STARDUST

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Begriffsklärung Dieser Artikel befasst sich mit dem Raumschiff. Für weitere Bedeutungen, siehe: Stardust (Begriffsklärung).

Die STARDUST war das erste bemannte Raumschiff der US-Space-Force und gleichzeitig der Menschheit, das auf dem Mond landete.

Aufbau und Technik

Vergleich Saturn V - NOVA

© 

Ähnlich der »realen« Mondrakete Saturn V, mit der die amerikanischen Astronauten zum Mond flogen, war die STARDUST eine dreistufige Rakete. Sie war angelehnt an den NOVA-Raketenentwurf Wernher von Brauns, der ihn in seinem Buch »Station im All« illustrierte.

Die erste Stufe der STARDUST besaß große Stabilisierungsflossen und lief nach oben hin konisch zu. Die zweite Stufe lief ebenfalls konisch zu; auf ihr wurde die dritte Stufe, der Mond-Lander, montiert.

Dieser glich einem Raketengleiter, hatte große Deltaflügel und ein T-förmiges Leitwerk zur atmosphärischen Steuerung, ferner vier verstrebte Landestützen mit einer Auflagefläche von je vier Quadratmetern zur vertikalen Landung. Nach der Landung auf dem Mond war der Lander zum erneuten Start und zur Rückreise zur Erde fähig. Nach dem Eintritt in die Erdatmosphäre ließ er sich zu seinem Landeplatz steuern und landete wie ein Flugzeug horizontal auf ausfahrbaren Fahrgestellen mit großen Spezialreifen. Um bei einer eventuellen Notlandung auf feindlichem Territorium das technologische Know-how des Westblocks zu schützen, befand sich an Bord des Mond-Landers eine fest installierte Sprengladung. Diese sollte nach der Notlandung gezündet werden, und die Besatzung sich in Gefangenschaft begeben.

Technische Daten

AtlanBlauband013.jpg
Startende STARDUST (links oben)
Atlan-Blauband 13
© Pabel‑Moewig Verlag KG, Rastatt

Gesamtlänge: 91,6 m, Startgewicht inkl. Nutzlast: 6850 t

1. Stufe:

Länge: 36,5 m
Schubleistung : 13.600 t
Triebwerk: chemisches Flüssigkeitstriebwerk mit 42 Großbrennkammern, Typ Pluto-D
Treibstoff: N-Triäthyl-Borazan und Salpetersäure (Verhältnis 1:4,9)
Endgeschwindigkeit : 10.115 km/h in 88 km Höhe (PR 1)

2. Stufe:

Länge : 24,7 m
Triebwerk: kernchemisches Atomstrahl-Triebwerk, Reaktor auf Plutoniumbasis, Arbeitstemperatur 3920 °C
Treibstoff: Flüssigwasserstoff als Strahlmedium
Schubleistung: 1120 t bei 10.102 m/s (PR 1)

3. Stufe: Mond-Lander

Länge: 30,4 m
Triebwerk: kernchemisches Atomstrahl-Triebwerk, Reaktor auf Plutoniumbasis, Arbeitstemperatur 3920 °C
Treibstoff: Flüssigwasserstoff als Strahlmedium
Schubleistung: 1120 t bei 10.102 m/s
Nutzlast: 64,2 t (PR 1)

Der kernchemische Antrieb wurde unter anderem von Atlan da Gonozal in einer seiner letzten Verkleidungen als Olaf Peterson, Projektleiter des TEFTRIS-Teams, auf der Baja California mitentwickelt. (PR 50, Blauband 13)

Das Atomtriebwerk und die Landestützen des Raumschiffes wurden aus Molverdinstahl gebaut.

Risszeichnung

Aufbau Mond-Lander

Die eigentliche STARDUST, der Lander, war unterteilt in Kabine, Laderaum, Maschinenraum und Triebwerk. Unterhalb der Einstiegsluke mit der Schleuse befanden sich ausziehbare Leitersprossen, über die die senkrecht stehende Rakete verlassen werden konnte. Diese Sprossenreihe verlief bis hinunter zum Heck. (PR 1)

Anmerkung: Da das Heck stark radioaktiv nachstrahlte, wurden die Sprossen nie verwendet, sondern die Besatzung verließ die STARDUST mit Hilfe des Krans des Laderaumes.

In der Kabine war die Besatzung in Zweierreihen hintereinander untergebracht, unter der Zentrale gab es eine kleine Küche und eine sanitäre Anlage. Zusätzlich zu den Sitzen der Besatzung gab es noch einen fünften Notsitz. Die Sitze waren technisch so gebaut, dass sie sich beim Start in Liegen verwandelten. Anders hätten die Piloten sonst die enorme Schubkraft nicht überstanden. (PR 1)

Im Laderaum wurde die Nutzlast verstaut, unter anderem der Mondpanzer und die Bewaffnung: schwere Rak-Automatiken. Zusätzlich verfügte der Laderaum über einen langen, ausschwenkbaren Kran mit einem Netzkorb, in dem Lasten und Personen transportiert werden konnten. (PR 1)

Der Maschinenraum beherbergte den Flüssigwasserstofftank mit den Pumpen und einem Stromaggregat. Hinter der anschließenden Strahlenschutzwand befanden sich der Plutonium-Reaktor, die Umformerbänke und Kühlsysteme sowie die Expansionskammern des Flüssigwasserstoffs. (PR 1)

Das Triebwerk bestand aus einer Hauptdüse und vier kleinen schwenkbaren Steuerdüsen. (PR 1)

Besatzung

Geschichte

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Heft: PR 1 – Innenillustration 1
© Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt

Nach erfolgreichen Versuchen mit ferngesteuerten und auf dem Mond gelandeten Sonden sowie erfolgreichen Mondumrundungen von Perry Rhodan und Clark G. Flipper – daneben gab es weitere bemannte Weltraumflüge, über die jedoch keine Einzelheiten bekannt sind – sollte die STARDUST im Rahmen des Projekts Mondschuß die erste bemannte Mondlandung durchführen. (PR 1)

Nach den unerwarteten Schwierigkeiten und Unglücken, die den Spezialisten des Westblocks bei der orbitalen Konstruktion der Raumstation FREEDOM 1 widerfuhren, verzichteten die Konstrukteure auf den ursprünglich geplanten orbitalen Zusammenbau der STARDUST und starteten sie von Nevada Fields aus. (PR 1)

Dem ging eine erhitzte Diskussion zwischen den Fachleuten der Raumfahrtbehörde des Westblocks und Professor Dr. F. Lehmann, dem »Vater der STARDUST«, über die Risiken eines Startes von der Erdoberfläche voraus. Die Gegenseite führte an, dass die STARDUST bei einem Zusammenbau auf FREEDOM 1 nicht den Widerstand der Erdatmosphäre überwinden müsste, und zudem noch eine Anfangsgeschwindigkeit von 25.400 km/h bekäme. Dagegen stellte Lehmann die zu erwartenden Schwierigkeiten bei einem Zusammenbau im schwerelosen Raum und die zu erwartenden Mehrkosten in Höhe von 350 Millionen US-Dollar. Der finanzielle Aspekt gab schließlich den Ausschlag, dass die STARDUST von der Erdoberfläche aus starten sollte. (PR 1)

Diese Entscheidung wurde unter anderem auch von General Lesly K. Pounder mit Argwohn betrachtet, der um die Sicherheit seiner Risikopiloten besorgt war:

Zitat: [...] »Nun schön, jetzt läßt sich nichts mehr ändern. [...] Professor – an Bord dieses Schiffes werden meine vier besten Leute sein! Wenn etwas schief geht, dann hören Sie von mir.« [...] (PR 1, S.5)

Die Rakete der STARDUST-Klasse startete am 19. Juni 1971 um 03:02 Uhr – nach arkonidischer Zeitrechnung am 11. Prago der Hara 18.953 da Ark – von Nevada Fields und sollte über die von dort ausgehende Funkfernsteuerung im Newcomb-Krater, nahe des Südpols des Mondes, landen (PR 1), auf dessen Grund sich größere Mengen von Wassereis befanden, die von einem Kometen mitgebracht worden waren. (Blauband 13)

Anmerkung: K. H. Scheer legte den Starttermin der STARDUST auf seinen Geburtstag, um ihn nie zu vergessen. (Werkstattband, S. 33)

Flugverlauf

Die erste Stufe erreichte eine maximale Endbeschleunigung von 9,3 g. Nach der Abtrennung erhielten die Risikopiloten eine Ruhepause von acht Sekunden. Danach zündete die zweite Stufe mit dem neuartigen kernchemischen Triebwerk. Dieses beschleunigte zunächst mit bis zu 8 g. Nach einer Erholungsphase von sieben Sekunden, während der nur mit einem g beschleunigt wurde, folgte die zweite Beschleunigung. (PR 1)

Drei Sekunden später wurde die nötige Fluchtgeschwindigkeit zum Verlassen der Erdatmosphäre mit einer Geschwindigkeit von 11,5 km/s erreicht. Mit einer Beschleunigung von 15,4 g wurden die beiden Van-Allen-Gürtel durchquert. Nach dem Erreichen von 20 km/s erfolgte die Abtrennung der zweiten Stufe. (PR 1)

Danach erfolgte das Einschwenken in Richtung Mond. Dr. Eric Manoli musste in der nun zwölfminütigen Pause Clark G. Flipper versorgen, der sich auf die Zungenspitze gebissen hatte. Danach erfolgte eine erneute Beschleunigung mit 2,1 g, unterbrochen von einer fünfsekündigen Beschleunigung auf 8,4 g. (PR 1)

Nach einer Reihe von Bremsmanövern und der Drehung der dritten Stufe erfolgte mit einer Geschwindigkeit von 3,5 km/s das Einschwenken in den Mondorbit auf einer Umlaufbahn von Pol zu Pol. Es folgten vier Mondumkreisungen mit kontinuierlichen Bremsstößen des nun in Flugrichtung weisenden Treibwerkes. In einer Höhe von 90 Kilometern und mit einer Restgeschwindigkeit von 2,3 km/s begann die STARDUST ihre fünfte und letzte Bremsellipse um den Erdtrabanten. Nach dem manuell ausgelösten Ausfahren der Landebeine erfolgte zu einem genau berechneten Zeitpunkt der Bremsschub mit 12 g, der die Geschwindigkeit auf 1,15 km/s reduzierte. (PR 1)

Danach sollte der zweite Bremsimpuls erfolgen, zusammen mit einer Umlenkung von 60 Grad, um die STARDUST senkrecht landen zu können. (PR 1)

Mondlandung

Die Fernsteuerimpulse für die Landung wurden allerdings durch ein Störfeld der AETRON unterbrochen, die Rakete drohte abzustürzen und auf der Mondoberfläche zu zerschellen. Rhodan schaltete daraufhin geistesgegenwärtig den Bordcomputer um, der dann die STARDUST jenseits des Landepunktes und unter Sendung des Signales QQRXQ hinter der Mondkrümmung notlandete – von der Erde aus gesehen 82 Kilometer hinter dem Südpol des Mondes und somit außerhalb der Reichweite der UKW-Signale. Hierbei wurde eines der vier Landebeine beschädigt. (PR 1)

Anmerkung: Wie später bekannt wurde, unternahm der Ostblock bereits drei Monate vor dem Westblock eine Mondlandemission. Diese Mondrakete havarierte jedoch auf ähnliche Weise durch das Eingreifen der Positronik an Bord der AETRON. (PR 3)
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Taschenheft 30
© Pabel‑Moewig Verlag KG, Rastatt

Am 20. Juni 1971 betrat Perry Rhodan als erster Mensch die Mondoberfläche. 36 Stunden nach der Landung war das Pneumozelt aufgebaut, in dem unter anderem die Landestütze repariert werden konnte. Trotz veranschlagter sechs Tage wurden dazu nur fünf Tage benötigt, die Reparatur war am 25. Juni abgeschlossen. Einen weiteren Tag benötigte die Besatzung zur Montage und Ausrüstung des mitgeführten Mondpanzers. Damit unternahmen Perry Rhodan und Reginald Bull am 26. Juni eine Erkundungsfahrt zum Südpol, von wo aus sie am 27. Juni mit der Erde in Funkkontakt treten wollten. Am 28. Juni erfolgte die Kontaktaufnahme mit der AETRON. (PR 1)

Nach dem Zusammentreffen mit den Arkoniden Crest und Thora auf der AETRON wurde die STARDUST mittels eines Antigravstrahlers des notgelandeten arkonidischen Forschungskreuzers zu deren Standort transportiert. Nach der Beladung mit arkonidischen Geräten und dem Überwechseln Crests flog die STARDUST zur Erde zurück.

Landung in der Wüste Gobi

Zum Ende des Rückflugs schaltete Rhodan die Fernsteuerung des Westblocks aus, sendete ein Notsignal und landete die STARDUST am 29. Juni manuell in der Wüste Gobi, im Hoheitsbereiches der Asiatischen Föderation (AF) und an der Grenze zur Mongolei. Rhodan erklärte seine Loslösung von der U.S. Space Force und erklärte die STARDUST samt ihrer Besatzung zur Dritten Macht. Er wollte die arkonidische Technik auf keinen Fall irgendeiner einzelnen Weltmacht überlassen. (PR 1)

In der Folgezeit lebten die Raumfahrer einige Wochen lang in der STARDUST, beschützt durch den Energieschirm der Arkoniden, während tausende von Artilleriegeschossen der Asiatischen Förderation daran abprallten. (PR 3) Der Einsatz von Atombomben war unmöglich geworden, da der Anti-Neutronenschirm diese funktionsunfähig machte. (PR 2)

Nach der Landung der GOOD HOPE wurde der Energieschirm auf einen Durchmesser von fünf Kilometer erhöht. (PR 4)

Ende 1971 kaufte die Dritte Macht das besetzte Land und erklärte es zu ihrem Regierungsbereich. Perry Rhodan nutzte die STARDUST in dieser Zeit immer wieder als Rückzugsort. (PR 6)

Städtebau

Später entstand hier die Siedlung Galakto-City. Weiterhin blieb aber die STARDUST der Mittelpunkt der Wüstenstadt, die später in Terrania umbenannt wurde. (PR 2, PR 3, PR 21) Um das Jahr 2040 befand sich die STARDUST wieder in Nevada Fields, dem Ausgangspunkt ihres legendären Fluges. (PR 54) Der Mond-Lander wurde später konserviert und als Denkmal auf einem Marmorsockel im Gobi-Park in Terrania aufgestellt. Dort überstand sie sogar die großflächige Verwüstung der Stadt im Jahre 2437 durch die Dolans. (PR 399)

Zitat: [...] »Der hohe Marmorfelsen auf dem weiten Platz war in Stücke zerborsten. Aber die schlanke Konstruktion des Raumschiffes darauf war wie durch ein Wunder nahezu unversehrt geblieben und reckte trotzig den spitzen Bug in den Himmel.
Die STARDUST, konserviert und als Denkmal im Gobi-Park ausgestellt, zur Erinnerung an jene Mondexpedition Perry Rhodans, vor vierhundertsechsundsechzig Jahren, mit der alles begonnen hatte« [...]

Ein Nachbau der kompletten STARDUST mit allen drei Stufen wurde im Raumfahrtmuseum Terranias ausgestellt.

Nachwirkung

Mitte des 35. Jahrhunderts stand im Bereich von Imperium-Alpha eine abstrakte Nachbildung der STARDUST in der Mitte eines Springbrunnens. Um das Modell herum waren Wasserdüsen angebracht, die farbiges Wasser in Antigravitationsfelder versprühten. (PR 501)

Später wurde zeitweise eine Nachbildung der STARDUST der Mittelpunkt des STARDUST-Memorials in Terrania City, bis im Jahre 1311 NGZ wieder das für die Ewigkeit konservierte Original aufgestellt wurde. (PR 2376, PR 2437) Einer Sage zufolge wird die Menschheit so lange existieren, wie die STARDUST überdauert. (PR 2081)

Ab Mitte des 14. Jahrhunderts NGZ besiedelten Terraner das Stardust-System in der Galaxie Anthuresta, dessen Namen auf die mittlerweile legendäre STARDUST zurückgeht. Auf dem Planeten Aveda im Stardust-System befindet sich die Stardust-Felsennadel, die in ihrer Silhouette frappierend an die STARDUST erinnert. Diese Silhouette bildet eines der Symbole für das Stardust-System und ist auch im Wappen der Stardust-Union enthalten.

Schwesterschiffe

Wissenswertes

Als die Perry Rhodan-Serie im Jahre 1961 mit der Mondlandung Perry Rhodans am 19. Juni 1971 gestartet wurde, lag für die Fachwelt die Erreichbarkeit des Mondes noch in weiter Ferne. Zu diesem Zeitpunkt lief noch das Mercury-Programm, und das langfristig angelegte Apollo-Programm umfasste zunächst in Bezug auf den Mond nur die Umkreisung des Trabanten, nicht allerdings eine Landung darauf.

Mit seiner Rede vor dem US-Kongress am 25. Mai 1961 setzte Präsident John F. Kennedy eine Frist für eine erfolgreiche bemannte Mondlandung bis zum Ende des Jahrzehnts. Mit dem Erreichen diese Ziels am 21. Juli 1969 übertraf die Realität die ohnehin schon ambitionierten Vorstellungen von K. H. Scheer und Walter Ernsting um fast zwei Jahre.

Allerdings gibt es auch eine erstaunliche Parallele zwischen Rhodan und Armstrong. Ebenso wie der Testpilot der U.S. Space Force knapp zwei Jahre später, griff auch der Testpilot der NASA unplanmäßig in die Steuerautomatik ein und landete sein Raumschiff manuell. Anlass hierfür war allerdings nicht ein Störfeld der AETRON, sondern die Überlegung, einen günstigeren Landeplatz als den einprogrammierten zu finden.

Modelle

Weblinks

Quellen