Perryversum

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17px-Qsicon exzellent.png Dieser Artikel wurde Ende April 2008 in die Liste der Exzellenten Artikel aufgenommen.


Der Begriff Perryversum umfasst das gesamte fiktive Roman-»Universum« (räumlich wie auch zeitlich), in dem die Abenteuer der Protagonisten der verschiedenen Perry Rhodan- und Atlan-Serien stattfinden. Ein anderer, früher gebräuchlicher Begriff war Rhodanversum. Im Gegensatz dazu steht die Realität, hier als Realwelt bezeichnet.

Dieser Artikel soll nur eine grobe Übersicht der Zusammenhänge und Strukturen des Perryversums bieten. Zur Vertiefung und für Quellenangaben sei auf die verlinkten Artikel verwiesen.

Anmerkung: Das Perryversum sollte nicht mit dem Multiversum verwechselt werden. Perryversum ist ein literarischer Realwelt-Begriff. Er wird innerhalb der Romane nicht verwendet. Das Multiversum, als Begriff innerhalb der Romane, bezieht sich auf die Gesamtheit der raumzeitlichen Universen innerhalb des Perryversums.

Entstehung des Begriffs

Wer den Begriff »Perryversum« erstmals verwendet hat, d. h. wann er entstanden ist, lässt sich nicht mehr eindeutig nachvollziehen. Als früheste Sichtungen werden Perry Rhodan-Newsgroups genannt. In einem Eintrag vom 8. Januar 1998 wird erwähnt, jemand habe dort den Begriff verwendet. Möglicherweise bezieht sich dies auf einen Eintrag vom 2. Oktober 1997, in dem der Begriff allerdings noch »PerryVersum« geschrieben wurde.

Allgemeines

Das Perryversum war in der Anfangszeit der Serie nicht viel mehr als eine Kulisse für die Abenteuer Perry Rhodans und seiner Freunde. Es wurde zwar von Anfang an Wert auf eine innere Schlüssigkeit gelegt, trotzdem kam es zu teilweise erheblichen Inkonsistenzen. Nicht alle Publikationen genießen deshalb bezüglich ihrer Relevanz für das Perryversum den gleichen Stellenwert (siehe hierzu: Perrypedia:Kanon), außerdem existieren selbst in den Primärquellen diverse Widersprüche und Autorenfehler.

Inzwischen hat sich daraus eine detailreiche Kosmologie entwickelt, Technologien wurden genauestens ausgearbeitet, viele verschiedene Völker wurden in die Serie eingeführt – die meisten mit einer langen geschichtlichen Entwicklung – und so weiter. Das Perryversum wächst ständig, da immer neue Bereiche des Multiversums erkundet werden und weil sich immer neue Konstellationen der Beziehungen aller Völker untereinander ergeben, oft verbunden mit kriegerischen Auseinandersetzungen.

Das Perryversum umfasst also die inzwischen höchst komplexe Gesamtheit aller Informationen, die in den seit 1961 erscheinenden Publikationen enthalten sind. Es unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von der realen Welt:

Geschichte

Die fiktiven Ereignisse der Handlungsjahre von 1971 bis zum aktuellen Datum sind inzwischen von der Realität eingeholt worden und weichen von den realen Ereignissen ab. So fand die erste Mondlandung im Perryversum am 20. Juni 1971 statt, in der realen Welt aber bereits am 21. Juli 1969 – leider wurde dabei kein arkonidisches Raumschiff entdeckt. Auch die Machtverhältnisse dieser Epoche des Perryversums unterscheiden sich erheblich von jenen der realen Welt. Die großen politischen Antagonisten dieser Zeit waren im Perryversum nicht USA und UdSSR, sondern der Westblock und die Asiatische Föderation.

Die Erde des Perryversums war außerdem schon vor mehr als 50.000 Jahren von einem technisch hoch entwickelten Volk bewohnt, welches sich dort entwickelt hatte: Den Lemurern. Die Lemurer haben sich über die ganze Milchstraße ausgebreitet und sind in einem furchtbaren Krieg fast ausgerottet worden. Im Perryversum stammen vermutlich alle humanoiden Lebewesen allerdings nicht von den Lemurern, sondern von den V'Aupertir ab, und dieses Volk ist nicht auf der Erde entstanden.

Das Perryversum liefert mit seiner fiktiven Geschichte unter anderem auch eine Erklärung für den Mythos von Atlantis: Demnach war Atlantis ein Kontinent im Atlantischen Ozean und wurde nach Atlan benannt, einem Mann aus dem Volk der Arkoniden, welches die Erde im 9. Jahrtausend v. Chr. besiedelt hatte.

Aktuelles Handlungsjahr im Perryversum ist das Jahr 1518 Neuer Galaktischer Zeitrechnung (NGZ). Dies entspricht dem Jahr 5105 nach Christus.

Kosmologie

Moralischer Kode und höhere Wesenheiten

Der Moralische Kode ist entscheidend für die Entwicklung des Multiversums in der Perry Rhodan-Serie. Im Perryversum wird die Existenz hochkomplexer psionischer Informationsstrukturen angenommen, die als Kosmonukleotide bezeichnet werden. Sie durchziehen als Kosmogene das gesamte Multiversum und legen die dort gültigen Naturgesetze fest.

Im Perryversum gibt es außerdem eine im so genannten Zwiebelschalenmodell definierte Abstufung weitgehend unerforschter Entitäten, die in ihrer Entwicklung weit über den raumfahrenden Zivilisationen stehen. Die positiven und negativen Superintelligenzen, Materiequellen bzw. -senken und die Hohen Mächte sind solche Wesenheiten. Neuesten Erkenntnissen zufolge stellen sie keine aufeinander folgenden Stufen im Sinne einer geregelten Entwicklung dar, vielmehr handelt es sich zum Beispiel bei den Materiequellen um andere »Aggregatzustände« von Superintelligenzen. Derartige Entitäten greifen steuernd (oft im Rahmen von Langzeitplänen) in die Geschicke des Universums ein. Superintelligenzen beherrschen meist voneinander abgegrenzte Bereiche, die als Mächtigkeitsballungen bezeichnet werden, und scharen diverse Hilfsvölker um sich. Somit agieren viele Völker im Auftrag von Mächten, die eine höhere Entwicklungsstufe erreicht haben.

Auch auf die Terraner traf und trifft dies mit Einschränkungen zu. Die Milchstraße und andere Galaxien der Lokalen Gruppe gehören zur Mächtigkeitsballung der Superintelligenz ES, deren Sitz die Kunstwelt Wanderer ist. Die oft auch als »Mentor der Menschheit« bezeichnete Entität überlässt Perry Rhodan und den Seinen immer wieder wertvolle Technologien sowie wichtige Hinweise, gibt sich aber meist rätselhaft. War die Beziehung zwischen ES und der Menschheit in der Anfangszeit meist vom seltsamen Humor der Superintelligenz geprägt, so fühlten sich die Menschen in späteren Zeiten eher von ihr gegängelt und betrogen. Stets war es Perry Rhodans Aufgabe, im Sinn von ES tätig zu werden. Geriet die Entität in Gefahr, waren es in der Regel die Terraner, die ihr beistehen mussten.

Aktuelles Beispiel für die Eingriffe höherer Wesenheiten in die Belange der Niederungen sind die Maßnahmen der Kosmokraten gegen die Ausbreitung des Lebens an sich. Hierzu gehört die Erhöhung einer universellen Konstante: der Hyperimpedanz. Es besteht ein nie endender Konflikt zwischen den Kosmokraten und den Chaotarchen – stark vereinfachend auch als Mächte der Ordnung und des Chaos bezeichnet – der in der aktuellen Serienhandlung im Angriff der Terminalen Kolonne TRAITOR auf die Galaxien der Lokalen Gruppe und der Etablierung einer Negasphäre in der Galaxie Hangay gipfelt.

Es ist unklar, ob es einen Endpunkt für die Entwicklung des Lebens im Multiversum gibt. Fest steht, dass es Wesenheiten wie Si kitu und Thez gibt, die sich vermutlich unabhängig von den Kosmokraten entwickelt haben oder eine Weiterentwicklung derselben darstellen. Thez ist dem Horizont des GESETZES näher als die Kosmokraten, aber es ist nicht bekannt, was der Horizont des GESETZES ist.

Universen und Dimensionen

Es wird angenommen, dass es nicht nur ein Universum gibt, sondern eine Vielzahl von Universen, anderen Dimensionen und Übergangszonen wie die Tiefe. Man spricht diesbezüglich auch in der realen Welt vom Multiversum. Es wird davon ausgegangen, dass es ein Standarduniversum gibt, das als Bezugspunkt dienen kann. Das Standarduniversum setzt sich aus Arresum und Parresum zusammen, die quasi die zwei Seiten eines Möbiusbandes bilden. Dem Pensor zufolge ist das Universum ein achtdimensionales Gefäß, dessen achte Dimension es ihm ermöglicht, sich selbst zu enthalten.

Andere Universen haben eine vom Standardwert abweichende Strangeness. Das Standarduniversum hat viele potentielle Vergangenheiten und potentielle Zukünfte, die in Paralleluniversen Wirklichkeit werden können. Paralleluniversen unterscheiden sich unter Umständen nur geringfügig durch verschiedene Geschichtsverläufe voneinander, die möglicherweise auf den ersten Blick nicht erkennbar sind. So ist ein Paralleluniversum denkbar, in dem nicht Perry Rhodan, sondern Neil Armstrong der erste Mensch auf dem Mond gewesen wäre.

In anderen Universen wie z. B. Tarkan, dem Roten Universum der Druuf, der Minuswelt oder Eud'y-Asor-Jaroso haben stattdessen völlig andere Entwicklungen stattgefunden, es herrschen andere Naturgesetze oder ein anderer Zeitablauf. Auch Universen höherer bzw. niedrigerer Dimensionen als das vierdimensionale Raum-Zeit-Kontinuum des Standarduniversums sind bekannt.

All diese Universen sind nicht strikt voneinander getrennt, sondern können erreicht werden. Im Fall von Hangay wurde sogar eine gesamte Galaxie aus einem anderen Universum (Tarkan) ins Standarduniversum versetzt.

Ein belebtes Universum

In praktisch allen Galaxien des Perryversums gibt es sehr viele Planeten, auf denen sich Leben, intelligente Völker und (raumfahrende) Zivilisationen entwickelt haben. Ob es hierfür Entsprechungen in der realen Welt gibt, steht buchstäblich in den Sternen...

Die meisten dieser Galaxien existieren wirklich und tragen auch im Perryversum ihre realen Namen (Andromeda, M 87), manche werden lediglich anders bezeichnet (Gruelfin). So entsteht der Eindruck, dass die Galaxien, insbesondere die Milchstraße, vor Leben geradezu wimmeln.

Das Perryversum ist von einer Unzahl der verschiedensten Lebensformen bevölkert. Es gibt viele humanoide, aber mindestens ebenso viele nichtmenschliche Völker. Insektoide und reptiloide Völker sind ebenso vertreten wie Vogelwesen und diverse Lebewesen, die an Abwandlungen der irdischen Fauna erinnern. Das Leben nimmt im Perryversum jedoch auch sehr ungewöhnliche Formen an. So gibt es Plasmawesen wie das Zentralplasma, robotisch-organische Mischwesen, intelligente Pflanzenwesen und andere exotische Lebensformen.

Diese Vielfalt ist kein Zufall, vielmehr wurde die Ausbreitung intelligenten Lebens in der Vergangenheit durch die Sieben Mächtigen und die Schwärme gezielt vorangetrieben. Die Mächtigen waren für die Aussaat von Biophore zuständig, sie nutzten zu diesem Zweck die Sporenschiffe. Die Schwärme sollten für eine Anhebung der Intelligenz der so entstandenen Lebewesen sorgen.

Trotz aller Fremdartigkeit der Körperformen ist das Perryversum anthropomorph, das heißt, die allermeisten intelligenten Lebewesen des Perryversums haben im Grunde menschliche Züge. Ihre Mentalität entspricht bis auf einzelne Abweichungen und Übertreibungen weitgehend der des Menschen, ihre Denkweise ist für Menschen verständlich. Dies ist für das gegenseitige Verständnis der Völker unabdingbar (und erleichtert den Autoren die Arbeit ungemein, da es mehr als schwierig ist, einen völlig wesensfremden Charakter »echt« wirken zu lassen), unterstützt wird dieses Verständnis durch eines der wichtigsten technischen Hilfsmittel des Perryversums: Den Translator. Dieses Gerät kann praktisch jede Sprache nach einer kurzen »Lernphase« in jede andere Sprache übersetzen. Nur ganz selten treten Völker auf, die so fremdartig sind, dass ein gegenseitiges Verständnis beinahe unmöglich ist (Beispiel: Die Nakken).

Fiktive Technologien

Hyperphysik

Im Perryversum wird davon ausgegangen, dass überlichtschnelle Raumfahrt möglich ist, denn ohne sie wäre ein Kontakt zwischen den Völkern der Galaxien praktisch unmöglich und Perry Rhodan müsste all seine Abenteuer im Solsystem erleben. Ein entscheidender Bestandteil des Perryversums sind deshalb die Hyperphysik und die Nutzung des Hyperraums (sowie diverser Halbräume) für überlichtschnelle Raumfahrt, Energiegewinnung, überlichtschnellen Funkverkehr und so weiter.

Durch die Nutzung des Hyperraums werden die von Albert Einstein aufgestellten Grundsätze der allgemeinen und speziellen Relativitätstheorie quasi umgangen, denn im Einsteinuniversum gibt es tatsächlich keine überlichtschnelle Raumfahrt – um Überlichtgeschwindigkeit zu erreichen, muss man in andere »Räume« ausweichen. Die Nutzung von Hyperenergie und Hyperkristallen ist für die hoch entwickelte Technik des Perryversums unerlässlich.

Damit die Raumfahrer des Perryversums nicht schwerelos in ihren Raumschiffen umherschweben müssen, sondern ungehindert agieren können, kann Gravitation künstlich erzeugt werden. Deshalb ist ein normaler Deckaufbau in den Raumschiffen praktisch aller raumfahrender Völker des Perryversums möglich. Mit Geräten wie dem Antigrav kann auch der gegenteilige Effekt erzielt werden. Antigravschächte ersetzen im Perryversum die mechanisch angetriebenen Aufzüge, Gleiter und andere Flugobjekte können durch Antigravs schwerelos gemacht werden. Andruckabsorber dämpfen die starken Beharrungs- und Trägheitskräfte, die bei Beschleunigungsmanövern von Raumschiffen entstehen.

Raumschiffe, Positroniken, Roboter

Die im Perryversum verwendeten Raumschiffe sind so zahlreich, dass in der Perrypedia eine gesonderte Kategorie dafür erforderlich ist. Es kommen alle Größen und Formen vor – von vergleichsweise winzigen Booten wie den Raumlinsen bis hin zu Giganten wie OLD MAN, der SOL, der BASIS, den Sporenschiffen und anderen gewaltigen Einheiten. Viele Völker des Perryversums verwenden Schiffe, deren Aufbau sich an einfachen geometrischen Formen orientiert. Die Terraner und diverse andere Völker verwenden die für sie typischen Kugelraumer (mit oder ohne Ringwulst), auch Walzenraumer und Diskusraumer sind sehr beliebt.

Die komplizierte (Hyper-)technologie des Perryversums erfordert hoch entwickelte Computersysteme, um richtig zu funktionieren. Die Elektroniken der realen Welt wären damit überfordert, allerdings wurde in der Anfangszeit der Serie sogar noch mit Relais und Lochkarten gearbeitet...

Die Völker des Perryversums setzten – zumindest seit der Hyperimpedanz-Erhöhung – hauptsächlich Positroniken oder Biopositroniken ein. Zuvor waren Syntroniken gebräuchlich, die nicht mehr mit materiellen Prozessoren und dergleichen arbeiteten, sondern mit hyperenergetischen Strukturfeldern. Diese Rechner sind so leistungsfähig, dass ihnen in vielen Fällen der Status eines Künstlichen Individuums zugestanden werden muss.

Dies gilt zum Teil auch für die unüberschaubare Vielfalt ziviler und militärischer Roboter, die im Perryversum zum Einsatz kommen. Sie agieren meist völlig selbständig, d. h. die starren Schemata eines fest vorgegebenen Programms oder gar einer Fernsteuerung sind nicht mehr erkennbar. In der Frühzeit der Serie wurden auch einfache Roboter stark vermenschlicht.

Psi-Phänomene

Phänomene der Außersinnlichen Wahrnehmung, Paragaben wie Telepathie und Telekinese sowie die Existenz körperloser Wesenheiten und dergleichen sind im Perryversum nicht Gegenstand esoterischer, spekulativer Pseudowissenschaften, sondern handfeste Realität.

Es gibt zahlreiche Lebewesen, die infolge von Mutationen oder von Natur aus besondere Kräfte (Paragaben) besitzen, die mit der herkömmlichen Wissenschaft nicht zu erklären sind. Im Perryversum wird davon ausgegangen, dass sie Hyperenergie aus dem UHF-Bereich des Hyperspektrums nutzen.

Im Perryversum ist die Existenz reiner Bewusstseine möglich, die losgelöst vom Körper existieren und agieren können. Vergeistigte Bewusstseine können sich auch zu Kollektivwesen wie Superintelligenzen und den Vorstufen dazu (siehe Nukleus) zusammenschließen. Es wurde sogar eine wissenschaftliche Bezeichnung für die Seele entwickelt: die ÜBSEF-Konstante.

Zeitreisen

Ein wesentlicher Bestandteil vieler Abenteuer Perry Rhodans und seiner Gefährten sind Zeitreisen. Im Perryversum sind sowohl Reisen in die Vergangenheit als auch Reisen in die Zukunft möglich, allerdings sind Beispiele für letztere selten.

In neuerer Zeit wird die Möglichkeit der Entstehung von Zeitparadoxa durch die Annahme von Zeitschleifen verneint. Dem Kernsatz »Es geschieht, weil es geschah« folgend, wird angenommen, dass jede von einem Zeitreisenden in der Relativvergangenheit vorgenommene Handlung längst notwendiger Bestandteil der geschichtlichen Entwicklung geworden ist.

Im Gegensatz dazu lassen Phänomene wie die Dys-chrone Drift darauf schließen, dass das Eindringen einer durch Manipulationen an der Zeitlinie entstandenen anderen Realität in das vierdimensionale Kontinuum möglich ist. Dem Horawischen Theorem zufolge kann sich das Zeitgefüge durch den Eingriff eines Zeitreisenden in dessen Relativvergangenheit ändern. Die bekannte Geschichte wird also durch eine andere ersetzt, wobei Fragmente der nicht mehr gültigen, annullierten Geschehnisse als Spiegelung im Quantenschaum erhalten bleiben können.

Völker

Machtgruppen und Konflikte

Bezogen auf die Milchstraße sind die wichtigsten Völker die Terraner, die Arkoniden und die Blues. Daneben gibt es eine ganze Reihe für das Gesamtbild weniger bedeutende Völker und Gruppierungen wie die Akonen, die Springer, die Aras, die Haluter, die Posbis und viele andere mehr. Dazu gehören auch ehemalige Kolonialvölker der großen Machtblöcke, die sich von ihren »Muttersystemen« gelöst haben, um eigenständige Staaten zu bilden. Auf Seiten der Terraner sind dies unter anderem die Ertruser, die Epsaler, die Siganesen und die Plophoser.

Die Blues sind das dominierende Volk in der Eastside der Milchstraße. Sie bleiben meist unter sich, infolge ihrer hohen Vermehrungsrate toben auf der Eastside oft heftige Bruderkriege. Die Geschichte der Beziehungen zwischen Terranern und Arkoniden ist wechselhaft. In der Anfangszeit der Serie gab es mit dem Vereinten Imperium sogar einen Zusammenschluss des damaligen Solaren Imperiums der Terraner mit dem degenerierten arkonidischen Reich. Nach dem Wiedererstarken der Arkoniden und der Gründung des Kristallimperiums sind die Arkoniden vorübergehend zu den mächtigsten und gefährlichsten Gegenspielern der Terraner geworden. Die Liga Freier Terraner (LFT) ist in der Handlungsgegenwart eine der größten Machtgruppen auf der Westside der Milchstraße.

Die Milchstraße war und ist im Perryversum praktisch immer in Gefahr. Extragalaktische Mächte versuchen immer wieder, die Milchstraße zu erobern, was dazu führt, dass in der Romanserie recht oft Invasionsgeschichten erzählt wurden, die bisher aber stets mit dem Sieg der Galaktiker – insbesondere der Terraner – endeten. Wichtige extragalaktische Machtgruppen waren beziehungsweise sind zum Beispiel die Meister der Insel aus Andromeda, die Zeitpolizei aus M 87, die Cappins aus Gruelfin, das Konzil, die Endlose Armada, die Ewigen Krieger, die Cantaro, die Tolkander, das Reich Tradom, TRAITOR, die Frequenz-Monarchie und das Atopische Tribunal.

Mächtige Einzelwesen

Neben den Völkern des Perryversums spielen immer wieder auch Einzelwesen eine große Rolle, die unabhängig oder im Auftrag höherer Mächte agieren. In diesem Zusammenhang sind vor allem die Cairol-Baureihe der Kosmokratenroboter, die einzelnen Ritter der Tiefe, die bereits genannten Sieben Mächtigen, Boten von Superintelligenzen wie Homunk oder Lotho Keraete und die Diener der Materie zu erwähnen. Auch geheimnisvolle Wesen bzw. Entitäten wie Harno, deren Herkunft und Ziele lange ungeklärt bleiben, kreuzen immer wieder den Weg der Terraner.

Perry Rhodan und das Perryversum

Perry Rhodan, Hauptperson der gleichnamigen Heftromanserie, gilt als Verkörperung des »kosmischen Menschen«, also eines Menschen, der ein Bewusstsein für kosmische Zusammenhänge entwickelt hat. Der am 8. Juni 1936 geborene, deutschstämmige und in den USA aufgewachsene Astronaut und Kernphysiker war Kommandant der ersten bemannten Mondlandung, er begegnete auf dem Mond erstmals Vertretern eines überlegenen außerirdischen Volkes. Mit Hilfe der Technologie dieses Volkes verhinderte er den Dritten Weltkrieg und einte die Menschheit. Da er einen Zellaktivator trägt, den er von der Superintelligenz ES erhalten hat, ist er relativ unsterblich. Er altert nicht, kann aber zum Beispiel durch einen Unfall getötet werden.

Perry Rhodan war Initiator und zentrale Hauptfigur jener Geschehnisse, die zur Ausbreitung der Menschen im All führten. Schon früh wurden jedoch andere Hauptfiguren entwickelt, die schnell mindestens ebenso beliebt wurden und inzwischen ebenso breiten Raum einnehmen wie Rhodan selbst, allen voran sein Freund Atlan. Viele dieser Figuren tragen ebenfalls Zellaktivatoren und bleiben der Serie somit über sehr lange Zeiträume erhalten.

War Perry Rhodan über lange Abschnitte der Serienhandlung hinweg so etwas wie ein Erfüllungsgehilfe von ES und der Kosmokraten, so haben er und die Terraner sich inzwischen weitgehend von diesen höheren Mächten emanzipiert. Rhodan und die Terraner haben erkannt, dass die Kosmokraten keineswegs »die Guten« im Multiversum sind, und dass es neben Ordnung und Chaos mindestens noch einen Dritten Weg geben muss, den die Völker der Niederungen eigenständig beschreiten können.

Das Perryversum im Wandel der Zeiten

Das Perryversum war stets durch den jeweils aktuellen Zeitgeist der realen Welt geprägt. Die Serie schilderte anfangs hauptsächlich die von vielen Schwierigkeiten und Konflikten begleitete Ausbreitung der Menschheit im All. Die Terraner stießen dabei auf immer neue und immer mächtigere Gegner, die sich ihren Expansionsbestrebungen entgegenstellten oder selbst als Eroberer auftraten. In dieser frühen Zeit war das Perryversum vom patriarchalischen, konservativen Weltbild des realen Deutschland geprägt. Frauen waren meist nur schmückendes Beiwerk, Perry Rhodan und viele seiner Weggefährten waren Raucher und sprachen oft dem Alkohol zu. Der Humor hatte meist den Charakter von Klamauk, Guckys damalige Späße wären später nicht mehr denkbar gewesen.

Auch militaristische Einflüsse, die gern dem damaligen Exposé-Autor K. H. Scheer angelastet werden, waren nicht zu leugnen. Die Hegemonie des Solaren Imperiums wurde stets positiv bewertet, die Terraner gingen praktisch immer als Sieger und gestärkt aus allen Auseinandersetzungen hervor. Typisch dafür war von Anfang an, dass sie sich technische Entwicklungen anderer Völker aneigneten, um sie zu verbessern oder geschickter einzusetzen.

Einen ersten Dämpfer erhielt diese Entwicklung durch den Angriff der Dolans auf die Erde, bei dem Milliarden von Menschen starben und das Solare Imperium erheblich geschwächt wurde. Danach kam es zu einer Zersplitterung des Imperiums, immer mehr assoziierte Welten und Systeme spalteten sich ab und gründeten eigene Machtblöcke. Diese Autarkiebestrebungen bzw. die dafür eingesetzten Mittel wurden jedoch negativ bewertet; Perry Rhodans Terraner blieben die vorherrschende Macht und setzten sich gegen alle Kontrahenten durch.

All diese Elemente wurden und werden von den Medien teilweise heftig kritisiert. Dabei wurde und wird oft nicht beachtet, dass das Perryversum schon allein aufgrund der Vielzahl der Autoren weit vielschichtiger ist, als es der Inhalt eines einzigen Romans vermuten lässt. Auch die Weiterentwicklung der Serie wurde nicht immer beachtet.

Erst nach der Invasion des Hetos der Sieben und der Flucht von Erde und Erdmond in den Mahlstrom der Sterne kam es zu einem echten Bruch in der Handlung. Somit fanden auch gesellschaftliche Veränderungen der realen Welt (Verlust geordneter, in gewisser Weise aber auch reaktionärer Gesellschaftsstrukturen) ihren Niederschlag im Perryversum (Entvölkerung der Erde, Zersplitterung der in der Milchstraße verbliebenen Menschen usw.).

William Voltz entwickelte in der folgenden Zeit als Exposé-Redakteur ein neues, philosophischer angelegtes Bild der Serie, das durch Figuren wie Alaska Saedelaere repräsentiert wurde, welche nicht mehr in das für frühere Zeiten typische Bild des Weltraumhelden passten. Unter seiner Leitung entstand die oben geschilderte Kosmologie, die die Serie noch immer prägt. Mehr und mehr traten die Hohen Mächte und die kosmische Bestimmung der Menschheit im Allgemeinen und Perry Rhodans im Besonderen in den Vordergrund. Themen wie Ökologie und Esoterik wurden behandelt, das allgemeine »Duzen« wurden eingeführt, neue Elemente der Science Fiction wie Cyberpunk blieben ebenfalls nicht unberücksichtigt.

In neuerer Zeit greift die Serie wieder hauptsächlich die allgemein in der Science Fiction erkennbare Tendenz auf, einfache Space Operas zu erzählen, bei denen es fast immer um den Angriff fremder Invasoren auf Milchstraße oder Solsystem geht. Auch die 2006 in Deutschland ausgetragene Fußball-Weltmeisterschaft der realen Welt ging nicht spurlos am Perryversum vorüber: Die Solare Meisterschaft des Jahres 1345 NGZ ist eine direkte Reaktion darauf.

Perry Rhodan Neo

Im realweltlichen Jahr 2011 ist es durch den Start von Perry Rhodan Neo zu einer Aufspaltung des fiktiven Universums der Perry Rhodan-Serie in zwei völlig unabhängig voneinander existierende Ebenen gekommen. Perry Rhodan Neo stellt einen Neustart der Serie im Taschenheftformat dar. Die klassischen Motive der Perry Rhodan-Heftromanserie werden neu interpretiert und in eine andere Zeit verlagert. Die Handlung nimmt einen alternativen Verlauf und es werden neue Charaktere eingeführt. So fliegt der »andere« Perry Rhodan nicht im Jahre 1971 zum Mond, sondern erst 2036. Perry Rhodan Neo ist in Bezug auf die Heftserie nicht kanonisch (und umgekehrt); es gibt keine Berührungspunkte zum klassischen Perryversum. Aus diesem Grund werden die Artikel beider fiktiver Universen in der Perrypedia strikt voneinander getrennt.

Trivia

Der alternative Begriff Neoversum als Synonym für den eigenen Kosmos der Perry Rhodan Neo-Serie hat den Weg aus der Perrypedia (hier) in den redaktionellen Bereich des Pabel-Moewig-Verlags gefunden (hier).

Fandom

Das Fandom – also die Gemeinschaft der Perry-Rhodan-Fans sowie deren Aktivitäten – ist zwar eigentlich nicht Bestandteil des (fiktiven) Perryversums, wird ihm aber begrifflich oft zugerechnet. Ein Teil des Fandoms wurde jedoch durch den von Susan Schwartz verfassten Heftroman Nr. 2412 kanonisiert. In diesem Roman beobachtet eine Delegation der PP eine Konferenz der Milchstraßenvölker in Aarus-Jima – und bei der PP handelt es sich um eine Hommage an die Perrypedia. Außerdem tauchen gelegentlich Figuren in der Serie auf, bei denen es sich um Personen mit realem Hintergrund handelt. Das können Personen aus dem Team und Prominente sein, aber auch Fans - auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Perrypedia.

Fans, Autoren und andere Verlagsmitarbeiter treffen sich regelmäßig in so genannten »Cons«. Am bekanntesten sind der GarchingCon, der ColoniaCon, die Perry Rhodan-Tage Rheinland-Pfalz und der AUSTRIA CON sowie ein Con, der alljährlich zur Frankfurter Buchmesse veranstaltet wird. Hinzu kommen Perry Rhodan-Stammtische in verschiedenen Städten. Eine Sonderstellung nehmen die zu besonderen Anlässen von Verlagsseite organisierten Weltcons ein. Seit 1980 wurden bislang vier Weltcons veranstaltet. Der letzte fand zum 50-jährigen Bestehen der Heftromanserie vom 30. September bis 2. Oktober 2011 in Mannheim statt.

Eine Aufstellung verschiedener Fan-Projekte, Cons und Stammtische ist im Artikel Fandom zu finden.

Selbstverständlich kann auch das Perryversum nicht frei von Kuriositäten sein. Für das Sammeln und Aufzeigen humoristischer Gegebenheiten wird in den Trivia Raum geboten.