Der Unlichtplanet

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Perry Rhodan-Taschenbuchserien
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Überblick
Serie: Taschenbücher Ara-Toxin (Band 6)
PR-TB-Ara-Toxin06.jpg
© Heyne
Zyklus: Ara-Toxin
Titel: Der Unlichtplanet
Untertitel: Im Halo der Milchstraße stößt Perry Rhodan auf die Welt Sink: Umkreist von Kunstlichtern, rast sie mit halber Lichtgeschwindigkeit durch den Leerraum.
Autor: Michael Marcus Thurner
Titelbildzeichner: Dirk Schulz
Erstmals erschienen: April 2008
Hauptpersonen: Aset-Radol, Perry Rhodan, Julian Tifflor, Zhanauta Filgris, Synuit
Handlungszeitraum: 11. Juli bis 25. September 1340 NGZ
Handlungsort: MO, Unlichtplanet
Anhang:

Über Albertus Magnus, seinen Roboter und einige damit zusammenhängende Gegenstände und Personen von Claudia E. Kraszkiewicz

Besonderes:

Im Gegensatz zum Untertitel wird der Unlichtplanet im Roman weder als »Sink« bezeichnet, noch von »Kunstlichtern« umkreist. Es ist auch nicht die Rede davon, dass er sich mit halber Lichtgeschwindigkeit bewegt.

Handlung

Auf der MO

Nachdem sie auf Synuits Befehl 16 arkonidische GWALON-Raumer vernichtet haben, die bei der Trümmerbrücke nach dem Rechten sehen wollten, nehmen die drei bei der MO erschienenen Mobys eine Dreiecksformation ein und akkumulieren gewaltige Energiemengen. Perry Rhodan und Julian Tifflor erkennen, dass es sich um einen Transmitter handelt und wollen die Chance nutzen, die ihnen der Transitionsschock bieten wird. Sie wollen die Steuerung für die Hyperenergie deaktivieren, mit der Synuit die Tefroder der MO unter Kontrolle hält. Sie müssen sich beeilen, denn Synuit veranlasst die »Säuberung« des Schiffes von allen unbeeinflussten Lebewesen. Es befinden sich noch mehrere Hundert Intelligenzwesen aus verschiedenen Völkern an Bord, auch Zhanauta Filgris könnte in Gefahr geraten. Die MO wird in den Leerraum zwischen Milchstraße und Andromeda abgestrahlt, wo drei weitere Mobys den Empfangstransmitter bilden. Wie erwartet verlieren der empfindliche Gys-Voolbeerah und alle Tefroder das Bewusstsein. Rhodan und Tifflor überstehen den Schock mit Hilfe ihrer Zellaktivatoren besser, sie wecken Zhana und Ignats Gorgides. Zusammen mit Gorgides, der den Rang des Leitenden Ingenieurs der MO hat, dringt Rhodan erneut in die Zentrale ein, Tiff und Zhana sorgen derweil draußen für Ablenkung. Es gelingt Gorgides, die Energieschirme zu deaktivieren, die Synuit und die Hyperstrahlungs-Steueranlage schützen, doch der Gestaltwandler kommt zu sich. Rhodan hat ihm nichts entgegenzusetzen und wird niedergeschlagen. Da stürzt sich Gorgides auf Synuit. Der Gestaltwandler tötet den Tefroder, aber Rhodan hat genug Zeit erhalten, um eine winzige Sonde auf die Steueranlage anzusetzen, von deren Existenz Synuit nichts ahnt.

Tiff und Zhana greifen ein und verhelfen Rhodan zur Flucht. Synuit glaubt, nicht ausreichend beeinflusste Tefroder hätten ihn angegriffen, und misst diesem Vorfall keine große Bedeutung bei. Auf der Suche nach einem Versteck begegnen die drei Flüchtenden dem Pflanzenwesen Samtscharf, einem Zatysken, dessen Volk auf der Trümmerbrücke einfache Arbeiten verrichtet hat und bei der Absprengung der MO bis auf ihn ausgerottet worden ist. Samtscharf hatte nach einem ruhigen Ort gesucht, um dort Nachkommen zur Welt bringen zu können, war unterwegs dem elfjährigen (möglicherweise autistischen) Tefrodermädchen Semta begegnet und dann den »Säuberungstrupps« der Tefroder vor die Energiestrahler gelaufen. Die Terraner retten Samtscharf und Semta und verstecken sich irgendwo in der MO. Das Schiff befindet sich im Orbit des Unlichtplaneten, auf dem Rhodan zu Recht die Hintermänner des Projekts Ara-Toxin vermutet. Auch die Raumstation FOARY befindet sich im Orbit dieser Welt, und hier halten sich die überlebenden Mitglieder der MO-Eskorte auf. Allerdings sind auch sie - ebenso wie Synuit, der sich jetzt zur FOARY begibt - nur die Erfüllungsgehilfen einer weit mächtigeren Person: Auf dem Unlichtplaneten residiert Aset-Radol, ehemaliger Faktor VI der Meister der Insel.

Aset-Radols Vergangenheit: Die Meister der Insel

Aset-Radol gehört zu jenen 13 Lemurern, die circa 24.000 v. Chr. einen Zellaktivator von Agaia Thetin erhalten und danach zu den Meistern der Insel werden. Nach langjähriger Beobachtung erkennt er die wahre Identität von Faktor I. Allerdings ist auch Mirona Thetin hierüber im Bilde, was sie ihm eines Tages zu seinem großen Entsetzen eröffnet. Sie lässt ihn am Leben und benutzt ihn als Spion in den Reihen der anderen MdI, denn wie alle aus diesem Kreis (Aset-Radol eingeschlossen) leidet sie unter Verfolgungswahn und vertraut ihren Untergebenen nicht - allerdings zu Recht, wie sich später zeigt. Als Druckmittel setzt sie Aset-Radols Zellaktivator ein, den sie so manipuliert hat, dass sie ihn jederzeit zur Explosion bringen kann. Aset-Radol betreibt Forschungen mit dem Hyperkristall Altrit, der nur auf Tamanium vorkommt, und entdeckt dessen Wirkung auf die Ökosphäre beliebiger Planeten. Er entwickelt eine Substanz, die er Radolxin nennt und die ganze Planeten in bizarre kristalline Lebewesen verwandelt. Diese Wesen werden als Darlos (von den Terranern später Mobys genannt) bezeichnet und wecken auch Mirona Thetins Interesse.

Eines Tages erhält Aset-Radol von Mirona Thetin den Auftrag, nach Apsuhol zu reisen und dort das aufstrebende Volk der Arkoniden zu beobachten, denn diese könnten ihren Eroberungsplänen, die sich inzwischen nicht mehr auf Karahol beschränken, im Wege stehen. Noch vor Gründung des Großen Imperiums der Arkoniden (also vor 18.334 v. Chr.) begibt sich Aset-Radol nach Apsuhol. Er empfiehlt, die Degeneration der Arkoniden vor einem Eroberungsfeldzug in dieser Galaxie abzuwarten. Er selbst richtet eine Basis unweit des Planeten Lemur ein, die er mit Duplos bevölkert. Jahrhundertelang beobachtet und manipuliert er die Arkoniden aus dem Hintergrund und beginnt damit, einen Seitenzweig dieses Volkes nach seinen Vorstellungen zu züchten: Die Aras, deren Name auf seinen eigenen Initialen basiert. Die Aras werden zu einer Art Hilfsvolk für ihn, in den nächsten Jahrtausenden setzt er sie immer wieder für seine Forschungen ein oder nutzt ihre Forschungsergebnisse für eigene Zwecke. Außerdem lernt er, die Darlos zu lenken, indem er ihre Instinktgehirne beeinflusst.

Aset-Radols Vergangenheit: Flucht nach Apsuhol

Im 8. Jahrtausend v. Chr. tritt schließlich ein, was Mirona Thetin immer befürchtet hat: Verschwörer planen den Sturz von Faktor I. Kolin-Uns (Faktor XI) gründet den Rat der Sechs und behauptet, die wahre Identität des Oberhaupts der MdI zu kennen. Die Gedanken an das Komplott lösen einen posthypnotischen Block, den Aset-Radol sich selbst auferlegt hat. Er verrät die Verschwörer zwar an Mirona Thetin, will sich aber gleichzeitig von ihr befreien. Wie erwartet zündet Faktor I nicht nur die Zellaktivatoren der Verschwörer - auch Aset-Radol soll sterben. Er überlebt jedoch, indem er sich im Inneren eines Darlos versteckt, der den Zündungsimpuls absorbiert. Ein Duplo, der eine Zellaktivator-Attrappe trägt, stirbt an seiner Stelle. Da Mirona Thetin ihn für tot hält, kann Aset-Radol sich ungestört mit 10 Darlos in die Milchstraße absetzen. Dort findet er allerdings trotz langer Suche kein Altrit und kann daher weder Duplos noch neue Darlos erzeugen. Eines Tages begegnet er zufällig dem jungen Gys-Voolbeerah Synuit. Dieser wurde aus unbekannten Gründen von seinem Volk verstoßen und bietet Aset-Radol, von dessen Macht er beeindruckt ist, seine Dienste an. Aset-Radol formt aus ihm ein williges, absolut skrupelloses Werkzeug, das er immer wieder in Kryostase versetzt, um sein Leben zu verlängern.

Aset-Radols Vergangenheit: Das Ara-Toxin

In der Identität Ostiam Meharros schart Aset-Radol im 1. Jahrtausend v. Chr. eine Gruppe besonders begabter Aras um sich, die später zur MO-Eskorte wird. Er inszeniert seinen eigenen Tod, lenkt das Schicksal seiner ehemaligen Anhänger aber auch weiter aus dem Hintergrund. Synuit, der als Schopsna auftritt, »findet« die Raumstation FOARY, die in den nächsten Jahrhunderten von den unsterblich gewordenen Mitgliedern der MO-Eskorte als Versteck genutzt wird. Tatsächlich handelt es sich bei dieser Station um Aset-Radols umgebauten Kugelraumer INSTIN. Hier werden die MO-Eskortisten mit Hypnostrahlern beeinflusst, so dass sie stets im Glauben bleiben, selbst die Fäden in der Hand zu halten. Die Aras haben keine Ahnung von der Existenz Aset-Radols und erfüllen unwissentlich dessen Pläne. Aset-Radol erschafft den Unlichtplaneten, eine künstliche Welt, die er im Leerraum zwischen Milchstraße und Andromeda ganz nach seinen Vorstellungen gestaltet. Er positioniert je drei Darlos als Transmitter in der Eastside, in der Nähe des arkonidischen Imperiums und beim Unlichtplaneten. Hier unterzieht er sich im Laufe der Zeit immer wieder einer partiellen Gedächtnislöschung, da sein Geist nicht in der Lage ist, alle in diesen vielen Jahren gesammelten Eindrücke zu speichern.

Anmerkung: Wie andere potenziell unsterblich gewordene, allen voran die restlichen Zellaktivatorträger, vor allem Atlan da Gonozal, dieses biologische »Speicher«-Problem lösen, ist unbekannt.

Nach der Hyperimpedanz-Erhöhung kommt es zu einem Durchbruch in der Darlos-Forschung, denn jetzt wird kein Altrit mehr benötigt: Gewöhnliche Khalumvatt-Hyperkristalle erfüllen den gleichen Zweck. Damit wird das Projekt Ara-Toxin gestartet - mit allen bekannten Folgen. Asets-Radols Ziel besteht darin, die dominierenden Machtblöcke der Milchstraße zu stürzen, um an der Spitze des von ihm favorisierten Volkes der Aras selbst die Macht übernehmen zu können. Aset-Radol erzählt seine Lebensgeschichte den Früchten des Yakuva-Baumes, der auf dem Unlichtplaneten wächst. Diese halbintelligenten Pflanzenwesen benötigen den Kontakt mit jemandem, der mit ihnen spricht, um gedeihen zu können.

Perry Rhodan und eine wundersame Läuterung

Perry Rhodan ist entschlossen, sich dem oder den für die Verseuchung Dutzender Planeten Verantwortlichen persönlich zu stellen. Samtscharf kennt eine ungesicherte Stelle, an der Rhodan die MO unbemerkt verlassen könnte. Er führt den Terraner unter der Voraussetzung dorthin, mit zum Unlichtplaneten kommen zu dürfen, denn er hofft, dort endlich seine Nachkommen zur Welt bringen zu können. Rhodan hat keine Einwände, und so stürzen sich beide im Schutz eines Energieschirms aus dem Schiff und fallen auf den Planeten zu. Zhana und Tiff bleiben auf der MO zurück. Sie wollen versuchen, so viele Verfolgte wie möglich zu retten, geraten dabei aber selbst in Lebensgefahr. Synuit wird über die Kämpfe in der MO informiert.

Während Samtscharf auf dem Unlichtplaneten buchstäblich Wurzeln schlägt, macht Rhodan sich auf den Weg in die einzige Ansiedlung, die es auf dieser Welt gibt. Unterwegs begegnet er den Früchten des Yakuva-Baums. Die Winzlinge haben einiges von dem, was Aset-Radol ihnen erzählt hat, nicht verstanden. Rhodan soll es ihnen erklären. So erfährt der Terraner die Lebensgeschichte des MdI. Offen und ungeschützt betritt er danach die Ansiedlung und läuft prompt in eine Art Hypnofalle: Alle negativen Erinnerungen Aset-Radols, die dieser sich hat »entfernen« lassen, stürzen auf Rhodan ein und sollen ihn in den Wahnsinn treiben. Tatsächlich wird der Terraner zu einem geistigen und körperlichen Wrack, dennoch schafft er es, die Barriere zu durchqueren. Er ist danach aber dem Tode nahe. Aset-Radol ist so beeindruckt von Rhodans Widerstandskraft, seinem Willen und seiner positiven Natur, dass er ihn behandeln lässt. Bald ist der Terraner ganz wiederhergestellt. Aset-Radol geht sogar noch weiter: Durch Rhodans gutes Beispiel ist ihm klar geworden, dass seine Eroberungspläne böse sind. Er gibt sie auf und erklärt sich bereit, Rhodan das Gegenmittel für das Radolxin (also für das Ara-Toxin) zu überlassen, das es entgegen aller anders lautenden Behauptungen sehr wohl gibt.

Auf der MO überschlagen sich derweil die Ereignisse. Leichtsinnigerweise hat Synuit in Anwesenheit der MO-Eskortisten mit Tifflor gesprochen und wurde von diesem enttarnt. Als Aset-Radol ihm befiehlt, die Angriffe einzustellen, ignoriert er das. Doch da erfüllt die von Rhodan eingesetzte Mikrosonde ihre Aufgabe und zerstört die Schaltung für die Hyperstrahlung, so dass die Tefroder wieder sie selbst sind und nicht mehr kämpfen. Synuit schießt Tifflor nieder und nimmt dessen Gestalt an, um auch Rhodan töten zu können - er ist überzeugt, immer noch in Aset-Radols Interesse zu handeln, da er nicht an dessen Läuterung glaubt. In Tifflors Gestalt lässt er sich zum Unlichtplaneten abstrahlen. Zhana, deren Geruchssinn künstlich verstärkt wurde und die vor ihm angekommen ist, durchschaut den Schwindel und erschießt ihn. Der zwar schwer verletzte aber lebendige Tifflor wird kurz darauf geborgen und behandelt.

Epilog

Am 25. September 1340 NGZ stellt Rhodan Zheobitt auf Aralon zur Rede. Niemand anderer als der Mantarheiler ist Zhanas geheimnisvoller Auftraggeber. Er hatte Wind vom Projekt Ara-Toxin bekommen und wollte es sabotieren, ohne selbst in Erscheinung zu treten, denn er darf sich nicht aktiv gegen sein eigenes Volk stellen. Im Grunde ist er aber nur aus gekränkter Eitelkeit aktiv geworden; er konnte es nicht ertragen, dass die MO-Eskorte dabei war, ihm den Rang als größter Mediker abzulaufen. Immerhin muss Rhodan angesichts seiner Erlebnisse auf Jaimbor anerkennen, dass Zheobitt die Mittel besitzt, die Wirkung eines Zellaktivators zu neutralisieren.

Tiff und Zhana erkennen, dass sie sich wirklich lieben, doch beiden ist klar, dass diese Beziehung keine Zukunft haben kann. Ihnen bleiben aber noch einige gemeinsame Tage.

Samtscharf bringt gesunden Nachwuchs zur Welt, Semta bleibt bei ihm auf dem Unlichtplaneten. Aset-Radol will an ihr wieder gut machen, was er an Synuit verbrochen hat. Der Unlichtplanet verschwindet mit unbekanntem Ziel.