PERRY RHODAN - Das größte Abenteuer

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Überblick
Serie: Fischer TOR
FTOR1.jpg
© Fischer TOR
Titel: PERRY RHODAN – Das größte Abenteuer
Untertitel: Perry Rhodan – Wie alles begann
Autor: Andreas Eschbach
Titelbildzeichner: Sergey Nivens
Erstmals erschienen: 27. Februar 2019
Handlungszeitraum: 1936 bis 1975
Handlungsort: Erde
ISBN: ISBN 978-359670-145-2
Besonderes:

Portal "Das größte Abenteuer"

Zusätzliche Formate: eBook, Hörbuch
Leseprobe: Leseprobe.png © Pabel‑Moewig Verlag KG, Rastatt

Aufbau

Das 848 Seiten umfassende Buch ist in Abschnitte gegliedert, die mit einem Titel, der mit »Stern« beginnt, benannt sind. Dieser enthält die Kapitel nummeriert und einen Teil »Zwischenspiel« mit einer fortlaufenden Nummerierung. Am Beginn und am Ende wurde noch je ein Teil »Das größte Abenteuer (I)« und »(II)«  voran- bzw. nachgestellt. Das E-Book hat 871 Seiten und endet mit einem kurzen Text über Andreas Eschbach, der dem hinteren Klappentext der Buchausgabe entspricht.

Handlung

Das größte Abenteuer (I)

Kapitel (1 - 3)

Die Eroberung des Weltraums beginnt am 4. Oktober 1957 mit dem Start des ersten Satelliten  Wikipedia-logo.pngSputnik durch die östliche Supermacht. Der Westen und die USA werden davon überrascht und sind geschockt. Perry Rhodan ist 21, Pilot in Ausbildung und hat Sonderurlaub in der Heimat. 13 Jahre später, am 21. Juli 1971 werden die Eltern Rhodans zum Präsidenten der USA,  Wikipedia-logo.pngRichard_Nixon ins Weiße Haus eingeladen und begegnen  Wikipedia-logo.pngHenry_Kissinger, der ihnen Vorwürfe wegen ihres Sohnes macht. Dieser würde soeben den dritten Weltkrieg auslösen.
Der  Wikipedia-logo.pngBiograph des Buches berichtet, wie er die Morgenstunden dieses Schicksalstages im  Wikipedia-logo.pngPentonville-Gefängnis (London) erlebte.

Anmerkung: Im Verlauf des weiteren Berichts wird klar, dass es sich bei dem Biographen um Homer Gershwin Adams handelt.

Sternzeichen

Kapitel (1 - 8)

Ein männliches Kind wird im Jahr 1936, am 8.Juni morgens um 6:31 (Sommerzeit) im Hartford Hospital in Hartford, Connecticut geboren. Es erhält den Namen Perry. Die Eltern des Kindes sind Jakob Edgar Rhodan und seine Frau Mary.

Der Großvater des Kindes war Alois Roden, geboren am 17. Mai 1889 in Scheernsting (Bayern, Deutschland), verheiratet mit der aus Garmisch-Partenkirchen stammenden Gerda Mayr. Sie hatten zwei Kinder, den am 19. Mai 1908 geborenen Karl und den am 5. Oktober 1910 geborenen Jakob Edgar. Alois, selbst Kriegsveteran, war Witwer geworden, wollte in keinem zweiten Krieg dienen und wanderte daher 1919 mit seinen Kindern in die USA aus. Er änderte den Familiennamen von Rodan auf Rhodan, kam in New York als Elektriker unter und wurde am 18. Oktober 1924 eingebürgert. Er starb im Januar 1932 an Lungenkrebs. Seine Söhne hatten Handwerksberufe übernommen. Nach dem Tod des Vaters zog es sie in den weiten Westen. Jake erhielt eine Stelle in Chikago und traf bei Erledigung einer Arbeit im Children's Memorial Hospital seine zukünftige Frau Mary Tibo.

Mary Tibo, jüngste Tochter von Gerald Tibo und Katherine Tibo, geborene Moore, war die Nachfahrin des adeligen Louis-Fréderic Thibeau, der im Frankreich des 19. Jahrhunderts dubiose Geschäfte getätigt hatte und in die USA geflohen war. Aus dieser Ahnenreihe ergab sich bei den Tibos eine Art Standesdünkel. Jake war als Handwerker keine gute Partie, jedoch setzte sich Mary durch. Sie zogen nach Manchester, Connecticut. Die Hochzeit fand am 10. August 1934 im kleinen Kreis statt. Das Paar erstand ein Einfamilienhaus am Nordwesthang des Case Mountain. Lediglich Marys Großcousin Kenneth Malone, der Sohn ihrer Tante Patricia, der älteren Schwester ihres Vaters, die mit James F. Malone, einem Soldaten verheiratet war, kam zu Besuch.

Karl lernte eine gewisse Laura Kelley kennen, die Tochter des Rinderzüchters Patrick Kelley, die er schließlich unter der Auflage heiratete, die Farm ihres Vaters zu übernehmen.

Der Zweig der mütterlichen Linie von Perry brachte einen der bekanntesten politischen Gegner von Perry Rhodans späterer interstellarer Kolonialpolitik hervor, Charles Thibeau. Ebenfalls dieser Linie entstammt Elena Thibeau, eine Großtante von Mary, die jüngste Schwester ihres Großvaters Richard, verheiratete Durkheim. Sie war von Lothringen erst nach dem Tod ihres Mannes im Jahre 1939 in die USA gegangen. Sie stellte sich als Babysitter für Perry zur Verfügung und wurde »Oma« Eli genannt.

Es wird angenommen, prägend für den Charakter von Perry sei eine Mischung aus dem entschlussfreudigen und hochmoralischen Vater mit praktischer Begabung und Eigenschaften der Mutter, einer Dynastie von Kaufleuten und Händlern entstammend, die gerne zu Tricks griffen, um ihre Ziele zu erreichen. Dies ist einer der inneren Konflikte Rhodans, denn Listigkeit und Moralität widersprechen sich oft. Die Mutter war zudem auch sehr selbstlos und selbstverpflichtet, oft auf Kosten der Kinder und Familie. Auch Perry wird nachgesagt, kein guter Elternteil zu sein.

Deborah, die Schwester Perrys, wurde am 1. Dezember 1937 geboren. Sie zeigte sich als sehr intelligent, war laut »Oma« Elis Aussage enorm sprachbegabt und lernte enorm schnell. Sie kam am 18. Mai 1940 bei einem unglücklichen Unfall mit dem Auto ums Leben.

Von diesem Unfall blieb Perry die wohlbekannte Narbe am rechten Nasenflügel. Perry litt lange unter dem Irrtum, Schuld daran zu haben. Auch seine Mutter, die den Unfall tsächlich verschuldet hatte, war seelisch getroffen.

Anfang 1941 trat die USA in den Krieg in Europa ein. Perry blieb nun die meiste Zeit allein mit der depressiven Mutter, der Vater kam nur kurz auf Heimaturlaub. Erst sechs Jahre später kehrte er aus dem Krieg zurück.

Sternbilder

Kapitel (1 - 9)

Mit fünf Jahren schenkte ihm Perrys Vater ihm einen Globus und erklärte ihm die Weltkarte. Am 6. Dezember 1941 berichtete das Radio über den Angriff auf Pearl Harbor. Der Angriff war für die USA ein Schock und verlängerte die Kriegszeit. Eine Folge war, dass Perrys Vater nicht wie versprochen zu Weihnachten nach Hause kommen würde. Im Januar 1942 starb Oma »Elli« eines friedlichen Todes. Sie wurde in der Familiengruft beigesetzt. Danach meldete Mary sich als ehemalige Krankenschwester zum Dienst in der US Army, und suchte einen Platz für Perry. Er kam zu seinem Onkel Karl Rhodan, der eine Farm in Wisconsin besaß und dort mit seiner Frau Laura und ihren Eltern lebte. Sie hatten noch keine Kinder und waren bereit, den Neffen aufzunehmen.

Anfang Februar 1942 zog Perry zu ihnen. Er kam in eine völlig andere Welt, fern und abgeschieden vom Großstadtgetümmel. Er wuchs bei ihnen auf, lernte die Landarbeit und viele weitere Fertigkeiten. Schon in dieser Zeit zeigte sich seine Begeisterung für den Sternenhimmel, über den er nicht genug staunen konnte.

Zum ersten Schultag schickten seine Eltern nur Briefe. Das Lernen fiel ihm sehr leicht. Er sammelte mit Begeisterung Comic-Hefte über Superhelden. Später konnte er sich kaum noch an die Namen seiner Mitschüler erinnern, die ihn in ihren Schultagebüchern verewigten. Ein Junge mit Namen Jack war vermutlich Jack D. McDonald, der spätere erste Vorsitzende der Rhodanisten. Marty, an den er sich auch noch erinnerte, war mutmaßlich Martin Brewer, einer der ersten Studierenden der Hypertechnik. Jenny war sehr wahrscheinlich, Jenny Mannheimer, die erste Farmerin, die außerirdische Pflanzen angebaut hat. Während Perry zur Schule ging, wurde der Zweite Weltkrieg blutig ausgetragen. Dieser Krieg führte aber auch zur Konstruktion der ersten annähernd weltraumtauglichen Großrakete. Leiter dieser Entwicklung war Wernher von Braun. Am 30. Oktober 1942 gelang der Start mit einer A4 bis zur Höhe von 84 km, am 20. Juni 1944 auf 174 km Höhe. Danach konstruierte er die V2, die als neuartige Waffe gegen England eingesetzt wurde. London wurde das Ziel dieses mit Zwangsarbeitern und Häftlingen aus Konzentrationslagern unter der grauenhaften Bedingungen hergestellten Vernichtungsmittels.

Nachdem Perry bereits drei Jahre bei seinem Onkel verbracht hatte, lernte er den Umgang mit Schußwaffen und wie er sie bei der Jagd und zur Selbstverteidigung nutzte. Seine Mutter war entsetzt über diese Entwicklung und beorderte ihn nach Hause. Abrupt wurde er zu seinen anderen Großeltern Kathrin und Gerald in Chicago gebracht.

Er bekam Albträume über einen Mann in einem grauen Anzug, der ihn mit seltsamen Gegebenheiten konfrontierte. Er sah eine Stadt, über die sich eine schimmernde, durchsichtige Kuppel erhob. Er träumte von einem Angriff auf eine weitere Stadt. Ebenso zeigte ihm dieser Mann im Traum ein Sechseck aus leuchtend weißen Sonnen im Weltall und einiges mehr. Am nächsten Tag brachte ihn seine Großmutter Katharine das erste Mal zur Bowen Elementary School. Dort glaubte er den Mann aus dem Traum zu sehen, dann war dieser aber nicht mehr zu finden.

In der neuen Schule wurde er als Sonderling betrachtet und fand keinen Anschluss. Nur mit seinem Naturkundelehrer Mister Townsend verstand er sich. Von ihm erwarb er auch erstes astronomisches Wissen, das Perry begierig verschlang. Zudem gewährte ihm der Lehrer Zugang zur Bibliothek der Schule, wodurch er zum fleißigen Leser wurde. Sachliteratur, Science Fiction, sogar Horrorbücher lieh er sich aus. Aufgrund seiner deutschen Vorfahren und des Kriegs wurde er in der Schule gehänselt, mit »Kraut« verhöhnt und als Nazi bezeichnet.

Er wollte das bereits der Schulleitung melden, da stellte sich ihm der Mann aus dem Traum im grauen Anzug entgegen und stoppte ihn. Trotzdem wurde er immer stärker gemobbt, selbst die Lehrer konnten nichts dagegen tun. Zum Glück erfuhr auch seine Großmutter von diesen Drangsalierungen. Er wollte jedoch die Urheber nicht nennen und flüchtete sich in eine Krankheit. Deswegen durfte Perry schließlich wieder in die Obhut von Onkel und Tante zurückkehren.

Am 8. Mai 1945 verkündete man im Radio die Kapitulation des nationalsozialistischen Deutschlands. Der Krieg war vorbei. Als Karl seinem Neffen dies mitteilte, reagierte dieser verstörend und erzählte von einem Alptraum, den er gehabt hätte. Seine Prophezeiung bewahrheitete sich. Der Krieg war nicht aus, das japanische Kaiserreich kämpfte unvermindert weiter. Am 6. August 1945 detonierte die erste Atombombe über der Stadt Hiroshima. Die Explosion zerstörte große Teile der Stadt und tötete die Bevölkerung. Am nächsten Tag gab Harry S. Truman den Einsatz der Waffe bekannt. Trotzdem kapitulierte Japan nicht und eine zweite Atombombe wurde über Nagasaki abgeworfen, die ebenfalls mit unglaublich vernichtender Kraft auch diese Stadt zerstörte. Sechs Tage später war der Zweite Weltkrieg endgültig vorüber. Perrys Mutter kehrte zurück aus dem Kriegsdienst und brachte ihn zurück nach Hause, nach Manchester.

Sterngucker

Kapitel (1 - 7)

Manchester hatte sich während Perrys Abwesenheit nur wenig verändert. Perry lernte Leroy Washington kennen und sie freundeten sich schnell an. Die Tatsache, dass Leroy afroamerikanischer Abstammung war, störte Perry im Gegensatz zu vielen anderen nicht. Dass Leroy aufgrund seiner Abstammung nicht studieren durfte, verwunderte Perry sehr.

In Connecticut war die Rassentrennung verboten und so konnte Leroy in die gleiche Schule gehen wie Perry, die Highland Park Elementary School. Auch in dieser Schule gab es eine reichlich durch Perry genutzte Schulbibliothek.

Im Herbst 1945 wurde Perrys Mutter von Ernestine Curtis bei einem Gottesdienst darauf angesprochen, dass Jake noch immer im Dienst der Army stand. Er hatte freiwillig verlängert und war nun in Osaka stationiert. Ernestine wollte, dass Mary ihrem Sohn den schlechten Umgang, mit dem von ihr so genannten »Nigger« verbot. Stark empört lehnte seine Mutter ab, für sie war jeder Mensch vor Gott gleich geschaffen.

Zu Weihnachten 1945 kam endlich sein Vater nach Hause. Nachdem er den Armeedienst beendet hatte, wolllte er Fernseher bauen. Am Weihnachtsmorgen fand Perry als Geschenk ein lange gewünschtes Fahrrad unter dem Baum, das er Marco Polo taufte.

Während des Winters saß Perry oft mit seinem Freund Leroy in seinem Zimmer zusammen und sie studierten die Superheldencomics. Leroys Familie war arm. Er hatte drei Schwestern: Belle, Lucille und Mary Rose und einen jüngeren Bruder, Danny. Eines Tages las Perry den Roman »Onkel Toms Hütte« und war geschockt. Leroy dagegen weniger. Ab nun aber begann Perry Rhodan die versteckten und manchmal recht offenen Diskriminierungen gegenüber Mitbürgern mit anderer Hautfarbe zu beobachten und stellte fest, dass diese Abwertungen von Menschen noch nicht der Vergangenheit angehörten.

Dann kam »Onkel« Kenneth, der Cousin seiner Mutter zu Besuch und Perry zeigte ihm Case Mountain und die Umgebung. Dabei unterhielten sie sich auch über das Thema Fremdenhass. Kenneth bestätigte seine Ansichten, wies ihn aber auch auf die Komplexität des Themas hin. Sie spekulierten über Außerirdische, die die Menschheit versklaven könnten und Kenneth wies darauf hin, dass man sich bei einem solchen Zusammentreffen von irdischen und Außerirdischen sehr genau anschauen müsste, was diese beabsichtigen würden.

Das Frühjahr 1946 kam und Perry konnte sein Fahrrad verwenden und bewies damit seine außergewöhnliche Reaktionsfähigkeit, die ihm selbst völlig normal vorkam. Selbst auf unvorhergesehene Hindernisse reagierte er blitzartig und folgerichtig. Diese Fähigkeit sollte man später als Sofortumschalten bezeichnen.

Sein Vater war nun auf dem Bikini-Atoll stationiert, wo Atombombentests durchgeführt wurden sollten, und leistete außergewöhnlich gute Arbeit. Deswegen forderte man ihn auf, noch einmal zu verlängern. Nachdem er aber die erste Atomexplosion gesehen hatte, war er über diese ultimative »Friedenwaffe« entsetzt und reichte seinen Abschied ein. Mitte Juli 1946 war er dann zur Freude seines Sohnes und seiner Frau wieder zu Hause.

Sternglobus

Kapitel (1 - 8)

Rhodans Vater Jake eröffnete einen Elektroladen, der anfangs nicht gut lief. Er setzte sogar das eigene Haus als Sicherheit für das Darlehen der Bank ein. Obwohl er unter dieser Unsicherheit litt, vermittelte er seinem Sohn, dass Wagemut etwas positiv sei, dass man dadurch viel Neues lernen könnte und mit dem Risiko des Scheiterns leben lernen müsse. Nach einiger Zeit verbesserte sich jedoch die Situation, so dass sie sich schließlich sogar mehrere Angestellte leisten.

In der zweiten Hälfte des Jahres 1946 jedoch war die finanzielle Lage der Rhodans noch unklar. Auch Perry und Mary halfen im Laden. Seine Mutter war eine gute Verkäuferin, während sein Vater die Montagearbeiten bei den Kunden durchführte. Aufgrund seines Interesses für Astronomie bekam Perry zu Weihnachten 1946 ein entsprechendes Buch und eine große Sternenkarte geschenkt. Im Anschluss daran verbrachten er und sein Vater viel Zeit auf dem Case Mountain damit, die Sterne zu studieren. Zu seinem elften Geburtstag im Juni 1947 bekam er einen Bausatz für ein Spiegelteleskop geschenkt. Perry verbrachte mit diesem Gerät viele Tage im Garten mit Beobachtungen und steckte mit seiner Begeisterung seinen Vater an. Perry und Leroy betrachteten häufig die Mondoberfläche. Im Sommer kurz vor den Ferien musste Leroy dann zu seinen Großeltern nach Alabama. Perry studierte nun allein den Mond und seine Krater. Sein Berufswunsch war damals Astronom am Observatorium des Mount Palomar.

Auf einem seiner Streifzüge durch die Stadt traf er einen älteren Jungen, der sich Tin Can nannte, der versuchte, ihm verbrecherische Handlungen schmackhaft zu machen. Perry hatte jedoch kein Interesse.

Leroy kam zu Beginn des Schuljahres im September 1947 wieder zurück und erzählte Perry von der Rassentrennung in den Südstaaten der USA. Tin Can beobachtete die beiden. Perry erwähnte dies Leroy gegenüber und dieser erklärte ihm, dass dieser mit richtigem Namen Vince Tortino hieß und man sich vor ihm in Acht nehmen müsse. Er sei schon als Minderjähriger bei einem Ladendiebstahl erwischt worden.

Ein Vortrag Perrys vor der Klasse war derart mitreißend, dass drei seiner Mitschüler (James H. Anderson, Christina Holton und Alvin R. Wilkerson ) vermutlich deshalb die Astronomenlaufbahn einschlugen. Seine Mitschüler forderten, er sollte sein Teleskop zum Naturkundeunterricht in die Schule mitbringen. Dies geschah dann auch und alle waren begeistert von den Stunden. Bei einer nachfolgenden Wahl zum Klassensprecher wurde Perry gewählt.

Mit einem geschickten, fast politischen Manöver gelang es Perry, seine Lehrkraft Sarah Atkinson dazu zu bewegen, einen sehr teuren Sternenglobus anzuschaffen. Da dieser so wertvoll war, wurde er im Lehrerzimmer aufbewahrt. Von nun hatte jeder die Möglichkeit, sich mit diesem zu beschäftigen. Nach einiger Zeit musste man aber in Naturkunde zu anderen Themen übergehen und dabei konnte sich dann Leroy mit seinem Wissen in Biologie auszeichnen. Zu Weihnachten 1947 kam Kenneth Malone zu Besuch und schenkte Perry ein Modellflugzeug »(A-J Hornet«). Kenneth zwar inzwischen Colonel geworden und in Florida im Stützpunkt Banana River Naval Air Station stationiert. Er erzählte, dass dort Raketen gestartet werden sollten, die es bis in den Weltraum schaffen sollten. Er fragte Perry, ob er nicht Pilot werden wolle und lud ihn ein, ihn in den nächsten Sommerferien auf dem Stützpunkt zu besuchen.

Einige Zeit später wurde der Sternenglobus aus der Schule entwendet. Leroy machte sich Sorgen, dass man es wegen seiner Hautfarbe auf ihn schieben würde. In ihrer Not wendeten sie sich an den zu dieser Zeit bereits 18-jährigen Vince »Tin Can« Tortino. Dieser hatte den Globus jedoch selbst gestohlen und an zwei Männer verkauft, die nicht aus Manchester stammten. Darum war er nicht bereit, den beiden Jungen zu helfen, die ihm wiederum nichts nachweisen konnten.

In der Schule kam es tatsächlich zum Verdacht gegen Perry und Leroy, die aber eisern schwiegen. Perry wurde des Nachts von Vince abgeholt und zusammen mit den beiden Männern legte er den Jungen herein, ließ ihn Schmiere bei einem Diebstahl stehen. Doch Vince wurde schnell gefasst und gestand alles, sogar den Diebstahl des Globus. Er wurde zu einer Jugendstrafe verurteilt. Um Perry nicht wieder in seine Nähe geraten zu lassen, wurde er zu seinem Onkel Kenneth nach Florida geschickt.

Er erreichte im April Daytona Beach, wo Kenneth Malone mit seiner farbigen Haushälterin Belinda in der Wohnsiedlung der US Air Force lebte. Von ihr wurde er liebevoll versorgt. Einmal in der Woche riefen seine Eltern aus Manchester an. Anfang Juni erfuhr Perry, dass Tin Can wieder auf freiem Fuß war. Sein Onkel erfuhr die Geschichte und machte sich Sorgen. Er spannte den Military Intelligence ein, und tatsächlich sollten sich Tin Can und die beiden Männer, die als Eugene DelaHaye und Louis G. Anson identifiziert wurden, in Florida aufhalten. Da Malone ein Geheimnisträger war, wurde eine mögliche Spionage nicht ausgeschlossen.

Am Vortag seines Geburtstags besuchte Perry erstmals den Stützpunkt, den sein Onkel kommandierte. In der Nacht wurde der Junge dann von einem der beiden Gangster aufgesucht. Perry sollte Informationen über seinen Onkel sammeln, ansonsten würde Belinda Gewalt angetan. Der Mann belastete Perry als Mörder seiner Schwester, um ihn unter Druck zu setzen. Perry glaubte selbst, dass er schuld gewesen war. Zwei Tage später wurde Belinde entführt, und Perry sorgte für erste Informationen über den Tagesablauf seines Onkels.

Dieser tat harmlos, selbst nachdem seine Haushälterin verschwunden war, und vertraute dem MI voll und ganz. Malone nahm seinen Neffen auf einen Ausflug mit. Dabei gestand Perry ihm seine Heimlichkeiten, was ihn sehr erleichterte. Sie gerieten in eine Falle, jedoch konnten Perry und Malone Belinda noch rechtzeitig retten. Kurz darauf griff der MI ein und die russischen Spione wurden verhaftet. Sein Onkel klärte ihn anschließend darüber auf, dass er überhaupt keine Schuld am Tod seiner Schwester hatte. Ein paar Tage später kamen seine Eltern zu Besuch und er erfuhr die Wahrheit über den Unfall von seiner Mutter. Endlich war das Familiengeheimnis keines mehr und eine große Last von ihnen allen genommen.

Kenneth empfahl aufgrund der Vorkommnisse, Perry mit Beginn des neuen Schuljahres auf die Militärschule Carson Long in Pennsylvania zu schicken. Dort könne er vor weiteren Nachstellungen geschützt werden und etwas mehr Realitätssinn bekommen.

Sternenbanner

Kapitel (1 - 13)

Perry blühte an der Carson-Long-Privatschule auf. Er formierte mit seinen Zimmergenossen eine Einheit und auch bei sportlichen Veranstaltungen wurde er zum Anführer der Gruppe. In der hervorragend ausgestatteten Bibliothek verbrachte er viel Zeit. Ein Buch hatte es ihm besonders angetan, das er zufällig im Frühjahr 1949 von einem seltsamen Mann erhalten hatte. Es handelte sich um die  »Die Selbstbetrachtungen« von Marc Aurel, einem der Kaiser des römischen Imperiums. Dieses Buch hat Perry vermutlich von ES selbst erhalten. Seine späterer kluger Umgang mit der Macht und seiner Unsterblichkeit könnte auf dieses Buch zurückzuführen sein.

Perrys Vater hatte seit einiger Zeit einen Angestellten namens Walter E. Struck, der sich als hervorragender Verkäufer erwies. Dadurch konnte sich Jake freinehmen und mit seinem Sohn im Januar 1951 nach Deutschland fliegen, um seine Verwandten zu besuchen. Nach einem Abstecher nach München wollten sie Scheernsting besuchen, das Heimatdorf von Perrys Großvater. Aber Scheernsting war nach einem Brand im Sommer 1944 nicht mehr als solches existent.

Edgar Roden war vor dem Krieg an einer Lungenentzündung gestorben. Seine Tochter Ilse heiratete Wilhelm Lange. Sie hatten drei Töchter, namens Irmgard, Erna und Ursula. Martha Roden, die Frau von Edgar, kam zusammen mit Ilse und deren Mann bei einem Bombenangriff am 12. März 1945 ums Leben. Gregor Roden, der älteste Bruder von Ilse, starb im Konzentrationslager Dachau am 5. Juli 1944. Er hatte mit seiner Frau Clara einen Sohn, Fritz Roden, der 1905 geboren war und nach München zog. Else, die Tochter, geboren 1907, war (angeblich) nach Südamerika gegangen und Gotthilf, der im Jahre 1914 geborene andere Sohn, starb bei der Belagerung als Soldat in Stalingrad (Ende 1942).

Von dem Sohn der Wirtsleute, bei denen sie wohnten, bekam Perry das Buch »Früchte des Zorns« geschenkt. Er begann sich für die Werke von John Steinbeck sowie für Romane im Allgemeinen zu begeistern, die er bisher nicht beachtet hatte.

... toDo 3 -13

Zwischenspiel(5)

...

Sternenfeuer

Kapitel (1 - 16)

...

Zwischenspiel(6)

...

Sternenstaub

Kapitel (1 - 12)

...

Zwischenspiel(7)

...

Sternenreich

Kapitel (1 - 10)

...

Das größte Abenteuer (II)

...

Über Andreas Eschbach


Anmerkung: Als Zeitpunkt der Geburt wird 6 Uhr 31 (Sommerzeit) angegeben, der Geburtsort ist Hartford, das Datum der 8. Juni 1936. Diese Kombination ergibt den Aszendenten im Krebs. Im Abschnitt "Sternzeichen" Kapitel 1 steht jedoch "Am 8. Juni 1936 um 6 Uhr 31, astrologisch betrachtet also im Zeichen der Zwillinge, Aszendent ebenfalls Zwillinge". Die Ursache dieser Diskrepanz ist unbekannt.