Linearantrieb
Dieser Artikel befasst sich mit dem Raumschiffsantrieb. Für weitere Bedeutungen, siehe: Kalup und Waringer.
Der Linearantrieb ermöglicht einen überlichtschnellen Raumflug »auf Sicht« zu einem Ziel. Da meist ein bestimmtes Zwischenziel angesteuert werden muss, erfolgt der Linearflug zum eigentlichen Ziel in mehreren Etappen - so genannten Linearetappen.
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Das Lineartriebwerk wurde von den Terranern im Jahr 2044 von den Druuf erbeutet. Nach einer Entwicklungszeit von 57 Jahren wurde der Antrieb schließlich von 2102 bis 420 NGZ als Standardantrieb für überlichtschnelle Fortbewegung genutzt und bis zum Aufkommen des Metagravs kontinuierlich weiterentwickelt.
Die für die Transition typischen Begleiterscheinungen wie ziehende Schmerzen bis hin zur Bewusstlosigkeit sowie die weithin messbaren Strukturerschütterungen beim Verlassen und beim Wiedereintritt in das Normaluniversum wurden vermieden. Die neue Technologie ermöglichte neben einem sanften Übergang in den so genannten Halbraum auch die kontinuierliche Orientierung anhand eines gewählten Zielsternes, der auf besonderen Sichtgeräten angezeigt werden konnte. Diese neue Antriebstechnologie revolutionierte für die nächsten Jahrhunderte den Raumflug.
Gerade nach der durch die Hyperimpedanz ausgelösten kompletten Funktionsunfähigkeit des Metagravs kam es zu einer Renaissance des Linearantriebs.
Funktionsprinzipien
Der Linearantrieb zählt von seinem Konstruktionsprinzip her zu den Feldantrieben. Während der klassische Linearantrieb als passives Feldtriebwerk noch auf die Unterstützung von Impulstriebwerken angewiesen war, zählt der modernere Hawk II-Linearantrieb zu den aktiven Feldtriebwerken.
Kalupscher Kompensationskonverter
Mit Hilfe der Kompensationskonverter zur Errichtung eines aus sechsdimensional übergeordneten Feldlinien bestehenden Kugelfeldes zur Totalkompensation vier- und fünfdimensionaler Konstanten, kurz Kalupscher Kompensationskonverter oder auch »Kalup«, werden die von den Fusionskraftwerken erzeugten Energien zu Hyperimpulsen umgewandelt - konvertiert. Diese werden dann von den Polen der Konverter abgestrahlt. Die Konverter sind nahezu fugenlos aufgebaute massive Zylinder von mehreren hundert Metern Höhe. Eine Wartung oder Reparatur ist nicht möglich, lediglich die Konverterpole können mit der entsprechenden Software justiert werden. (PR-TB 402)
Ab Ende 2402 wurden die neuartigen Kompakt-Kalups erprobt. Es handelte sich dabei um kleinere Konverter, die allerdings mit je maximal 400.000 Lichtjahren eine deutlich höhere Reichweite erlaubten. Nach dem Ausbrennen konnten sie ausgestoßen werden. Das Konzept ermöglicht die Neuinstallation eines neuen Konverters nach der Planung AZTAC innerhalb von Stunden an Bord eines Flottentenders oder auf einer Werft. Die Tests erfolgten im laufenden Flottenbetrieb. Eines der Raumschiffe die den modifizierten Antrieb testeten, war der Schlachtkreuzer ST. QUENTIN. (PR-TB 54) Der Serieneinsatz erfolgte ab Ende 2403 mit der Auslieferung der neuen Moskito-Jets und dem Stapellauf der CREST III. (PR 250, PR-TB 54)
Im Jahre 2404 wurde an Bord der HELLTIGER ein Kompakt-Kalup in einem deutlich kleineren Format verbaut. Der auf Siga konstruierte, und in das 3*0,75 Meter messende Raumschiff eingepasste Mikro-Kalup besaß immerhin eine Reichweite von 250.000 Lichtjahren. (PR 268)
Ein Kompakt-Kalup, wie er im Jahre 2436 in terranischen Ultraschlachtschiffen verbaut wurde, war ein monströses Aggregat von 680 Metern Höhe bei einem Durchmesser von 69 Metern und ermöglichte eine Reichweite von mehr als einer Million Lichtjahre. (PR 356 S. 42)
Die Hyperimpulse bewirken vor ihrem Verschwinden im Hyperraum die Errichtung des energetischen Absorber- oder Kompensationsfeldes zur Abschirmung der 4- und 5-dimensionalen Einflüsse des so genannten Linearraums. Das Raumschiff verschwindet somit aus dem Standarduniversum und tritt in den Linearraum - oft auch Halbraum oder Librationszone genannt - ein. Dieser befindet sich auf einem dimensionalen Niveau, das »zwischen« dem 4D-Normaluniversum und dem Hyperraum angesiedelt ist. Je hochwertiger die Abschirmung der Einflüsse ist, desto stabiler ist auch der Halbraumeffekt.
Zur Errichtung des Feldes ist eine Mindestgeschwindigkeit von 10.000 km/h nötig. Je höher die Geschwindigkeit vor der Errichtung des Feldes ist, desto weniger Beharrungskräfte des Normaluniversums wirken auf das Raumschiff ein, und desto geringer ist der Materialverschleiß. (PR 324 S. 13)
- Anmerkung: Eine andere Quelle gibt 45.000 km/s als Mindestgeschwindigkeit an.(PR-TB 197)
Zur Beschleunigung im Linearraum werden die - durch das Kompensationsfeld veränderten - Antriebsstrahlen der herkömmlichen Impulstriebwerke benutzt.
Die Reisegeschwindigkeit steht in direktem Zusammenhang mit der eingebrachten Energiemenge. In Abhängigkeit vom Abschirmungsgrad, gekennzeichnet durch die energetische Verdichtung des Kompensatorfeldes, ergab sich die erreichbare Fahrtstufe von vielmillionenfacher Überlichtgeschwindigkeit.
- Anmerkung: So konnte zum Beispiel die MARCO POLO im Jahre 3459 innerhalb von 119 Stunden die Strecke von Terra nach Point Allegro zurücklegen (ca. 35.000 Lichtjahre) - das entspricht einem reellen Überlicht-Faktor von ca. 2,59 Mio. (PR 658)
Waring-Konverter
auch: Waringer-Konverter
Geoffry Abel Waringer konnte insbesondere die Reichweite des Konverters erhöhen und trotz der erhöhten Leistungsaufnahme die Abmessungen deutlich reduzieren. Dies gelang vor allem durch Erhöhung der Rotationsgeschwindigkeit der Feldes.
Dies erfolgte um das Jahr 3000 n.Chr. parallel zur intensiv laufenden Erforschung der Paratroneffekte.
HAWK-Kompensationskonverter
- siehe weiterführender Artikel: Hawk-Kompensationskonverter
Die Linearantriebe des 14. Jahrhunderts NGZ haben die Form schnell rotierender Hohlkugeln, deren Oberflächen aus hauchdünnen Hyperkristallfolien bestehen. Diese Aggregate werden nach ihrem Entwickler Tangens der Falke kurz HAWK-I, -II, usw. benannt.
War der Kalup eine Optimierung an die knappen Leistungsabgaben der alten Fusionsreaktoren und der Waring eine Optimierung auf Reichweite, so stellt der HAWK-I eine generelle Anpassung an die veränderten Naturgesetze durch die Erhöhung der Hyperimpedanz dar.
Mit dem HAWK-II wurde erstmals das Funktionsprinzip erweitert - dieser Typ stellt den ersten aktiven Überlichtantrieb dieser Entwicklungsreihe dar. Er treibt das Raumschiff auch selbst an; eine Funktion, die bisher die Impulsantriebe / Protonenstrahlantriebe leisten mussten.
Linearperzeptor
Für die Ortung in den Normalraum waren die Linearperzeptoren verantwortlich, die sozusagen »Löcher« in die Wand zwischen Halbraum und Einstein-Universum bohrten und die Beobachtung ermöglichten. (PR 131)
Ersatzteilversorgung
Im Jahre 2113 umfasste der Komplex Linearantrieb circa 20.000 Einzelteile, die nicht mit Bordmitteln repariert werden konnten und im Schadensfall ausgetauscht werden mussten. Die Fülle der möglichen Ersatzteile führte zu einer Priorisierung der mitgeführten Teile. So hatten die meisten Flottenschiffe aus Platzgründen lediglich ein Ersatzteillager von 3000 Teilen, was im Extremfall zum Stranden eines Raumschiffs führen konnte. Leichte Kreuzer der STÄDTE-Klasse mussten nach jedem Langstreckenflug im Leerraum eine Werft aufsuchen. (PR 134)
Geschichte
Ursprünge
Das Grundprinzip des terranischen Linearantriebs basiert auf einem im Jahr 2044 mit der Hilfe Ernst Ellerts von den Druuf erbeuteten Aggregat und den Konstruktionsunterlagen. Die zugrundeliegende Technologie wurde dann in einem Forschungszeitraum von 57 Jahren entschlüsselt. Der Durchbruch erfolgte schließlich durch die Forschungen von Prof. Dr. Arno Kalup. (PR 100)
Das erste terranische Raumschiff mit Linearantrieb war der Forschungskreuzer FANTASY, der unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen konstruiert wurde und im Jahre 2102 zu seinem Jungfernflug startete. (PR 100)
Durch die mit der FANTASY ermöglichte Begegnung mit den Akonen lernte man deren Lineartriebwerkstechnologie kennen, die dann nach dem ersten Friedensschluss (PR 107) von Kalup ausgewertet werden konnte und zu einer ersten Verbesserung des Triebwerkes führte.
25. Jahrhundert
Im Jahre 2400 hatte ein übliches Lineartriebwerk eine Reichweite von 300.000 Lichtjahren. Da in dieser Zeit der terranische Vorstoß nach Andromeda stattfand, standen die Konstrukteure von intergalaktischen Triebwerken vor einem großen technischen Problem.
Es wurde mithilfe einer Rückbesinnung auf das uralte Stufenprinzip der STARDUST gelöst: In der ANDROTEST-Serie wurden mehrere Raumschiffzellen miteinander verbunden, in denen hauptsächlich Lineartriebwerke untergebracht wurden.
Mit solchen Konstruktionen konnten nun auch viel größere Distanzen überbrückt werden. Der nächste Entwicklungsschritt waren Zusatztriebwerke, die an bereits existierende Schiffe lediglich angeflanscht werden mussten. Dies wurde etwa bei Schiffen der ANBE-Klasse oder den auf Troja stationierten Schiffen praktiziert.
Die im Jahre 2404 in Dienst gestellte CREST III besaß drei austauschbare Kalup-Konverter in Kompaktbauweise, deren maximale Reichweite jeweils 400.000 Lichtjahre betrug. Diese Geräte waren 310 Meter hoch und hatten einen Durchmesser von 120 Metern. Ihre reguläre Leistung im Dauerbetrieb war ein Überlichtfaktor von 50 Millionen. Für Notfälle konnte mit größtem Risiko ein maximaler Überlichtfaktor von 100 Millionen erreicht werden. (PR 277) Bis zum Jahr 2422 schrumpften die Kompaktaggregate auf eine Höhe von 250 Metern bei 90 Metern Durchmesser. (PR-TB 402)
Im Jahre 2436 hatte ein Kalup für ein Ultraschlachtschiff eine Höhe von 680 Meter bei einem Durchmesser von 69 Metern. (PR 356) Diese Triebwerke hatten eine Reichweite von jeweils über einer Million Lichtjahre (PR 356) bis 1,2 Millionen Lichtjahre (PR 421 Risszeichnung Crest IV) Im intergalaktischen Leerraum konnte ein derartiges Schiff Überlichtfaktoren von ca. 190 Millionen erreichen (maximal 9 Tage Flugzeit für 4,7 Millionen Lichtjahre ab Homeside). (PR 368)
34. Jahrhundert
Ein typisches Lineartriebwerk des 34. Jahrhunderts konnte auf Dauer (Ökonomisches Maximum) eine Geschwindigkeit von ca. 68 Mio. c und bis zu 120 Mio. Lichtgeschwindigkeit für kurze Zeit erreichen. Allerdings war die Haltbarkeit begrenzt, so dass das Aggregat nach einer gewissen Laufzeit ausgetauscht werden musste.
5. Jahrhundert NGZ
Im Jahre 445 NGZ traf die EXPLORER auf ein Fernflugprojekt der Kartanin aus Pinwheel. Mit ihren mehrstufigen UMBALI-Schiffen stießen die Katzenwesen über 40 Mio. Lichtjahre nach Absantha-Gom vor. Dabei erreichte jede Stufe eine durchschnittliche Reichweite von zehn Millionen Lichtjahren. (PR 1306)
Post-Hyperimpedanz-Ära
Um das Jahr 1344 NGZ waren die modernen Lineartriebwerke wieder die Standardtechnik im Triebwerksbau der Milchstraße. Die Leistungsparameter der neuesten Generation waren eine Maximalreichweite von 25.000 Lichtjahren bei maximalen Etappenlängen von 500 Lichtjahren. Dabei betrug die Höchstgeschwindigkeit eine Million Überlicht.
Quellen
- Technologie
- Atlan und Arkon
- Die Posbis
- Das Zweite Imperium
- Die Meister der Insel
- M 87
- Die Cappins
- Der Schwarm
- Die Altmutanten
- Das Kosmische Schachspiel
- Das Konzil
- Die Aphilie
- Bardioc
- PAN-THAU-RA
- Die Kosmischen Burgen
- Die Kosmische Hanse
- Die Endlose Armada
- Chronofossilien
- Die Gänger des Netzes
- Tarkan
- Die Cantaro
- Der Sternenozean
- Neuroversum
- Das Atopische Tribunal
- Im Auftrag der Menschheit
- König von Atlantis
- Die Abenteuer der SOL
- Im Auftrag der Kosmokraten
- Der Posbi-Krieg
- Wega
- Rudyn
- Monolith
- Taschenbuch-Handlung
- Fehlende Quellenangaben