Linearantrieb

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Der Linearantrieb ermöglicht einen überlichtschnellen Raumflug »auf Sicht« zu einem Ziel. Da meist ein bestimmtes Zwischenziel angesteuert werden muss, erfolgt der Linearflug zum eigentlichen Ziel in mehreren Etappen – so genannten Linearetappen.

Allgemeines

Die für die Transition typischen Begleiterscheinungen wie ziehende Schmerzen bis hin zur Bewusstlosigkeit sowie die weithin messbaren Strukturerschütterungen beim Verlassen und beim Wiedereintritt in das Normaluniversum wurden vermieden. Die neue Technik ermöglichte neben einem sanften Übergang in den so genannten Halbraum auch die kontinuierliche Orientierung anhand eines gewählten Zielsternes, der auf besonderen Sichtgeräten angezeigt werden konnte.

Der Antrieb war von 2102 bis 420 NGZ der Standardantrieb für überlichtschnelle Fortbewegung und wurde in dieser Zeit kontinuierlich weiterentwickelt, bis er vom Metagrav abgelöst wurde. Nach der durch die erhöhte Hyperimpedanz ausgelösten Funktionsunfähigkeit des Metagravs kam es zu einer Renaissance des Linearantriebs.

Funktionsprinzipien

Der Linearantrieb zählt von seinem Konstruktionsprinzip her zu den Feldantrieben. Während der klassische Linearantrieb als passives Feldtriebwerk noch auf die Unterstützung von Impulstriebwerken angewiesen war, zählt der modernere Hawk-II-Linearantrieb zu den aktiven Feldtriebwerken.

Kalupscher Kompensationskonverter

Mit Hilfe der Kompensationskonverter zur Errichtung eines aus sechsdimensional übergeordneten Feldlinien bestehenden Kugelfeldes zur Totalkompensation vier- und fünfdimensionaler Konstanten, kurz Kalupscher Kompensationskonverter oder auch »Kalup«, werden die von den Fusionskraftwerken erzeugten Energien zu Hyperimpulsen umgewandelt (konvertiert). Diese werden dann von den Polen der Konverter abgestrahlt. Die Konverter sind nahezu fugenlos aufgebaute massive Zylinder von mehreren hundert Metern Höhe. Eine Wartung oder Reparatur ist nicht möglich, lediglich die Konverterpole können mit der entsprechenden Software justiert werden. (PR-TB 402)

Ab Ende 2402 wurden die neuartigen Kompakt-Kalups erprobt. Es handelte sich dabei um kleinere Konverter, die allerdings mit je maximal 400.000 Lichtjahren eine deutlich höhere Reichweite erlaubten. Nach dem Ausbrennen konnten sie ausgestoßen werden. Das Konzept ermöglichte die Neuinstallation eines neuen Konverters nach der Planung AZTAC innerhalb von Stunden an Bord eines Flottentenders oder auf einer Werft. Die Tests erfolgten im laufenden Flottenbetrieb. Eines der Raumschiffe, die den modifizierten Antrieb testeten, war der Schlachtkreuzer ST. QUENTIN. (PR-TB 54) Der Serieneinsatz erfolgte ab Ende 2403 mit der Auslieferung der neuen Moskito-Jets und dem Stapellauf der CREST III. (PR 250, PR-TB 54)

Im Jahre 2404 wurde an Bord der HELLTIGER ein Kompakt-Kalup in einem deutlich kleineren Format verbaut. Der auf Siga konstruierte und in das 3×0,75 Meter messende Raumschiff eingepasste Mikro-Kalup besaß immerhin eine Reichweite von 250.000 Lichtjahren. (PR 268)

Ein Kompakt-Kalup, wie er im Jahre 2436 in terranischen Ultraschlachtschiffen verbaut wurde, war ein monströses Aggregat von 680 Metern Höhe bei einem Durchmesser von 69 Metern und ermöglichte eine Reichweite von mehr als einer Million Lichtjahren. (PR 356, S. 42)

Die Hyperimpulse bewirken vor ihrem Verschwinden im Hyperraum die Errichtung des energetischen Absorber- oder Kompensationsfeldes zur Abschirmung der 4- und 5-dimensionalen]] Einflüsse des so genannten Linearraums. Das Raumschiff verschwindet somit aus dem Standarduniversum und tritt in den Linearraum – oft auch Halbraum oder Librationszone genannt – ein. Dieser befindet sich auf einem dimensionalen Niveau, das »zwischen« dem 4D-Normaluniversum und dem Hyperraum angesiedelt ist. Je hochwertiger die Abschirmung der Einflüsse ist, desto stabiler ist auch der Halbraumeffekt.

Zur Errichtung des Feldes ist eine Mindestgeschwindigkeit von 10.000 km/h nötig. Je höher die Geschwindigkeit vor der Errichtung des Feldes ist, desto weniger Beharrungskräfte des Normaluniversums wirken auf das Raumschiff ein, und desto geringer ist der Materialverschleiß. (PR 324, S. 13)

Anmerkung: Eine andere Quelle gibt 45.000 km/s als Mindestgeschwindigkeit an. (PR-TB 197)

Zur Beschleunigung im Linearraum werden die – durch das Kompensationsfeld veränderten – Antriebsstrahlen der herkömmlichen Impulstriebwerke benutzt.

Die Reisegeschwindigkeit steht in direktem Zusammenhang mit der eingebrachten Energiemenge. In Abhängigkeit vom Abschirmungsgrad, gekennzeichnet durch die energetische Verdichtung des Kompensatorfeldes, ergab sich die erreichbare Fahrtstufe von vielmillionenfacher Überlichtgeschwindigkeit.

Anmerkung: So konnte zum Beispiel die MARCO POLO im Jahre 3459 innerhalb von 119 Stunden die Strecke von Terra nach Point Allegro zurücklegen (circa 35.000 Lichtjahre) – das entspricht einem »reellen« Überlichtfaktor von circa 2,59 Millionen. (PR 658)

Das Verlassen des Linearraumes und das Eintauchen in den Normalraum können jedoch nur bei Null-Geschwindigkeit erfolgen. So verzichtete die MARCO POLO Anfang Juli des Jahres 3444 während des Linearfluges auf Orientierungsaustritte, als sie nach der Entführung durch die Altmutanten zum Rattley-System zurückkehrte. Perry Rhodan wollte dadurch Zeit einsparen. (PR 589 S. 22)

Waring-Konverter

(Auch: »Waringer-Konverter«)

Geoffry Abel Waringer konnte insbesondere die Reichweite des Konverters erhöhen und trotz der erhöhten Leistungsaufnahme die Abmessungen deutlich reduzieren. Dies gelang vor allem durch Erhöhung der Rotationsgeschwindigkeit des Feldes. Dies erfolgte um das Jahr 3000 parallel zur intensiv laufenden Erforschung der Paratroneffekte.

Eine Zusammenlegung von mehreren Waring-Konvertern wird auch als Waring-Komplex bezeichnet. Ein Waring-Komplex befand sich zum Beispiel in der MARCO POLO. (PR 603, S. 8)

Hawk-Kompensationskonverter

Siehe weiterführende Artikel: Hawk-Kompensationskonverter und Librotron.

Die Linearantriebe des 14. Jahrhunderts NGZ haben die Form schnell rotierender Hohlkugeln, deren Oberflächen aus hauchdünnen Hyperkristallfolien bestehen. Diese Aggregate werden nach ihrem Entwickler Tangens der Falke kurz Hawk-I, Hawk-II usw. benannt.

War der Kalup eine Optimierung an die knappen Leistungsabgaben der alten Fusionsreaktoren und der Waring eine Optimierung auf Reichweite, so stellt der Hawk-I eine generelle Anpassung an die veränderten Naturgesetze durch die Erhöhung der Hyperimpedanz dar.

Mit dem Hawk-II wurde erstmals das Funktionsprinzip erweitert – dieser Typ stellt den ersten »aktiven« Überlichtantrieb dieser Entwicklungsreihe dar. Er treibt das Raumschiff auch selbst an; eine Funktion, die bisher die Impulsantriebe oder Protonenstrahlantriebe leisten mussten.

Mit dem Hawk-V wurde erstmals ein Librotron genannter Antrieb entwickelt, der auch im Normalraum für den Vortrieb sorgt.

Linearperzeptor

Für die Ortung in den Normalraum waren die Linearperzeptoren verantwortlich, die sozusagen »Löcher« in die Wand zwischen Halbraum und Einstein-Universum bohrten und dadurch die Beobachtung ermöglichten. (PR 131)

Ersatzteilversorgung

Im Jahre 2113 umfasste der Komplex Linearantrieb circa 20.000 Einzelteile, die nicht mit Bordmitteln repariert werden konnten und im Schadensfall ausgetauscht werden mussten. Die Fülle der möglichen Ersatzteile führte zu einer Priorisierung der mitgeführten Teile. So hatten die meisten Flottenschiffe aus Platzgründen lediglich ein Ersatzteillager von 3000 Teilen, was im Extremfall zum Stranden eines Raumschiffs führen konnte. Leichte Kreuzer der STÄDTE-Klasse mussten nach jedem Langstreckenflug im Leerraum eine Werft aufsuchen. (PR 134)

Geschichte

Ursprünge

Das Grundprinzip des terranischen Linearantriebs basiert auf einem im Jahre 2044 mit der Hilfe Ernst Ellerts von den Druuf erbeuteten Aggregat und den Konstruktionsunterlagen. Die zugrundeliegende Technologie wurde dann in einem Forschungszeitraum von 57 Jahren entschlüsselt. Der Durchbruch erfolgte schließlich durch die Forschungen von Prof. Dr. Arno Kalup. (PR 100)

Das erste terranische Raumschiff mit Linearantrieb war der Forschungskreuzer FANTASY, der unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen konstruiert wurde und im Jahre 2102 zu seinem Jungfernflug startete. (PR 100)

Durch die mit der FANTASY ermöglichte Begegnung mit den Akonen lernte man deren Lineartriebwerkstechnologie kennen, die dann nach dem ersten Friedensschluss (PR 107) von Kalup ausgewertet werden konnte und zu einer ersten Verbesserung des Triebwerkes führte.

25. Jahrhundert

Im Jahre 2400 hatte ein übliches Lineartriebwerk eine Reichweite von 300.000 Lichtjahren. Da in dieser Zeit der terranische Vorstoß nach Andromeda stattfand, standen die Konstrukteure von intergalaktischen Triebwerken vor einem großen technischen Problem.
Es wurde mithilfe einer Rückbesinnung auf das uralte Stufenprinzip der STARDUST gelöst: In der ANDROTEST-Serie wurden mehrere Raumschiffzellen miteinander verbunden, in denen hauptsächlich Lineartriebwerke untergebracht wurden.

Mit solchen Konstruktionen konnten nun auch viel größere Distanzen überbrückt werden. Der nächste Entwicklungsschritt waren Zusatztriebwerke, die an bereits existierende Schiffe lediglich angeflanscht werden mussten. Dies wurde etwa bei Schiffen der ANBE-Klasse oder den auf Troja stationierten Schiffen praktiziert.

Die im Jahre 2404 in Dienst gestellte CREST III besaß drei austauschbare Kalup-Konverter in Kompaktbauweise, deren maximale Reichweite jeweils 400.000 Lichtjahre betrug. Diese Geräte waren 310 Meter hoch und hatten einen Durchmesser von 120 Metern. Ihre reguläre Leistung im Dauerbetrieb war ein Überlichtfaktor von 50 Millionen. Für Notfälle konnte mit größtem Risiko ein maximaler Überlichtfaktor von 100 Millionen erreicht werden. (PR 277) Bis zum Jahre 2422 schrumpften die Kompaktaggregate auf eine Höhe von 250 Metern bei 90 Metern Durchmesser. (PR-TB 402)

Im Jahre 2436 hatte ein Kalup für ein Ultraschlachtschiff eine Höhe von 680 Metern bei einem Durchmesser von 69 Metern. (PR 356) Diese Triebwerke hatten eine Reichweite von jeweils über einer Million Lichtjahre (PR 356) bis 1,2 Millionen Lichtjahre (PR 421 – Risszeichnung) Im intergalaktischen Leerraum konnte ein derartiges Schiff Überlichtfaktoren von circa 190 Millionen erreichen (maximal 9 Tage Flugzeit für 4,7 Millionen Lichtjahre ab Homeside). (PR 368)

34. Jahrhundert

Ein typisches Lineartriebwerk des 34. Jahrhunderts konnte auf Dauer (Ökonomisches Maximum) eine Geschwindigkeit von etwa dem 68 millionenfachen der Lichtgeschwindigkeit und für kurze Zeit bis zum 120 millionenfachen der Lichtgeschwindigkeit erreichen. Allerdings war die Haltbarkeit begrenzt, so dass das Aggregat nach einer gewissen Laufzeit ausgetauscht werden musste.

5. Jahrhundert NGZ

Im Jahre 445 NGZ traf die EXPLORER auf ein Fernflugprojekt der Kartanin aus Pinwheel. Mit ihren mehrstufigen UMBALI-Schiffen stießen die Katzenwesen über 40 Millionen Lichtjahre nach Absantha-Gom vor. Dabei erreichte jede Stufe eine durchschnittliche Reichweite von zehn Millionen Lichtjahren. (PR 1306)

Post-Hyperimpedanz-Ära

Um das Jahr 1344 NGZ waren die modernen Lineartriebwerke wieder die Standardtechnik im Triebwerksbau der Milchstraße. Die Leistungsparameter der neuesten Generation waren eine Maximalreichweite von 25.000 Lichtjahren bei maximalen Etappenlängen von 500 Lichtjahren. Dabei betrug die Höchstgeschwindigkeit eine Million Überlicht.

Quellen