Kima

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Das Kima ist ein Begriff der linguidischen Weltanschauung und Teil ihres Selbstverständnisses. Es gibt keinen adäquaten Begriff, der als Analogie oder Vergleich benutzt werden kann. Versuche, das Kima mit den Begriffen »Seele« oder »Geist« zu vergleichen, werden von den Linguiden abgelehnt. Das Kima befähigt die Linguiden nach eigener Überzeugung zu ihrer besonderen Begabung im Umgang mit der Sprache und ist einzigartig in der Milchstraße.

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Heft: PR 1580
© Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt

Geschichte

Genese

Das Kima der Linguiden entstand im 7. Jahrtausend v. Chr., als schiffbrüchige Arkoniden und Tefroder durch eine Veränderung im Raum-Zeit-Gefüge im späteren Teshaar-System in den Hyperraum gerissen wurden. Die Ur-Linguiden überstanden diesen Unfall nur deshalb geistig unversehrt, da zur gleichen Zeit ein Ast eines Strauches ebenfalls in den Hyperraum geworfen wurde. Dieser Ast diente als begreifbarer Anker des normalen Einsteinraumes.

Der Kontakt mit dem Hyperraum veränderte das Verständnis der Linguiden bezüglich ihrer Sprachfähigkeiten und der Sprachwahrnehmung. Der fünfdimensionale Kontakt führte zu einem veränderten Einblick in die eigenen Denkstrukturen und allgemeine Kommunikationsprozesse.

Um das Kima zu verstehen, kann ein bildhafter Vergleich helfen:

Auf einem Brett sind unzählige Kristalle mit verschiedenen Facetten angebracht. Jeder Kristall steht für einen Begriff wie »Vater«, »Mutter«, »Fisch« oder »Tod«. Die einzelnen Facetten des Kristalls repräsentieren die einzelnen Begriffsbedeutungen für das Individuum, wobei einige mehr präsent sind und andere verborgen. Ein talentierter Linguide ist in der Lage, die verborgenen oder weniger präsenten Begriffsbedeutungen durch ein »Drehen« der Kristalle stärker in den Vordergrund zu rücken. So verändert sich für ein Individuum die Sicht seiner Individuellen Realität. Mit dem Drehen einzelner Kristalle geht allerdings auch eine Veränderung anderer Begriffe einher. Die Bedeutungsänderung des Begriffs »Vater« führt auch zu einer Veränderung der Bedeutungen von »Mutter«, »Eltern«, »Kind« usw. Die Linguiden nennen dies eine Kette.

Doch es gibt einzelne Begriffe, die unverrückbar sind, so als hätten die Kristalle kleine Klebestreifen unter sich, die ein Drehen unmöglich machen. Wird dennoch versucht, diese Begriffsbedeutungen zu verändern, führt dies zu einer existenziellen und umfassenden Kette, die das gesamte Weltbild und die elementare Selbstdefinition verdreht. Das Individuum verfällt dem Wahnsinn. Die Linguiden nennen diesen Vorgang eine Falsche Kette.

Der Kima ist in diesem Bild nicht als einzelner Kristall des linguidischen Selbstverständnisses zu verstehen, sondern als das Brett, auf dem alles angeordnet ist. Dieses Brett ist unverrückbar und existenziell und somit die größte und elementare Falsche Kette des linguidischen Weltbildes.

In der linguidischen Geschichte gibt es zwei Darstellungen, die dieses Konzept folgerichtig umsetzen: Die Höhlenbilder in den Höhlen von Zonai und das Kimalog Adonor Cyrfants.

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Kima-Strauch (links)
Heft: PR 1587 – Innenillustration
© Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt

Der Kima-Strauch

Analog zu den Linguiden hat auch der Ast, der sie in den Hyperraum begleitete, eine Mutation durchlaufen. Für jeden neu geborenen Linguiden wird ein Kima-Strauch – auch Lebensstrauch genannt – gepflanzt, dessen Wachstum analog zur Entwicklung des Linguiden erfolgt: Geht es dem Linguiden gut und sind seine Fähigkeiten stark ausgeprägt, wächst der Kima-Strauch kräftig. Altert der Linguide, geht auch der Kima-Strauch allmählich ein.

Sensibilitäten

Da das Kima durch den Konatkt mit dem Hyperraum entstanden ist, ist es für fünfdimensionale Impulse empfänglich und reagiert auf diese. Das Kima geht bei jeglichem Transport eines Linguiden durch den Hyperraum, der bei einer Teleportation, Transmitterbenutzung oder Transition eines Raumschiffs erfolgt, verloren. Linguiden können deshalb keine Transmitter und keine Transitionstriebwerke benutzen.

Wird ein Linguide dennoch durch den Hyperraum transportiert, verliert er sein Kima. Die verborgenen, durch den Kontakt mit dem Hyperraum entstandenen, fünfdimensionalen Aspekte seines Weltbildes werden in den Vordergrund gerückt. Damit verschiebt sich für den Liguiden seine Realität: Das Brett des Kimas verdreht sich und es entsteht eine Diskrepanz zwischen der körperlichen Existenz des Einsteinraums und deren begrifflichen Äquivalenzen des Hyperraums. Für einen Außenstehenden sieht es aus, als ob der Linguide wahnsinnig geworden sei. Teilweise kommt es nach dem Verlust des Kima auch zu körperlichen Veränderungen des betroffenen Linguiden. Je höher die Begabung eines Linguiden ist, desto anfälliger ist er auch für den Kima-Verlust. Dies erschwerte auch die Entwicklung der stellaren Raumfahrt, da erst mit der Entwicklung des Linearantriebes eine gefahrlose Raumfahrt für die Linguiden möglich wurde.

Durch Unwissenheit bezüglich dieser Besonderheit verlieren Ras Tschubai und Fellmer Lloyd bei dem Teleportersprung mit Senfro Datalba ihr Bewusstsein über mehrere Tage und verpassen damit die von ES gesetzte Frist für die Rückgabe der Zellaktivatoren, wodurch sie dann ihr Leben verlieren.

Linguiden, die ihr Kima verloren haben oder ohne ein solches geboren werden, leben auf dem Planeten Teffon, der auch Planet der Kimageschädigten genannt wird.

Da das Kima der Linguiden 5-D empfindlich ist, kann es als Indikator für fünfdimensionale Vorgänge dienen. Diese Empfindlichkeit wird den linguidischen Friedensstiftern zum Verhängnis, als sie von ES im Dezember 1171 NGZ ihre Zellaktivatoren erhalten. Die fünfdimensionalen Impulse des Zellaktivators schädigen das Kima schleichend, indem sie permanent das Kima-Brett verdrehen. Linguiden sind somit genetisch nicht in der Lage, einen Zellaktivator zu tragen.

Im Jahre 1217 NGZ besucht die linguidische Friedensstifterin Stury Suurwill den Kosmischen Basar VORACHEM der Hamamesch. Die fündfdimensionalen Impulse der Imprint-Waren führen zu einem Zusammenbruch der Friedensstifterin.

Quellen

PR 1505, PR 1506, PR 1550, PR 1580, PR 1582, PR 1588, PR 1735