Karn-Terg

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Karn-Terg ist ein Loower aus dem Geschlecht der Talimai, einer Linie, die mehrere Quellmeister hervorgebracht hat. Er ist der prominenteste Kinderwart der Loower und hat durch seine neuartigen Erziehungsmethoden sowie seine Bemühungen, die Metamorphoseschritte junger Loower schmerzfrei verlaufen zu lassen, entscheidend zur Spaltung des loowerischen Volkes in die Gruppen der Eindenker und Zweidenker beigetragen.

Inhaltsverzeichnis

Abschnitt bearbeiten: Erscheinungsbild Erscheinungsbild

Siehe Artikel Loower. Karn-Terg hat keine besonders auffälligen Merkmale, sein Körperbau entspricht dem Durchschnittstypus eines Loowers.

Abschnitt bearbeiten: Charakterisierung Charakterisierung

Karn-Terg empfindet die Sesshaftigkeit, die den Loowern von den Kosmokraten (wie er meint) aufgezwungen wird, als Demütigung. Er sehnt sich nach den Zeiten zurück, in denen die Loower das Universum als freie Weltraumnomaden durchstreift haben. Er ist auch verbittert wegen des Verlusts des loowerischen Tiefenbewusstseins. Das Leben in der Sphärenstadt Schanha-Scha lehnt er ab. Er prägt die geringschätzige Bezeichnung »Trümmersphäre« für diese Stadt, weil er in ihr die Trümmer der früheren Existenz seines Volkes zu erkennen glaubt.

Als Kinderwart ist Karn-Terg zunächst überfordert, den jungen Loowern bringt er keine oder nur ablehnende Gefühle entgegen. Erst durch die Begegnung mit der kleinen Melra-Mar entdeckt er die bislang unbekannten Gefühle der Zuneigung und Hilfsbereitschaft.

Auch in späteren Jahren verliert Karn-Terg nie seine Sehnsucht nach den Sternen. Er flüchtet sich teilweise sogar in virtuelle Realitäten, in denen er als Quellmeister den Bau eines Schwarms überwacht.

Abschnitt bearbeiten: Geschichte Geschichte

Karn-Tergs Geburtsdatum kann auf das Jahr 3563 datiert werden.

Vor der Einkehr, dem Sesshaftwerden der Loower, war Karn-Terg Pilot des Raumschiffes BAUH-TARAG, seine Kommandantin war die Loowerin Aranta-Margi. Karn-Terg hat in dieser Zeit am Kampf gegen die erste Duade auf Alkyra II teilgenommen.

Irgendwann nach der Einkehr begeht Karn-Terg unter dem Einfluss von Rauschmitteln, die er wegen seiner Depressionen eingenommen hat, einen Mord. Er tötet die Entelechie-Gelehrte Vart-Dededer mit einer Nahkampfwaffe. Er bereut diese Tat zutiefst, denn im Grunde ist er ein friedliebender Loower. Er wird wegen des Mordes zum Tode verurteilt.

Abschnitt bearbeiten: 67 NGZ 67 NGZ

Karn-Terg ist 91 Jahre alt. Das gegen ihn verhängte Todesurteil soll öffentlich vollstreckt werden. Aranta-Margi, seine ehemalige Kommandantin, macht ihren Einfluss beim Quellmeister Vo-Kander geltend und erwirkt die Aussetzung des Todesurteils. Karn-Terg bleibt jedoch entehrt und wird der niedrigsten Nomination in der loowerischen Hierarchie zugeordnet: Man macht ihn zu einem Kinderwart. Um befördert zu werden, würde er 20.000 Meriten benötigen. Aufgrund seiner anfänglichen Misserfolge rutscht er aber zunächst immer weiter ins Minus, denn wie die meisten Loower hat er praktisch keine Ahnung von den Bedürfnissen der Kinder und von der Kindererziehung.

Karn-Terg tritt seine Tätigkeit als Aufseher eines Hortes innerhalb Schanha-Schas an, in dem ca. 300 Loowerkinder leben. Er wird dabei von dem Helk Toffok unterstützt, der seinem Vorgänger gehört hat und von diesem stark modifiziert worden ist. Der Helk besitzt eine eigene Persönlichkeit und entwickelt sich in den folgenden Jahrzehnten zu einer Art Freund für Karn-Terg. Karn-Terg ändert den Namen des Helks in Garasch.

Die Arbeit mit den Kindern erweist sich wegen der mit großen Schmerzen verbundenen Entwicklung und der Unberechenbarkeit der jungen Loower als nicht ungefährlich. Karn-Terg kapert eine Rettungskapsel und unternimmt damit einen Fluchtversuch. Dabei sterben 80 Kinder seines Horts. Er wird wieder eingefangen, der Hort wird daraufhin nach Alkyra II verlegt, wo es zu diesem Zeitpunkt noch weitere Horte gibt. Karn-Terg bleibt in diesem Hort der einzige Erwachsene und ist zunächst völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Er wird ständig beobachtet und erhält immer wieder Meldungen über seinen aktuellen, immer weiter abrutschenden Meritenstand. In den ersten Tagen denkt er an Selbstmord, denn die Isolation auf dem infolge der allmählichen Vollendung Schanha-Schas immer unwirtlicher werdenden Planeten macht ihm schwer zu schaffen.

Auf Alkyra II werden mehrere Horte zusammengefasst, so dass Karn-Terg schließlich für ca. 500 Kinder zuständig ist. Der Hort selbst ist mehr als 100 Quadratkilometer groß. Karn-Tergs Wohn- und Arbeitsbereiche sind streng von den Unterkünften der Kinder getrennt. Er kann sich nur unter Bewachung seines Helks in den eigentlichen Hort hineinwagen.

Karn-Terg rettet bei einer seiner Expeditionen ins Innere des Hortes eine kleine Einer vor den Nachstellungen älterer Kinder, die sie umzubringen drohen. Das hilflose Kind, die kleine Melra-Mar aus dem Geschlecht der Dellamir, weckt in Karn-Terg erste fürsorgliche Gefühle.

Abschnitt bearbeiten: 69 NGZ bis 73 NGZ 69 NGZ bis 73 NGZ

Karn-Terg hat sich in den letzten Jahren lediglich um die Wartung des Hortes gekümmert, die Kinder waren ihm mehr oder weniger gleichgültig. Einmal mehr muss er Melra-Mar, die sich inzwischen zum Zweier weiterentwickelt hat, vor den anderen Kindern retten. Er nimmt das Mädchen mit in seinen eigenen Wohnbereich. Er pflegt die Kleine gesund und erzählt ihr Geschichten von seiner Vergangenheit als Raumfahrer. Ihre Zuneigung weckt eine neue Emotion in ihm, die er bisher nicht gekannt hat: Liebe.

Kra-Tzaran (genannt »Kratz«), ein besonders aggressiver junger Loower, sorgt immer wieder für Ärger im Hort. 70 NGZ verursacht er eine Explosion, durch die ein Eingang in das unterirdische Tunnelsystem der Monaden freigelegt wird. Kratz und Melra-Mar werden bei der Explosion schwer verletzt. Das Mädchen stirbt in Karn-Tergs Armen, auch Kratz findet den Tod. Karn-Terg wird von Trauer überwältigt. Nachdem er das Raumschiff der Monaden entdeckt hat, versucht er, Selbstmord zu begehen, indem er eine Monade berührt. So erfährt er die Geschichte dieser Wesen und erkennt durch ihre Philosophie, dass jedes Leben einen Wert hat. Er meldet den Fund an seine Beobachter.

Karn-Terg bestattet Melra-Mars Leichnam außerhalb des Hortes. Er besucht das Grab, dem bald weitere folgen, in jedem Jahr. In späteren Jahren nimmt er dabei auch Kinder mit, denn er will ihnen die Emotion begreiflich machen, die er durch Melra-Mars Tod und durch die Geschichte der Monaden entdeckt hat: Anteilnahme für das Schicksal anderer Lebewesen.

73 NGZ beginnt Karn-Terg damit, die Struktur des Hortes zu verändern. Die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder wird stimuliert, die Schmerzen der Entwicklungssprünge werden gelindert. Karn-Terg schenkt den Kindern seine Zuneigung und erzählt ihnen Geschichten von Reisen zwischen den Sternen. Gleichzeitig erzeugt er »blinde Stellen« im Hort, an denen er nicht beobachtet werden kann. Er misstraut den neuen Machthabern Schanha-Schas, die unliebsame Personen (unter denen auch Aranta-Magi ist) eliminieren, weil sie Gegner der Einkehr sind.

Abschnitt bearbeiten: 100 NGZ bis 164 NGZ 100 NGZ bis 164 NGZ

Seitdem Karn-Terg neue Methoden zur Förderung der Kinder eingeführt hat, erhöhen sich deren Überlebenschancen. Außerdem haben Kinder aus Karn-Tergs Hort, die nach Vollendung ihrer Entwicklung nach Schanha-Scha zurückgebracht werden, besonders gute Aufstiegschancen in den Nominationen. Die Anzahl der Kinder im Hort erhöht sich deshalb kontinuierlich. 100 NGZ werden die Brüder Kilan-Gerp und Hisk-Mekang in der Einer-Entwicklungsstufe in Karn-Tergs Hort gebracht.

Die ständige Observation Karn-Tergs bricht ca. 101 NGZ ab. Offenbar beginnen die Loower, ihre Vergangenheit zu vergessen, außerdem initiiert der neue Quellmeister ein Projekt, das die Erschaffung einer neuen Duade zum Ziel hat. Nach und nach werden die anderen Horte von Alkyra II nach Schanha-Scha verlegt, bis nur noch Karn-Tergs Hort übrigbleibt. Bei der Suche nach Hisk-Mekang, der aus dem Hort entwischt ist, entdeckt Karn-Terg im Jahre 108 NGZ humanoide Monaden.

Da Karn-Terg die Brüder Kilan-Gerp und Hisk-Mekang gezielt fördert, entwickeln sie sich in den folgenden Jahren zu besonders intelligenten und begabten Loowern. Auch die anderen Kinder betrachten sich inzwischen als zu einer großen Familie gehörig, was für die Loower völlig neu ist. Zusammen mit den Brüdern untersucht Karn-Terg das Tunnelsystem der Monaden. Dabei entdecken sie das Archiv und das »Omniskop« dieser Wesen und stellen fest, dass die Loower bereits dabei sind, beides zu zerstören. Gleichzeitig entwickeln Karn-Terg und die Brüder immer bessere Methoden zur Unterstützung des Wachstumsprozesses der Kinder. Als Kilan-Gerp und Hisk-Mekang ihren finalen Entwicklungssprung machen, erfolgt dieser gänzlich ohne Schmerzen. Sie sind deshalb die ersten Loower, die alle Erinnerungen an ihre Kindheit bewahren. Sie verlassen den Hort im Jahre 121 NGZ.

Bis 164 NGZ wächst die Anzahl der Kinder im Hort auf 3000 an. Die Brüder besuchen Karn-Terg regelmäßig. Sie entwickeln unterschiedliche Auffassungen über die Lebensweise der Loower: Kilan-Gerp ist gegen die Sesshaftigkeit, Hisk-Mekang befürwortet sie. Karn-Terg leidet unter der zunehmenden Rivalität seiner ehemaligen Schützlinge. 164 NGZ kommt es schließlich zum Bruch: Kilan-Gerp glaubt, ein neues Tiefenbewusstsein erreichen und die »Trümmersphäre« mit seinen Anhängern verlassen zu können. Hisk-Mekang will das verhindern, er gibt Karn-Terg die Schuld daran, dass Kilan-Gerp diese Ideen entwickelt hat.

Abschnitt bearbeiten: 305 NGZ bis 307 NGZ 305 NGZ bis 307 NGZ

5000 junge Loower leben in Karn-Tergs Hort. Die Ordinanz stellt fest, dass Karn-Terg sich unbefugt auf Alkyra II bewegt und verbotene Daten abfragt. Karn-Terg ahnt nicht, dass er beinahe die unter einer Energiekuppel gefangen gehaltene Baya Gheröl gefunden hätte, die von den Loowern für die Erschaffung der neuen Duade missbraucht wird. Karn-Terg wird deshalb zum Verhör nach Schanha-Scha gebracht. Kilan-Gerp bewirkt seine Freilassung und bringt ihn nach Alkyra II zurück.

Bei einem Besuch im Hort versucht Hisk-Mekang, Garaschs Datenspeicher auszulesen. Der Helk löscht diese Daten aufgrund einer Sicherheitsschaltung, dabei geht auch seine Persönlichkeit verloren. Karn-Terg trauert um den »Tod« seines alten Gefährten. Allmählich begreift Karn-Terg, dass Hisk-Mekang offenbar der Ordinanz vorsteht und versucht hat, Daten über Kilan-Gerps Projekte zu erhalten. Derartige Daten waren in Garaschs Datenspeichern allerdings gar nicht vorhanden.

Abschnitt bearbeiten: 578 NGZ bis 756 NGZ 578 NGZ bis 756 NGZ

Karn-Terg setzt vermehrt Kinder der achten und neunten Entwicklungsstufe als Stellvertreter ein, da er die große Anzahl der Kinder in seinem Hort nicht mehr allein betreuen kann. In dieser Zeit spaltet sich das Volk der Loower in die Gruppen der Eindenker und der Zweidenker auf. Die neu entstandene Neo-Entelechie hat massiven Zulauf, die ersten Missionare werden in die Milchstraße entsandt. Hisk-Mekang hat die Nomination des Primären Konstrukteurs erreicht. Er besucht Karn-Terg 755 NGZ im Hort und verrät ihm, dass Kilan-Gerp die Monaden versklavt. Hisk-Mekang will seinen Bruder deswegen öffentlich anklagen, doch Karn-Terg hält ihn noch zurück.

756 NGZ berichtet Kilan-Gerp seinem ehemaligen Lehrmeister von seiner Absicht, die PAN-THAU-RA zu kapern und sie als Waffe gegen die Kosmokraten einzusetzen. Karn-Terg bittet ihn, sich zuerst mit Hisk-Mekang auszusprechen und zu versöhnen. Dazu kommt es aber nicht: Die verfeindeten Brüder gehen weiterhin getrennter Wege.

Abschnitt bearbeiten: 757 NGZ bis 1337 NGZ 757 NGZ bis 1337 NGZ

Allmählich beginnt Karn-Terg, sein Alter zu spüren. In den letzten Jahrhunderten hat Kilan-Gerp weitere Missionare ausgesandt und seine Pläne weiter vorbereitet, denn inzwischen hat er tatsächlich den Standort der PAN-THAU-RA entdeckt. Hisk-Mekang hat sich der Perfektionierung Schanha-Schas gewidmet.

Als es im September 1331 NGZ zum Hyperimpedanzschock kommt, betrachten die Zweidenker dies als direkten Angriff der Kosmokraten gegen das Leben an sich. Kilan-Gerp ruft zum Kampf gegen die Hohen Mächte auf. Sein Kampfruf lautet »Für das Leben!«

Karn-Tergs Hort erleidet durch die Erhöhung der Hyperimpedanz kaum Schäden, da dort nur vergleichsweise primitve Techniken vorhanden sind. Nach der Hyperimpedanz-Erhöhung werden kaum noch neue Kinder in den Hort gebracht. Die Anlage, die zuletzt ein Heim für mehr als 10.000 Kinder war, leert sich zusehends.

1337 NGZ beendet Karn-Terg sein Leben, da er sehr unter der Einsamkeit und der Spaltung seines Volkes leidet. Die Auflösung der »Trümmersphäre«, den eigentlichen Beginn des Lebenskrieges, erlebt er nicht mehr mit. Kilan-Gerp lässt ihn in der Nähe von Melra-Mars Grab beerdigen. Karn-Tergs Grab ist das neunundneunzigste auf dem kleinen Friedhof.

Abschnitt bearbeiten: Quelle Quelle

PAN-THAU-RA 2

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