Der Eremit von Condagia

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Überblick
Serie: Atlan-Heftserie (Band 127)
A127 1.JPG
© Pabel‑Moewig Verlag KG, Rastatt

 

Zyklus: Im Auftrag der Menschheit
Unterzyklus: Das Erbe der Bernaler (Band 4/8)
Titel: Der Eremit von Condagia
Untertitel: Kampf auf der Springerwelt – Lordadmiral Atlan sucht den Retter von Ammavol
Autor: H. G. Francis
Titelbildzeichner: Johnny Bruck
Innenillustrator: Johnny Bruck
Erstmals erschienen: 1974
Hauptpersonen: Atlan, Lelle Salgouz, Kervania Reallah, Meinja Idrak, Fenomera Falkass, Erret Ponktong
Handlungszeitraum: Ende Dezember 2842
Handlungsort: Condagia
Zusätzliche Formate: E-Book

Kurz­zusammen­fassung

Nach den Ereignissen auf Ammavol ist Lelle Salgouz mit seinen Frauen zu dem Planeten Condagia geflogen, wo schon viele terranische Eremiten leben. Daneben existiert ein Stützpunkt der Springer auf dem Planeten.

Nachdem Plantez Garvarenz Atlan von Salgouz berichtet hat, will der Lordadmiral den Mann für die USO anwerben. Er schickt die leicht telepathisch begabte Spezialistin Fenomera Falkass nach Condagia. Diese findet einen Salgouz vor, der sich dem Suff widmet und kein Interesse an der Menschheit hat. Nachdem ihre Überredungsversuche gescheitert sind, infiziert sie mehrere Eremiten und die Frauen Salgouz mit einer tödlichen Krankheit, um ihn zur Aktivität zu zwingen (Anm.: Kein Scherz! Das sind die USO-Methoden in diesem Roman.). Als Salgouz nicht reagiert, verabreicht sie den Eremiten das Gegenmittel. Salgouz rächt sich, indem er sie infiziert und sie erst nach mehreren Tagen mit seinen Fähigkeiten rettet.

Währenddessen kommt es zu einem Machtkampf im Springer-Stützpunkt. Der Patriarch Erret Ponktong vergiftet seinen Rivalen Romon Rye und plant die Ermordung der terranischen Eremiten. Als Springer die Eremiten angreifen, setzt Falkass einen Notruf ab und startet mit Salgouz einen Angriff. Dank dessen Fähigkeiten kann Ponktong überwältigt werden. Atlan landet und erzählt Salgouz von Bilfnei Gloddus. Daraufhin sieht dieser ein, dass er helfen muss, Gloddus aus dem Verkehr zu ziehen.

Handlung

Der Planet Condagia im Karrout-System ist 36.800 Lichtjahre von Quinto-Center entfernt. Das wusste natürlich kein einziger Springer, die dort in der Stadt Kontok leben. Der Stützpunkt wird von mehreren Springer-Sippen genutzt, und die beiden Patriarchen Erret Ponktong und Romon Rye streben die Herrschaft über den Planeten an. Verstreut über Condagia leben auch viele Terraner. Es sind Eremiten, die dem Solaren Imperium den Rücken gekehrt haben. Dazu zählen seit dem 18. Dezember 2842 auch Lelle Salgouz, Kervania Reallah und Meinja Idrak mit ihren Wolfhunden, die mit der PONKTONG XXXVII nach Condagia gekommen sind. In Kontok ist man über die Ankunft weiterer Terraner auf der Springerwelt nicht gerade erfreut, zumal man eine Revolte gegen das Regime von Patriarch Romon Rye vorbereitet. Der Positiv-Kontakt zu den Bernalern, den er im Übrigen immer noch herstellen kann, hat sich dem Suff ergeben und wollte soweit wie möglich von den Geschehnissen auf Ammavol fort sein.

Ungefähr zur gleichen Zeit trifft der USO-Spezialist Plantez Garvarenz im Hauptquartier der USO ein und berichtet Lordadmiral Atlan von den Geschehnissen auf Ammavol. Er ist überzeugt, dass Salgouz ein Mutant ist, und Atlan beauftragt ihn, mithilfe einer Positronik einen USO-Spezialisten auszuwählen, der Salgouz nach Condagia folgen soll. Atlan selbst erhält Kenntnis von einem Notruf von Stealaway und leitet die Entsendung eines USO-Verbandes zur Eastside in die Wege. Dieser muss wegen der Blues vorsichtig operieren.

Die Auswahlpositronik entscheidet sich für die USO-Spezialistin Fenomera Falkass, die sich noch am selben Tag auf den Weg macht. Sie ist eine schwach begabte Telepathin, der auf Condagia einige Schwierigkeiten entgegenstehen dürften. Der USO ist das Machtstreben der beiden Patriarchen bekannt, und Ponktong würde im Falle seines Sieges alle terranischen Eremiten vertreiben – notfalls mit Gewalt.

Bei einem Arbeitsfrühstück der Patriarchen von Condagia erörtert Erret Ponktong seine Absicht, diese Welt zu einem großen Stützpunkt seines Volkes ausbauen zu wollen. Dabei sind ihm die Terraner, die sich als Eremiten hier niedergelassen haben, im Weg. Ponktong will sie einfach verschwinden lassen. Doch das ist nicht im Sinne von Romon Rye, der bei einem gewaltsamen Vorgehen gegen die Terraner die Gefahr des Eingreifens der USO befürchtet. Erret Ponktong provoziert die anwesenden Patriarchen, indem er ihnen vorwirft, dass einige anscheinend mit Terra zusammenarbeiten.

Fenomera Falkass landet mit einer Raumlinse, die von einer Space-Jet ausgeschleust wird, auf Condagia. Nach der von den Springern unbemerkten Landung entledigt sie sich ihres Kampfanzugs und diverser Ausrüstungsgegenstände, die sie vergräbt. Dann nähert sie sich dem Lebensraum der etwa 100 terranischen Eremiten, die sich zwischen den Bergen und Kontok niedergelassen haben. Hier hofft die schwache Telepathin, Lelle Salgouz zu finden. Sie wird auf zwei Frauen aufmerksam, die in einem Bach fischen, und erkennt in ihnen Kervania Reallah und Meinja Idrak. Durch einen in der Luft hängenden Alkoholdunst ist Fen, wie sie genannt wird, sicher, Lelle Salgouz gefunden zu haben. Salgouz sieht ziemlich heruntergekommen aus. Fen wird von vier Wolfshunden angegriffen. In größter Sorge um seinen Destillierapparat pfeift Salgouz die Hunde zurück. Lelle spricht dem selbstgebrannten hochprozentigen Alkohol in rauen Mengen zu. Fen ist gezwungen, mit ihm mitzutrinken. Das Getränk zeigt schnell Wirkung. Als Fenomera Falkass nach Stunden wieder zu sich kommt, ist Salgouz bereit, über den Zweck ihres Besuches zu reden.

Falkass gibt zu, von der USO zu sein und von den Geschehnissen auf Ammavol zu wissen. Sodann bietet sie dem Mutanten an, für die USO zu arbeiten. Nach einem neuerlichen Trinkgelage ist Lelle Salgouz nicht wiederzuerkennen. Er trägt frische Kleidung, ist gewaschen, rasiert und nüchtern. Er lehnt das Angebot Atlans ab, zur USO zu kommen. Eigentlich will er nur mehr seine Ruhe haben und von Problemen nichts wissen. Genauso ist er nicht gewillt, dem Alkohol abzuschwören. Fen versucht, den Mann umzustimmen, wird aber von Reallah daran gehindert und sogar angefeindet. Plötzlich verschwindet Salgouz auf die Existenzebene der Bernaler.

In Kontok laufen die Vorbereitungen zum Sturz von Romon Rye auf Hochtouren. Einer der Vertrauten des Patriarchen wird ums Leben kommen. Um Erret Ponktong ein Alibi zu verschaffen, organisiert sein Adjutant Serpe Allak ein Treffen mit Patriarch Ronkon, der sich einen fabrikneuen Hayschlik zugelegt hat. Noch während der Besichtigung nähert sich ein Lastengleiter mit mehreren Springern aus Ryes Sippe an Bord. Allak löst heimlich einen Funkimpuls aus, und der Gleiter explodiert. Jede Hilfe kommt zu spät. Romon Rye erscheint und beschuldigt Ponktong, seine Hände bei diesem Unglück im Spiel gehabt zu haben. Damit hat Rye sein Todesurteil ausgesprochen. Er soll durch die Hand seines Freundes Ray Reynak sterben. Bei einem Essen soll Rye den Tod finden. Reynak wird ihm eine Portion Virgan als Geschenk überreichen, die von Serpe Allak mit einem tödlich wirkenden Gift präpariert sein wird. Da auch Erret Ponktong an dem Bankett teilnehmen wird, verfügt er abermals über ein Alibi.

Lelle Salgouz kehrt so plötzlich zurück, wie er verschwunden ist. Fenomera Falkass erneuert ihre Bitte um Zusammenarbeit mit der USO. Salgouz lehnt erneut ab und nimmt einen kräftigen Schluck. Er will Fens Frage nach dem Aufenthaltsort während seines Verschwindens erst beantworten, wenn sie mit ihm die Flasche leert. Die USO-Spezialistin lehnt ab. Salgouz lässt sich nicht von seiner Meinung abbringen, dass er der Menschheit nichts schuldig ist und tun und lassen kann was er will.

Fenomera Falkass verlässt die Hütte und begibt sich zu dem Ort, wo sie ihren Kampfanzug und die Ausrüstung vergraben hat. Im Schutz der Dunkelheit sucht sie die Höhlen der Eremiten auf und infiziert gut 30 der Bewohner mit einem Virus. Fenomera wird von einem ebenfalls in einen flugfähigen Schutzanzug gehüllten Springer angegriffen. Es gelingt ihr, den Angreifer in einen Wald zu stoßen. Der Springer kommt mit den hochgiftigen Blättern der Bäume in Berührung und stirbt innerhalb weniger Minuten. Die USO-Spezialistin zieht sich zu ihrem Versteck zurück und hört den aufgeregten Funkverkehr aus der Springersiedlung ab.

Am nächsten Morgen nähert sich Fen wieder der Hütte, die von Salgouz bewohnt wird. Sie setzt sich an den Rand eines Abhangs, um über die Geschehnisse der letzten Nacht nachzudenken. Kervania Reallah stürmt auf sie zu und schlägt mit einem Stock auf die Spezialistin ein. Fen weicht aus und Reallah stürzt etwa 300 Meter in die Tiefe.

Von Meinja Idrak erfährt Salgouz in der Zwischenzeit, dass Kervania den Angriff aus Eifersucht auf die USO-Spezialistin durchgeführt hat. Kurz verschwindet Lelle im Zeitflimmern, dann macht er sich rasch auf den Weg zum Abhang. Dort sieht Fenomera Falkass, wie Kervanias Sturz abgefangen wird und in ein sanftes Gleiten übergeht. Salgouz hat sie mit seinen Fähigkeiten vor dem sicheren Tod bewahrt.

Fenomera betritt Salgouz' Hütte. Der Mann ist total betrunken und schläft. Als er nach zwanzig Stunden erwacht, bittet Fen ihn, den erkrankten Eremiten zu helfen. Doch Salgouz verweigert den Terranern jede Hilfe. Sie interessieren ihn ganz einfach nicht. Falkass infiziert nun Kervania Reallah und Meinja Idrak mit dem an sich harmlosen Virus. Bald stellen sich die ersten Krankheitssymptome ein.

Durch Lelles Untätigkeit ist Fen gezwungen, den Eremiten das Gegenmittel zu verabreichen, damit diese keinen Schaden nehmen.

Bei der Konferenz im Springerstützpunkt ergreift Erret Ponktong offen Partei gegen Romon Rye. Das Oberhaupt der Sippen auf Condagia nimmt einen Drink zu sich und bricht tot zusammen. Der Widerstand der übrigen zehn Patriarchen gegen Ponktong erlischt sofort, als sie darauf aufmerksam gemacht werden, dass vier Schiffe Erret Ponktongs auf dem Raumhafen stehen, darunter die erst kürzlich eingetroffene PONKTONG XXX, die über die Feuerkraft eines Zerstörers der Überschweren verfügt.

Der 24. Dezember 2842 ist angebrochen. Kervania Reallah und Meinja Idrak geht es immer schlechter. Lelle Salgouz erklärt sich bereit, den Frauen zu helfen, wenn Fen mit ihm einen Schluck trinkt. Die Spezialistin tut ihm den Gefallen. Damit hat Salgouz die Spezialistin überlistet und mit dem Virus infiziert. Stunden später, in denen Salgouz kein einziges Wort gesprochen hat, spürt Fen die ersten Symptome der Infektion. Das Gegenmittel hat Lelle vernichtet. Er ist nicht bereit, irgendetwas für die drei Frauen zu tun, sondern betrinkt sich neuerlich.

Am nächsten Tag wacht Fen auf und wird von der gesundeten Meinja gepflegt. Auch Kervania Reallah scheint die Krankheit überwunden zu haben. Drei Tage später verschwindet Salgouz. Am 31. Dezember ist Lelle bereit, der USO-Spezialistin zu helfen. Mit seinen parapsychischen Kräften heilt er Fen. Seine beiden Frauen hat er in die Berge verjagt. Den Silvesterabend verbringen Lelle und Fen mit einer wahren Sauforgie. Salgouz ist beinahe besinnungslos.

Am Morgen kehren Kervania und Meinja zurück. Auch zwei Fluggleiter der Springer nähern sich den Bergen. Sie machen Jagd auf die Eremiten. Fen und Meinja machen sich zu Fens Versteck auf, um per Hyperfunk die USO zu rufen. Kervania bleibt bei Lelle zurück und versucht, ihn zu Bewusstsein zu bringen.

Die Springer entdecken Fenomera und Meinja. Sie feuern auf die beiden Frauen. Meinja versteckt sich in einer kleinen Höhle. Mit den Waffen einer Frau gelingt es Fen, die Gleiterbesatzung zu überlisten. Sie kann das Fahrzeug zerstören, tötet einen der Springer und überwältigt den anderen. Als sie ihren Kampfanzug angelegt hat, fliegt sie zu den Eremiten zurück. Das ganze Gebiet steht in Flammen. Kervania hat Lelle in eine Höhle in Sicherheit gebracht. Salgouz ist noch immer nicht zu sich gekommen. Fenomera kapert einen Gleiter der Springer und fliegt zu ihrer Raumlinse. Dort setzt sie einen Notruf an die USO ab. Zurück bei Salgouz teilt sie ihm ihre weiteren Pläne mit. Sie will die Eremiten in Sicherheit bringen und dann zum Springerstützpunkt fliegen. Endlich gibt Salgouz klein bei. Er wechselt ins Zeitflimmern und nimmt Verbindung mit den Zeitnomaden auf. Mit Informationen versorgt, kehrt er zurück. Er weiß über den Anschlag auf Romon Rye Bescheid und kennt auch Allaks und Ponktongs Rolle bei diesem Attentat.

Fenomera Falkass steuert auf Kontok zu. Dort holen die Springer zum entscheidenden Schlag gegen die Eremiten aus. Zahlreiche schwere Kampfgleiter verlassen den Stützpunkt. Fen landet, Lelle verlässt den Gleiter und geht auf die Springer zu. Erret Ponktong nimmt mit Fen Funkkontakt auf und fordert bedingungslose Kapitulation. Die USO-Spezialistin steigt ebenfalls aus dem Gleiter und geht zu Salgouz. Dieser lässt unter den Kampfgleitern ein sehr starkes Gravitationsfeld entstehen, so dass die Fahrzeuge abstürzen. Dann hebt Salgouz die Schwerkraft auf. Chaos entsteht. Der Mutant entwaffnet die Springer, die sich bereits weit von der Planetenoberfläche entfernt haben. Langsam lässt Salgouz die Springer wieder zu Boden sinken. Eine weitere Demonstration seiner Kräfte schüchtert Erret Ponktong und Serpe Allak ein. Salgouz lässt einen der zerstörten Kampfgleiter in 200 Meter Höhe steigen und ihn dann abstürzen. Die Springer werden verpflichtet, mit den Eremiten in Frieden zu leben und den entstandenen Schaden zu ersetzen.

Zwei Tage später landet Lordadmiral Atlan auf Condagia. Die Springer sind dabei, stabile Expeditionszelte für die Eremiten zu errichten. Atlan informiert Salgouz über die Vorkommnisse auf Stealaway und über Bilfnei Gloddus. Lelle teilt dem Arkoniden mit, dass er Gloddus im Zeitflimmern bereits begegnet ist. Um diesen Mann zu stoppen, erklärt sich Lelle Salgouz bereit, mit Atlan mitzukommen. Kervania Reallah und Meinja Idrak bleiben auf Condagia zurück.