Der neue Souverän

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Überblick
Serie: Perry Rhodan-Heftserie (Band 2186)
PR2186.jpg
© Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt
Innenillustration
Zyklus: Das Reich Tradom
Titel: Der neue Souverän
Untertitel: Menschen von der Erde in tiefer Vergangenheit – ohne eine Chance zur Rückkehr
Autor: Uwe Anton
Titelbildzeichner: Alfred Kelsner
Innenillustrator: Michael Wittmann (1 x)
Erstmals erschienen: Dienstag, 15. Juli 2003
Hauptpersonen: Sickz Uknadi, Zim November, Raye Corona, Jo Vampuce
Handlungszeitraum: vor 160.000 Jahren
Handlungsort: Tradom
Journal:

Nr. 66: Schneller als das Licht – Teil II: Tachyonen – das unbekannte Drittel der Welt

Kommentar: Querverweise (V)
Glossar: Raye Corona / Grek-665 ½ / JOURNEE / Metagrav-Triebwerk / Bi Natham Sariocc / Coa Sebastian / Bruno Thomkin
Zusätzliche Formate: E-Book

Handlung

Durch den Absturz der POTTON fallen die neun letzten »Überlebenden« der JOURNEE in die Hände der Genetiker von Kaaf, die sogleich mit ausgedehnten Experimenten beginnen. Der Maahk Grek 665 1/2 erweist sich als nutzlos für sie, deshalb entsorgen sie ihn kurzerhand. Die letzten acht kaum noch als Lebewesen zu bezeichnenden Körper erweisen sich als wahre Goldgrube für die skrupellosen Gentechniker. Die nach dem Absturz vermutlich nicht mehr lebensfähigen Quasi-Leichen werden in Regenerationstanks buchstäblich mehrmals auseinandergenommen und neu zusammengesetzt. Diese Rekonstruktionsversuche zeitigen unterschiedliche Ergebnisse. Die Terraner verlieren während der Experimente nicht nur ihre ursprüngliche Gestalt, sondern auch ihre Erinnerungen weitgehend und erleiden fürchterliche Qualen. Zim November kann sich nach dieser Prozedur nur noch an einzelne Begriffe erinnern, die für ihn kaum noch eine Bedeutung haben. Am stärksten sind Erinnerungen an seine Liebe zu Raye Corona und solche an seine Heimat »L'Erics« (gemeint ist die LEIF ERIKSSON). Die Genetiker von Kaaf entdecken Zims Paragabe als Emotionaut und kreuzen seine Gene mit denen von Raye Corona, die als Tefroderin über eine – wenn auch inaktive – Paradrüse verfügt. So entstehen die Rudimentsoldaten, mit deren Kräften die schädlichen Ausstrahlungen der AGLAZAR-Aggregate im Zaum gehalten werden können. Ein weiteres Produkt sind die Konquestoren.

Diese gentechnisch hergestellten Terraner-Abkömmlinge kommen den Führern der Inquisition der Vernunft als nützliche Werkzeuge gerade recht. Die Tonkihn haben Tradom mit brutaler Gewalt und mit Hilfe des Anguela-Klons vollständig unterworfen und das Reich Tradom gegründet. Die Herrschaftsstrukturen des Reiches werden in dieser Zeit im Wesentlichen etabliert. Anguela wird als Held stilisiert, eine mit seiner Person verbundene Religion soll als Opium für das Volk dienen, damit dieses die Unterdrückung durch die Tonkihn widerstandslos duldet. Die Glutzone mit dem PULS wird als Sitz des bald als Gott verehrten Anguela angesehen – der echte Anguela ist allerdings spurlos verschwunden. Sickz Uknadi, der als Souverän der Vernunft der eigentliche Alleinherrscher in Tradom ist, findet in Anguelas Aufzeichnungen Hinweise darauf, was mit den Passanten eigentlich anzufangen ist. Er dringt über den Pilzdom auf Frieson I zur Brücke in die Unendlichkeit vor, kann aber nichts ausrichten, denn der Zugang zum PULS ist weiterhin blockiert.

Dass VAIA nicht wirklich tot ist, bedeutet eine Quelle ständiger Verunsicherung für die Tonkihn. Doch auch die aussterbenden Eltanen wissen davon. Sie starten ein Langzeitprojekt, durch das VAIA eines Tages wieder erweckt werden soll. Von der Station SAHINS STERN aus soll ein Jetstrahl auf die Glutzone gerichtet werden, über den psionische Impulse sich bis in den PULS ausbreiten können. Mit diesen Impulsen soll VAIAS Körper erweckt werden, damit dieser die in den Schmerzwechten aufgesplitterten Bewusstseinspotentiale wieder an sich ziehen und vereinigen kann. Irgendwann sterben allerdings die letzten Eltanen, die noch genaue Kenntnisse über diesen Plan haben. In der Letzten Stadt gibt es zwar eine weitere Eltanenkolonie, diese war jedoch über einen langen Zeitraum von den Geschehnissen in Tradom isoliert. Erst als ein Psi-begabter Eltane Kontakt mit der Schmerzwechte aufnehmen kann, die vor langer Zeit in der Halbraumblase materialisiert war, können sie wieder aus ihrem Versteck hervorkommen und Kontakt mit dem Trümmerimperium aufnehmen, das in Tradom einen bis dahin aussichtslosen Widerstandskampf gegen das Reich Tradom führt.

Währenddessen werden die aus den kläglichen Überresten der Terraner gezüchteten Wesen für die Inquisitoren immer wichtiger, denn die Tonkihn sterben allmählich aus, was ebenfalls auf Machenschaften der Genetiker von Kaaf zurückzuführen ist. Letztes und bestes Produkt sind acht humanoide Wesen, deren Körper zwar einem ständigen Zellverfall unterliegen, aber dennoch quasi unsterblich sind. Sie sind nämlich in der Lage, die Vitalenergie lebender Wesen in sich aufzunehmen und sich damit am Leben zu erhalten. Sie gieren daher ständig nach Vitalenergie und entvölkern so mitunter ganze Landstriche auf verschiedenen Planeten. Dabei bleiben stets Bruchteile der aufgesaugten Bewusstseine übrig, die sie an die mit Parastaub durchsetzten Wände der Tributkastelle und der Festung der Inquisition abgeben müssen, um nicht von ihnen beeinträchtigt zu werden. Man kann sagen, dass es sich bei den acht Humanoiden um die wiederauferstandenen Terraner handelt, allerdings haben sie nichts Menschliches mehr an sich. Sie sind missgestaltet und extrem mager, können sich nur ruckhaft bewegen und haben eine graue, wie verbrannt wirkende Haut, die von pulsierenden Adern überzogen und sehr lichtempfindlich ist. Sie haben ein Raubtiergebiss und tief in den Höhlen liegende, rot glühende Augen.

Als die Tonkihn von der galaktischen Bühne verschwinden, übernehmen diese acht Wesen als neue Inquisitoren die Macht – mit Zim November als neuem Souverän der Vernunft an ihrer Spitze. Die führenden Genetiker von Kaaf, die sich am Ziel ihrer langfristigen Pläne wähnen, als die Tonkihn abtreten, werden von den neuen Inquisitoren kurzerhand getötet. Während die früheren Führer der Inquisition ihre Aktivitäten auf Tradom beschränkt haben, weiten die neuen Inquisitoren ihren Einfluss mit Hilfe der Sternenfenster und der Brücke in die Unendlichkeit auf andere Galaxien aus. Kundschafter auf der Brücke und in den als Eroberungsziel in Betracht kommenden Galaxien sind die Kreaturen von Quintatha. Diese können mit Hilfe der Rudimentsoldaten ohne Passantum durch die Pilzdome gehen, lediglich der Mega-Dom im PULS bleibt auch ihnen verschlossen. Die Inquisitoren greifen nur Thoregon-Galaxien an, denn bei einem Treffen mit Cairol erhält der neue Souverän von den Kosmokraten die Legitimation für solche Raubzüge.

Als eine Quintatha-Kreatur mit Informationen über die Milchstraße zurückkommt, sind die Inquisitoren und insbesondere November wie elektrisiert – einen Erinnerungsschub erhalten sie dabei aber noch immer nicht. November treibt die Eroberung der Milchstraße mit allen Mitteln voran, obwohl das Reich Tradom eigentlich für einen solchen Feldzug nicht ausreichend gerüstet ist. Als dann die ersten Misserfolge eintreten, glaubt November, darin das Wirken eines unbekannten Widersachers zu erkennen, der seine Pläne schon früher zu sabotieren versucht hat. Dabei kann es sich nur um einen anderen Inquisitor handeln. Er findet schließlich heraus, dass niemand anderes als Corona sein Gegenspieler ist. November stellt Corona zur Rede und erfährt ihre Motivation, ohne diese wirklich zu verstehen: Rayes Erinnerungen waren ausgeprägter als die der anderen Inquisitoren, und bei der Entdeckung der Milchstraße hat sie sich an die Zeitreise erinnert. Sie hat deshalb versucht, die Terraner unbemerkt zu unterstützen, indem sie die Invasion sabotierte. Sie hat auch das Thoregon-Botenschiff der VAIA-Verkünder gefunden und versteckt. November, dessen Gier nach Lebensenergie die ohnehin schwachen Gefühle, die er vielleicht noch für Raye hat, bei weitem übersteigt, tötet seine ehemals große Liebe und saugt ihre Vitalenergie auf.

Innenillustration