Sekundärplan

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17px-Qsicon exzellent.png Dieser Artikel wurde Ende Oktober 2008 in die Liste der Exzellenten Artikel aufgenommen.


Der Sekundärplan war ein kompliziertes Täuschungsmanöver der Terraner während der Schwarmkrise, um die Machthaber des Schwarms im Glauben zu lassen, dass die Terraner zwar ein kriegerisches Volk seien, aber noch nicht in der Lage, höherdimensionale Energien zu bändigen.

PR0552.jpg
Heft: PR 552
© Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt

Er bildete damit eine Ergänzung zur bereits zuvor angeordneten Hyper-D-Stille. Perry Rhodan hatte angesichts der Bewegungen und Aktionen des Schwarms geschlussfolgert, dass sich der Schwarm für die Terraner als Hilfsvolk interessieren könnte. Das Kalkül Rhodans war es, dass alle Bewohner des Solsystems innerhalb des Schwarms ihre volle Intelligenz wiedererlangen könnte und die Schwarmherrscher durch die terranische Schlagkraft gestürzt werden könnten. Darum wurden – dank der GrIko-Netze – die Wiederaufbauarbeiten am Paratronschirm beschleunigt und die Solare Flotte im Solsystem zusammengezogen. Gleichzeitig wurde im Solsystem eine Hyper-D-Stille ausgerufen, und für die gelegentlichen Beobachter aus dem Schwarm ein monumentales Schauspiel aufgeführt, welches das gewünschte Ergebnis hatte: Anstatt in einen Hyperraumkokon eingelagert zu werden, wurde das Solsystem in den Schwarm aufgenommen und die Terraner konnten ihre Schlagkraft voll entfalten.

Das Schauspiel

Verschiedene Weltraummissionen

Im Oktober des Jahres 3442 kam es wiederholt zur Ortung von Erkundungsraumschiffen des Schwarms im Solsystem. Die Bewohner des Planeten Terra bemerkten diese Beobachter, kümmerten sich aber nicht weiter um sie. Sie waren voll damit beschäftigt, Versorgungsflüge zwischen Terra, Luna und Mars zu organisieren, jene Himmelskörper des Solsystems, die sie bereits besiedelt hatten.

Hervorzuheben ist beispielsweise der Einsatz der LUNA IX unter Cuno Promax, die am 7. Oktober von Kap Kennedy startete und vier Stunden später zwei Schwarm-Einheiten begegnete. Die Bodenstation von Kap Kennedy unter Leitung von Oberst Aggar Urey warnte die LUNA IX, fügte jedoch gelassen und beschwichtigend hinzu, dass in letzter Zeit oft fremde Raumschiffe beobachtet wurden, die sich friedlich verhalten hätten. Trotzdem bereiteten die Raumfahrer der LUNA IX ihren Buglaser für den eventuellen Ernstfall vor, der aber nicht eintrat. Wenige Stunden nach der Landung und Versorgung der Mondstation brach die LUNA IX wieder zur Erde auf. Beim Wiedereintritt der LUNA IX in die Erdatmosphäre wurde eines der beiden verfolgenden Pilzraumschiffe von modernsten terranischen Atomraketen abgeschossen, während das andere abdrehte und das Solsystem verließ.

Am 21. Oktober transitierte der Schwarm unmittelbar an die Grenzen des Solsystems und flog mit halber Lichtgeschwindigkeit und mit einer Einlassöffnung im Schmiegeschirm auf das Sonnensystem zu. Am 22. Oktober wurde den Terranern klar, dass das rechnerisch ermittelte Gebilde, welches durch seine Transition schwere Erschütterungen im ganzen Solsystem verursacht hatte, physikalisch sichtbar war. Wissenschaftler vermuteten in Rundfunkmeldungen eine Wolke aus gasförmiger, leuchtender Materie, die durch einen Strukturriss in das Normaluniversum gelangt war. Militärs kommentierten das Erscheinen mit dem Verweis auf möglicherweise feindliche Intelligenzen.

Trotz dieser Ereignisse und erneuter Sichtungen von Schwarmschiffen konzentrierten sich die Terraner auf ihre nach der Verdummung neu aufbrechenden inneren Streitigkeiten. Diese Ignoranz wurde auch durch die Schwarmschiffe gefördert, die keinen Kontakt aufzunehmen versuchten. Eine Verbrecherbande auf dem Mond unter Leitung von Bernard Truk wurde am 31. Oktober von der Besatzung eines Raumschiffes unter dem Kommando von Atlan festgenommen. Die Verbrecher beschossen zwar das Kettenfahrzeug der Polizisten mit Raketen und drohten, mit den unbekannten Raumern Kontakt aufzunehmen. Da diese nicht reagierten, mussten sich die Verbrecher ergeben und wurden gefesselt abgeführt und nach Terrania geflogen. (PR 550)

Auf der Erde wurde die Verkehrsinfrastruktur nach dem Abklingen der Verdummung rasch wieder instand gesetzt. Elektro- und Gasfahrzeuge verkehrten auf den Straßen, atomar betriebene Frachter auf den Meeren, Eisen- und Rohrbahnen auf einem provisorischen Schienennetz. Gegenüber den Schwarmbeobachtern demonstrierten bewaffnete Überschallflugzeuge in der oberen Atmosphäre die Verteidigungsbereitschaft. Zwei Pilzraumschiffe des Schwarms wurden in der Erdatmosphäre abgeschossen. (PR 551)

Am 1. November begann die Atmosphäre des Mars, in den Weltraum zu verschwinden und dünner zu werden. Die zahlreichen Kolonisten riefen den Mutterplaneten um Hilfe. Am 3. November brach die AYCROM mit einer Elitebesatzung von Cape Kennedy aus auf, um den Kolonisten beizustehen. Sechs Pilzraumschiffe des Schwarms und ein Wabenraumer entführten das Schiff nach dem Verlassen der Erdatmosphäre, wobei eines der Schiffe mit einem primitiven Raketenwerfer vernichtet werden konnte. Die AYCROM wurde nach Tester verbracht, wo die Schwarmgötzen über einen Monat lang die Kampffähigkeiten der Terraner prüften. (PR 551, PR 553)

Der Kriegsbeginn

Bereits seit Tagen war die weltpolitische Situation angespannt. Die zwei Machtblöcke, die Europäisch-Atlantische Allianz auf der einen Seite und das Afro-Asiatische Reich auf der anderen, konnten sich nicht über die Verteilung der Antarktis einig werden. Während die EurAA die antarktischen Gebiete von Coats-Land bis einschließlich Enderby-Land beanspruchte, beharrte die AAR auf einer früheren Grenzziehung, die ihr dieses Gebiet zusprach. Die AAR schlug als Kompromiss vor, die umstrittenen Gebiete gegen die Ross-Küste zu tauschen, was die EurAA eindeutig ablehnte. Diese entscheidende Streitfrage wurde darum am 17. November auf der 37. Verhandlungsrunde in Genf vertagt. Auch die Weltregierung in Terrania, wo Perry Rhodan amtierte, schwieg zu dem Thema. Die AAR, die offiziell noch vor einem Krieg warnte, ließ darum Truppen an der Grenze der Mongolei aufziehen. In einigen Großstädten der AAR, wie etwa Haifa, Kairo oder Peking gab es Massenkundgebungen, in denen gefordert wurde, die EurAA an der Ergreifung der Weltherrschaft zu hindern.

Als sich der Schwarmgötze Corkt Y'Xamterre am 19. November entschloss, der Erde einen Besuch abzustatten, um auf Empfehlung von Creyc Y'Creycymon die Vorbereitungen für die Rekrutierung der Terraner einzuleiten, überstürzten sich plötzlich die Ereignisse: Auf einer der südlichen Orkney-Inseln ereignete sich eine nukleare Explosion. Die EurAA, die dort einen militärischen Stützpunkt unterhielt, beschuldigte die AAR, diese Station mit Fernlenkraketen angegriffen zu haben und erklärte den Krieg. AAR-General Goubar Nandese erklärte hingegen im Führungskommando Kairo, dass es sich um einen Vorwand handle: Der EurAA-Befehlshaber Galbraith Deighton habe seinem Geheimdienst diese Explosion befohlen, um den Krieg erklären zu können. Nandese mobilisierte die Truppen, um einer EurAA-Aggression Widerstand leisten zu können.

wichtige Truppenbewegungen im Sekundärplan

Wenige Stunden später überschritt AAR-General Fan Dschang mit seinen Truppen die Grenze der Mongolei und bewegte sich in Richtung Irkutsk. Die Stadt sowie die Nachbarstädte Ulan-Ude und Tschita wurden rasch zerstört und eingenommen. Die AAR-Flotten im Indischen Ozean bewegten sich von Ceylon und Madagaskar kommend in Richtung Australien, die japanische Flotte machte sich zur Invasion Nordamerikas bereit, wartete aber zunächst noch auf die Befehle Fan Dschangs. Der heiße Krieg beschränkte sich zunächst vornehmlich auf Nordasien.

Corkt Y'Xamterre war zunächst besorgt über den Bruderkrieg der Terraner, erhielt aber von Creyc Y'Creycymon die Botschaft, dass er sich das Schauspiel zunächst ansehen sollte, um die Kampfkraft der Terraner weiter zu evaluieren. So ging der Krieg weiter und weitete sich immer weiter aus: Die Seestreitkräfte der EurAA kamen den AAR-Flotten entgegen, die Flotten rieben sich gegenseitig auf. Im Kaukasus befehligte General Nandese mehrere Vorstöße mit Luftlandetruppen. Über dem Pazifik stießen die Luftflotten beider Mächte aufeinander, von Südamerika brach eine gigantische Flotte nach Afrika auf. General Nandese verlegte die Truppen in Zentralafrika nach Norden, um später die Invasion Europas durchführen zu können.

Ein strategischer Fehler von Galbraith Deighton war es, seine Panzerdivision westlich des Jenissei zu postieren, und dort darauf zu warten, dass Fan Dschang in das mittelsibirische Hochland vordringen und von Westen kommen würde. Doch Fan Dschang nahm einen anderen Weg und rollte Deightons Panzerfront von Süden her auf. Aus der stundenlangen Schlacht am 20. November ging das AAR als Sieger hervor. Fan Dschang kontrollierte nun ganz Sibirien bis zum Ural und drang über den bereits geschwächten Kaukasus bis nach Odessa vor. Die Stadt wurde kampflos erobert. (PR 552)

Vernichtender Atomkrieg

In der EurAA, derartig in die Defensive gedrängt, löste Galbraith Deighton den Atom-Alarm aus und ließ von der noch gut verteidigten Halbinsel Kamtschatka zwölf Atomraketen in Richtung Japan und Mandschurei abschießen. Die AAR antwortete in einem atomaren Gegenschlag mit zwanzig Interkontinentalraketen, die in Nordamerika detonierten. Die Weltregierung in Terrania sprach entsetzt von Millionen von Todesopfern. Auch in Afrika, Südamerika und Australien kam es zu weiteren Atomexplosionen, zudem wurden Flotten auf den Weltmeeren mit Kernwaffen vernichtet.

Es wurden nun alle Mittel der Kriegsführung eingesetzt, darunter nun auch normalenergetische Strahlenwaffen, mit denen in der Arktis kilometergroße Gebiete enteist wurden, um an die U-Boote heranzukommen, die sich dort verborgen hielten. Fan Dschang planierte die Gebirgswelt im Ural mit seinen Strahlenwaffen. Ferner kam es zum Abschuss von wichtigen Satelliten in der Umlaufbahn.

Deighton gelang es, nördlich des Petschora die Panzerarmee Fan Dschangs zu zerschlagen und ihn zum Rückzug zu zwingen. Fan Dschang bot daraufhin die gesamte Luftwaffe aus China gegen die EurAA auf, die jedoch gegen die europäischen und nordamerikanischen Luftstreitkräfte chancenlos blieb. Die mehrere hunderttausend Flugzeuge umfassenden Flotten kämpften verbissen, bis Fan Dschang seine Jäger und  Wikipedia-logo.pngBomber zurückbeorderte.

Während Pressemeldungen zufolge bereits fast kein Industrie- und Wirtschaftszentrum der Erde mehr existierte, ging General Goubar Nandese zur Invasion Europas über. Obwohl zweitausend Flugpanzer der AAR über dem Mittelmeer abgeschossen wurden, konnte doch die Mehrheit anlanden. Zuerst fand die Landung in Spanien statt, und die Truppen drangen rasch vor. Weniger erfolgreich war die Invasion in Griechenland, wo eine ganze Brigade gefangen genommen wurde.

Zu spätes Kriegsende

Zu diesem Zeitpunkt griff schließlich Corkt Y'Xamterre in das Geschehen ein. Er ordnete vom  Wikipedia-logo.pngOrbit aus an, dass alle Streitkräfte nur noch seinem Befehl unterstehen würden und alle Kampfhandlungen sofort einzustellen seien. Die weitere Anwendung von Atomwaffen würde er als Kriegsverbrechen ahnden, und der Frieden auf Terra sollte durch 200 Schwarmraumschiffe kontrolliert werden. Die Anweisungen des Schwarmgötzen verhallten jedoch ohne Wirkung.

Die Weltregierung unter Perry Rhodan wandte sich ebenfalls über Terra-Television an die Weltöffentlichkeit. Er kündigte an, mit aller ihm zur Verfügung stehenden Macht ins Geschehen einzugreifen und sich nicht mehr auf die diplomatische Vermittlerrolle zu beschränken. Marschall Galbraith Deighton in Moskau habe ihm einen Waffenstillstand zugesichert, er warte nun auf die Reaktionen der AAR. Die Armeeführung der AAR bezeichnete er als Revolutionäre und erklärte, dass die Menschheit fortan geeinigt sein müsse. Fan Dschang schaltete sich in die Rundfunkdebatten ein und verhöhnte die Weltregierung: Er werde bis zum letzten Mann kämpfen.

Nur zehn der angekündigten 200 Walzenraumer des Schwarms setzten auf Terra zur Landung an. Drei über Terrania, die restlichen verteilten sich auf die Kontinente. Eins der Schiffe, mit Kleinen Purpurnen besetzt, wurde in Zentralafrika bei einem Ubangistaudamm abgeschossen. Daraufhin beorderte Corkt Y'Xamterre die anderen neun Schiffe zurück, befahl allen Schiffen, ihre Schutzschirme einzuschalten. Dies geschah gerade noch rechtzeitig, denn die Terraner wählten plötzlich nicht mehr feindliche Stellungen, sondern seine Raumschiffe als Ziel. Daraufhin setzte er starke Hypnosestrahlung ein und befahl den Terranern, die Waffen sofort niederzulegen. Diese Maßnahme hatte endlich Erfolg. Abrupt brachen sämtliche Kämpfe auf der Erde ab.

Diese Waffenpause nutzte Corkt Y'Xamterre, um erneut drei Raumschiffe nach Terrania zu entsenden. Sie konnten unangefochten landen und Besatzungen ausschleusen. Als nach einer Weile der Funkkontakt zur Hauptflotte abbrach, wurden die wieder startenden Schiffe nur wenige Minuten später von Atomexplosionen vernichtet. Unmittelbar danach meldete sich der Führer der Weltregierung, Perry Rhodan. Er war untröstlich, dass die Walzenraumer des Götzen durch afro-asiatische Truppen zerstört wurden. Er beschwor Corkt Y'Xamterre, ihn auf Terra gewähren zu lassen, und keine Vergeltung zu üben. Die Terraner bräuchten einige Zeit, um sich an den Gedanken zu gewöhnen, ein Bündnis mit Nicht-Terranern einzugehen. Corkt Y'Xamterre gewährte ihm diesen Wunsch.

Nun übernahm Perry Rhodan die Kontrolle über Terra. Die Kriegshetzer wurden in einem Schauprozess abgeurteilt und hingerichtet. Am 2. Dezember fanden Wahlen statt, die Perry Rhodan mit 83,7% aller abgegebenen Stimmen zum Staatschef der Vereinigten Terranischen Völker bestimmten.

Hinter den Kulissen

Was hinter den Weltraummissionen steckte

Die LUNA IX war ein altes Raumschiff der Ferronen, welches über keine höherdimensionalen Maschinen verfügte – also keine Antigravaggregate oder Überlichttriebwerke. Dennoch besaß es eine ausgereifte Technik mit Pulsations-Plasmatriebwerken und normal-energetischen Schutzschirmen. Die Mondkolonie war eine rein potemkinsche Einrichtung, während die tatsächliche Besiedlung komplett sublunar erfolgt war. Der Beschuss der Schwarmschiffe war notwendig, damit sie nicht zu nah an die Oberfläche gerieten und auswertbare Daten erhielten. Zudem wurde dadurch der Wert der Terraner als skrupelloses, kriegerisches Volk demonstriert.

Die Hyperorter der Terraner hatten die Transition des Schwarms am 21. Oktober natürlich angemessen und rechnerisch ermittelt, ab wann der Schwarm sichtbar sein würde. Daraufhin wurden Pressemeldungen vorbereitet, die das Ereignis (gut für die Beobachter aus dem Schwarm vernehmbar) in ihren Rundfunkmeldungen kommentierten.

Das Verbrecherversteck auf dem Mond war eine alte Filmkulisse, das Kettenfahrzeug ein veralteter Shift. Der Anführer der Rebellen war der Chefpsychologe der MARCO POLO. (PR 550)

Warnung vor Inbetriebnahme von Hypergeräten

Seit dem 21. Oktober galt auf Terra absolute 5-D-Stille, was vor allem die Verkehrsmittel beeinflusste. Die Verkehrsmittel, die auch demonstrativ auf der Oberfläche verkehrten, waren ausrangierte Museumsfahrzeuge, oder zum Teil auch hastig rekonstruierte Modelle. Die Piloten in den Überschallflugzeugen waren wagemutige Mitglieder der Heimatflotte. (PR 551)

Die Marsatmosphäre, deren Schwund zum Start der AYCROM am 3. November führte, war in der Tat bedroht: Wegen der fehlenden Gravitationsverstärkung konnte das dichte Gasgemisch nicht länger gehalten werden und die Atmosphäre passte sich wieder an die natürlichen Gegebenheiten an. Eine Bedrohung für die Marsbewohner bestand jedoch nicht. Die von Terra startende AYCROM war ein uraltes Springerschiff aus einem Museum, das nur über Unterlichttriebwerke verfügte und von den Terranern modifiziert worden war. An Bord der AYCROM befanden sich Ras Tschubai, Alaska Saedelaere, Irmina Kotschistowa, Tia Hon-Tse, Makol Subate, Lhote Bayaka, Felton Bracke und weitere Terraner. Die Anwesenheit von verschiedensten Nicht-Terranern (Atlan, Icho Tolot, das Thunderbolt-Team mit dem Paladin, Toronar Kasom, Balton Wyt, Lord Zwiebus, Merkosh, Brut Tolsom) sollte gegenüber den Schwarmbewohnern dadurch erklärt werden, dass diese einst auf der Erde gestrandet seien und sich danach in die Gesellschaft der Terraner integriert hätten. (PR 551)

Anmerkung: Was mit den Kolonien des Solsystems auf den anderen Planeten geschah – wie etwa der Venus und den Monden von Jupiter, Saturn und Neptun – wird nicht genauer geschildert. Es ist davon auszugehen, dass die zumeist unterirdisch gelegenen Anlagen evakuiert und sowohl hyper- wie auch normalenergetisch stillgelegt wurden. Die Raumflotten der Terraner waren getarnt und energetisch stillgelegt auf den Gasplaneten untergebracht worden.

Regie, Statisten und Requisiten des Weltkriegs

Ursprünglich war vorgesehen, dass nach der Aufnahme des Solsystems in den Schwarm die Maske des primitiven Volkes abgenommen werden sollte. Dies war aber nicht möglich, da der Paratronschirm als wichtigste Verteidigungstechnologie noch nicht einsatzbereit war. Darum wurden Ablenkungsmanöver unternommen, zu denen auch schon Atlans AYRCOM-Mission gelten muss. Als sich am 17. November eine Schwarmflotte mit einem Götzen formierte, die das Solsystem näher untersuchen sollten, entschied sich Rhodan zum Einsatz des Sekundärplans als Plan B, falls der Paratronschirm noch nicht einsatzbereit wäre.

Anmerkung: Somit bezieht sich die Bezeichnung Sekundärplan eigentlich nur auf die Simulation des Atomkrieges. Da jedoch für die zuvor durchgeführten Weltraumpionier-Simulationen kein Deckname existierte, werden auch sie in diesem Artikel behandelt.

Die Menschheit wurde für die Kriegssimulation in die zwei Lager aufgeteilt, wobei die längst nicht mehr existierenden Rassendifferenzen als Vorwand genommen wurden, um die EurAA und das AAR zu erfinden. Die vorbereitenden Propagandasendungen wurden im Sekundär-Studio entwickelt, während der Ernstfall erst ab dem 17. November einsetzte. Die Protestaktionen in den Großstädten des AAR waren ebenfalls inszeniert. Zuvor war die Zivilbevölkerung zwar auf das Kriegsspiel vorbereitet, aber noch nicht direkt einbezogen worden.

Die Illusionsarmeen bestanden aus 500.000.000 Menschen, wobei es sich um Streitkräfte des Solaren Imperiums handelte, um Reservisten und Freiwillige. Auch mehr als Hälfte des Kriegsmaterials setzte sich aus Flottenbeständen zusammen: Die EurAA-Soldaten waren mit lindgrünen Uniformen der Raumstreitkräfte bekleidet, während die AAR-Streitkräfte die Uniformen der Raumlandetruppen und anderer Spezialkräfte trugen. Alle Truppen trugen die Funkhelme der Gegenwart, wobei natürlich die Hyper-D-Stille gewahrt sein musste. Ein angeblich nur geringes Problem stellte die Bewaffnung dar, die aus Maschinengewehren und alten Laserstrahlern bestand. Für die späteren High-Tech-Einsätze waren auch von Anfang an starke Strahlengeschütze vorgesehen.

Ein Gutteil des Fuhrparks und der Luft- und Seeflotten bestand aus Museumsbeständen oder billigen Attrappen. Diese wurden ergänzt durch Flottenbestände: Die Panzerschlachten wurden vor allem mit Shifts der Raumlandetruppen durchgeführt. Shifts, die über dem Meer  »abgeschossen«  wurden, brannten eine Rauchbombe ab und tauchten dann unter. Die Luftflotten bestanden neben den Museumsmaschinen aus jenen schnellen Atomjägern, die sonst an Bord von Großraumschiffen für Notfälle vorgesehen waren. Die Seestreitkräfte bestanden aus alten Flugzeugträgern, Schlachtschiffen und Atom-U-Booten.

Anmerkung: Woher – bei aller Aufstockung durch die Flottenbestände – hunderttausende uralter, aber noch funktionsfähiger Kriegsschiffe, Flugzeuge, Waffen und Panzer stammten, ist nicht ganz klar. Zwar wird erwähnt, dass sie von Museen und Privatpersonen gehortet worden seien, doch es wurde auch ein historischer Bestand für die Museen zurückgehalten. Es wird sich bei den meisten Maschinen eher um Attrappen gehandelt haben.

Die Kriegsziele, auf die scharf geschossen werden durfte, waren im infraroten Bereich markiert, die Streitkräfte hatten genaue Karten und Regiepläne, auf denen die Standorte von abzuschießenden Panzern oder Attrappen verzeichnet waren. Alte und ausrangierte Seekriegsschiffe mit reinem Schrottwert wurden unbemannt in die Seeschlachten geschickt, wo sie ohne Skrupel versenkt werden konnten. Auch die abgeschossenen Satelliten waren zur Verschrottung vorgesehen. Bei »kampflos eroberten« Städten handelte es sich um Gebiete, die nicht evakuiert werden konnten.

Die Ausarbeitung des Sekundärplanes sah mehrere Varianten vor: Sollten sich die Schwarmgötzen bereits zu Kriegsbeginn eingreifen, würde Perry Rhodan als starker Mann der Weltregierung den Krieg beenden. Andernfalls würde der Krieg sich immer weiter ausweiten, bis die Götzen schließlich Einhalt gebieten würden. Es kam letztlich zu genau dieser Variante, die schließlich auch in einen Atomkrieg mündete, weil Perry Rhodan die weitere Annäherung mehrerer Wabenschiffe auf die Erde und damit die Aufdeckung des Kriegsspiels fürchtete. (PR 552)

Harmlose Atombomben

Die Detonationswirkung der Atombomben war auf größtmögliche optische und auf geringstmögliche physikalische Wirkung getrimmt, der Großteil bestand aus speziell präparierten Sprengsätzen mit möglichst geringer Strahlungsabgabe. Die Explosionsorte der Atombomben waren zudem vorher genau bestimmt worden, es handelte sich meist um abbruchreife oder veraltete Anlagen. Da auf Strahlung nicht komplett verzichtet werden durfte – dies hätte die Götzen misstrauisch gemacht – wurden in den Weltmeeren fernab der Zivilisation scharfe, strahlungsabgebende Nuklearwaffen gezündet. Diese strahlungsgefährdeten Gebiete sollten fortan gemieden werden.

Auch die durch Atomraketen abgeschossenen Flotten bestanden hauptsächlich aus Wracks, die nur durch Schaumstofffüllungen noch auf dem Wasser dümpeln konnten. (PR 552)

Anmerkung: Diese Schilderung wirkt sehr verharmlosend angesichts der heute bekannten Zerstörungskraft von Atomwaffen. Auch wenn keine überlebenswichtige Infrastruktur zerstört und niemand getötet wurde, so sind doch schwere Auswirkungen auf Umwelt die sichere Folge gewesen. Andererseits ist von einer lange geplanten Umweltveränderung die Rede, auch wenn nicht klar wird, in welche Richtung sich die verstrahlten Ozeane verändern sollten.
Der Heftroman 552 von Ernst Vlcek wurde darum auch von Horst Hoffmann nur mit folgender Anmerkung in den 61. Silberband aufgenommen: [...] Und das alles hat sich ein Perry Rhodan ausgedacht – der Perry Rhodan, der bekanntlich den Atomkrieg auf der Erde des späten 20. Jahrhunderts verhindert hat. Auf der Erde des ausgehenden 20. Jahrhunderts hätte dieser Perry Rhodan wahrscheinlich keine Chance gehabt, seinen Wahnsinnsplan durchzuführen; in der Zukunft des Jahres 3442 schon gar nicht. Es kann doch nicht angehen, daß die Weltmeere wider besseres Wissen (nämlich aus der eigenen Vergangenheit) nuklear verseucht werden, nur um den Götzen ein beeindruckendes Schauspiel zu liefern. Dazu wäre Perry normalerweise etwas Besseres als der gespielte Weltkrieg eingefallen. [...]

Dreifaches Glück beim Kriegsende

Als Corkt Y'Xamterre eingriff, verfügte Rhodan, dass der Krieg weitergehen solle – schließlich wollte er selbst als starker Mann den Frieden wiederherstellen und dadurch das Vertrauen des Götzen gewinnen. Andererseits war er besorgt darüber, dass die 200 Walzenraumer des Schwarms nun die Illusion zerstören würden, die er mühevoll aufgebaut hatte. Darum ging er über Terra Television wieder auf Sendung und proklamierte das Ende des Kriegs, der nun nur noch von den Revolutionären der AAR fortgeführt wurde.

Die Atomrakete, die den Schwarmraumer beim Ubangi-Staudamm abgeschossen hatte, sollte ursprünglich nur den Staudamm treffen. Dass dadurch auch gleichzeitig das Raumschiff getroffen wurde, war ein enormes Glück für die Terraner, denn die dort angeblich stattfindenden Kämpfe zwischen AAR-Truppen und EurAA-Fallschirmlandetruppen waren eine reine Erfindung der Propaganda. Die Kleinen Purpurnen konnten diesen Umstand nicht mehr an die anderen Schiffe melden. Zugleich verhinderte der Rückzug der anderen neun Schiffe, dass die Schwarmbeobachter die Illusion durchschauten.

Ein Einsatz von Gucky hatte gerade noch rechtzeitig drei vermisste Personen aus dem gefährdeten Gebiet des Ubangi-Damms nach Imperium-Alpha gebracht, auch dies ein Glücksfall für die Terraner. Doch der besorgte Familienvater, der in Griechenland eingesetzt worden war, konnte durch nichts abgehalten werden, seine geretteten Angehörigen persönlich zu besuchen. Dabei überflog er den Raumhafen von Terrania, der ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt von den drei Schwarmraumschiffen besucht wurde. Er und seine drei Begleiter wurden von den Lacoons gefangen genommen. Als die Störsender von Terrania mit Funkstörungen begannen, starteten die Walzentraumer unverzüglich vom Raumhafen. Bemühungen der Mutanten, Sprengsätze in die Schiffe zu legen, misslangen. Ribald Corello plante ebenfalls, telepsimatisch Bomben in die Raumer zu verschicken. General Fan Dschang kam ihm jedoch durch den Abschuss von drei Atomraketen zuvor.

Danach konnte der Schwarmgötze Corkt Y'Xamterre von Perry Rhodan überzeugt werden, Terra zunächst in Ruhe zu lassen, während die  »Weltregierung« den Planeten einigen sollte. Die Filmsequenzen, die Corkt Y'Xamterre wenige Zeit später zu sehen bekam, taten ihr Übriges, dass keine weiteren Schwarmschiffe mehr auf Terra landeten, sondern die Entwicklung auf der Erde über die Rundfunkmeldungen verfolgten. (PR 552)

Das beeindruckende Schauspiel hatte letztendlich nur mittelfristige Auswirkungen: Bereits am 10. Dezember erfuhren die Schwarmherrscher auf Tester durch einen Fehler Atlans von den wahren Fähigkeiten der Terraner. (PR 553)

Kritik und Erfolg

Der Sekundärplan hatte zahlreiche Kritiker, die sich darauf beriefen, dass das Solare Imperium sich auf die schlagkräftigen Flotten von 105.000 Raumschiffen verlassen konnte. Davon gehörten 90.000 Raumschiffe der Heimat-, Innen- und Außensektorflotte an der Rest setzte sich aus 10.000 Posbi-Fragmentraumern, 5000 USO-Kampfschiffen und einem 25 Großkampfschiffe umfassenden Kontingent der Maahks zusammen. Zu den Kritikern gehörte unter anderem General Fan Dschang, der der Ansicht war, dass Angriff die beste Verteidigung sei. Ein weiteres Argument lautete, dass auch die Defensivwirkung des Paratronschirms gegen alle Eventualitäten im Schwarm keineswegs erwiesen war.

Perry Rhodan lehnte jedoch voreilige militärische Schritte ab, da noch keineswegs gesichert war, mit wie vielen Raumschiffen der Schwarm im Ernstfall zurückschlagen könnte. Der Erfolg gab ihm Recht: Auch nach Aufdeckung des Sekundärplans dauerte es noch gute zwei Wochen, bis der Paratronschirm einsatzbereit war, und ohne den Sekundärplan hätten die Abwehrbemühungen der Terraner sich um mehr als sechs Wochen verlängert; der Schwarm hätte in dieser Zeit noch viel weitreichendere Schritte gegenüber dem Solsystem ergreifen können.

Wie Roi Danton seinem Vater gegenüber erklärte, beruhte der Erfolg des Sekundärplans hauptsächlich auf dem Charisma Rhodans, der der Menschheit die Notwendigkeit dieser Travestie vermitteln konnte. Denn es bestand größtes Risiko, jederzeit enttarnt zu werden, und ohne Vorwarnung von einem Vernichtungsschlag getroffen zu werden. Die regulären Streitkräfte der Terraner konnten dann unmöglich rechtzeitig eingreifen. Ohne das Vertrauen der Terraner in Perry Rhodan hätte dieser Schachzug niemals derartigen Erfolg gehabt. Es wurde kein einziges Todesopfer während des simulierten Weltkriegs bekannt. (PR 552)

Quellen

PR 550, PR 551, PR 552, PR 553