Der Krüppel von Arsyhk

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Überblick
Serie: Atlan-Heftserie (Band 353)
A353 1.JPG
© Pabel‑Moewig Verlag KG, Rastatt
Innenillustration
Zyklus: König von Atlantis
Titel: Der Krüppel von Arsyhk
Untertitel: Ein Tyrann wird geboren
Autor: Kurt Mahr
Titelbildzeichner: Johnny Bruck
Innenillustrator: Tais Teng (1 x)
Erstmals erschienen: 1978
Hauptpersonen: Sperco, Öpner, Ningon, Soquon, Srikor, Piryu, Sajdor
Handlungszeitraum: mehrere Jahrhunderte vor 2648 bis Dezember 2648
Handlungsort: Arsyhk, Rultäner, Roppoc (Galaxie Wolcion)
Zusätzliche Formate: E-Book

Handlung

Die Lebensgeschichte des Tyrannen von Wolcion ist lang: Vor vielen Jahrhun­derten wurde der Braise als Sohn des Königs Kirstan der Stadt Nikhor auf dem Planeten Arsyhk geboren. Die Braisen waren zu dieser Zeit ein einfaches Volk von an Fledermäuse erinnern­den Wesen, die lediglich über eine mittelalterliche Zivilisation verfügten.

Geschockt war das Volk, als die Königin zwei Söhne gebar: Öpner, ein äußerlich sehr wohlgeratener und kräftiger Braisling, und Sperco, nicht sehr kräftig, mit von Geburt an verkrüppelten Flügeln, aber hochintelligent. Dem jungen Sperco schlägt von Anbeginn an eine Mischung aus Mitleid und Spott entgegen. Während Öpner nur durchschnittliche Lernerfolge erzielt, entwickelt sich der ausgestoßene Sperco zum Musterschüler. Jeder noch so kleine Lernerfolg Öpners wird gefeiert, die Leistungen des Krüppels werden dagegen nicht anerkannt. Im Lauf der Jahre wächst in Sperco ein extremer Hass auf seinen Bruder heran. Der Kronprinz entwickelt sich zu einer Sportskanone, die alle Sympathien der Braisen auf ihrer Seite hat, während dem verkrüppelten Sperco nur Verachtung entgegen schlägt. Als die Brüder 15 Jahre alt und damit volljährig werden, dürfen sie am Fest der Sieben Ringe teilnehmen. Zu diesem Fest gehört ein Flugwettbewerb, bei dem die Jugendlichen ihre Reife damit beweisen, dass sie sieben Ringe bei schwierigen Flugverhältnissen von einer Befestigung angeln. Favorit des Turniers ist natürlich Öpner, der im Vorjahr bereits mit vier Ringen den bisherigen Rekord egalisiert hat. Und der gewinnt auch mit dem neuen Rekord: Allen sieben Ringen! Sperco als Krüppel kann nicht einmal teilnehmen und wird von den Braisen als Braisling (nicht flugfähiges Kind) verspottet.

Es folgen zahlreiche vergebliche Versuche, das Fliegen doch zu erlernen. Bei einem dieser Flugversuch stürzt Sperco in die Tiefe auf die Ebene unter der Stadt Nikhor hinab. Er wird dort von dem Squooner und Arztgehilfen Ningon gefunden und gesund gepflegt. Der Prinz entdeckt dabei, dass er eine geradezu magische Fähigkeit besitzt: Er kann die Squooner durch eine bewusste Berührung zu seinen ergebenen Dienern machen – bei zufälligen Berührungen wirkt diese Fähigkeit jedoch nicht. Nachdem er das Oberhaupt der Squooner, den Großen Weisen Piryu, ebenfalls geistig unterworfen hat, ergreift Sperco nach und nach die Macht über das gesamte Volk der Bodenbewohner.

Als ein Braise zu den Sqoonern kommt, um Handel zu treiben, zeigt sich Sperco ihm. Die Reaktion ist wie befürchtet: Der Braise sagt, sein Volk hätte gehofft, er wäre ums Leben gekommen, und verspottet ihn. Da ergreift Sperco eine herumliegende Schaufel und erschlägt den Braisen mit einem Hieb. Zuvor hatte er versucht, den »Gruß der Freundschaft«, wie Sperco das Phänomen nennt, dass andere Lebewesen nach einer bewussten Berührung zu seinen willfährigen Dienern werden, bei ihm anzuwenden. Doch die Braisen scheinen dagegen immun zu sein. Die Squooner, die das Ereignis mitverfolgt haben, versichern ihm danach, dass er richtig gehandelt hätte.

In den nächsten Wochen entwickelt sich aus dieser Begebenheit ein richtiger Zorn der Bodenbewohner gegen die Braisen. Sperco entpuppt sich als strategisches Genie, er bewaffnet die Squooner, bildet sie im Kampf aus, und als sich die Braisen wegen des Vorfalls feindlich verhalten, lässt er alle, die sich in Bodennähe wagen, töten. Noch mehr, er lässt seine Untertanen auf die Aqiroda-Bäume klettern, in denen die Braisen ihre Wohnstätten errichtet haben, und sie nach und nach töten. Ein Monate dauernder Krieg beginnt, während der Spercos Vater, der amtierende König Kirstan, stirbt. Kurz nach der Trauerzeremonie beginnt die Krönungszeremonie für Kirstans Nachfolger, seinen Sohn Öpner. Unbemerkt lässt Sperco tausende Squooner die Bäume hochklettern, in die Wolkenstadt Nikhor eindringen und den Palast des Königs umzingeln. Dann dringen sie ein, und Öpner, der Sperco auch jetzt unterschätzt, wird von seinem jüngeren Bruder bei einer unerwarteten Attacke erdolcht. Die Squooner erobern Nikhor, und Sperco lässt alle Braisen, gegen die er Hass verspürt oder die ihm gefährlich werden könnten, zusammen treiben und töten. Danach setzt er auf jeden verantwortungsvollen Posten eine Squooner, reist von Stadt zu Stadt und bringt nacheinander alle wichtigen Braisen unter seinen Bann, bis er den gesamten Planeten Arsyhk beherrscht.

Jahre später landet ein Raumschiff auf dem Planeten. Sperco lässt sich vor Ort bringen und beginnt mit Sajdor, dem Kommandanten des Raumschiffes, mit Hilfe eines Translators ein Gespräch. Die Fremden nennen sich Kääts und stammen vom Planeten Rultäner, der das Zentrum eines kleinen Sternenreiches von mehreren Dutzend Kolonien ist. Er entbietet auch ihm den Gruß der Freundschaft, der wie erhofft funktioniert. Sperco ist sich sicher, dass er zum Herrscher über alle Völker, die es gibt, auserkoren wurde und lässt sich nach Rultäner bringen. An Bord gibt es aber ein Problem: Er hat zwar die gesamte Besatzung unter seinen Bann gebracht, aber ein einzelner Käät bildet die Ausnahme. Es ist der Monitor, ein Besatzungsmitglied, das in einem Energiekäfig sitzt und damit von der Umwelt hermetisch abgeriegelt ist. Nach der Landung wird das Raumschiff unter Quarantäne gestellt und zuerst der Monitor untersucht werden. Danach die anderen Besatzungsmitglieder, und wenn es dabei einen Unterschied gibt, werden sie unter Quarantäne bleiben. Das gefährdet natürlich Spercos Pläne. Er lässt sich in arglos scheinenden Gesprächen erklären, wie alles an Bord funktioniert und instruiert dann den inzwischen sehr alt gewordenen Ningon, wie er einen Sabotageakt begehen kann. Ningon kommt dabei ums Leben, aber die Sabotage gelingt. Auf Rultäner spercotisiert der verkrüppelte Herrscher zuerst das Quarantänekommando, danach die Regierungsspitze und die wichtigsten Personen des Planeten. Nur wenige Jahre danach wird er zum Herrscher über Rultäner ausgerufen, dann bringt er die autarken Kolonien der Kääts unter seine Herrschaft. In den Jahrzehnten danach unterwirft er mit seiner Begabung zuerst die reptiloiden Taniami, danach auch die Eliten anderer Sternenreiche und dehnt seinen Herrschaftsbereich immer weiter aus.

Nach einigen Jahrhunderten erreicht ihn aber die erste Hiobsbotschaft: Die Squooner, seine treuesten Untertanen, die er auf allen Planeten in Schlüsselpositionen eingesetzt hat, mutieren. Sie verlieren ihren Pelz und sterben. Sperco lässt sofort alle Wissenschaftler seines Reiches an einer Lösung arbeiten, und die wird auch gefunden. Offensichtlich können die Squooner auf Dauer nur in den halbdunklen Bereichen zwischen den Aquiroda-Bäumen leben. Also lässt er die jungen Squooner in Einrichtungen heranwachsen, die genau die benötigten Bedingungen imitieren. Wenn sie erwachsen sind, lässt er die nun an Molche erinnernden Wesen in einen Schutzanzug schlüpfen, in dem genau die benötigten Bedingungen herrschen, und in dem der Stoffwechsel angehalten wird. Diese gepanzerten Squooner sind also fähig, Jahrzehnte in ihrem Anzug zu verbringen, ohne ihn ablegen zu müssen. Denn wenn sie das tun – auch nur für einen kurzen Augenblick – beginnen sie, unaufhaltsam dahinzusiechen, und finden nach wenigen Stunden einen qualvollen Tod. Daher lässt Sperco eine Schutzvorrichtung einbauen, die den darin verweilenden Squooner binnen weniger Augenblicke restlos auflöst, falls der Anzug beschädigt wird. Das ist Spercos Art, mit solchen Problemen umzugehen. Außerdem verlegt er seinen Herrschaftssitz auf den viel zentraler gelegenen Planeten Roppoc.

Nur wenige Jahrzehnte später kommt die zweite schlechte Nachricht: Die Squooner haben große Skrupel, etwas Unrechtes zu tun. Sie entwickeln sich zu fanatischen Pazifisten und sind damit als Spercos Elitetruppe völlig ungeeignet. Der Zufall will es, dass jetzt eine unerwartete Lösung für dieses Problem auftaucht. Nachdem ein Forschungsraumschiff der Kääts, das noch vor dem Erstkontakt mit Sperco ausgeschickt wurde, nach vielen Jahrhunderten zurückkommt, berichten die Nachkommen der ehemaligen Stammbesatzung, dass sie eine fremde Pflanze gefunden hätten, die Intelligenzwesen alle positiven Empfindungen rauben würde. Einige Exemplare haben sie von dem Planeten Far-a-lian, der sich im Leerraum um Wolcion befindet, mitgebracht. Mit diesen Dimensionsblumen kann Sperco aus den Squoonern noch abgebrühtere Untertanen machen, als sie es bisher waren. Bald bürgert sich der Begriff »Spercoiden« für sie ein. Nur eines haben sie nicht aufgegeben: Ihre Raumschiffe nach Eigenschaften zu benennen, die sie in ihrer friedlichen Phase schätzten. Wie TREUE, WAHRHAFTIGKEIT, BESCHEIDENHEIT, BEHUTSAMKEIT, etc.

Eine neue, auch kriegerisch geführte Expansionsphase beginnt, und Sperco möchte die gesamte Galaxie Wolcion erobern. Eines der Völker, das sich ihm noch widersetzt, ist das der Tekrothen, die er mit einem Freundschaftsvertrag an das Spercoidische Reich knebeln will. Da erhält er die Nachricht, dass der erwartete tekrothische Diplomat Camauke entwischt ist. Dafür habe man ein Lebewesen gefangen, das sich als Spercoide getarnt hatte und mit der Flucht zu tun haben muss. Sowohl der Kommandant des Raumschiffes, der versagt hatte, Slosc, als auch der Fremde, Atlan, sollen unverzüglich dem Tyrannen vorgeführt werden.

Innenillustration