Die letzten Tage Lemurias

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Überblick
Serie: Taschenbücher Lemuria (Band 5)
PR-TB-Lemuria05.jpg
© Heyne
Zyklus: Lemuria
Titel: Die letzten Tage Lemurias
Autor: Thomas Ziegler
Titelbildzeichner: Oliver Scholl
Erstmals erschienen: Februar 2005
Hauptpersonen: Levian Paronn, Icho Tolot, Hork Nomass
Handlungszeitraum: 49.983 v. Chr., April 1327 NGZ
Handlungsort: Torbu-System, Torbutan, Lemuria
Anhang:

»Über Zeitreisen in der SF« und »Versuch einer Würdigung des SF-Autors Thomas Ziegler« von Hartmut Kasper

Risszeichnung: »Der Zeittransmitter«: Abbildung von Gregor Paulmann
Zusätzl. Formate: Enthalten im Sammelband Lemuria; Hörbuch

Handlung

Icho Tolot wird durch den Zeittransmitter von Gorbas-IV nicht nur um circa 50.000 Jahre in die Vergangenheit geschleudert, sondern auch auf einen anderen Planeten versetzt. Er landet im 97. Jahr des Kriegs der Lemurer gegen die Bestien in einer lemurischen Forschungseinrichtung, in der sich gegenwärtig Tausende von Flüchtlingen drängen. Das Auftauchen des Haluters verursacht eine Panik unter den Lemurern, Tolot hat keine Chance, mit den vor Angst wahnsinnigen Menschen zu sprechen. Er verlässt die Station, nur um miterleben zu müssen, wie ein Verband von Bestienschiffen den Planeten angreift. Als Landungstruppen abgesetzt werden, beschließt Tolot, dass er den Lemurern beistehen muss, und tötet mehrere Bestien – sehr zum Erstaunen der verzweifelten Lemurer, die aber immer noch viel zu panisch sind, um auf Tolots Kommunikationsversuche zu reagieren.

In dieser späten Phase des Krieges, als schon Abermillionen Lemurer den Tod gefunden haben und Milliarden von Flüchtlingen durch Sonnentransmitter in die Nachbargalaxie Andromeda ausgewandert sind, erhält der hochrangige Wissenschaftler Levian Paronn durch Zufall Informationen über eine geheime Forschungseinrichtung auf dem Planeten Torbutan, in der eine funktionierende Zeitmaschine entwickelt worden sein soll. Paronn, dem vor fünf Jahren auf Lemur von einem aus dem Nichts erschienenen Unbekannten, den er für Vehraáto hält, ein Zellaktivator mitsamt den Konstruktionsplänen für dieses Gerät überreicht worden ist, begibt sich sofort mit einer kleinen Flotte nach Torbutan. Würde es ihm gelingen, in die Zeit kurz vor Ausbruch des Bestienkrieges zu reisen und die Pläne für neue, leistungsfähigere Kampfschiffe und Waffen mitzunehmen, dann könnte damit der Lauf der Geschichte verändert werden. Zu Beginn des Krieges hatten die Bestien nämlich noch nicht über die Paratron-Technologie und die Intervallkanone verfügt, die sich als kriegsentscheidend erwiesen haben.

Paronn trifft nach einer Raumschlacht gegen den Bestienverband auf Torbutan ein, als die Bestien dort bereits einen unaufhaltsamen Atombrand ausgelöst haben, und als Tolot gerade gegen einige seiner »Artgenossen« kämpft. Auch Paronn erkennt zunächst nicht, dass Tolot anders ist. Er hat sowieso andere Sorgen: Zur Demontage des Zeittransmitters braucht er die Hilfe der Wissenschaftler, die hier gearbeitet haben. Die sind zur Mitarbeit aber nur unter der Bedingung bereit, dass Paronn die Flüchtlinge zu einem Nachbarplaneten evakuiert, und ihm steht nur noch ein einziges Raumschiff zur Verfügung. Zunächst läuft alles glatt, aber beim zweiten Start des Schiffs taucht plötzlich ein 100-Meter-Raumer der Bestien auf und zerstört es - somit sitzt Paronn mitsamt dem Zeittransmitter auf Torbutan fest. Die zweiköpfige Besatzung des Bestienraumers dringt fast bis zur Halle des Zeittransmitters vor, doch da greift Tolot ein, der alles beobachtet hat. Nach hartem Kampf tötet er seine Quasi-Vorfahren, und jetzt endlich kommt es zur Kontaktaufnahme mit den Lemurern. Paronn fasst Vertrauen zu Tolot, als der Haluter den Talisman des Lemurers als Zellaktivator identifiziert. Tolot nimmt an, dass ES sich dem Lemurer in der Gestalt des Heroen Vehraáto gezeigt hat. Tolot bringt Paronn auch von dessen ursprünglichen Zeitreiseplan ab, indem er ihm klarmacht, dass hinter dem Angriff der Bestien die weit mächtigere und vor allem unerreichbare Erste Schwingungsmacht steht.

Mit dem von Tolot übernommenen Bestienschiff wird der Zeittransmitter nach Lemur gebracht. Unterwegs erzählt Tolot Paronn von den Sternenarchen und setzt somit selbst die entsprechende Entwicklung in Gang: Er bringt Paronn erst auf den Gedanken, diese Raumschiffe zu bauen. Insgeheim gibt Paronn seine Pläne, den Krieg gegen die Bestien in der Vergangenheit im Keim zu ersticken, jedoch nicht ganz auf. Leichtsinnigerweise berichtet Tolot dem Lemurer auch von der Anti-Bestien-Waffe im Ichest-System und vom zukünftigen Standort des Zeittransmitters. Die entscheidende Wendung tritt ein, als ein Vertrauter Paronns, der vor Jahren auf unbekannte Weise aus der Gefangenschaft der Bestien entkommen war, einer Konditionierung erliegt, die er ohne sein Wissen in der Gefangenschaft erhalten hat. Einem posthypnotischen Befehl folgend, nimmt der Mann per Hyperfunk Kontakt mit den Bestien auf und erzählt ihnen alles über den Zeittransmitter und über Paronns Pläne. Dann begeht er Selbstmord.

Prompt stößt eine Bestienflotte nach Lemur vor. Paronn hat somit keine Gelegenheit mehr, Vorkehrungen für seine Zeitreise zu treffen – immerhin ist der Zeittransmitter unter Tolots Leitung betriebsbereit gemacht worden. Während über Lemur eine Raumschlacht entbrennt, durchschreitet Paronn allein das Transmitterfeld und erreicht aufgrund von Tolots Voreinstellung das Jahr 4500 seit Gründung des lemurischen Reichs. Tolot bleibt zurück und verbündet sich zum Schein mit dem Bestien-Flottenkommandeur Hork Nomass. Er behauptet, in der Zukunft, aus der er komme, hätten die Bestien die Lemurer besiegt und seien nicht nur uneingeschränkte Herrscher über die Milchstraße, sondern hätten sich auch von der Ersten Schwingungsmacht befreit. Damit kann er Nomass ködern. Die Bestien bleiben nur lange genug auf Lemur, um den Zeittransmitter zu demontieren, denn der Gegenangriff der Lemurer rollt an. Tolot kann gerade noch verhindern, dass die Bestien auch auf Lemur einen Atombrand zünden. Beim Start erlebt er mit, wie durch den Absturz eines lemurischen Schlachtschiffs der endgültige Untergang des Kontinents Lemuria eingeleitet wird.

Der Zeittransmitter wird zu einem Basisplaneten der Bestien gebracht. Den Bestien sind auch Unterlagen über die Sternenarchen in die Hände gefallen. Tolot vernichtet sie heimlich, nachdem er sich die Kursdaten der Archen kopiert hat. Zum Schein hilft er mit, einen Kreuzer in die Vergangenheit zu schicken, sabotiert aber die Systeme des Schiffs. Außerdem sorgt er dafür, dass beim Zeitsprung des Kreuzers ein Energiestoß freigesetzt wird, durch den der Zeittransmitter zwar nicht vernichtet, aber doch schwer beschädigt wird, und der die Bestien lange genug außer Gefecht setzt, so dass Tolot mit einem weiteren Kreuzer entkommen kann.

In den folgenden Jahrzehnten besucht Tolot eine Sternenarche nach der anderen, hilft den jeweiligen Besatzungen und wird so zur mythischen Gestalt des »Hüters«. Zuletzt steht er vor der Entscheidung, sich entweder auf den Weg zur Sternenarche LEMCHA OVIR zu machen, um mit ihr im Dilatationsflug ins Jahr 1327 NGZ zurückzukehren – oder dies nicht zu tun und damit die komplette Zukunft zu verändern ...