Ein Tropfen Ewigkeit

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Überblick
Serie: Perry Rhodan-Heftserie (Band 1408)
PR1408.jpg
© Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt
Zyklus: Die Cantaro
Titel: Ein Tropfen Ewigkeit
Untertitel: Sie leben in der Welt der Finsternis – sie gehören zur 18. Generation
Autor: Ernst Vlcek
Titelbildzeichner: Johnny Bruck
Innenillustrator: Johnny Bruck (1 x)
Erstmals erschienen: 1988
Hauptpersonen: Julian Tifflor, Bolder Dahn, Crude, Nim, Monka, Vuin, Illu
Handlungszeitraum: Mai 1143 NGZ
Handlungsort: Point Siragusa
Report:

Ausgabe 164: Wo liegt ESTARTU?

Computer: Frontbegradigung
Zusätzliche Formate: E-Book

Kurz­zusammen­fassung

Nach dem Tod Waringers teilt sich die Tarkan-Flotte auf. Julian Tifflor fliegt mit der PERSEUS zum Siragusa-Black Hole um die Lage bei den dortigen Forschungsstationen der Kosmischen Hanse zu erkunden. Die Besatzung der PERSEUS findet die Forschungsstationen verlassen und größtenteils zerstört vor. Ein Erkundungstrupp kann nur wenig brauchbare Informationen bergen.

Aber man entdeckt in der Nähe des Black Holes einen kosmischen Irrläufer, der sich bei näherer Untersuchung als ein Teilstück des kartanischen Gigantschiffs NARGA SANT erweist. An Bord des Trümmerstücks finden die Galaktiker eine Gesellschaft degenerierter Kartanin vor, die in einer Diktatur leben, die den offensichtlichen Mangel an lebensnotwendigen Gütern dazu benutzt, die Mehrheit der Bevölkerung zu unterdrücken, während die Herrschenden im Überfluss leben.

Die NARGA SANT war aus Pinwheel gekommen. Die Kartanin wollten eine Schuld einlösen und den Milchstraßenvölkern zu Hilfe kommen. Als sie vom Chronopuls-Wall am Eindringen in die Milchstraße gehindert wurden, versuchten sie, das Black Hole als Einstein-Rosen-Brücke zu verwenden. Bei diesem Versuch zerbricht das Raumschiff in fünf Teile, von denen vier in das Schwarze Loch stürzen.

Die PERSEUS versorgt die Kartanin mit so viel lebensnotwendigen Gütern, wie man entbehren kann, und kehrt zum Sammelpunkt Phönix-1 zurück.

Handlung

Crude hetzte durch den Todestunnel, das kleine Bündel wärmend an sich gepresst. Er hatte es geschafft, es war ihm gelungen, das Kind aus der Todeskammer zu stehlen, bevor es die Nadel bekam. Seine Frau Nim und er wünschten sich seit Ewigkeiten ein Kind. Ihre Anträge auf Fortpflanzung waren stets abgelehnt worden. Selbst nachdem der Regulator gekommen war und Nim sterilisiert hatte, war ihr Wunsch nach einem eigenen Kind sogar noch gewachsen. Jetzt war es soweit, Bomaz sollte der Kleine heißen. Aber er hatte sich verschätzt, der Regulator war ihm dicht auf den Fersen, obwohl er tief in die Todeszone geflüchtet war. Nur noch eine dünne Hülle trennte ihn von der Leere.

Der Schinder kam immer näher. Crude versteckte Bomaz in einer Nische des dunklen Tunnels und hoffte, dass der Kleine sich ruhig verhielt. Plötzlich verspürte er den harten Lauf einer Waffe in seinem Rücken, der Regulator hatte sich völlig lautlos an ihn herangeschlichen. Crude hatte gehört, dass die Sicherheitsbeamten besondere Anzüge hätten, mit denen sie sich perfekt abschirmen, aber auch im dunklen sehen könnten. Als der Regulator seine Lampe einschaltete und nach Bomaz suchte, schlug Crude zu. Seine Hand traf den Schinder unterhalb seines Helms im Nacken. Der Regulator kippte mit einem Röcheln um, sein Kopf pendelte im Fallen haltlos an seinem Hals.

Crude beruhigte zuerst das Kind und wärmte es gegen die beißende Kälte die in der Außenzone herrschte. Er wusste, was zu tun war. Er entkleidete den Regulator und versteckte seine Leiche. Crude zog den Anzug des Schinders an, im Schutz des Helmvisiers brauchte er nicht heimlich durch das Ghetto zu schleichen, sondern konnte hoch offiziell seines Weges gehen.

*

Monka kleidete sich sorgfältig an. Das morgendliche Ankleideritual war für ihn die meditative Vorbereitung auf die Arbeit des Tages. Er schlüpfte in seine Uniform und schloss alle Verschlüsse, überprüfte Tascheninhalte und legte sein Koppel an. Alles war an seinem Platz. Als letztes setzte er den Helm auf und steckte das Verbindungskabel an die Batterie an. Für seine beiden Kollegen Carol und Dirng war das wahrscheinlich lästige Routine, aber Monka legte Wert darauf, dass seine Ausrüstung funktionierte.

Er schaltete die Helmfunktionen ein. Die virtuelle Sicht innerhalb des Helmvisiers zeigte seine Umgebung, durch Zahlen und Buchstabenkolonnen katalogisiert. Es gab nichts in seiner Umgebung das nicht geortet und durch Daten aufgeschlüsselt wurde. Er war sogar dazu in der Lage durch Wände zu sehen, er konnte nieder temperierte Energiequellen durch Wände hindurch orten, falls diese nicht spezielle Dämmung besaßen. Nicht dass es in seinem Arbeitsbereich eine erwähnenswerte Wärmedämmung gegeben hätte. Die Todeszone, der Untergrund, in dem die Unsichtbaren vegetierten, war die gefrorene Hölle, und im Winterland der 1777 Parias waren nur die Wohnzellen, die wenigen billigen Spelunken und die Amtsgebäude wärmegedämmt. Nur im Sonnenland, wo die 777 Bürger lebten, musste er aufpassen, wohin er sah. Dort gab es einige Dinge, die auf seine Sensoren störend wirkten.

Er betrat sein Büro. Es gab drei Arbeitsplätze, für jeden Regulator einen. Die Bürger und die Parias dachten, dass es mindestens zwei Dutzend Regulatoren gäbe. Nur die Allermutter und ihre elf Beiräte kannten ihre Identität. Monka setzte sich an sein Terminal und prüfte seinen Posteingang. Er enthielt den wohl interessantesten Auftrag seines Lebens. Dirng war seines Amtes enthoben. Monka hatte den Auftrag, seinen Kollegen zu eliminieren und alle seine offenen Aufträge zu übernehmen.

Als Monka den Auftrag quittierte, waren auch alle Kommunikationsverbindungen Dirngs auf ihn übergegangen. Eine Leitung, die in der Regel von Denunzianten benutzt wurde, öffnete sich. Es meldete sich eine Frauenstimme, die von Dirng Vertragserfüllung verlangte, sie wüsste, dass Dirng erfolgreich gewesen wäre, und sie wollte ihr Paket haben. Monka schaltete schnell, Dirng war offensichtlich in krumme Nebengeschäfte verwickelt. Es habe Komplikationen gegeben, antwortete er der Unbekannten. Sie müssten einen neuen Übergabeort festlegen. Die Frau willigte ein, ihn Abends an der Sühnerampe zu treffen, er werde sie an der Duftnote Seyna erkennen.

Monka überprüfte das Gesprächsprotokoll. Der Anruf war aus dem innersten Bezirk gekommen. Die Anruferin war also eine der hundertelf Oberen, deren Privileg es war, anonym bleiben zu dürfen. Als er die letzten Tagesprotokolle durchging, entdeckte er zu der Meldung »Todesfall ausgesetzt«, die Anmerkung »unbekanntes Kind aus der Todeskammer geraubt«. Er verfolgte die letzten Aktivitäten in Dirngs Tätigkeitslog, sein Kollege hatte ein illegales Kind zur Todeskammer gebracht, es registrieren lassen und war anschließend anonym zurückgekehrt und hatte das Kind gestohlen, bevor es getötet werden konnte. Danach hatte er offiziell die Tat entdeckt und die Verfolgung des Diebes aufgenommen.

Inzwischen waren acht Tage vergangen, in denen Dirng keine Aufträge erfüllt hatte und nicht mehr im Büro gewesen war. Er brauchte eine Stunde, dann hatte er Dirngs Leichnam in dem kalten Tunnel entdeckt. Sein Anzug lag neben der Leiche. Monka hatte eine recht gute Vorstellung vom Tathergang. Irgend ein Hungerleider aus den Ghettos hatte Dirngs Leben beendet und mit seinen Krediten eine Menge Hamsterkäufe getätigt. Er brachte die Leiche zur Todeskammer und überließ sie dem robotischen Leichenfledderer.

Monka stand in Zivilkleidung am Fuß der Sühnerampe und wartete auf die unbekannte Anruferin. Er betrachtete die ausrangierten Roboter zu beiden Seiten der Rampe und gab vor, sich auf seine Beichte bei der Allermutter vorzubereiten. Aus den Augenwinkeln sah er eine große Frau in einem Kapuzenmantel die Rampe heraufkommen. Als sie an ihm vorbeiging, konnte der den Duft der Seyna-Blüte riechen. In einigem Abstand folgte er ihr zu den Beichtzellen. Dort kam es zur Konfrontation. Er war offensichtlich nicht der, den sie erwartet hatte. Ihr Name war Anrina, und sie war eine Kusine ersten Grades der Allermutter Illu, und damit die zweitmächtigste Frau der Welt. Dirng hatte, in Anrinas Auftrag, ihr eigenes Kind zur Todeskammer gebracht, um es registrieren zu lassen, denn Illu würde nie zulassen, dass ihre Kusine einen möglichen Thronfolger großzog. Nach der Registrierung sollte Dirng das Kind wieder entwenden, bevor es getötet wurde. Dabei war ihm der Paria zuvorgekommen, der schließlich Dirng getötet hatte.

*

Knapp vierundzwanzig Stunden waren seit der Beisetzung Waringers vergangen. Auf der CIMARRON fand eine Besprechung statt. Es gab Aufgaben zu verteilen. Die Geschwindigkeit, mit der Informationen gesammelt wurden, musste gesteigert werden. Man beschloss, bis auf weiteres keine Versuche mehr zu unternehmen, in die Milchstraße vorzudringen. Sie legten Phönix-1, einhundertfünfundachtzig Lichtjahre von Satrang entfernt, als Sammelpunkt für die Flotte fest. Perry Rhodan würde mit der CIMARRON die Lage in M 3 aufklären und die Porleyter um Hilfe bitten. Die SORONG würde Kurs auf Magellan nehmen und sich auf der gurradschen Freihandelswelt Ayshran-Ho mit der CIMARRON treffen. Die PERSEUS schließlich ging nach Point Siragusa, um zu sehen, was aus den Hanse Stützpunkten am Black Hole geworden war.

*

Monka hatte alle Schritte, die Dirngs Mörder mit dem Anzug des Regulators unternommen hatte, überprüft. Er hatte auch den Ort ermittelt, an dem sich der Unbekannte die meiste Zeit aufgehalten hatte. So war er auf Crude und Nim gestoßen - ehemals gut situierte Bürger, die zurückgestuft worden waren, weil die Frau aufrührerische Tendenzen zeigte. Monka verkleidete sich als Paria und mietete sich in Crudes Wohnblock ein. Sobald er herausgefunden hatte, wo sie das Kind versteckten, würde er zuschlagen.

*

Crude und Nim kümmerten sich abwechselnd um den kleinen Bomaz in seinem Versteck. Sie mussten jetzt noch vorsichtiger sein, seit der neue Nachbar eingezogen war. Crude traute ihm nicht. Als er von Monka in die Trinkhalle eingeladen wurde, ging er nur zögernd mit. Dieser Monka versuchte, ihn betrunken zu machen.

*

Als er mit Crude die Bar verließ, schlug Monka ihn in einem dunklen Tunnel nieder. Er ging zur Wohnung von Crude und Nim und probierte das geheime Klopfzeichen, das er belauscht hatte. Als niemand antwortete, drang Monka gewaltsam in die Behausung ein. Die Wohnung war leer. Das Kind war nicht hier. Als er aus der Wohnung trat, sah er Crude, wie er in der Wand gegenüber, durch eine geheime Öffnung kroch. Kaum war Crude verschwunden, kletterte Monka hinterher. In einem kleinen Raum stellte der die beiden. Als er das Kind forderte, drohte Nim, den Kleinen zu töten.

Monka war in einem Dilemma gefangen. Wenn er das Kind nicht lebend zu Anrina brachte, war sein Leben vorbei. Selbst wenn es ihm gelingen sollte, die beiden zu überwältigen, ohne dass sie dem Kleinen was antun könnten, war es nicht sicher, dass er die nächste Begegnung mit der Kusine der Allermutter überleben würde. Wenn ihn nicht Anrina töten ließ, dann sicher die Allermutter, weil er sich an einer Verschwörung gegen sie beteiligt hatte. Es gab nur eine Lösung, er musste sich mit Crude und Nim den Unsichtbaren, die in der Todeszone lebten, anschließen.

*

Die PERSEUS erreichte Point Siragusa am 18. Mai 1143 NGZ. Sie fanden von den ehemals acht Stationen, nur drei vor. Diese wiesen solche Unregelmäßigkeiten auf, dass man von Zerstörungen größeren Ausmaßes ausgehen konnte. Julian Tifflor befahl, Erkundungstrupps zu den drei Wracks zu schicken. Die Ausbeute war gering. Sie fanden eine Cantaro-Spielzeugpuppe, die 480 NGZ gefertigt wurde, und eine private Aufzeichnung eines Besatzungsmitglieds. Danach waren die Siragusa Stationen am 24. August 448 NGZ geräumt worden, und es waren Kartanin in der Nähe gewesen. Die Ortung der PERSEUS hatte einen Irrläufer entdeckt. Einen Asteroiden mit einem Durchmesser von dreißig Kilometern, einundzwanzig Lichtjahre vom Black Hole entfernt in Richtung auf die Magellansche Wolke.

Tifflor flog das Trümmerstück zusammen mit Fellmer Lloyd und Ras Tschubai in einer Space-Jet an. Als sie den Brocken umrundeten, wusste Tifflor, was er da sah. Es war das Bugteil der NARGA SANT, ungefähr ein Fünftel des Gigantschiffs, mit dem die Kartanin und ihre Brudervölker einst aus Tarkan nach Estartu kamen. Es musste bei dem Versuch, das Siragusa-Black Hole als Wurmloch in die Milchstraße zu benutzen, auseinandergebrochen sein.

Als sie an Bord des Trümmerstücks gingen, fanden sie erschreckende Zustände vor. Es hatte sich eine auf Mangelverwaltung ausgerichtete Diktatur entwickelt, die wenige bevorzugte und in Luxus leben ließ, während die Masse der Nachkommen der Überlebenden darbte. Als die Galaktiker Zugriff auf die noch existierenden Datenspeicher erhalten, erfahren sie, dass die Kartanin den von den Cantaro bedrohten Milchstraßenvölkern zu Hilfe kommen wollten. An Bord der NARGA SANT waren ursprünglich eine Million Kartanin und ebenso viele Ctl-Roboter. Da sie die Barriere um die Milchstraße nicht durchdringen konnten, versuchten sie, über das Siragusa-Black Hole in die Galaxie vorzudringen. Dabei kam es zur Katastrophe. Was aus dem Rest des Gigantschiffs geworden war, lag im Dunkel. Aus den Aufzeichnungen ging ebenfalls hervor, dass die Forschungsstationen am Black Hole von den Besatzungen gesprengt wurden, nachdem diese sie verlassen hatten.

Man überstellte von der PERSEUS so viele Vorräte wie möglich und versprach, mehr Hilfe zu schicken. Danach brach die PERSEUS nach Phönix-1 auf.

Innenillustration