Raumschiff Erde

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Überblick
Serie: Perry Rhodan-Heftserie (Band 673)
PR0673.jpg
© Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt
Zyklus: Das Konzil
Titel: Raumschiff Erde
Untertitel: Terra und Luna verlassen ihre Bahn – die Flucht ins Ungewisse beginnt
Autor: Kurt Mahr
Titelbildzeichner: Johnny Bruck
Innenillustrator: Johnny Bruck (1 x)
Erstmals erschienen: Dienstag, 16. Juli 1974
Hauptpersonen: Reginald Bull, Nelliver Heron, Efrem Marabor, Rando Weber, Fellukh Tingdam, Myrianad
Handlungszeitraum: Februar/März 3460
Handlungsort: Solsystem, Archimedes-Sonnendreieck-Transmitter
Zusätzliche Formate: E-Book, enthalten in Silberband 76

Kurz­zusammen­fassung

Am 2. Februar 3460 kommt es auf ganz Terra zu heftigen Protesten gegen das Vorhaben der terranischen Regierung, das Erde-Mond-System aus dem Solsystem zu transmittieren. Der geplante Start des Vorhabens wird daher zunächst für unbestimmte Zeit ausgesetzt. Erst als Myrianad am 5. Februar 3460 mit einer kleinen Flotte das ATG-Feld durchbrechen kann und eine an die Terraner adressierte Hassrede ausstrahlt, wendet sich die öffentliche Meinung.

Am selben Abend beginnen 10.000 Raumschiffe des Experimentalkommandos, mit ihren Traktorstrahlen die Bewegung des Erde-Mond-Systems um die Sonne zu verlangsamen. Dadurch beginnt Terra zusammen mit seinem Trabanten Richtung Sonne zu stürzen. Die Experimentalschiffe stehen weiter bereit, um nötigenfalls kontrollierend einzugreifen.

Am 1. März gelingt es Myrianad erneut, in das Solsystem vorzudringen. Er kann den Hauptgezeitenwandler auf Merkur vernichten. Pariczanische Walzenraumer und SVE-Raumer der Laren greifen an, können aber unter minimalen Verlusten zurückgehalten werden.

Am 7. März, um 14:23 Uhr, erreicht das Erde-Mond-System schließlich unbeschadet den Abstrahlpunkt des Twin-Sol-Transmitters. Zusammen mit dem Planeten und seinem Mond flieht die gesamte Flotte und insgesamt rund 18,71 Milliarden Terranern Richtung Archimedes-Sonnendreieck-Transmitter. Für einen kurzen Moment scheinen sie wie geplant im Zieltransmitter zu materialisieren, dann bläht sich das Erde-Mond-System aber plötzlich scheinbar auf und verschwindet wieder.

Die rund 2,39 Milliarden im Solsystem zurückgebliebenen Terraner führen unterdessen einen ebenso verzweifelten wie hoffnungslosen Kampf gegen Leticrons Truppen, die mit fürchterlicher Wut und unmenschlicher Grausamkeit agieren.

Handlung

Am 2. Februar 3460 um kurz nach fünf Uhr morgens befindet sich Reginald Bull auf seinem Weg zur Arbeit, als er aufgrund eines Menschenauflaufs beim Arkon-Square vorerst am Weiterfahren gehindert wird. Als er der Sache nachgeht, trifft er auf Nelliver Heron, der versucht, die Menschenmenge gegen die Pläne der Regierung aufzuwiegeln. Der Staatsmarschall stellt sich dem Unruhestifter zum Rededuell. Als dieser keine Argumente mehr hat, greift er Reginald Bull an. Ein Fehler: Nicht nur schafft es Reginald Bull mühelos, seinen Angreifer mit einem Linkshaken zu Boden zu schicken, auch verdeutlicht das dem Publikum, wie wenig von Nelliver Heron zu halten ist.

Im Laufe des Vormittags laufen immer mehr Meldungen bezüglich von Agitatoren heraufbeschworener revolutionsähnlicher Zustände aus verschiedenen Teilen der Welt ein. Mittags schließlich veranlasst Galbraith Deighton unter dem Eindruck des inzwischen ganz Terra umfassenden Aufruhrs eine Sondersitzung des Kabinetts. Hier setzt sich Perry Rhodan mit dem Vorschlag durch, vom bisherigen Plan abzuweichen und vorerst auf den Transport des Erde-Mond-Systems zum Twin-Sol-Transmitter zu verzichten.

Als dieser Beschluss um 14:00 Uhr offiziell bekannt gegeben wird, beruhigt sich die Lage auf der Erde zunächst wieder. Doch die Agitatoren werden bereits zwei Stunden später erneut aktiv und schaffen es, die Unruhen in noch stärkerem Ausmaß als zuvor neu zu entfachen. Die Situation ist schließlich so verfahren, dass Perry Rhodan Sondersitzungen des Kabinetts und des Sonderrechtsausschusses des Völkerrates einberuft. Um 19:30 Uhr wird über ganz Terra das Ausnahmerecht verhängt.

Kurz vor Mitternacht gelingt es einer Gruppe von mehr als 200 Randalierern unter Führung von Nelliver Heron, in den so genannten »geschützten Bereich« von Imperium-Alpha vorzudringen. Die zu einem Großteil aus jungen Menschen bestehende Gruppe demoliert, mit Knüppeln, Metallstangen und ähnlichem bewaffnet, die Einrichtungsgegenstände und die Wachroboter. Letztere können sich nicht effektiv zur Wehr setzen, da ihnen ihre Programmierung verbietet, ihre Waffen gegen Menschen einzusetzen. Selbst der Einsatz von Narkosestrahlern würde eine Verletzung dieser Vorgabe darstellen, und so stehen sie den Eindringlingen weitestgehend hilflos gegenüber.

Reginald Bull erscheint als erster am Ort des Geschehens, gibt allgemeinen Alarm und ruft damit auch Kampfroboter herbei. Noch bevor diese eintreffen, gelingt es ihm, nur mit einem Schockstrahler bewaffnet, einen Teil der Angreifer außer Gefecht zu setzen. Der Rest zieht sich schließlich zurück. Als Bull den Abziehenden folgt, um zu prüfen, warum sie die Absperrungen durchdringen konnten, gerät er in einen von Nelliver Heron zusammen mit Kelaunie gelegten Hinterhalt. Obwohl seine Lage aussichtslos erscheint, gelingt es Reginald Bull, die Angreifer zu überwältigen und so sein Leben zu retten.

Es können 128 der Eindringlinge festgenommen werden. Die Terraner werden der Solaren Abwehr zur Befragung übergeben. Nelliver Heron ist unter Einfluss von hemmungslösenden Drogen bald bereit, alle Fragen der SolAb-Agenten zu beantworten. Wie sich herausstellt, weiß er aber nur wenig. Auch alle weiteren Bemühungen der Regierung, des Aufruhrs Herr zu werden, schlagen zunächst fehl.

Am frühen Morgen des 5. Februar 3460 wird General-Cosmic-Alarm gegeben: Zeittauchern ist es gelungen, das ATG-Feld aufzureißen, feindliche Einheiten sind in das Solsystem eingedrungen. Myrianad, Nachfolger Eymontops und Zweiter Vesyr der Pariczanischen Flotte, sendet eine Hassrede. Er verkündet, dass das ATG-Feld bald keinen Schutz mehr für das Solsystem darstellen werde. Leticron werde angreifen und Tod und Verderben über das Volk der Terraner bringen.

Reginald Bull, der an Bord seiner SISTINA vor Ort ist, erkennt, dass sich Myrianad im Schutz eines Anti-Ortungsfeldes in der Nähe der eingedrungenen Schiffe befindet. Als er Kurs auf das Schiff des Überschweren nimmt, ergreift dieses die Flucht. Dabei stellt sich heraus, dass die Angreifer inzwischen in der Lage sind, nicht nur in das Solsystem vorzudringen, sondern auch wieder durch das ATG-Feld in die Normalzeit zu fliehen.

Die eingedrungenen Einheiten können vernichtet, die Gefahr vorläufig noch einmal gebannt werden. Von diesem wohl unbeabsichtigt, kommen der Angriff und die Ansprache Myrianads für die terranische Regierung gerade recht: Durch den unversöhnlichen Hass seiner Worte aufgeschreckt, besinnt sich ein Großteil der Terraner, die Aufstände kommen zum Erliegen.

Noch am selben Tag, um genau 21:37 Uhr, beginnen nun 10.000 Raumschiffe des Experimentalkommandos, mit ihren Traktorstrahlen die Bewegung des Erde-Mond-Systems um die Sonne zu verlangsamen. Dadurch beginnt Terra, zusammen mit seinem Trabanten Richtung Sonne zu stürzen. Die Experimentalschiffe stehen weiter bereit, um nötigenfalls kontrollierend einzugreifen.

Am 12. Februar kehrt Muszo Hetschic von einem Einsatz außerhalb des Solsystems zurück. An Bord der von ihm befehligten Transporteinheiten bringt er drei Millionen Tonnen Howalgonium sowie eine noch größere Menge Ynkelonium. Er überbringt der terranischen Führung außerdem eine Nachricht vom Zentralplasma: Die versprochenen mit dem Hoschtra-Paraventil ausgestatteten 8000 Einheiten der Posbis werden in wenigen Tagen beim Solsystem eintreffen.

Julian Tifflor verlässt das Solsystem, um das Kommando über die außerhalb des Systems operierende, 12.000 Einheiten umfassende, Restflotte zu übernehmen. Er übernimmt es auch, die Flotte der Posbis über die Details des Einschleuse-Vorgangs zu informieren. Am 16. Februar 3460 wird das ATG-Feld für viereinhalb Minuten geöffnet, und es gelingt, die 8000 Fragmentraumer wie geplant aufzunehmen.

Die Auswirkungen der Annäherung an die Sonne bleiben unterdessen im Großen und Ganzen im Rahmen des zuvor berechneten. Das Aktivieren von Energieschirmen zum Schutz vor der immer intensiver werdenden Sonnenstrahlung kann sogar um einen Tag vom 22. Februar 3460 auf den 23. Februar 3460 verschoben werden. Bis zum 28. Februar 3460 hat sich durch die damit einhergehende Abkühlung das Wetter wieder so weit normalisiert, dass niemand mehr Schutz in sturmsicheren Notunterkünften suchen muss.

Der Zustrom von anderen Planeten des Solsystems überschreitet inzwischen das Maß derer, die sich zuvor in Umfragen für den Plan der Regierung ausgesprochen hatten. Da die für die Flüchtlinge zur Verfügung gestellten Unterkünfte nicht ausreichen, bittet die Regierung die Bevölkerung Terras um Mithilfe. Die Menschen zeigen in diesem Augenblick der Not Verantwortungsbewusstsein und nehmen viele der Flüchtlinge bei sich auf.

Am 1. März 3460, als sich die Erde der Merkurbahn nähert, kommt es schließlich zu dem bereits erwarteten Angriff durch Leticrons Flotte. Mithilfe von mehreren Hundert Zeittauchern gelingt es den Feinden der Terraner, das ATG-Feld an mehreren Stellen gleichzeitig aufzureißen. Bis halb Vier Uhr morgens sind bereits 10.000 feindliche Einheiten in das Solsystem vorgedrungen. Bis zur erneuten Stabilisierung des ATG-Feldes, werden es noch einmal 2000 mehr. Ihnen gegenüber stehen die zusammen mit den Fragmentraumschiffen der Posbis insgesamt 96.000 im Solsystem stationierten Einheiten, von denen 20.000 die Erde schützen und 5000 zum Schutz des Hauptgezeitenwandlers auf Merkur abgestellt sind.

Myrianad nutzt die Ablenkung durch die Raumschlacht, die sich bald im Bereich der Venus-Bahn konzentriert, um zum Merkur vorzudringen. Reginald Bull, Efrem Marabor, Rando Weber und Fellukh Tingdam können dem Überschweren bis in eine Höhle in den Newton-Bergen Merkurs folgen. Myrianad gelingt es, die Höhlendecke über seinen Verfolgern zum Einsturz zu bringen. Die Terraner überleben nur dank der Individualschirme ihrer Schutzanzüge. Als sie sich endlich befreien können, ist es bereits zu spät, um Myrianad noch aufzuhalten: Mithilfe eines larischen Einpol-Transmitters hat er eine Bombe zum Hauptgezeitenwandler transportiert und sich selbst in Sicherheit gebracht. Die Bombe explodiert und das ATG-Feld bricht zusammen.

Am 2. März befinden sich schließlich knapp 50.000 feindliche Einheiten im Solsystem, davon etwa 15.000 SVE-Raumer der Laren, den Rest der Flotte bilden pariczanische Walzenraumer. Trotz hoher Verluste können die Pariczaner die Anzahl ihrer Schiffe aufgrund von ständigem Nachschub über die nächsten Tage stets bei circa 35.000 halten. Die Laren sehen sich dagegen bald gezwungen, sich vorläufig aus den Kämpfen zurückzuziehen. Offensichtlich besitzen die eingesetzten Einheiten keinen Schutz gegen das Hoschtra-Paraventil, und so sind sie nun den Angriffen der Schiffe der Posbis relativ hilflos ausgeliefert. Erst am Abend des 4. März können sie diese Schwäche überwinden und wieder in die Kämpfe eingreifen. Da über 600 terranische Einheiten mit dem KPL-Gerät ausgestattet sind, können sich die Verteidiger des Solsystems aber auch weiterhin erfolgreich der Laren erwehren.

Am 7. März 3460, um 14:23 Uhr, erreicht das Erde-Mond-System schließlich unbeschadet den Abstrahlpunkt des Sonnentransmitters. Zusammen mit dem Planeten und seinem Mond fliehen 96.000 Raumschiffe und 18,71 Milliarden Terraner Richtung Archimedes-Sonnendreieck-Transmitter. Die dort stationierten Beobachter, unter ihnen auch Atlan, sehen, wie das System kurz materialisiert, nur um sich plötzlich scheinbar aufzublähen und schließlich wieder zu verschwinden.

Die 2,39 Milliarden im Solsystem zurückgebliebenen Terraner führen unterdessen einen ebenso verzweifelten wie hoffnungslosen Kampf gegen Leticrons Truppen, die mit fürchterlicher Wut und unmenschlicher Grausamkeit agieren.

Anmerkungen

  • Bis Seite 59 wird die Handlung in Form einer Ich-Erzählung aus der Warte Reginald Bulls geschildert.
  • Der Autor lässt seine Figur, Reginald Bull, darüber sinnieren, dass es wohl ein ernsthafter Fehler gewesen sei, die Wachroboter in Imperium-Alpha so zu programmieren, dass sie sich nicht wehren konnten. Gleichzeitig wird diese Programmierung damit erklärt, dass niemand damit rechnen konnte, dass Eindringlinge tatsächlich so weit vordringen könnten. (Seite 12)
  • Perry Rhodan verschläft den Start des Erde-Mond-Systems Richtung Sonne: Er hatte zuvor einige Tage ohne Schlaf durchgearbeitet und übergab die Verantwortung daher an Reginald Bull. Perry Rhodan schlief zweieinhalb Tage durch, bis zum Morgen des 8. Februars 3460. (Seite 28, 29 und 37)
  • Am 1. März stehen den Terranern im Solsystem 96.000 Raumschiffe zur Verteidigung zur Verfügung. Am 3. März sind die Verluste der Terraner minimal. Am 7. März – nach mehreren Tagen heftiger Raumschlachten – werden zusammen mit der Erde 96.000 Einheiten zum Archimedes-Sonnendreieck-Transmitter abgestrahlt. Selbst wenn man davon ausgeht, dass die Zahlen lediglich circa Angaben sind, erstaunlich wenige Verluste, möglicherweise aber erklärbar durch die zusätzlichen außerhalb des Solsystems stationierten terranischen Einheiten. Der Roman gibt keine Erklärung, warum die Verluste dermaßen gering waren. (Seite 42, 57, 58, 60)
  • Um die im Roman genannte Anzahl pariczanischer Walzenraumschiffe aufzubringen (trotz hoher Verluste bis zum Anbruch des 7. März zu jedem Zeitpunkt etwa 35.000 Schiffe im Solsystem), muss Leticron die ihm ursprünglich (Juli 3459) zur Verfügung stehende Flotte von 8000 Schiffen massiv ausgebaut haben. Eventuell konnte er als Erster Hetran auch Schiffe anderer Völker akquirieren. Der Roman gibt diesbezüglich keine Erklärung. (Seite 57, 58)
  • Der Roman enthält keine Erklärung, warum Kobold sich nach der Transmission des Erde-Mond-Systems plötzlich aus seiner Umlaufbahn löste, um schließlich den ursprünglichen Platz der Erde einzunehmen. Der Vorgang war jedoch von Rhodan so geplant. (Seite 60)

Innenillustration