Insel der Verdammten (Roman)

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Überblick
Serie: Atlan-Miniserien (Band 2)
(Fortlaufende Nummerierung erst ab Obsidian-Minizyklus)
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© Pabel‑Moewig Verlag KG, Rastatt
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© Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt
Zyklus: Obsidian
Titel: Insel der Verdammten
Autor: Uwe Anton
Titelbildzeichner: Dirk Schulz
Innenillustrator: Dietmar Krüger (1 x)
Erstmals erschienen: Freitag, 21. Mai 2004
Hauptpersonen: Atlan, Jorge Javales, Lethem da Vokoban, Kythara
Handlungszeitraum: 18. / 19. März 1225 NGZ
Handlungsort: Omega Centauri, Obsidian-Kluft
Besonderes:

Ursprünglich war Michael Nagula als Autor vorgesehen, er musste jedoch aus Termingründen absagen.

Zusätzliche Formate: E-Book

Handlung

Atlan und Jorge Javales

Atlan und der schmächtige Archivar Jorge Javales, die sich auf der Vergessenen Positronik einer Art Transmitterfeld anvertraut haben, finden sich in der Savanne auf einem Planeten wieder, den Atlan aus seiner Vision zu kennen glaubt. Alle Systeme ihrer Schutzanzüge sind ausgefallen, selbst die Vibratormesser sind jetzt nur noch einfach Klingen – Atlan ist froh, dass wenigstens sein Zellaktivator noch funktioniert. Die beiden sind in einem archaisch anmutenden, einsam mitten im Grasland stehenden Tor materialisiert, das aus monolithischen Gesteinsquadern erbaut ist. An den Innenseiten sind in Vertiefungen Kugeln aus Obsidian eingelassen, die dort scheinbar schwerelos schweben, aber selbst mit großer Kraftanstrengung nicht bewegt werden können. Der Arkonide und der Terraner machen sich daran, ihre Umgebung zu erkunden. Dabei entgehen sie nur knapp dem Angriff eines Rudels wolfsähnlicher Raubtiere – Atlan staunt nicht schlecht, als er in ihnen Scaffrans erkennt, eine Tierart, die eigentlich nur auf dem Planeten Hayok heimisch ist. In einem riesigen Ruinenfeld entdecken sie zwei Skelette, die terranischen (oder lemurischen bzw. tefrodischen) und arkonidischen (oder akonischen) Ursprungs sind.

In der Nacht erlebt Atlan einen Erinnerungsschub, bei dem er Szenen aus dem Leben des lemurischen Tamrats Nevus Mercova-Ban nacherlebt. Diese Erinnerungen waren ihm in der Kharag-Stahlwelt eingetrichtert worden, er hatte sie jedoch verdrängt, um nicht von ihnen überwältigt zu werden. Jetzt erfährt er auf diese Weise den eigentlichen Verwendungszweck sowohl des Sonnendodekaeders als auch der Bewusstseins-Transferanlage. Die Lemurer hatten seinerzeit festgestellt, dass es in Omega Centauri Zonen ohne Sterne und Planeten gibt, und vermutet, dass die fehlenden Himmelskörper in Hyperraum-Enklaven versteckt sein könnten. Sie hatten viele Expeditionen durch den Sonnentransmitter geschickt, um diese Enklaven zu erreichen – aber alles, was zurückgekommen war, waren Obsidianfragmente gewesen…

An einem der letzten Versuche dieser Art war der Hohe Tamrat Sardaengar beteiligt. Mercova-Ban hatte versucht, auf andere Weise Kontakt zu den Enklaven herzustellen: Mit der Bewusstseins-Transferanlage. Bis auf einen ganz kurzen mentalen Kontakt war er aber nicht erfolgreich. Nach den Berechnungen Sardaengars ist der heutige Sternhaufen Omega Centauri vor circa 546 Millionen Jahren teilweise von der Milchstraße absorbiert worden. Das ist eine besonders interessante Information, denn vor etwa 542 Millionen Jahren war es zur Kambrischen Explosion gekommen. So bezeichnen Wissenschaftler die schlagartige Ausbreitung mehrzelliger Lebewesen auf der Erde und auf anderen Planeten der Milchstraße. Am nächsten Tag stoßen Atlan und Javales auf einen deutlich erkennbaren Pfad im Savannengras. Sie hoffen, dass es sich um einen Karawanenweg handelt und folgen ihm nach Westen, wo die Vegetation üppiger zu sein scheint. Doch dann werden sie von einem Rudel aufrechtgehender Raubsaurier umzingelt.

Lethem da Vokoban und Kythara

Ungefähr zur gleichen Zeit verwandelt sich die unkontrollierte Landung der AT-TOSOMA auf der Welt des Kristallmondes in einen echten Absturz, als das Schiff schlagartig sämtliche Energie verliert. Im letzten Moment wird das Schiff durch einen unbekannten äußeren Einfluss abgefangen – dennoch gibt es bei der unsanften Landung viele Verletzte, denn natürlich funktionieren auch die Andruckabsorber nicht mehr. Tote gibt es zum Glück nicht zu beklagen. Kommandant January Khemo-Massai gehört zu den Verletzten, daher übernimmt der Pilot Lethem da Vokoban das Kommando. Man öffnet ein Hangarschott per Handbetrieb und stellt fest, dass die TOSOMA auf einer flachen Geröllebene aufgesetzt hat, die von tausenden Raumschiffswracks aller möglichen galaktischen Völker bedeckt ist, der sogenannten Ebene der tausend Wracks. Einige sind uralt, andere dagegen scheinen relativ neue Bautypen zu sein. »Glanzstück« ist eine Einheit, die vermutlich varganisch ist.

Man ist gerade dabei, ein provisorisches Lager einzurichten, als ellipsoide Flugroboter auftauchen, alle Besatzungsmitglieder mit Fesselfeldern einsammeln (wobei sie relativ sanft vorgehen) und sie dann zu einer gewaltigen, terrassenartig auf acht Ebenen angelegten Stadt bringen. In diesem Sammelsurium unterschiedlichster Baustile lebt ein Vielvölkergemisch friedlich miteinander, das der Vielzahl verschiedener Raumschiffe nicht mehr ganz entspricht, denn gerade die diversen von Lemurern abstammenden Völker scheinen sich weitestgehend vermischt zu haben. Hier hat sich im Verlauf von Jahrtausenden eine präatomare Zivilisation entwickelt, deren maximales Niveau ungefähr dem Stand des Jahres 1900 n. Chr. auf der Erde entspricht.

Die Besatzung der TOSOMA wird gastfreundlich empfangen und in Hütten untergebracht. Den Verletzten wird medizinische Hilfe zuteil. Von Umrin Zeles Barbinor, einem gutmütigen Barden aus dem Volk der Überschweren, erfährt Lethem einige Details: Die Stadt trägt den Namen Viinghodor, sie steht auf einer Insel namens Viingh, die man auch als Insel der Verdammten kennt. Hier werden alle Raumer »geparkt«, die es in die Dunkelwolke (welche man als Obsidian-Kluft bezeichnet) verschlagen hat. Alle ihre Besatzungen werden stets von den Robotern eingesammelt, nach Viinghodor gebracht und dann sich selbst überlassen. Niemand weiß, wer die Roboter, die auch für die Versorgung der Stadt und den Bau von Gebäuden zuständig sind, eigentlich steuert. Die Maschinen bewachen die Ebene der Wracks, niemand kann dorthin zurückkehren. Von Viinghodor aus haben die Schiffbrüchigen den gesamten Planeten Vinara besiedelt. Die anderen vier Spiegelwelten kann man über die so genannten Obsidian-Tore erreichen. Es gibt so etwas wie eine Religion auf Vinara. Manche hängen dem Glauben an den »Herrn der Welten«, den Gott Sardaengar an, der irgendwo in einem Gebirge wohnen soll, andere verehren den Ewigen Litrak, der von Sardaengar vor langer Zeit in einem Kampf besiegt und ins ewige Eis eines Gletschers auf Vinara III verbannt worden sein soll. Der Legende nach müssen alle Bewohner der Spiegelwelten sterben, sollte Litrak eines Tages sein Leben verlieren.

Lethem bittet um Hilfe bei der Suche nach Atlan. Umrin verhilft ihm zu einer Audienz bei der ehrwürdigen Maghalata Kythara, die auf der obersten Ebene der Stadt residiert. Die schöne Varganin wird als Heilige betrachtet, sie ist eine Ratgeberin und Mentorin, hat jedoch keine Herrschaftsansprüche in der Stadt. Früher, so sagt man, soll sie eine Kriegerin gewesen sein, die von Spiegelwelt zu Spiegelwelt gereist ist. Wenn überhaupt jemand in der Lage ist, den Arkoniden zu helfen, dann Kythara – meint jedenfalls Umrin. Lethem kommt nicht nur mit der Bitte um Hilfe zu Kythara, er hat auch eine wichtige Nachricht. Vor dem Absturz hat man nämlich die Beobachtung gemacht, dass die aus der Dunkelwolke materialisierten Obsidian-Trümmer sich zu einem Ring geordnet haben, aus dem Fragmente auf die Spiegelwelten und den Kristallmond zu stürzen drohen. Das könnte den Untergang aller Planeten bedeuten. Seltsamerweise scheint das keine völlig neue Nachricht für Kythara zu sein – und sie verweigert Lethem ihre Hilfe.

Li da Zoltral

Zurück zum Sonnendodekaeder: Die Frau, die dort materialisiert ist, ist tatsächlich Li da Zoltral, das heißt es handelt sich um ihren wiederbelebten Körper, der jetzt nur noch von dem zweiten, ihm vom Kosmokratenroboter Samkar aufgeprägten Bewusstsein beseelt ist. Li versetzt sich an Bord der Vergessenen Plattform und verschafft sich in einer Nebenzentrale Überblick über die Situation. Sie beobachtet, wie der Kristallmond immer wieder von Obsidianfragmenten getroffen wird. Der komplett aus kristallisiert-erstarrter Psi-Materie bestehende Mond verliert dadurch zwar nur vergleichsweise kleine Splitter, aber die drohen zusammen mit Obsidian-Bruchstücken auf Vinara zu stürzen. Auch die Vergessene Positronik droht durch Trümmereinschlag zerschossen zu werden. Li kann im Moment nicht eingreifen, denn ihr geht es wie allen anderen: Ein Technik hemmender Einfluss legt nach und nach alle Systeme ihres Kosmokratenanzugs lahm. Und draußen vor der Nebenzentrale warten schon die Spinnenroboter.

Anmerkung

  • In der Rubrik »Was bisher geschah:« wird als Handlungszeit das Jahr 1325 NGZ genannt.