Die Zeitstadt

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Serie: Taschenbücher Andromeda (Band 6)
PR-TB-Andromeda06.jpg
© Heyne
Zyklus: Andromeda
Titel: Die Zeitstadt
Autor: Ernst Vlcek (von Leo Lukas ungenannt vollendet)
Titelbildzeichner: Oliver Scholl
Erstmals erschienen: April 2003
Hauptpersonen: Perry Rhodan, Kiriaade, K'UHGAR
Handlungszeitraum: 1312 NGZ
Handlungsort: Andromeda
Extras:

Karten: Taupan

Glossar: Evoesa, INSHARAM, Mundänen, Segafrendo, S-Zentrant
Zusätzliche Formate: Enthalten im Sammelband Andromeda; Hörbuch

Handlung

Prolog

Perry Rhodan leidet noch sehr unter den Folgen der Verletzungen, die Takegath ihm zugefügt hat – noch mehr aber macht ihm neben dem erneuten Verlust von Kiriaade die Hoffnungslosigkeit der Situation in Andromeda zu schaffen: Der vom Nukleus aufgebaute Schutz um den Sektor Jessytop ist zusammengebrochen, zwölf S-Zentranten nähern sich dem Attori-System zusammen mit einer Gorthazi-Flotte, und der große Gegner, mit dem man es zu tun hat, ist eine uralte Superintelligenz. Wer würde es Rhodan verdenken, dass er da gern einfach die Flinte ins Korn werfen würde? Aber so weit kommt es nicht, denn unerwarteterweise manifestiert Kiriaade nochmals in der Zentrale der JOURNEE. Diesmal vereint sie in sich 300.000 Bewusstseine, zahlreiche davon aus dem im Nukleus aufgegangenen Volk der Charandiden. Sie ist diesmal eine eigenständige Persönlichkeit, die völlig unabhängig vom Rest des Nukleus agieren kann. Sie ist sich ihres Körpers weit mehr bewusst als zuvor, wovon Rhodan sich später in seiner Privatkabine auf äußerst angenehme Weise überzeugen kann. Während der Nukleus sich nach dem Schock, den er durch den Zusammenbruch des von ihm erzeugten mentalen Schutzfelds erlitten hat, noch einmal zusammenrappelt und wenigstens das Attori-System aus dem Schattenspiegel ausblendet, übernimmt Kiriaade einmal mehr den Schutz der JOURNEE. Perry Rhodan, der nach Kiriaades Erscheinen seine alte Tatkraft und Selbstsicherheit wiedergefunden hat, will sich zum zweiten Mal in die Höhle des Löwen wagen: Nach Taupan.

Einsatz auf Taupan

Man bricht sofort nach Taupan auf, denn die Zeit drängt. Der Nukleus wird trotz der Verstärkung durch die Charandiden nur noch wenige Tage dem wachsenden Druck widerstehen können, den der Gelbe Meister auf ihn ausübt. Unterwegs zum Machtzentrum des Gegners sprechen Rhodan und Kiriaade sich aus. Für Rhodan ist Kiriaade alles, was er sich je erträumt hat, sie vereinigt die Eigenschaften aller Frauen in sich, die er je geliebt hat. Kiriaade erwidert Rhodans Gefühle. Beiden ist jedoch klar, dass diese Beziehung keine Zukunft haben kann, aber das hindert sie nicht daran, eine Liebesnacht in Rhodans Kabine miteinander zu verbringen.

Taupan ist beinahe komplett mit Rüstungsanlagen zugepflastert, außerdem stehen hier die Zeittürme, von denen die temporale Barriere rings um Andromeda erzeugt wird. Nur am Nordpol gibt es ein freies Gebiet mit zehn Kilometern Durchmesser – dort befindet sich die Zeitstadt des Gelben Meisters. Als die JOURNEE sich dieser Region nähert, gehen starke Schockwellen im ultrahochfrequenten Bereich des hyperenergetischen Spektrums von der Zeitstadt aus und fegen in drei Wellen über den Planeten hinweg. Gleichzeitig reduziert sich das gesamte Energieaufkommen Taupans auf ein Zehntel des ursprünglichen Wertes, alle Gorthazi erstarren dort, wo sie gerade stehen. Zuerst tobt ein Sturm durch die Gorthazi-Einrichtungen, dem zahlreiche dieser Wesen zum Opfer fallen, dann fällt schwarzer Schnee, der kurz darauf zu verschmoren beginnt und großflächige Zerstörungen anrichtet. Zuletzt erscheint eine leblose Vegetation aus einem Material, das wie dünnes, rostiges Metall aussieht, sich überall ausbreitet und im nächsten Moment schon wieder zerfällt – nur um gleich darauf neu zu entstehen. Berechnungen der terranischen Wissenschaftler zufolge werden diese Phänomene in sechs bis acht Stunden den ganzen Planeten erfasst haben. Man nimmt an, dass die Gorthazi danach wieder zu sich kommen werden und der jetzt stillgelegte Rüstungsbetrieb auf Taupan wieder aufgenommen werden wird. Rhodan, Kiriaade, Benjameen da Jacinta und Tess Qumisha wollen diese Frist nutzen, um in die Zeitstadt einzudringen. Kiriaade geht davon aus, dass der Gelbe Meister jetzt alle Kräfte sammelt, um endgültig zu erwachen, und dass er nur noch während dieses Prozesses (wenn überhaupt) angreifbar sein wird. Die JOURNEE setzt die kleine Gruppe ab und versteckt sich dann tief im Ozean unter einer schwimmenden Fabrik. Kiriaade hält den Kontakt über das Lasky Baty - Hemd des Maahks Grek-665 1/2. Solange der Kontakt besteht, singt nämlich der auf dem Hemd abgebildete Lasky Baty verschiedene Lieder.

In der Zeitstadt

Rhodan und seine Begleiter nähern sich der Zeitstadt zu Fuß, weil auch der Schwerelose Zug nicht mehr fährt. Sie betreten eine Zone hyperphysikalischer Instabilität, in der laut Kiriaade alle Fäden des Schattenspiegels zusammenlaufen. Die Zone sieht nach außen hin wie eine Nebelburg aus: Ein kegelstumpfförmiges Gebilde mit 10 km Basisdurchmesser und 10 km Höhe, mit Wänden, die aus rotierenden Nebelschwaden zu bestehen scheinen. Im Inneren befindet sich eine Art Observatorium, bei dem es sich vermutlich um den sichtbar gemachten Schattenspiegel handelt. In tieferen Etagen des ansonsten völlig leeren und unbemannten Gebildes, das innen größer zu sein scheint, als es nach außen hin aussieht, stoßen die Gefährten auf eine weite, wüstenartige Ebene. Alles erweckt den Eindruck unfassbaren Alters, selbst die Luft riecht alt. Kiriaade meint, dass diese Landschaft bereits ein Teil des Gelben Meisters ist – man befindet sich in seinem Inneren, aber noch nicht in seinem Innersten. Als nächstes erreichen die vier eine Stadt, in der unzählige Architekturstile verschiedener Zeitalter zusammengewürfelt sind. Die Gebäude wirken seltsam zweidimensional, als seien sie nur als Staffage gedacht. Vor dem Stadttor steht die steinerne Statue eines Mundänen. Es ist ein versteinerter Un-Toter aus diesem Volk, der in einem endlosen Traum (in den Benjameen, von Kiriaade unterstützt, per Zerotraum eindringen kann) gefangen ist. Mit diesem Traum berichtet der Mundäne einen Teil des Zyklus der Ewigen, dies ist die Chronik der Superintelligenz K'UHGAR. Weitere Statuen von Wesen aus anderen Völkern stehen im Inneren der Stadt, dies sind die Totenstädte von K'u. Jede Statue repräsentiert einen Heroen aus den verschiedenen Hilfsvölkern K'UHGARS. Jeder hat einen Teil des Zyklus der Ewigen zu berichten und jeder stärkt die Superintelligenz mit seiner Mentalsubstanz. Den gesamten Zyklus der Ewigen bekommt nur derjenige zu hören, der den Ersten, also die älteste aller Statuen, findet.

Auf der Suche nach dem Sitz der Superintelligenz kommen die Gefährten zunächst nicht weiter, bis sie die Pyhrn entdecken. Diese sehen aus wie rollende Wüstenbüsche ,und man muss sich genau auf sie konzentrieren, um sie wahrnehmen zu können. Sie lenken die Aufmerksamkeit eines Beobachters durch einen hypnosuggestiven Einfluss ab. Sie bewachen ein scheinbar besonders wichtiges Bauwerk, das wie ein Stadion aussieht. Rhodan nimmt Kontakt mit den Pyhrn auf und gibt sich als Beauftragter der Kosmokraten aus. Er behauptet, er sei berechtigt, zum Gelben Meister vorgelassen zu werden. Die Pyhrn wollen die Eindringlinge jedoch zunächst prüfen. Benjameen muss einen Kampf gegen ein vielarmiges Wesen austragen, der darin besteht, dass man sich gegenseitig mit Handgranaten bewirft. Benjameen unterliegt natürlich, da der Kampf aber nur in seinem Kopf stattgefunden hat und nicht real war, geschieht ihm nichts. Es ist auch nicht schlimm, dass er nicht gewonnen hat, denn bei der Prüfung ist es nur auf den Beweis von Kampfgeist angekommen. Die Prüfung war für Benjameen erfolgreich und zur Belohnung verraten die Pyhrn ihm, welche Statue der Erste ist. Auch Tess, Rhodan und Kiriaade werden später geprüft. Tess durchlebt im Geiste Jahre des Studiums an der so genannten Heroischen Universität, kann sich hinterher aber an nichts von dem mehr erinnern, was sie dort gelernt hat. Rhodan und Kiriaade werden scheinbar in eine paradiesische Umwelt versetzt, wo sie von selbst darauf kommen müssen, dass nichts davon echt ist.

Benjameen klinkt sich in den Zyklus der Ewigen ein und erfährt so die Geschichte des Gelben Meisters, die zugleich die Geschichte von Aufstieg und Fall der Superintelligenz K'UHGAR ist.

Die Entstehung K'UHGARS

K'UHGAR ist vor vielen Millionen Jahren in der Galaxie Dubensys aus dem letzten körperlich geborenen Wesen aus dem Volk der K'amaroa hervorgegangen und hatte ursprünglich den Namen Ugar getragen. Die K'amaroa sind Insektoide, die den kollektiven Übergang zu einer körperlosen Existenzform anstreben, den sie Aufeol nennen. Durch Ugars Geburt wurde dieser Prozess unterbrochen. Schnell wird klar, dass Ugar alle negativen Eigenschaften besitzt, die die friedlichen K'amaroa eigentlich schon hinter sich gelassen haben, und dass er darüber hinaus einen bösartigen, aggressiven Charakter hat. Prägend für ihn und für die Superintelligenz, zu der er später wird, ist eine besondere Eigenart: Er tötet mit Vorliebe Lebewesen, um ihre dann freiwerdenden Seelen zu verschlingen und dadurch seine eigenen Geisteskräfte zu steigern. So macht er es dann auch mit seinem eigenen Vater. Den anderen K'amaroa gaukelt er vor, durch diesen Akt des Kannibalismus sei er geläutert worden und er sei jetzt bereit für das Aufeol. Als die gutgläubigen Artgenossen das Aufeol-Ritual einleiten und ihre Bewusstseine von den Körpern trennen, verschlingt Ugar jedoch auch sie. Er vereinigt somit das gesamte Volk der K'amaroa in sich, wird unsterblich und verfügt über gigantische mentale Kräfte, ist aber noch keine vollwertige Superintelligenz. Er ist zum Gelben Meister geworden. Sein erstes Hilfsvolk sind die kriegerischen Kyntassen, bei denen er einen Heldenkult einführt, der später auch bei allen anderen Hilfsvölkern zum bestimmenden kulturellen Faktor wird – so geschehen auch bei den Mundänen, denen Atlan in Segafrendo begegnet ist. Der Gelbe Meister unterwirft zunächst die ganze Galaxie Dubensys und verschlingt auch ein Geisteswesen, (Ayamee genannt, möglicherweise eine Superintelligenz), das bisher dort beheimatet war.

Den nächsten Schritt, die Verwandlung in eine Superintelligenz, macht der Gelbe Meister im INSHARAM, wo er alles andere als feinfühlig vorgeht. Er saugt nicht nur die gesamte Psi-Materie auf, die werdenden Superintelligenzen dort zur Verfügung steht, sondern auch die Bewusstseinsinhalte von einem Drittel aller Evoesa. Jetzt ist er nicht mehr der Gelbe Meister, sondern eine echte Superintelligenz: K'UHGAR. Er rekrutiert in den folgenden Jahrmillionen ein Hilfsvolk nach dem anderen. Alle sind leidenschaftliche Krieger, bis auf die Pyhrn, die zu den Strategen und Statistikern der Superintelligenz werden und ihr die Errichtung der Totenstädte von K'u empfehlen. Die Faii, die dem Mentaldepot der Superintelligenz die Seelen gefallener Heroen zuführen und die aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten allgemein Seelenfresser genannt werden, sind ein weiteres Hilfsvolk.

K'UHGARS Niedergang

K'UHGAR schickt sich an, die Mächtigkeitsballungen anderer Superintelligenzen anzugreifen. Dadurch werden die Kosmokraten auf ihn aufmerksam, die ihn mehrmals warnen, nicht zu weit zu gehen, weil sie sonst Gegenmaßnahmen einleiten würden. Als K'UHGAR in Segafrendo einmarschiert und ESTARTU vernichtend schlägt, haben die Kosmokraten allerdings nichts dagegen, denn ESTARTU hat ja ein Thoregon gegründet und dagegen haben die Kosmokraten bekanntlich etwas einzuwenden. Deshalb leisten sie dem Aggressor sogar Hilfe. Als K'UHGAR sich jedoch gegen die Superintelligenz VACCERE wendet, deren Mächtigkeitsballung direkt an diejenige K'UHGARS grenzt, greifen die Kosmokraten zu Gunsten von VACCERE ein. Dutzende von kosmokratischen Walzenschiffen nehmen an einer Entscheidungsschlacht zwischen riesigen Flotten beider Superintelligenzen teil und reiben K'UHGARS Streitmacht auf. Gleichzeitig verändern sie den Gencode der Mundänen, die dadurch nicht nur ihre Kampfeslust, sondern auch ihren Fortpflanzungstrieb verlieren. Die einstmals besten Kämpfer von Dubensys degenerieren mehr und mehr. Sie werden mit der Zeit von den Gorthazi abgelöst, deren Qualitäten jedoch bei weitem nicht ausreichend sind, um in K'UHGARS Mächtigkeitsballung für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Gegen K'UHGAR selbst wird eine Art Devolator eingesetzt, welcher der Superintelligenz große Teile der angesammelten Bewusstseinsinhalte und der Psi-Materie aus dem INSHARAM entreißt. Im Rahmen dieser Devolution wird aus der Superintelligenz wieder der Gelbe Meister.

Der Schattenspiegel

In der Zeit des Niedergangs kommt es zu schweren Unruhen in Dubensys. Mundänenaufstände binden die Kräfte der Gorthazi, der Nachschub an Raumschiffen und anderem Material versiegt allmählich. Am Ende gibt es praktisch keine Mundänen mehr und dem Gelben Meister bleiben nur noch zwölf S-Zentranten, die er aus allen Konflikten heraushält, um sie nicht auch noch zu verlieren. In dieser Zeit entdeckt ein Faii ein seltsames, kegelförmiges Raumschiff, das im All treibt und bis auf einen mumifizierten Raumfahrer völlig verwaist ist. Die Spitze des zehn Kilometer langen Schiffes muss abgesprengt werden, damit man sich Zutritt verschaffen kann. Das Schiff wird zum Planeten Taupan gebracht und dort verankert – alsbald verlegt der Gelbe Meister die Ewigen Totenstädte von K'u in dieses Schiff. Es wird somit zum Sitz des Gelben Meisters. Taupan wird in der Folge zusammen mit 250.000 Kastuns und Faii-Kreuzkeulen völlig vom Rest der Galaxie abgeschottet. Um sich dem Zugriff der Kosmokraten zu entziehen, hüllt der Gelbe Meister den Planeten in ein Zeitfeld, in dem ein stark verlangsamter Zeitablauf herrscht. Nur ab und zu stoßen Gorthazi-Einheiten nach außen vor, um dort Kriegsspiele zu organisieren, damit die Faii anschließend wieder Helden-Seelen aufnehmen und zum Gelben Meister bringen können, der auf diese Weise nach und nach genug Mentalenergie aufnehmen will, um irgendwann einmal wieder den Status einer Superintelligenz zu erlangen.

Mit Hilfe des Schattenspiegels sucht der Gelbe Meister nach Orten im Kosmos, wo er in Ruhe weiter an seinem Wiederaufstieg arbeiten kann. Der Schattenspiegel ist nichts anderes als das Ortungs- und Beobachtungssystem des kegelförmigen Schiffes, das in Dubensys entdeckt worden war. Bei seiner Suche stößt der Gelbe Meister auf die Mächtigkeitsballung von ES, die verwaist ist, seit sich die Superintelligenzen in den PULS zurückgezogen haben. Da die Völker der Milchstraße ihm zu stark erscheinen, leitet der Gelbe Meister die Transition des gesamten Planeten Taupan und der Flotte nach Andromeda ein. Die Energie, die er für den Aufbau des Schattenspiegels und der temporalen Barriere benötigt, bezieht er aus den Nachwirkungen der Vernichtung des Sonnensechseck-Transmitters und durch die gezielte Einleitung weiterer Supernovae. Alles verläuft nach Plan: Andromeda wird abgeschottet, die Kastuns erobern die besiedelten Planeten und organisieren Kampfspiele, die Faii führen dem Mentaldepot die Bewusstseinsinhalte der bei diesen Spielen getöteten Kämpfer zu. Der Gelbe Meister muss sich nur noch von den Folgen seines Jahrmillionen währenden Dahindämmerns erholen.

Das Ende des Gelben Meisters

Tess erinnert sich doch noch an etwas, das sie in der Heroischen Universität gehört hat, und weiß jetzt, wo sich der Zugang zum Gelben Himmel – dem Innersten des Gelben Meisters – befindet. Da alle vier Gefährten die Prüfungen der Pyhrn bestanden haben, gestatten diese ihnen den Zugang zum Allerheiligsten. Allerdings können nur Rhodan und Kiriaade es betreten; Benjameen und Tess müssen versuchen, einige Millionen Faii aufzuhalten, die sich den Totenstädten nähern. Würden die Faii ihre Seelen-Last beim Meister abliefern, könnte das der letzte Rest sein, den Ugar noch zum Erwachen braucht. Benjameen und Tess können die Ankunft der Faii nur ein wenig verzögern, dann stellen Rhodan und Kiriaade fest, dass sich die Lücken im Mentaldepot des Gelben Meisters zu schließen beginnen. Die beiden erreichen eine Art Altarraum, wo Ugars immer noch existierender und unzerstörbar wirkender Körper aufgebahrt ist. Rhodan ist hier machtlos, nur Kiriaade kann dem Gelben Meister schaden, indem sie mit geballter mentaler Macht zuschlägt.

Da dies gleichbedeutend mit ihrem Ende wäre, macht sie Rhodan ein Angebot. Ihre Mentalsubstanz wird nach ihrem körperlichen Ende in den Nukleus zurückkehren. Wenn Rhodan für immer mit ihr zusammenbleiben will, muss er seinen Körper aufgeben und ihr dorthin folgen. Dazu ist Rhodan aber nicht bereit. Kiriaade richtet ihre mentale Energie auf Ugars schlafenden Körper. Dieser verliert seine Unverwundbarkeit – und den Rest besorgt Rhodan mit bloßen Händen. Durch die Vernichtung von Ugars Körper werden die Bewusstseine der K'amaroa, Ugars wichtigste Kraftquelle, von ihrer Bindung an Ugar befreit und lösen sich von ihm – das ist gleichbedeutend mit dem vollständigen Ende des Gelben Meisters. Nach seinem Ende wird ein Selbstzerstörungsmechanismus in Gang gesetzt, der die Zeitstadt, alle anderen Einrichtungen auf Taupan, den Schwerelosen Zug, sämtliche Gorthazi-Schiffe und S-Zentranten sowie alle Statuen des Gelben Meisters erfasst. Kastuns und S-Zentranten explodieren, die Bedrohung für Andromeda löst sich in Nichts auf.

Das Finale

Rhodan, Benjameen und Tess werden von der JOURNEE aus dem Chaos gerettet, das in der Zeitstadt ausbricht. Rhodan, allein in seiner Kabine und mit seinen selbstquälerischen Gedanken, erhält ein letztes Mal – vielleicht nur auf mentaler Ebene – Besuch von Kiriaade. Sie übermittelt ihm einen Gruß der befreiten K'amaroa, die nun doch noch zu dem Geisteswesen geworden sind, das sie immer werden wollten. Sie versprechen, fortan nur noch Gutes zu tun, um die Schuld zu tilgen, die der Gelbe Meister auf sich und sie geladen hat. Nach der Zeitrechnung, die in Andromeda hinter der sich auflösenden temporalen Barriere gilt, schreibt man den 3. Mai 1312 NGZ.

Am 20. März 1312 NGZ nach Milchstraßen-Zeitrechnung hebt die JOURNEE von Attorua ab und verlässt Andromeda, ohne noch auf den geringsten Widerstand zu stoßen. Das Zeitfeld existiert nicht mehr. Die Flüchtlingslager auf Attorua werden aufgelöst, Tefroder und Maahks beschließen, beim Wiederaufbau Andromedas zusammenzuarbeiten. Der Nukleus verschwindet mit unbekanntem Ziel.

Am 29. März 1312 NGZ erreicht die JOURNEE wieder das Sternenfenster. Mit an Bord sind zwei neue Besatzungsmitglieder: Die Tefroderin Raye Corona und der Maahk Grek-665 1/2.

Personenregister

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