Gyanli

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Die Gyanli waren das beherrschende Volk in der Galaxie Orpleyd und das primäre Hilfsvolk der Superintelligenz KOSH. Sie gingen 1522 NGZ fast vollständig in der von ihnen gebildeten Materiesenke auf.

Erscheinungsbild und Physiologie

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Heft: PR 2876 – Innenillustration
© Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt
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Heft: PR 2880 – Innenillustration
© Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt

Die Gyanli waren humanoid, ihre haarlose Haut hatte eine blassblaue Färbung. Im Schnitt erreichten sie eine Körpergröße von 2,30 m und waren eher schlank. Sie stammten von Amphibien ab und konnten darum bis zu vier Stunden auf Kiemenatmung umstellen. Sie verfügten über zwei Augen, die zwischen Gas-Sicht und Fluid-Sicht umschalten konnten und einen Mund. Ihre Hände verfügten über sechs Finger (zwei Daumen). Zwischen den Fingern wie auch zwischen den zwei Oberarmen und den Schultern spannten sich gleich Schwimmhäuten die sogenannten Drifthäute. Sie erlaubten die Wahrnehmung bioelektrischer Veränderungen, die im Umgang der Gyanli untereinander mit Gestik und Mimik vergleichbar waren. (PR 2884) Neben ihrem amphibischen Wesen zeichneten sich die Gyanli noch durch zwei weitere Besonderheiten aus. So waren sie etwa in der Lage, gefahrlos bis zu 30 Minuten im Vakuum zu verbringen. (PR 2895)

Zum Schlafen mussten sie sich dagegen in das sogenannte Fluid zurückziehen. Ein Schlaf außerhalb war ebenfalls möglich, aber nur begrenzt erholsam. (PR 2898)

Im Fluid geschah auch die Fortpflanzung. Die Gyanli waren meistens in Kutanen gehüllt, die ihrer Anatomie Rechnung trugen. Der Kopf wurde oft mit einer großen Varianz an farbenprächtigem, perlmuttartigem Material geschmückt, die Farblage genannt wurden. (PR 2879)

Charakterisierung

Das Wesen der Gyanli war von einer alles beherrschenden Arroganz geprägt. Ihre beinahe unangefochtene Herrschaft über die Galaxie Orpleyd galt als gesicherter Verdienst. Dieser Hochmut machte sie zu schwer zu beeindruckenden Gegnern. (PR 2883)

Darüber hinaus waren sie mit ihrem Leben überwiegend zufrieden und genossen ihren Platz in der Kohäsion. Um diese Stellung zu betonen und zu verteidigen, waren sie auch zu ausgeklügelter Grausamkeit imstande. Dazu gehörten auch ihre bevorzugten Waffen, die Traktatoren, die Festgeschosse verschossen, die im getroffenen Ziel extreme Schmerzen auslösten.

Gesellschaft

Die Gesellschaft der Gyanli war von einer Clan-Struktur geprägt. Der Name des Clans wurde am Ende des Eigennamens geführt. Die wichtigsten Posten hatten die drei Clans der Daurd, Bur und Shodr inne. Der auf der Bannwelt Goath lebende verborgene Clan Vtaud hielt dabei die Fäden in der Hand, trat aber nicht offen auf. Durch das persönliche Handeln bestand die Möglichkeit, das Ansehen des Clans positiv oder negativ zu beeinflussen.

Das Volk der Gyanli stand im Zentrum seines Sternenreiches, der Kohäsion. So sie nicht als Soldaten für die Unterdrückung der anderen Völker Orpleyds kämpften, war ihr Leben verhältnismäßig sorgenfrei und kommunitaristisch. Rituale wie der Kohäsionsbecher oder das standardisierte Ballspiel betonten die Gemeinschaft. (PR 2891)

Der Gemeinschaftssinn wurde auch durch den so genannten Kollekttraum verstärkt. Das Fluid, in dem sie schliefen, war mit Neurokrill angereichert, das ihre Bewusstseine in den Katoraum führte, in ihren Worten unter allem Grund. Ihre Sprache war das Anliit, das sie zur Lingua franca der Galaxie Orpleyd erhoben hatten.

Ihre Lebenswelt war stark vom Wasser geprägt. Auf ihrer Heimatwelt Gyan war dies der Normalzustand. (PR 2891)

Auf den von ihnen besetzten Welten errichteten sie so genannte Municipien, durch eine Energiekuppel von der Außenwelt abgeschlossene Habitate, die Gyan nachempfunden waren. Auf Goath war man bemüht, diese Verhältnisse über Wasserinstallationen architektonisch nachzubilden. Ihre Architektur war dabei weitläufig und von Gärten geprägt. Viele Gebäude waren würfelförmig, hatten Innenhöfe oder verspiegelte Atrien. (PR 2892)

Hauptnahrungsmittel war die Tagspeise, die in öffentlichen Spendern frei verfügbar war, es bestand jedoch kulinarische Vielfalt. Die Beziehungsstruktur war monogam geprägt.

Technik

Raumschiffe

Die Grundstruktur der Raumschiffe war walzenförmig. Terranern fiel oft der Vergleich zu einem U-Boot ein, da zwei Türme orthogonal aus dem Schiffsrumpf herausstachen, deren Länge 1:5 zum Walzenkörper betrug. Der technologische Stand der Schiffe war mit dem der Terraner vergleichbar, wenn auch leicht unterlegen, vor allem im Bereich Ortung und Tarntechnik. Die Schiffe lagen in drei Klassen vor. Die GYAAS-Klasse hatte eine Länge von 700 m, die GUULAR-Klasse von 2000 m und die CINDAAR-Klasse von 3200 m. (PR 2895)

Roboter

Die Gyanli verfügten über zwei Modelle an bewaffneten Robotern. Meist kamen Modelle zum Einsatz, bei denen an einem freischwebenden eiförmigen Grundkörper oben drei ausgefahrene optische Sensoren und unten drei bewegliche Waffenarme befestigt waren. Für besondere Einsätze verwendeten sie Roboter der BROVDUYK-Klasse, die an einen zwei Meter langen Wels erinnerten. Im Kopfbereich fanden sich eine Vielzahl von Tentakeln, die Sensoren oder Strahlwaffen in sich trugen. Sie bewegten sich auf Prallfeldern fort. (PR 2895)

Geschichte

Die Ursprünge der Gyanli liegen im Dunkeln. Die Vereisung der Galaxie Orpleyd erschwert eine genaue Datierung. Nachdem KOSH sich samt dem Planeten Tiu und den Pashukan in die Galaxie geflüchtet hatte, verlor er manifestiert in den Trümmern des Pavvat das Bewusstsein. Die Gyanli wurden von den Pashukan zu den neuen Auserwählten erklärt und errichteten ihre hegemoniale Stellung in Orpleyd. Diese Ereignisse trugen sich etwa 20 Millionen Jahre vor dem 16. Jahrhundert NGZ zu. Die Pashukan lehrten die Gyanli die Technologie der Raumzeit-Transformatoren, die es ihnen erlaubte, den Zeitablauf bis zu einem Faktor von 1:10.000 zu verlangsamen. (PR 2890)

Von diesem Zeitpunkt an dauerte die Herrschaft der Gyanli nur noch etwa 2000 Jahre bis zum Eintreffen der Terraner in Orpleyd. Zu einem nicht genannten Zeitpunkt wurde ihre Heimat, das Trallyom-System, in den Katoraum versetzt und durch eine Kopie aus Protomaterie ersetzt. Nach einigen Auseinandersetzungen mit den Terranern gelang den Gyanl, die Umsetzung des Operandums, des Langzeitplans, Orpleyd in eine Materiesenke zu verwandeln. (PR 2899)

Quellen

PR 2876, PR 2879, PR 2883, PR 2884, PR 2890, PR 2891, PR 2892, PR 2894, PR 2895, PR 2898, PR 2899