan demokratische Zustände anstrebt, ist Deccon bis kurz vor seinem Ende höchstens für geringe Reformen der SOLAG zu gewinnen.
Als die SOL im Mausefalle-System festsitzt und vom Quader angegriffen wird, versucht Atlan, das fremde Raumschiff zu vernichten. Dabei wird er unter anderem von einigen Schläfern der SOL begleitet. Deccon will diese Gelegenheit nutzen, um drei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Er lässt Atlan gewähren, damit dieser die unmittelbare Bedrohung beseitigt, welche vom Quader ausgeht. Gleichzeitig lässt er jedoch Bomben auf dieses Schiff bringen, die explodieren sollen, wenn es Mausefalle VII erreicht. Auf diese Weise soll der von dort ausgehende Zugstrahl ausgeschaltet werden, der die SOL gefangen hält. Gleichzeitig sollen dabei Deccons wichtigste Konkurrenten, nämlich Atlan und die Schläfer der SOL, beseitigt werden. Dieser Plan schlägt fehl. Atlan und seine Begleiter stranden auf Mausefalle VII. Deccon muss hilflos mit ansehen, wie Roboter dieses Planeten am 20. Mai 3791 damit beginnen, die SOL zu zerlegen. Alle Maßnahmen, die er deswegen einleitet, bleiben ergebnislos. Er stellt sich den Robotern persönlich entgegen, kann sie aber nicht aufhalten, sondern wird von den Robotern in die Zentrale zurückgebracht.
Deccon mischt sich nicht aktiv in die Diskussionen über das neue Ziel der SOL ein, die entstehen, als der Zugstrahl am 20. Juni endlich deaktiviert wird. Er will abwarten, welche Positionen die Magniden beziehen. Als der Entschluss gefasst wird, den Chailiden zu helfen, widerspricht Deccon nicht. Er hindert Atlan auch nicht daran, mit einer Space-Jet nach Chail zu fliegen, weil er annimmt, der Arkonide werde dort den Tod finden. Nachdem die SOL das Guel-System verlassen hat, lenkt Deccon sie ohne klares Ziel durchs All, bis die Galaxie Flatterfeld erreicht wird. Erst dort erklärt er sich bereit, neue Rohstoffe an Bord zu nehmen. Zuvor hatte er diese wichtige Aufgabe bewusst ignoriert, was zu schweren Schäden an mindestens einer der wieder in Betrieb genommenen Robot-Fabriken geführt hatte.
Es gelingt Atlan im September, ein Stillhalteabkommen mit Deccon zu schließen. Im Austausch dafür überlässt er ihm die Koordinaten des Planeten Fundgrube, auf dem dringend benötigte Rohstoffe aufgenommen werden können.
Als der Giftwall im Oktober außer Kontrolle zu geraten droht, koppelt Deccon mit SENECAS Hilfe die SZ-2 vom restlichen Schiff ab. Damit will er die lästigen Basiskämpfer und Atlan, die sich dort versammelt haben, endgültig kaltstellen. Er muss jedoch einlenken und die SZ-2 wieder ankoppeln, als die Basiskämpfer sich ergeben. Deccon ist beeindruckt von Atlans Bereitschaft, diesen Konflikt friedlich zu lösen. Als Atlan ihm klarmacht, dass er nicht nach dem Amt des High Sideryt strebt, gestattet Deccon dem Arkoniden, die SZ-2 zur Erkundung Flatterfelds abzukoppeln.
Im Dezember fällt er unter den Bann Alphas. Er ahnt nicht, dass es zehn identische Wesen in Gestalt schöner Frauen sind, die ihn umgarnen. Nacheinander schlafen alle zehn Alphas mit ihm und erzeugen Ebenbilder Chart Deccons, die ihn ersetzen sollen. Bis Anfang Januar 3792 zieht Deccon sich vollständig von der Schiffsführung zurück und ist nicht mehr ansprechbar. Er kommt erst allmählich wieder zur Besinnung, als die Alphas spurlos verschwinden. Von Panik überwältigt, flieht er und versteckt sich in einer Nebenzentrale, als die Order - seine Ebenbilder - aktiv werden. Order-5 nimmt vorübergehend seinen Platz als High Sideryt ein, wird aber von Hage Nockemann enttarnt. Deccon bittet Nockemann um Hilfe, doch dieser muss einräumen, dass der echte Deccon auch durch eine genaue Untersuchung nicht mehr von seinen Ebenbildern unterschieden werden kann.
In Hages Kabine begegnet er einem Order, bringt es aber nicht über sich, diesen zu töten, und flieht erneut. Von der Ausweichzentrale aus verkündet er über Interkom öffentlich die Anwesenheit der Order, die nach und nach gefangen genommen werden. Er selbst wird jedoch von Order-7 eingesperrt und kann nicht verhindern, dass Order-7-B seinen Platz einnimmt. Acht Tage lang schmachtet Deccon in seinem Gefängnis, bis er einen Reinigungsroboter dazu bringen kann, Hilfe zu holen. Diese besteht allerdings in einem von seinem Doppelgänger ausgesandten Kampfroboter, der Deccon festnehmen soll. Ihm gelingt jedoch die Flucht. Durch die Gefahr, in der die SOL und die Solaner schweben, erkennt Deccon, dass eine bisherige Einstellung falsch war und nur Atlan eine Wende herbeiführen kann. Er sucht erneut Hage Nockemann auf, dieser bittet Lyta Kunduran hinzu. Die Magnidin glaubt Deccons Geschichte. Die drei Solaner müssen fliehen, denn Kunduran trägt unwissentlich eine vom Doppelgänger aktivierte Spionsonde, über die er alles beobachten konnte.
Nachdem Deccon die Sonde entdeckt und zerstört hat, wenden die drei sich an Bora St. Felix. Diese glaubt ihnen und versteckt sie in vergessenen Bereichen der SOL. Von dort aus starten sie eine Art Verschwörung und setzen Mundpropaganda über den Doppelgänger in die Welt, welche einigen Anklang findet. Alle drei schleichen sich auf die von Robotern gesteuerte Korvette SEARCHER, die Kontakt mit der SZ-2 herstellen soll und am 10. Februar 3792 startet. Am 22. Februar erreicht das Schiff das Kores-System. Die drei Solaner lenken die Roboter gerade lange genug ab, so dass Deccon eine kurze Funknachricht absetzen kann. Dadurch wird Atlan auf seine Ankunft aufmerksam. Dann wird die SEARCHER von Roxharen aufgebracht. Die Solaner werden im Ysterioon von Wylt'Rong verhört. Später werden sie von Girgeltjoff befreit. Er berichtet ihnen alles, was er über die bisherigen Geschehnisse weiß. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach einem Funkgerät, werden dann aber von Barlod-Traug-Tul angegriffen. Girgeltjoff kann ihn zu Boden werfen, als die Solaner seine Beine mit Paralysatoren beschießen. Es stellt sich aber heraus, dass auch Barlod-Traug-Tul nicht unter der Kontrolle von HIDDEN-X steht. Gemeinsam nehmen sie am übernächsten Tag Funkkontakt mit Atlan auf.
Girgeltjoff und Barlod-Traug-Tul betätigen sich als Märchenerzähler, womit sie viele Zuhörer unter den Ysterionen begeistern. In ihrer Fantasiekleidung verstecken sich Deccon, Kunduran und Nockemann. Sie wandeln alte terranische Märchen ab; auf diese Weise soll es Atlan ermöglicht werden, sie zu finden. Allerdings wird auch HIDDEN-X auf sie aufmerksam und lässt sie von Robotern gefangen nehmen. Auf dem Weg zur Tabuzone werden sie aber von Atlan befreit. Deccons Charakter macht in dieser Zeit eine weitere grundlegende Wandlung durch: Er wird vom Machtmenschen zum verlässlichen Kameraden und guten Freund. Er bleibt allein mit Atlan im Ysterioon zurück, nachdem ihre Gefährten sich mit einem Transmitter zu Atlans Space-Jet abgesetzt haben.
Die beiden müssen nun gegen die Roxharen des Ysterioons kämpfen. Deccon wünscht sich, nur einmal im Leben eine menschenwürdige Tat zu vollbringen. Er empfängt mentale Botschaften, die HIDDEN-X an Wylt'Rong schickt, und kann Atlan so vor der Jenseitsmaterie warnen. Bei den Kämpfen gegen die Roxharen erhält er einen Strahlentreffer an der Hüfte, später einen weiteren an der Schulter. Deccon weiß, dass sein Ende gekommen ist. Er übergibt Atlan sein Kästchen und erklärt ihm, wie es zu öffnen ist. Atlan soll es aber erst in der SZ-2 öffnen. Dann entkleidet er sich und verschluckt drei kleine Bomben. Er weiß, dass HIDDEN-X nicht auf organische Materie reagiert. So kann er sich unbemerkt der Ysteronen-Statue nähern, die HIDDEN-X als Sitz dient. Er sprengt sich und die Statue in die Luft, so dass HIDDEN-X die Bindung an das Ysterioon verliert und zum Flekto-Yn fliehen muss. Durch Deccons Opfer wird All-Mohandot von HIDDEN-X befreit. Er stirbt am 7. März 3792.
[Bearbeiten] Quellen
Atlan 500 ff.

