Voica

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Die Voica waren eine Gruppe aus 18 besonders begabten Esperinnen der Kartanin.

Sie traten öffentlich als Stimme von ARDUSTAAR (PR 1292), Stimme von Ardustaar (PR 1313), Stimme der Wissenden (PR 1327) oder nur STIMME (PR 1292) in Erscheinung. Sich selbst nannten sie Clan der Wissenden. (PR 1314) Von der Führungsspitze der Pinwheel Information Group wurden die Voica ironisch als Alt-Kartanin bezeichnet. (PR 1326)

Anmerkung: In PR 1345, Kap. 3 macht ein Druckfehler sie zu Voicy.

Übersicht

Auf telepathischem Weg erteilten die Voica den Hohen Frauen, der offiziellen Regierung der Ardustaar-Kartanin, Anweisungen und stellten so die eigentlichen Entscheidungsträger. (PR 1313)

Anmerkung: Telepathen können normalerweise zwar die Gedanken anderer Intelligenzwesen lesen, nicht aber mentale Botschaften senden. Das gilt auch für die Esper der Kartanin. In diesem Fall entstand aber die Fähigkeit, als STIMME zu sprechen, offenbar aus dem Zusammenschluss der 18 Frauen.

Auch die Hohen Frauen wussten nicht, wer die Voica waren. Aber sie vertrauten und gehorchten der STIMME. (PR 1292)

Es waren immer exakt 18 Voica. (PR 1327)

Sie waren die einzigen Kartanin, die über die wahre Geschichte ihres Volkes orientiert waren, und hüteten dieses Wissen eifersüchtig. (PR 1313)

Wurde eine Kartanin in den Kreis der Voica aufgenommen, so hatte sie den Voica-Eid zu leisten. Sie legte ihren Familiennamen ab. Dao-Lin-H'ays Name änderte sich so zum Beispiel in Dao-Lin-Voica. (PR 1337, PR 1338)

Sie waren untereinander gleichrangig und trafen alle Entscheidungen einstimmig. Allerdings wurde Dao-Lin anfangs nicht in das Geheimnis des Raknor-Nebels und der Roboter von Ctl eingeweiht, und die anderen Voica ignorierten ihren Wunsch, mit den Galaktikern ehrlich umzugehen. (PR 1337, PR 1338)

Ihre Residenz befand sich auf der NARGA SANT. Niemand außer ihnen lebte dort. Gelegentlich lieferten parataube Kartanin Nachschub von außerhalb, so blieb ihr Geheimnis gewahrt. (PR 1345)

Einzelne Angehörige der Voica wurden entweder ebenfalls als Voica oder als Wissende bezeichnet. (PR 1337)

Bekannte Voica

Geschichte

Aufstieg

Infolge der Weltraumbeben des Jahres 3587 materialisierten große Mengen von Paratau im System der Sonne N'jala und die Kartanin entdeckten die besonderen Eigenschaften dieses Stoffes, von ihnen Tränen N'jalas genannt. Etwa zehn Jahre später fand eine Gruppe Esperinnen die Roboter von Ctl und die NARGA SANT. Aus ihnen entstanden die Voica, die über die Geschichte der Kartanin zumindest seit deren Ansiedlung im Reich der Zwölf Galaxien informiert waren und ihren Sitz in der NARGA SANT hatten. Sie fürchteten das Machtpotenzial der Roboterdynastie und erklärten die gesamte Dunkelzone als raknor, also tabu. Wahrscheinlich war ihnen bekannt, mit welcher Kompromisslosigkeit die Robotdynastie all die Jahrtausende geherrscht hatte. Ein Überwachungssystem sorgte dafür, dass sie über jeden Eindringling informiert wurden. (PR 1338)

Als »Stimme von Ardustaar« lenkten sie fortan die Hohen Frauen – und damit die offizielle Regierung der Kartanin von Ardustaar – aus dem Hintergrund. (PR 1313)

Ohne die wahren Hintergründe zu kennen, nur durch ein unbestimmtes Verlangen angetrieben, initiierten die Voica das Projekt Lao-Sinh. Etwa um 410 NGZ flog das erste mehrstufige Fernraumschiff über die Distanz von rund 40 Millionen Lichtjahren in die Mächtigkeitsballung Estartu. Das Schiff strandete auf dem Planeten Aquamarin und war damit verschollen. (PR 1313, PR 1345)

Ab Mitte des Jahres 430 NGZ wurde Dao-Lin-H'ay auf Weisung der Voica mit LAO-SINH vertraut gemacht. Mit dem nächsten UMBALI-Schiff flog sie nach Estartu, wo sie für einige Jahre als Protektorin den Ausbau der Kolonie forcierte, bevor sie wieder abberufen wurde. (PR 1313)

Geheimnisse

Zurück in Ardustaar, wurde Dao-Lin im April 446 NGZ als neues Mitglied in den Kreis der Voica aufgenommen, als Nachfolgerin für eine kürzlich Verstorbene. Damit rückte sie noch stärker als bisher in den Fokus des Interesses der Pinwheel Information Group (PIG). (PR 1313, PR 1314)

Um die PIG von weiteren Nachforschungen über ihre eifersüchtig gehüteten Geheimnisse abzuhalten, inszenierten die Voica ein furioses Schauspiel mit 18 alten Esperinnen, die in ihre Rolle schlüpften und vorgaben, die echten Voica zu sein. Auf dem Planeten Nyrello begingen die falschen Voica gemeinsam Suizid. Die Galaktiker durchschauten die Täuschung, als ihnen Dao-Lin in die Hände fiel. (PR 1327)

Nikki Frickel und einige ihrer Begleiter, darunter Dao-Lin und die Paratensorin Poerl Alcoun, drangen in den Raknor-Nebel ein und fanden die Roboter von Ctl. Ein Robotschiff brachte sie im Oktober 446 NGZ auf die NARGA SANT. Aufgrund des bevorstehenden Friedensschlusses zwischen Kartanin und Galaktikern wurden alle gefangenen Mitglieder der PIG freigelassen, während Nikki Frickel und Poerl Alcoun – je nach Betrachtungsweise als Gäste oder Geiseln – bei den Voica blieben, um zu garantieren, dass deren Existenz und Funktion weiterhin geheim blieben. (PR 1338)

In einem der Gespräche mit ihren Gästen bekundete Trei-Ri-Voica den ernsthaften Willen der Voica für einen echten Frieden mit den Galaktikern – durchaus auch als Selbstschutz für den Fall eines Sieges von Sotho Tyg Ian in Sayaaron. (PR 1338)

Auch weiterhin hielten die Voica mit ihren Geheimnissen hinter dem Berg. Dao-Lin konnte ihnen das Zugeständnis, Nikki Frickel und Poerl Alcoun im Sco-ta-ming herumzuführen, nur gegen das Versprechen abringen, dass die beiden die Voica nicht mit ihren ständigen Fragen belästigten. Außer den 18 alten Kartanin lebte niemand im Zentralbereich der NARGA SANT, und laut Auskunft des Sco-ta-ming gab es auch im gesamten restlichen Bereich des riesigen Raumschiffs keine anderen Lebewesen. (PR 1345)

Krisis

Ende November 446 NGZ registrierten die Ortungsgeräte des Sco-ta-ming eine Bedrohung für das 40 Millionen Lichtjahre entfernte Tarkanium, das Siedlungsgebiet der Lao-Sinh in der Galaxie Absantha-Gom. Schwärme aus Abermillionen von psionisch aktiven Elementen drohten den dort gelagerten Paratau zu zünden. Die spontane Deflagration des Parataus würde die Kolonien restlos vernichten. Die Voica versuchten, die verantwortlichen Führungskräfte der Kolonien über die gewaltige Distanz telepathisch zu warnen. Sie erreichten jedoch nichts, außer sich durch den übermäßigen Verbrauch von Paratau an den Rand eines körperlichen und geistigen Zusammenbruchs zu bringen. (PR 1345)

Daher gaben sie dem Drängen der kürzlich in ihren Kreis berufenen Dao-Lin-Voica nach: Lei-Mama-Voica, Sring-Hea-Voica und Tia-Mei-Voica offenbarten, dass in der Gruft der Erleuchtung ein Schläfer ruhte, der wahrscheinlich in der Lage war, einen Kontakt mit dem Tarkanium herzustellen. Eine Voica, die einst versucht hatte, das Geheimnis der Gruft zu lösen, war in einer der tödlichen Fallen umgekommen. Sie gaben dennoch ihr Einverständnis zu einem Vorstoß in die Gruft, bei dem Dao-Lin Nikki Frickel und Poerl Alcoun mitnehmen durfte. Meihao-Vil-Voica verwehrte ihnen Waffen und Schutzanzüge, dafür gab sie ihnen überraschend einen kleinen Vorrat Paratau mit. Trei-Ri-Voica erlaubte ihnen, einige altertümliche mechanische Waffen mitzunehmen. (PR 1345)

Die drei erreichten das Zentrum der Gruft und Dao-Lin weckte den Schläfer auf. Die beiden Gäste erhielten aber keine Gelegenheit, mit Oogh at Tarkan zu sprechen, der rund 54.000 Jahre in der Gruft im Kälteschlaf geruht hatte. Die Voica belegten ihn mit Beschlag und schirmten ihn sorgfältig ab. (PR 1345)

Ohne Erlaubnis der anderen gab Dao-Lin die Koordinaten der NARGA SANT an Guang-Da-G'ahd weiter, die vor einiger Zeit von den Voica in die Milchstraße geschickt worden war, um mit der GOI Kontakt aufzunehmen. Im Januar 447 NGZ kam Guang-Da-G'ahd in Begleitung von Gucky und Fellmer Lloyd nach Ardustaar und an Bord der NARGA SANT. Sie wurden von Oogh at Tarkan empfangen, obwohl die Voica nach wie vor dagegen waren. Diese hatten Angst, aus der beginnenden Freundschaft könnte eine Todfeindschaft werden. Doch Oogh at Tarkan zeigte sich einsichtig, da er früher die Erfahrung gemacht hatte, dass er mit seinen Heimlichkeiten nichts als Schwierigkeiten erzeugte. Er enthüllte das letzte Geheimnis: Das Ziel der Kartanin war die Rettung der Völker aus der Galaxie Hangay im sterbenden Universum Tarkan – durch Transfer der gesamten Galaxie in das Standarduniversum! (PR 1349)

Fall

Die Nachricht vom Untergang des Tarkaniums Anfang 447 NGZ setzte den Voica sehr stark zu. Mehrere von ihnen erlitten einen Zusammenbruch und konnten ihren Pflichten als Voica für lange Zeit nicht nachkommen. Als sich in der zweiten Hälfte des Jahres 447 NGZ abzeichnete, dass der Paratau seine Eigenschaft als Psichogon verlieren würde und sich damit verbunden die Macht der Voica ihrem Ende zuneigte, war das ein weiterer schwerer Schlag. Meihao-Vil-Voica und Dara-Ban-Voica begannen hysterisch zu toben. Dao-Lin-H'ay ließ sie durch Roboter versorgen. Dara-Ban floh und sprang in einen deaktivierten Antigravschacht. Obwohl die Roboter die Kartanin vor schlimmeren Verletzungen bewahrten, war Dara-Ban danach zunächst für einige Zeit gezwungen, aufgrund mehrerer Knochenbrüche das Bett zu hüten. Sie versuchte dessen ungeachtet weiterhin technische Einrichtungen zu beschädigen, bis Dao-Lin-H'ay schließlich anordnete, sie ruhigzustellen. (PR 1370, S. 8–12)

Im Irrglauben, das Versagen des Parataus und damit der Esper der Kartanin sei auf eine Waffe eines Feindes zurückzuführen, versuchten die 17 alten Voica später mit Hilfe riesiger Mengen des Stoffes als Stimme von Ardustaar die Kartanin zum Kampf gegen alle Fremden aufzustacheln. Lediglich die erst relativ kurze Zeit zum Kreis der Wissenden zählende Dao-Lin-H'ay war nicht in das Vorhaben mit einbezogen. Der verwendete Paratau hatte seine besonderen Eigenschaften aber bereits verloren. Die Voica besaßen damit nicht mehr die notwendigen Esper-Fähigkeiten, um als Stimme von Ardustaar in Erscheinung zu treten. Der Versuch misslang. (PR 1370, S. 13–15)

Der Paratau-Entzug trieb letztendlich alle 17 alten Voica in den Wahnsinn. Lediglich Dao-Lin-H'ay, die den Stoff bei weitem noch nicht so lange nutzte wie die anderen Wissenden, blieb davon verschont. In ihrem Wahn versuchten die Voica, die NARGA SANT in die Sonne Ctl zu steuern. Im System der Sonne angekommen, war es Nana-Bea-Voica, die den entsprechenden Befehl an das Sco-ta-ming gab. Dao-Lin-H'ay und Oogh at Tarkan stellten sich diesem Vorhaben entgegen und riefen die SORONG zu Hilfe. Dabei wurden sie aber von Dara-Ban beobachtet. Sie rief die anderen Voica herbei und es entbrannte ein Kampf, den letztendlich Dao-Lin-H'ay und Oogh at Tarkan dank der Unterstützung Guckys und Sue-El-K'yons sowie der SORONG für sich entscheiden konnten. Der Plan, die NARGA SANT zu vernichten, konnte vereitelt werden. Den 17 wahnsinnigen Voica gelang es aber, die Kontrolle über ein Beiboot zu erringen, von der NARGA SANT zu fliehen und sich mit dem Beiboot doch noch in die Sonne zu stürzen. Sie waren in ihren letzten Momenten von Glück darüber erfüllt, das Ende ihres langen Weges erreicht zu haben. (PR 1370, PR 1371, S. 23)

Quellen

PR 1292, PR 1313, PR 1314, PR 1326, PR 1327, PR 1337, PR 1338, PR 1345, PR 1370, PR 1371