Trantipon
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Trantipon ist ein Ara aus dem Zweigvolk der Medo-Nomaden. Er hat das Projekt Ara-Toxin initiiert und leitet es.
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Erscheinungsbild
Über das Aussehen Trantipons gibt es in der Öffentlichkeit nur Gerüchte, weil man ihn praktisch nie zu Gesicht bekommt und es auch keine Bildaufzeichnungen von ihm gibt.
Er ist 2,08 m groß und hat eine Narbe auf der rechten Wange, in die ein längliches Metallstück eingebettet ist. Seine Fingernägel sind schwarz lackiert. Dieser Lack besteht aus diversen Chemikalien, mit denen verschiedene Effekte erzielt werden können. Trantipon kann den Lack zum Leuchten bringen und auf diese Weise dreidimensionale Muster in die Luft zeichnen, die auf jeden, der sie betrachtet, einen vorübergehenden hypnotischen Effekt haben. Reibt Trantipon die Nägel der kleinen Finger in einem bestimmten Code gegeneinander, so lösen und vermischen sich die Substanzen zu einer extrem starken Säure. Außerdem kann Trantipon seine Hände mit den Chemikalien zu Flammenwerfern machen.
Nach seiner Rekonstruktion durch Plob Arnoyn (siehe Kapitel Geschichte) ist vom ursprünglichen Erscheinungsbild wenig geblieben. Seitdem hat Trantipon tief in den Höhlen liegende Augen und eine fleckige ungleichmäßig strukturierte Haut, die teilweise wie von einem metallischen Pelz überzogen wirkt. Hierbei handelt es sich um medizinische Nanoroboter, die seinen zerfallenden Körper permanent reparieren und modifizieren. Die Nanoroboter können ein dichtes Netz aus Polymeren über das Gesicht und andere freiliegende Hautpartien spannen, um diese zu versiegeln. Sie können die Lungenfunktion anhalten, innere Organe zu deren Schutz ummanteln und so weiter.
Charakterisierung
Trantipon ist ebenso berühmt wie geheimnisumwittert und scheu. Er war ein hochbegabtes, aber auch sehr ängstliches Kind. Auch als Erwachsener belastet ihn noch die Erinnerung daran, dass sein Vater sich für ihn geschämt und immer behauptet hatte, aus ihm werde nichts werden. Dafür hatte Trantipon seinen Vater gehasst.
Er gilt als einer der mächtigsten Aras sowohl auf Aralon als auch auf Neu-Tolimon, außerdem wird ihm geradezu märchenhafter Reichtum nachgesagt. Er ist das unumstrittene Oberhaupt seines Suhyag.
Er hat den Status eines Mantarheilers und besitzt mit der MOMANTAR ein eigenes Raumschiff.
Geschichte
Kindheit
Trantipon wächst vermutlich im 1. Jahrtausend v. Chr. auf Aralon am Tapao-See auf. Eine seiner wichtigsten »Bezugspersonen« ist seine Schwester Pautipoi. Allerdings ist das Mädchen tot geboren worden. Die Pseudoschwester, mit der Trantipon interagiert, ist ein »psychopotronisch« gesteuertes Hologramm. Das Hologramm wird von einer lernfähigen Positronik gesteuert, die die körperliche und geistige Entwicklung Pautipoi simuliert.
Student
Im Alter von ca. 40 Jahren besucht Trantipon die neu gegründete Top-Eliteakademie Juvin auf Aralon. Er hat zu diesem Zeitpunkt bereits eine fundierte medizinische Ausbildung und einige Jahre der Bewährung in Praxis und Forschung hinter sich. Zu seinen Jahrgangskollegen gehören Schopsna, Kreolin und Ostiam Meharro. Trantipon und einige andere Studierende sind so sehr von der charismatischen Persönlichkeit Meharros fasziniert, dass sie sich ihm anschließen und eine treue Ergebenheit zu ihm entwickeln. Dieser Personenkreis wird später nach Meharros Initialen als MO-Eskorte bezeichnet. Die Mitglieder der MO-Eskorte, unter denen es auch immer wieder zu wechselnden Beziehungen und diversen Spannungen kommt, beflügeln sich gegenseitig. Insbesondere unter Meharros Anleitung erzielen sie Höchstleistungen.
Meharro nutzt seinen Einfluss aus, um sich an Staynnoo und Elkoi Ferada zu vergehen, zwei weiblichen Anhängerinnen, von denen er »Spielschulden« besonderer Art eintreibt. Die anderen Mitglieder der MO-Eskorte erfahren nie, was er mit den beiden Frauen gemacht hat. Staynnoo begeht jedenfalls Selbstmord, Elkoi Ferada versinkt in Bedeutungslosigkeit. Besonders Trantipon ist dennoch auch weiterhin von dem Wunsch beseelt, Meharro zu dienen, und wird zu einem seiner engsten Vertrauten. Ob diese Beziehung auch eine homoerotische Komponente hat, bleibt unklar.
Meharro kommt zu der Überzeugung, dass der Dozent Kiom Supante unsterblich ist, und will diesem Geheimnis auf die Spur kommen. Er überfällt Supante, als dieser mit seinem Raumschiff aufbrechen will, und foltert ihn zu Tode. Den Mord vertuscht er später, indem er dafür sorgt, dass das Schiff noch startet, dann aber beim Eintritt in den Hyperraum explodiert. Trantipon, den Meharro nach Supantes Tod herbeiruft, ist entsetzt. Trotzdem stellt er Supantes Forschungsergebnisse sicher. Es zeigt sich, dass der Dozent sich tatsächlich mit der Entwicklung eines Unsterblichkeitsserums beschäftigt hatte.
Nachdem sie ihre Prüfung in Juvin mit brillanten Ergebnissen bestanden haben, feiern Meharro und alle Mitglieder der MO-Eskorte weitere medizinische Triumphe. Sie besiegen einige gefährliche Krankheiten, so dass insbesondere Meharro mit der Zeit einen geradezu legendären Ruf bei den Aras gewinnt. Neue Medikamente und Lizenzen für von ihnen entwickelte Therapien bringen der MO-Eskorte riesige Gewinne ein. Der Name wird zu einer Art Markenzeichen.
Eines Tages ruft Meharro seine Anhänger zusammen und überreicht ihnen Ampullen, die das von ihm fertig gestellte Unsterblichkeitsserum enthalten. Alle Mitglieder der Eskorte injizieren sich das Serum ca. 956 v. Chr. und treffen Vorkehrungen für den Fall eines Misserfolgs: Ihre Leichen sollen gegebenenfalls vernichtet werden. Alle Mitglieder der MO-Eskorte überstehen die Prozedur, nur Meharro überlebt den Selbstversuch anscheinend nicht. Trantipon liegt danach allerdings zwei Tage lang im Koma. Die polizeilichen Untersuchungen erbringen das Ergebnis, dass sein Körper bis auf winzige Gewebereste desintegriert wurde. Schopsna äußert die Vermutung, dass Meharro seinen eigenen Tod nur vorgetäuscht hat und noch immer am Leben ist. Er findet heraus, dass Meharro nicht nur das Unsterblichkeitsserum entwickelt hat, sondern auch quasi das Gegenteil davon: Eine ultimate Waffe, die als Ara-Toxin bezeichnet wird. Die MO-Eskorte eignet sich Meharros Forschungsergebnisse an.
Unsterblicher
Die MO-Eskorte existiert auch nach Meharros Tod weiter. Trantipon und seine Gefährten sind relativ unsterblich und altern nicht mehr, müssen sich aber regelmäßig zu Schlafphasen zurückziehen, die Jahrzehnte oder Jahrhunderte andauern. Dazu nutzen sie die von Kreolin entdeckte Raumstation FOARY. Sie ziehen sich mehr und mehr aus der Öffentlichkeit zurück und verwalten praktisch nur noch ihr Vermögen. Sie bauen sich Tarnexistenzen auf und inszenieren ihren Tod periodisch immer wieder neu, um danach als ihre eigenen Nachkommen auftreten zu können. Die MO-Eskorte wird in eine Stiftung umgewandelt, die neun noch lebenden Mitglieder sind Vorsitzende dieser Stiftung.
Trantipon ist im 14. Jahrhundert NGZ angeblich schon seit vielen Jahrzehnten auf Aralon ansässig.
Ara-Toxin
Mindestens ab 1338 NGZ arbeitet Trantipon auf Remion und Neu-Tolimon mit seinen Assistenten Schopsna und Kreolin, die ebenfalls den Status von Mantarheilern haben, am Projekt Ara-Toxin. Er ist der mit Abstand wichtigste Kunde des dortigen Konsortiums. Die Wissenschaftler haben einen enorm hohen Verbrauch an »Versuchsobjekten«. Mit anderen Worten: Sie missbrauchen intelligente Lebewesen für verbrecherische Experimente, die fast immer mit dem Tod des Opfers enden. Er schließt eine Sondervereinbarung mit Miguel y Gasset, dem Oberhaupt der Hacienda Extebosch auf Remion, die es ihm ermöglicht, dort das Ara-Toxin auszubringen.
Das Projekt Ara-Toxin steht im Juni 1340 NGZ kurz vor dem Abschluss, wird aber durch die Intervention Perry Rhodans und Julian Tifflors gestört, die einen Gefangenenaufstand anzetteln. Trantipon ist deshalb gezwungen, vorzeitig mit der MOMANTAR nach Aralon zu fliegen. Dort spricht er kurz nach seiner Ankunft vor einer Vollversammlung der Mantarheiler, um über den Verlauf des Projekts zu berichten. Als er erfährt, dass Geheimdienstchef Milyon Stutzka über Julian Tifflors Anwesenheit auf Aralon informiert ist, befürchtet er, Stutzka könne Informationen auf die wahren Verhältnisse auf Neu-Tolimon haben. Möglicherweise stiftet Trantipon Stutzka deshalb zur Stürmung der terranischen Botschaft auf Aralon an, um Mitwisser zu beseitigen. Im Fall von Stutzka gelingt ihm dies, denn dieser begeht wenig später Selbstmord. Tifflor befindet sich aber schon nicht mehr in der Botschaft.
Noch vor dem 7. Juni fliegt Trantipon mit seinen Kollegen wieder ab und begibt sich nach Remion. Perry Rhodan erhält von der araischen Regierung, die sich von Trantipon hintergangen fühlt, den offiziellen Auftrag, ihn zur Rechenschaft zu ziehen. Trantipon wird schließlich gefangen genommen, auf der CONNOYT festgehalten und befragt. Er zeigt dabei keine Reue und ist von der Nützlichkeit seines Tuns weiter überzeugt. Pron Dockt verhört ihn, wobei er Wahrheitsdrogen einsetzt. Diese zeigen bei Trantipon aber keinerlei Wirkung. Dennoch gelingt es Pron Dockt, die ersten fünf Phasen im Entwicklungsprozess des Ara-Toxins zu erforschen.
Tod und Wiedergeburt
Am 1. Juli flieht Trantipon aus seiner Zelle auf der CONNOYT, wobei er sich des mikrominiaturisierten Waffenarsenals seiner Fingernägel bedient. Er kommt jedoch nicht weit, Perry Rhodan und Julian Tifflor fangen ihn ab. In die Enge getrieben, mischt Trantipon zwei Komponenten des besonderen Lacks und setzt damit sich selbst sowie Julian Tifflor in Flammen. Während Tifflor »nur« schwere Verbrennungen erleidet, wird Trantipons Körper fast vollständig zerstört. Mehr als 67% der Haut, Teile des Skeletts und des Bindegewebes verbrennen, innere Organe und Teile des Gehirns werden irreversibel geschädigt. Die Leiche wird zum Quarantäneraumer APPEN verlegt und dem auf »grenzwertige Reanimation« spezialisierten Mantarheiler Plob Arnoyn übergeben.
Trantipons Körper wird unter Einsatz neuester Nanotechnologie rekonstruiert, wobei wenig Wert auf originalgetreue Nachbildung des Körpers gelegt wird. Die zerstörten inneren Organe werden schnell nachgezüchtet oder durch Fremdgewebe bzw. synthetische Teile ersetzt. Milliarden nanotechnischer Assistenten lagern sich am Nervensystem an und rekonstruieren das Zellgewebe. Obwohl Trantipons ÜBSEF-Konstante sich bereits verflüchtigt hat, gelingt es Plob Arnoyn, wenigstens eine annähernde Rekonstruktion seines Geistes zusammenzustückeln. Dabei setzt er den Prototypen eines Sextadim-Frequenz-Stimulators ein. Das Wesen, das nach dieser tiefgreifenden Neu- und Umgestaltung des Toten entsteht, ist zwar lebensfähig und verfügt aufgrund der permanent in seinem Inneren aktiven Nanobots über erstaunliche Fähigkeiten, hat aber vor allem psychisch wenig mit dem ursprünglichen Trantipon zu tun. Es versteht sich selbst nicht mehr als der ursprüngliche Trantipon. Plob Arnoyn betrachtet das im Grunde neu erschaffene Wesen als sein Eigentum.
Flucht nach Oyloz
Das Trantipon-Konstrukt vernimmt den vom vierten Planeten des Salida-Systems ausgehenden mentalen Ruf der Midyacco. Es kapert am 3. Juli ein Beiboot der APPEN und flieht nach Oyloz. Das Schiff wird zwar abgeschossen, doch das Trantipon-Konstrukt springt vorher ab und landet mit einem Fallschirm. Die Nanobots ermöglichen es ihm, in der lebensfeindlichen Atmosphäre des von Vulkanismus geprägten Planeten zu überleben. Zu seiner Notausrüstung gehört auch eine kleine Positronik, der das von den Toten auferstandene Wesen Trantipons Lebensgeschichte erzählt, soweit es sich noch an sie erinnert. Auf diese Weise will es versuchen, sich selbst zu erforschen und seine Psyche zu re-organisieren.
Danach lässt es sich von der Eisernen Karawane Syolocc aufnehmen. Als Gegenleistung überlässt es dem Karawanenführer einen Holoprojektor mit technischen Daten. Das Trantipon-Konstrukt verlangt Orontiu Pleca zu sprechen, da es vermutet, der mentale Lockruf, dem es gefolgt ist, stamme von ihm. Es stößt den Siccyi jedoch später von der Karawane. Sein nächstes Ziel ist das Schachtmeer Ylucc. Das Trantipon-Konstrukt taucht in das Schachtmeer hinab, denn dies ist die wahre Quelle des mentalen Rufs. Die in seinem Körper immer noch aktiven Nanobots erschaffen eine Panzerung und Kiemen.
Ende?
Das Trantipon-Konstrukt erweckt die in besondere Särge eingesperrten Midyacco zu neuem Leben. Die Nanoroboter, mit denen sein verbrannter Körper wiederhergestellt wurde, fädeln sich in die hyperdimensionalen Siegel der Särge ein und öffnen diese. So können die in kleinste Fragmente zerstückelten Midyacco neu entstehen. Einer von ihnen spießt Trantipon auf - das Konstrukt überlebt selbst diese schwere Brustverletzung. Die Midyacco tauchen auf und richten schwere Zerstörungen in Poi an, wobei sie Trantipon mit sich führen. Sie wollen den Raumhafen erreichen, um den Planeten zu verlassen. Julian Tifflor, der Trantipon verfolgt, nimmt Kontakt mit den Sharifen auf, die das Schienennetz einsetzen, um die Midyacco erneut zu vernichten. Die Stränge des Schienennetzes spleißen sich in Milliarden ultrafeiner Fäden auf und beginnen zu glühen. Diese Fäden zerfetzen die ansonsten fast unzerstörbaren Midyacco in kleinste Fragmente, die wieder im Schachtmeer versenkt werden.
Das Trantipon-Konstrukt wird dabei nicht beschädigt. Stattdessen entfernen die Schienen Rückstände der Midyacco aus seinem Körper. Das Gehirn wird jedoch durch Mikro-Explosionen und winzige Fissuren irreparabel geschädigt und zerfällt rapide. Tifflor überspielt Trantipons Erinnerungsprotokoll aus dessen Notfallpositronik in seinen eigenen Datenspeicher. Wenig später trifft Plob Arnoyn ein, um sein »Eigentum« zu begutachten. Das Trantipon-Konstrukt lebt zwar noch, ist aber geistig und körperlich so schwer geschädigt, dass es für Plob Arnoyn keinen Wert mehr hat - er lässt es auf Oyloz zurück. Auch Tifflor würde den Körper einfach liegenlassen, aber Orontiu Pleca nimmt ihn mit in seine Karawane, weil das Gehirn immer noch träumt, also nicht ganz tot ist. Wann das »untote« Wesen sein endgültiges Ende findet, ist nicht bekannt.

