Schwarmgötzen

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Begriffsklärung Dieser Artikel befasst sich unter anderem mit den Paraburgen der Schwarmgötzen. Für weitere Bedeutungen, siehe: Paraburg (Begriffsklärung).

Die Schwarmgötzen übernahmen vor einer Million Jahren die Macht über den Lokalen Schwarm, als dieser erstmals die Milchstraße durchquerte.

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Heft: PR 552
© Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt
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Heft: PR 555
© Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt
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Karduuhl Ü'Krantomür (Mitte)
mit Haustier Yorgho (links)
Heft: PR 563 – Innenillustration 3
© Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt
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Ein Karduuhl von hinten (vorne)
Heft: PR 552 – Innenillustration
© Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt

Ihre Selbstbezeichnung lautet Karduuhls. Dieses Wort entstammt dem Interkarties, der Hauptverkehrssprache des Schwarms, und bedeutet sinngemäß »Die kleinen Kinder der Intelligenzverteiler«.

Erscheinungsbild

Das Erscheinungsbild der insektoiden Karduuhls variierte individuell sehr stark. Es gab wahre Zwerge, aber auch bis zu 3,20 m große Exemplare. Der Körperbau ähnelt mit zwei Beinen und zwei Armen dem der Terraner. Die beiden Hände besitzen je vier Finger und zwei Daumen. Der Kopf ist dreieckig bis kugelförmig und wird durch große Facettenaugen geprägt. Gemeinsam ist den Karduuhls ferner ein schmaler, horniger Mund und 30 cm lange Fühler am Kopf. Die Götzen wiesen eine feuerrote oder auch eine ockergelbe bis goldgelbe Färbung auf.

Einige Karduuhls wurden auf Statuen innerhalb des Schwarms abgebildet, die typischerweise gelb gefärbt waren. Bekannt geworden sind auf diese Weise Y'Xanthymr und Antaranara. (PR 527, PR 557)

Die Karduuhls sind unfruchtbar. Die normale Lebenserwartung eines Karduuhls beträgt etwa 2000 Jahre. Durch nicht näher geklärte Umstände entdeckten sie, dass das von den jungen Karties kurz nach ihrer Teilung ausgeschiedene honigfarbene Sekret, das so genannte Aktivierungselixier, ihr Leben verlängern kann; bei regelmäßiger Anwendung sogar unbegrenzt. Daher sind eigens Melkstationen innerhalb des Schwarms eingerichtet worden. (PR 549)

Parafähigkeiten

Die meisten Karduuhls verfügten über starke paranormale Fähigkeiten. Ihre Psifähigkeiten sind jedoch sehr individuell ausgeprägt und teilweise höchst bizarr.

Die Karduuhls auf Tester vermochten von ihren Burgen aus ihr Bewusstsein in Körperprojektionen auf der Testwelt zu versetzen - eine Fähigkeit, die möglicherweise mit der Para-Modulation der Cynos verwandt ist. (PR 553)

Die Verbannten von Yatnokan fürchteten sich vor Yamon, Interkarties für der Steinerne. (PR 559)

Die Karduuhls konnten Selbstmord begehen, indem sie ihren Körper in Stein verwandelten. Wie genau dies vonstattenging, konnte nie geklärt werden, offenbar waren aber Gesteine in der Umgebung des Götzen für diesen Prozess notwendig. Es gab mehrere Beispiele für Götzen, die auf diese Weise Selbstmord begingen:

Dalaimoc Rorvic äußerte den Verdacht, »daß zwischen den Cynos und den Lebewesen, die wir Götzen nennen, in irgendeiner Form ein Zusammenhang bestehen könnte.« (PR 555)

Anmerkung: Möglicherweise handelte es sich bei den »kleinen Kindern der Intelligenzverteiler« um eine Form von Halbcynos.

Ch'asary

Wegen ihrer starken Parafähigkeiten waren die Karduuhls auch sehr sensibel gegenüber psionischer Energie, wie sie z. B. bei der Teilung der Karties frei wird. 150.000 Karduuhls, die durch einen psionischen Schock verrückt wurden, wurden nach Yatnokan, dem einzigen Planeten der roten Zwergsonne Daknoma, deportiert. Die Krankheit, die unter den Karduuhls als Ch'asary bekannt war, wurde gerade wegen der nur noch schwer zu kontrollierenden Fähigkeiten der Wahnsinnigen sehr gefürchtet. Darum wurden gelegentlich auch gesunde Karduuhls vorsichtshalber nach Yatnokan gebracht. (PR 559, PR 564)

Paraburg

Die Schwarmgötzen residierten in Wohngebilden, die den besonderen Parabegabungen ihrer Bewohner angepasst waren. Diese so genannten Paraburgen konnten über Energiefelder bewegt werden.

Bekannte Karduuhls

Raumschiffe

Geschichte

Machtübernahme

Vor mehr als einer Million Jahren nahm der Schwarm ein Sonnensystem mit einem hochintelligenten insektoiden Volk auf, mit dem Ziel, die Cynos zu entlasten. Über einen Zeitraum von 20.000 Jahren wurde dieses insektoide Volk mit parapsychischen und paraphysikalischen Fähigkeiten ausgestattet und mit einer besonderen Psi-Empfindlichkeit versehen. Dadurch entstanden die Karduuhls. Diese Entwicklung war durch den Mächtigen Bardioc manipuliert und sabotiert worden. Unter Mithilfe des von Bardioc angestifteten Hesze Goort, einem führenden Cyno, rissen sie schließlich die Macht über den Schwarm an sich. (PR 566, PR 850)

Hunderttausende Cynos versteinerten zu Obelisken und wurden mit dem Planeten Obelisk aus dem Schwarm ausgestoßen. Die Neun Imaginären verbarrikadierten sich auf Stato II, während die übrigen Cynos unter Imago I und Imago II in die Milchstraße flüchteten. Sie erwarteten, dass die Herrschaft der unfruchtbaren Karduuhls aufgrund ihrer beschränkten Lebensdauer bald zusammenbrechen würde. Wie viele Karduuhls es ursprünglich genau gab, ist nicht bekannt geworden. (PR 567)

Herrschaft

Durch die Entdeckung der unsterblich machenden Wirkung des Aktivierungselixiers konnten die Karduuhls trotz ihrer Unfruchtbarkeit eine Million Jahre lang die Macht über den Schwarm behalten. Es gab mehrere Millionen Karduuhls im Schwarm, die gemeinschaftlich regierten, nur die Ressortchefs hatten besondere Aufgaben. Es ist davon auszugehen, dass es ein wie auch immer geartetes Lenkungsgremium der Karduuhls gegeben haben muss, denn viele Schwarmgötzen, denen Terraner begegneten, waren »auf Befehl von oben« in ihrer Position. (PR 560, PR 564, PR 567)

Anmerkung: Die Zahl der Karduuhls wurde in PR 566 mit mehreren Millionen angeben. Dies ist sehr realistisch, wenn man bedenkt, dass sich 150.000 wahnsinnige Karduuhls auf Yatnokan befanden und dass auch immer wieder Karduuhls starben - und dass trotz dieser Verlustzahlen der Schwarm noch nach einer Million Jahre noch funktionstüchtig gehalten werden konnte. Andererseits gab es im Schwarm nur 800.000 Himmelskörper, von denen nur ein Bruchteil bewohnt wurde. Da die Terraner trotzdem auf den meisten erkundeten Planeten nur einen Götzen antrafen, ist davon auszugehen, dass es Planeten gegeben haben muss, die größere Gemeinschaften von Karduuhls beherbergten.

Der Schwarm folgte unter der Herrschaft der Karduuhls weiterhin seinem geplanten Rundkurs. Die Gravitationskonstante wurde nicht mehr zur Intelligenzsteigerung modifiziert, sondern zum Schutz der Karduuhls eingesetzt, da die besuchten Galaxien im Zustand der Verdummung keine Gegenwehr organisieren konnten. Dies war im Sinne Bardiocs, der konkurrierende Zivilisationen in der Nachbarschaft zu seinem künftigen Herrschaftsgebiet klein halten wollte. (PR 566, PR 850)

Da die Karduuhls auf das Aktivierungselixier der jungen Karties dringend angewiesen waren, aber höchst empfindlich auf die bei ihrer Teilung freiwerdende psionische Energie reagierten, wurde die Fortpflanzung auf die Planeten der besuchten Galaxien ausgelagert. (PR 560)

Die Schwarmgötzen installierten im Lauf der Zeit auf den Welten des Schwarms den Kult des Y'Xanthymr, welches eine Personifizierung der Karduuhls darstellte. Die Götzenbilder des Y'Xanthymr fanden sich auf vielen Welten des Schwarms, oft in gigantischen Ausmaßen. Die Schwarmgötzen wurden aufgrund dieses Kults von den Schwarmvölkern besonders gefürchtet und verehrt. Zudem glaubten die Schwarmvölker nun an einen obersten Götzen, den es in der Realität nicht gab. Aus ungeklärten Gründen wurden auf einigen Planeten abweichende Götzenkulte mit einem ähnlichen Ziel gegründet, wie etwa der des Antaranara. (PR 528, PR 557, PR 567)

Die Karties erhielten aufgrund ihrer Bedeutung für die Götzen eine Sonderstellung in diesem Kult und waren darum auch als »Erste Diener des Y'Xanthymr« bekannt. Einige Karties wurden von den Karduuhls parabiophysikalisch zu Schwarzen Dämonen umgezüchtet, die im Schwarm besonders gefürchtet waren. (PR 528, PR 567)

Untergang

Für den Untergang der Schwarmgötzen war in erster Linie eine ganze Kette von Fehlentscheidungen und organisatorischen Problemen des Schwarms verantwortlich. Dies konnte dann von den Terranern ausgenutzt werden, welche jede günstige Gelegenheit nutzten und mit ihren oft gezielten strategischen Erfolgen das Herrschaftssystem der Götzen untergruben.

Die Rückkehr in die Milchstraße im Jahre 3440, wo einst die Revolte gegen die Cynos durchgeführt worden war, hätte die Karduuhls zumindest vorsichtig werden lassen müssen. Doch die Schwarmherrscher gingen nach dem Routineschema vor: galaxisweite Verdummung auslösen, Rohstoffs- und Hilfsvölker-Planeten in den Schwarm aufnehmen, die Fortpflanzung der Karties unterstützen. Diese Maßnahmen waren zwar für die Erhaltung des Schwarms notwendig, doch mit etwas Aufmerksamkeit hätten die Schwarmherrscher sicherlich bemerken können, dass sich Widerstand gegen das Eindringen des Schwarms in diese Galaxie regte.

Das Ende von Y'Xanthomrier hätte die Götzen misstrauisch machen können, und noch mehr das Eindringen der MARCO POLO in den Schwarm: Die Terraner betätigten sich als Unruhestifter, bedrohten die Wabenraumer-Flotten der Karties mit Regulationsviren und beseitigten zwei weitere lokale Ressortchefs: Cryt Y'Torymona und Y'Xantramon. Bereits bei diesen beiden feudalistisch regierenden »Funktionären« zeigte sich die Behäbigkeit jenes bürokratischen Systems, welches den Schwarmgötzen letztlich zum Verhängnis wurde. (PR 524, PR 537, PR 538, PR 544, PR 545)

Weiterhin gingen die Karduuhls nur von normalen Unregelmäßigkeiten aus, und nahmen neue Hilfsvölker in den Schwarm auf, ohne diese zuvor gründlich zu überprüfen: Das Solsystem wurde im Oktober 3442 geschluckt. Zwar hatten Manips und andere Schwarmschiffe das Solsystem kurz überprüft und festgestellt, dass dort Hyper-D-Stille herrschte. Die Eignungsprüfungen der Terraner als Hilfsvolk wurden aber erst nach der Aufnahme des Milliardenvolks in den Schwarm durchgeführt. Durch den Sekundärplan manipulierte Perry Rhodan geschickt die Wahrnehmung des Götzen Corkt Y'Xamterre, und dieser verzichtete darauf, Schiffe auf Terra landen zu lassen. Die vorschnelle Akzeptanz von vorgetäuschten Tatsachen zeigt, dass die Götzen die Invasion der Milchstraße als routinemäßigen und völlig unproblematischen Vorgang sahen - und somit leichtsinnig und unvorsichtig agierten. (PR 550, PR 552, PR 553)

Anmerkung: Selbst wenn die Terraner sich tatsächlich auf der vorgetäuschten Entwicklungsstufe befunden hätten: Die terranische Mentalität und der typische Freiheitsdrang hätte das kriegerische, scheinbar nützliche Hilfsvolk nach wenigen Jahrhunderten in einen nur schwer zu bekämpfenden Widerstand getrieben. Dies zeigt, wie oberflächlich die Götzen ihr potenzielles Hilfsvolk analysiert hatten.

Die Terraner hatten nach der Aktivierung des Paratronschirms rund um das Solsystem ein leichtes Spiel: Mit ihren gewaltigen Flotten zerstörten sie wichtige Schaltplaneten und lähmten erst die Fähigkeit des Schwarms zu Transition, dann die Möglichkeiten, Strukturlücken im Schwarm zu schalten. Viel zu spät reagierten die Schwarmgötzen mit Flottenaufmärschen oder dem Versuch, das Solsystem in den Hyperraum zu transitieren. Verzweifelt mutete schließlich der glücklose Versuch an, den Götzen Ü'Krantomür als Unterhändler ins Solsystem einzuschleusen. (PR 554, PR 558, PR 563)

Relativ offen trat nun das bürokratische, unflexible Denken der Schwarmgötzen zutage: Durch Intrigen wurden besonders begabte Karduuhls auf unwichtige Planeten verbannt, auf denen sie zugrunde gingen (Y'Chatramyr oder Y'Xanomrymer), Sektionschefs verheimlichten Rückschläge in ihren Entwicklungsabteilungen (Y'Kantomyros), planetare Befehlshaber ignorierten Katastrophenberichte aus der weiteren Umgebung ihres Planeten (Y'Xamara). (PR 559, PR 560, PR 561, PR 564)

Die Cynos hatten in der Abwesenheit des Schwarms in der Milchstraße ein Heimliches Imperium aufgebaut und waren somit wesentlich besser organisiert als die Schwarmgötzen. Dass sie trotz ihres Mangels an Machtmitteln den Schwarm zurückerobern konnten, war allein der militärischen Hilfestellung durch die Terraner zu verdanken. (PR 546, PR 556)

Der Cyno Imago I alias Schmitt erlangte im Januar 3443 auf der zentralen Schaltwelt Stato den Paradimschlüssel, danach wurde Stato durch terranische Arkonbomben vernichtet. Nach der Befreiung des Taboras durch Gucky kehrte das Tabora in den Paradimschlüssel zurück und Schmitt erreichte die Ersatz-Schaltwelt Stato II im Hyperraum. Nun konnten auch Karduuhls diese Welt wieder erreichen, hatten aber nur zu wenigen der tausenden von Schaltstationen Zugriff. Dennoch kamen hunderte Götzen nach Stato II, durch spezielle Helme vor Psi-Strahlung geschützt. (PR 556, PR 566)

Nach der Versetzung von Stato II in den Normalraum des Schwarms verlegten die Karduuhls sämtliche verfügbaren Flotten an diese Position, weswegen auch die Cynos die terranische Flotte nach Stato II holten. Im Orbit Statos kam es zu einer gewaltigen Raumschlacht, aus der die Terraner siegreich hervorgingen. Die Schwarmgötzen verteidigten derzeit die Energiegrüfte der Neun Imaginären, die von Imago I angegriffen wurden. Das Ziel Schmitts war es, alle neun Imaginären zu töten. Der dadurch freigesetzte psimodifizierte Hyperenergieschwall wurde vom Schmiegeschirm des Schwarmes reflektiert, verstärkt und tötete innerhalb von nur einer halben Stunde jeden der psisensiblen Karduuhls, die sich im Schwarm befanden. Die Leichen der Karduuhls wurden später verbrannt. (PR 567)

Quellen