Taucher (Diagnostiker)

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Begriffsklärung Dieser Artikel befasst sich mit dem technischen Gebilde des Diagnostikers. Für weitere Bedeutungen, siehe: Taucher (Begriffsklärung).

Der Taucher war ein seltsames technisches Gebilde, das aus einem übergeordneten Universum stammte. (PR-TB 200)

Aufbau

Das insgesamt etwa einen Kilometer durchmessende Objekt hatte die Form einer Doppelhelix, bestand also aus zwei miteinander verbundenen spiralförmigen Elementen, auf denen kristallähnliche Polyeder aufgereiht waren, die das Sternenlicht aufsaugten und nur in geringem Maß reflektierten. Beide Spiralen waren wiederum in sich verschlungen und bewegten sich ununterbrochen umeinander und um einen wechselnden Mittelpunkt. Jedes der Kristallgebilde maß etwa 30 Meter, die Verbindungsstücke zu den jeweils davor und danach aufgereihten Nachbarn und zum Gegenstück auf der anderen Spirale waren je etwa 10 Meter dick. Insgesamt wirkte der Taucher sehr filigran. Es gab nur geringe anmessbare Energieemissionen. (PR-TB 200)

Die Außenseiten der Kristallpolyeder wechselten permanent von farblos zu farbigen, perspektivisch verzerrten und vielfach gebrochenen Bildern ihres Inhalts. Die Hülle konnte von außen immer nur von einer einzelnen Person passiert werden. Das Innere eines solchen Polyeders enthielt ein für Menschen atembares Luftgemisch, bestand ansonsten aber aus einem unfassbar chaotischen Gewirr von Farben, Formen und Geräuschen. Immer wieder blitzen grotesk verzerrte Bilder aus den anderen Kristallen auf und waren Bruchstücke von den Gesprächen der anderen Insassen zu hören. Wer sich einmal im Inneren eines solchen Kristallkörpers befand, konnte ihn nicht mehr aus eigener Kraft verlassen: es handelte sich um Filter, die nur für parapsychisch begabte Lebewesen durchlässig waren. (PR-TB 200)

Die Schlauchverbindungen bestanden aus je fünf Meter breiten Ringsegmenten mit einem Innendurchmesser von sieben Metern. Die Zentrale war ein Raum mit 128 Seitenflächen, von denen jede Fläche eine andere Form, andere Anzahl Ecken, oder andere Größe hatte als alle anderen. Es gab eine einzige, neutrale Fläche ohne spezielle Funktion. Die 127 Funktionsflächen waren Instrumente, die jeweils einem unterschiedlichen Zweck dienten. Einige von diesen Instrumenten basierten auf der Wirkungsweise von Fiktivtransmittern. Die Funktion wurde jeweils dadurch ausgelöst, dass man sich auf die betreffende Fläche stellte, seinen Wunsch präzise in Gedanken formulierte und dann mit dem Körper wippte. (PR-TB 200)

Fiktiv-Wechsel-Transplantator

Eines der Geräte des Tauchers, eine große sechseckige Seitenfläche der Zentrale, war der Fiktiv-Wechsel-Transplantator. Es handelte sich um eine Art Fiktivtransmitter, mit dem eine beliebige Anzahl Lebewesen an einen beliebigen Ort versetzt werden konnte, mit einer Genauigkeit von plus/minus 100 Metern. (PR-TB 200)

Zwei andere Geräte hatten eine sehr ähnliche Funktion; eines davon holte als Ersatz für die abgestrahlten Lebewesen dieselbe Anzahl an Personen vom Zielort in den Taucher; ein anderes funktionierte wie ein Fiktivtransmitter, jedoch ohne die Transmittersendung zu rematerialisieren. (PR-TB 200)

Geschichte

Der Taucher war ein Diagnoseinstrument aus einem übergeordneten Universum, um dessen kleinste Bausteine milliardenfach zu vergrößern und zu erforschen. In der Weltsicht des Diagnostikers war unser gesamtes Standarduniversum ein einzelnes Lebewesen; die Galaxien waren die Zellen des Körpers; ein einzelnes Sonnensystem entsprach einem Atom. Die Milchstraße wurde von ihm als ein Krebsgeschwür innerhalb des Organismus verstanden, und der Taucher war ein Werkzeug des Arztes, von außen in den Organismus eingeführt, um den Krankheitsherd zu untersuchen. (PR-TB 200)

Ende 2415 gelangte Walty Klackton mit der Verbrecherbande von der DILLINGER auf den Taucher, der sich fernab aller Sterne, ungefähr 10.000 Lichtjahre vom galaktischen Zentrum entfernt, mit etwa 2/3 der Lichtgeschwindigkeit bewegte. Er war der einzige, für den eine Verständigung mit dem Diagnostiker möglich war. Klackton erfuhr, dass die Bewohner der Milchstraße als krankheitsauslösende Erreger identifiziert worden waren. Die beiden spekulierten, ob die Intelligenz oder die Parafähigkeiten der Milchstraßenbewohner Ursache der Krankheit sein könnten. Der Diagnostiker erwog daher, eine intelligenzhemmende Spritze zu verabreichen. (PR-TB 200)

Aufgrund der unterschiedlichen Zeitabläufe in den beiden Universen war dieses Gespräch nur möglich, weil die Kommunikation über den Taucher erfolgte, der die Zeit streckte. Die gesamte Lebensspanne eines Menschen wäre für den Patienten oder dessen Arzt nur eine Nanosekunde oder weniger. Da der Diagnostiker erwartet hatte, auf intelligente und kooperierende Lebensformen zu treffen, hatte er den Taucher so konstruiert, dass er aus seinem Inneren bedient werden konnte – wenn auch die Instrumente auf Klackton recht klobig wirkten. (PR-TB 200)

Klackton kam mit dem Diagnostiker überein, sich um die Krankheitsursache zu kümmern, indem er die Besucher aus dem Taucher entfernen würde. In der Zentrale ließ er sich die Bedienung der einzelnen Instrumente erläutern, dann transferierte er die gesamte Verbrecherbande nach Quinto-Center. Den kleinen Betrug an dem Diagnostiker hielt er für bedeutungslos – allein bis der nächste Eingriff zu erwarten war, würden Hunderttausende von Jahren vergehen. (PR-TB 200)

Quelle

PR-TB 200