PERRY RHODAN - Das größte Abenteuer

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Überblick
Serie: Fischer TOR
FTOR1.jpg
© Fischer TOR
Titel: PERRY RHODAN – Das größte Abenteuer
Untertitel: Perry Rhodan – Wie alles begann
Autor: Andreas Eschbach
Titelbildzeichner: Sergey Nivens
Erstmals erschienen: 27. Februar 2019
Handlungszeitraum: 1936 bis 1975
Handlungsort: Erde
ISBN: ISBN 978-359670-145-2
Besonderes:

Portal "Das größte Abenteuer"

Zusätzliche Formate: eBook, Hörbuch
Leseprobe: Leseprobe.png © Pabel‑Moewig Verlag KG, Rastatt

Das Buch »PERRY RHODAN – Das größte Abenteuer« von Andreas Eschbach erschien am 27. Februar 2019 gleichzeitig auch als eBook bei Fischer TOR sowie als Hörbuch beim Argon-Verlag. Es erzählt die Vorgeschichte des legendären Weltraumhelden.

Cape Kennedy, 1971: Nach dem katastrophalen Scheitern der Apollo-Missionen unternehmen die Amerikaner einen letzten verzweifelten Versuch, das Rennen zum Mond zu gewinnen. Der Name des Raumschiffs: Stardust. Der Name des Kommandanten: Perry Rhodan.

Mit diesem bahnbrechenden Ereignis startete die Science-Fiction-Serie Perry Rhodan. Und wurde zur erfolgreichsten Fortsetzungsgeschichte der Welt.

Doch erst jetzt erfahren wir, wie alles wirklich begann: Perry Rhodans Jugend, seine politischen Eskapaden, seine Abenteuer als Testpilot und die geheime Geschichte der bemannten Weltraumfahrt.

(Zitat: Verlagsinformation)

Aufbau

Das 848 Seiten umfassende Buch ist in Abschnitte gegliedert, die mit einem Titel, der mit »Stern« beginnt, benannt sind. Dieser enthält die Kapitel nummeriert und einen Teil »Zwischenspiel« mit einer fortlaufenden Nummerierung. Am Beginn und am Ende wurde noch je ein Teil »Das größte Abenteuer (I)« und »(II)«  voran- bzw. nachgestellt. Das E-Book hat 871 Seiten und endet mit einem kurzen Text über Andreas Eschbach, der dem hinteren Klappentext der Buchausgabe entspricht.

Handlung

Das größte Abenteuer (I)

Kapitel (1 - 3)

Die Eroberung des Weltraums beginnt am 4. Oktober 1957 mit dem Start des ersten Satelliten  Wikipedia-logo.pngSputnik durch die östliche Supermacht. Der Westen und die USA werden davon überrascht und sind geschockt. Perry Rhodan ist 21, Pilot in Ausbildung und hat Sonderurlaub in der Heimat. 13 Jahre später, am 21. Juli 1971 werden die Eltern Rhodans zum Präsidenten der USA,  Wikipedia-logo.pngRichard_Nixon ins Weiße Haus eingeladen und begegnen  Wikipedia-logo.pngHenry_Kissinger, der ihnen Vorwürfe wegen ihres Sohnes macht. Dieser würde soeben den dritten Weltkrieg auslösen.
Der  Wikipedia-logo.pngBiograph des Buches berichtet, wie er die Morgenstunden dieses Schicksalstages im  Wikipedia-logo.pngPentonville-Gefängnis (London) erlebte.

Sternzeichen

Kapitel (1 - 8)

Ein männliches Kind wird im Jahr 1936, am 8.Juni morgens um 6:31 (Sommerzeit) im Hartford Hospital in Hartford, Connecticut geboren. Es erhält den Namen Perry. Die Eltern des Kindes sind Jakob Edgar Rhodan und seine Frau Mary.

Der Großvater des Kindes war Alois Roden, geboren am 17. Mai 1889 in Scheernsting (Bayern, Deutschland), verheiratet mit der aus Garmisch-Partenkirchen stammenden Gerda Mayr. Sie hatten zwei Kinder, den am 19. Mai 1908 geborenen Karl und den am 5. Oktober 1910 geborenen Jakob Edgar. Alois, selbst Kriegsveteran, war Witwer geworden, wollte in keinem zweiten Krieg dienen und wanderte daher 1919 mit seinen Kindern in die USA aus. Er änderte den Familiennamen von Rodan auf Rhodan, kam in New York als Elektriker unter und wurde am 18. Oktober 1924 eingebürgert. Er starb im Januar 1932 an Lungenkrebs. Seine Söhne hatten Handwerksberufe übernommen. Nach dem Tod des Vaters zog es sie in den weiten Westen. Jake erhielt eine Stelle in Chikago und traf bei Erledigung einer Arbeit im Children's Memorial Hospital seine zukünftige Frau Mary Tibo.

Mary Tibo, jüngste Tochter von Gerald Tibo und Katherine Tibo, geborene Moore, war die Nachfahrin des adeligen Louis-Fréderic Thibeau, der im Frankreich des 19. Jahrhunderts dubiose Geschäfte getätigt hatte und in die USA geflohen war. Aus dieser Ahnenreihe ergab sich bei den Tibos eine Art Standesdünkel. Jake war als Handwerker keine gute Partie, jedoch setzte sich Mary durch. Sie zogen nach Manchester, Connecticut. Die Hochzeit fand am 10. August 1934 im kleinen Kreis statt. Das Paar erstand ein Einfamilienhaus am Nordwesthang des Case Mountain. Lediglich Marys Großcousin Kenneth Malone, der Sohn ihrer Tante Patricia, der älteren Schwester ihres Vaters, die mit James F. Malone, einem Soldaten verheiratet war, kam zu Besuch.

Karl lernte eine gewisse Laura Kelly kennen, die Tochter des Rinderzüchters Patrick Kelly, die er schließlich unter der Auflage heiratete, die Farm ihres Vaters zu übernehmen.

Der Zweig der mütterlichen Linie von Perry brachte einen der bekanntesten politischen Gegner von Perry Rhodans späterer interstellarer Kolonialpolitik hervor, Charles Thibeau. Ebenfalls dieser Linie entstammt Elena Thibeau, eine Großtante von Mary, die jüngste Schwester ihres Großvaters Richard, verheiratete Durkheim. Sie war von  Wikipedia-logo.pngLothringen erst nach dem Tod ihres Mannes im Jahre 1939 in die USA gegangen. Sie stellte sich als Babysitter für Perry zur Verfügung und wurde »Oma« Eli genannt.

Es wird angenommen, prägend für den Charakter von Perry sei eine Mischung aus dem entschlussfreudigen und hochmoralischen Vater mit praktischer Begabung und Eigenschaften der Mutter, einer Dynastie von Kaufleuten und Händlern entstammend, die gerne zu Tricks griffen, um ihre Ziele zu erreichen. Dies ist einer der inneren Konflikte Rhodans, denn Listigkeit und Moralität widersprechen sich oft. Die Mutter war zudem auch sehr selbstlos und selbstverpflichtet, oft auf Kosten der Kinder und Familie. Auch Perry wird nachgesagt, kein guter Elternteil zu sein.

Deborah, die Schwester Perrys, wurde am 1. Dezember 1937 geboren. Sie zeigte sich als sehr intelligent, war laut »Oma« Elis Aussage enorm sprachbegabt und lernte enorm schnell. Sie kam am 18. Mai 1940 bei einem unglücklichen Unfall mit dem Auto ums Leben.

Von diesem Unfall blieb Perry die wohlbekannte Narbe am rechten Nasenflügel. Perry litt lange unter dem Irrtum, Schuld daran zu haben. Auch seine Mutter, die den Unfall tsächlich verschuldet hatte, war seelisch getroffen.

Anfang 1941 trat die USA in den Krieg in Europa ein. Perry blieb nun die meiste Zeit allein mit der traurigen Mutter, der Vater kam nur kurz auf Heimaturlaub. Erst sechs Jahre später kehrte er aus dem Krieg zurück.

Sternbilder

Kapitel (1 - 9)

Perry hatte seine Schwester verloren. Er war nun allein mit seiner Mutter. Mit fünf Jahren schenkte ihm sein Vater einen Globus und erklärte ihm die Länder auf der Erde. Dann kurz vor Weihnachten, am 6. Dezember 1941, berichtete das Radio über den Angriff auf Pearl Harbor. Der Angriff der Japaner auf den Hafen kam für die USA unerwartet und zerstörte einen großen Teil der Kriegsflotte. Die USA befanden sich nun im Krieg mit Japan. Das mit Japan verbündete NS-Regime in Deutschland erklärte der USA seinerseits den Krieg. Die Folge: Perrys Vater würde nicht wie versprochen zu Weihnachten nach Hause kommen. Im Januar 1942 starb Oma »Elli« eines friedlichen Todes. Sie wurde in der Familiengruft beigesetzt und danach meldete Mary sich als ehemalige Krankenschwester zum Dienst in der US Army. Damit musste aber Perry woanders hin. Zu seinen Großeltern mütterlicherseits wollte ihn seine Mutter nicht geben, da sie Streit mit ihrer Mutter hatte. Daher blieb nur Karl Rhodan, der Großvater väterlicherseits. Dieser betrieb eine Farm in Wisconsin mit seiner Frau Laura und ihren Eltern. Sie hatten noch keine Kinder und waren bereit, den Neffen aufzunehmen.

Anfang Februar 1942 zog Perry zu ihnen und lebte nun auf dem Lande. Es war eine völlig andere Welt, fern und abgeschieden von dem Großstadtgetümmel. Er lernte, wie die Arbeit auf dem Land aussah und durfte mithelfen. Onkel Karl besaß auch einige Pferde, vor denen Perry aber großen Respekt hatte. Das Reiten erlernte Perry erst später. Während des Sommers brachte ihm sein Onkel auch noch das Schwimmen bei und wovor er sich in der Natur in Acht nehmen musste. Später lernte er noch viele andere Fertigkeiten. Tante Laura brachte ihm einiges im Haushalt bei, sodass er sich zur Not auch selbst behelfen konnte. Eines Abends sah er sich mit Onkel Karl den Nachthimmel an und Karl war sehr verwundert, dass Perry derartig über die Masse der Sterne am Himmel staunen konnte.

Nach dem Sommer kam der erste Schultag. Seine Eltern schickten nur Briefe, konnten selbst aber nicht kommen. In der Schule fiel ihm das Lernen sehr leicht. Seine hauptsächliche Freizeitbeschäftigung waren Comichefte der Reihe »Superman«. Diese sammelte er mit Leidenschaft, nebenbei aber auch »Flash, den roten Blitz« und »Green Lantern«. Perry ezählte den Mitschülern auch von dem Erdglobus seines Vaters und was ihm dieser dazu erzählt hatte, was sich dann in den Schultagebüchern seiner Schulkollegen niederschlug. So sehr sich diese später an ihn erinnern konnten, als er berühmt wurde, so wenige Namen kannte Perry Rhodan noch. Der Junge mit Namen Jack war vermutlich Jack D. McDonald, der spätere erste Vorsitzende der Rhodanisten. Marty, an den er sich auch noch erinnerte, war Martin Brewer, einer der ersten Studierenden der Hypertechnik. Jenny war sehr wahrscheinlich, Jenny Mannheimer, die erste Farmerin, die außerirdische Pflanzen angebaut hatte. Während Perry nun zur Schule ging, wurde der zweite Weltkrieg blutig ausgetragen. Es war ein Kampf zwischen einer Macht, skrupellos wie die MdI, und dem Rest der Welt. Dieser Krieg führte aber auch zur Konstruktion der ersten annähernd weltraumtauglichen Großrakete. Leiter dieser Entwicklung war Wernher von Braun. Am 30. Oktober 1942 gelang ein Start mit einer A4 bis zur Höhe von 84 km, am 20. Juni 1944 auf 174 km Höhe. Danach konstruierte er die V2, die als neuartige Waffe gegen England eingesetzt wurde. London wurde das Ziel dieses mit Zwangsarbeitern und Häftlingen aus Konzentrationslagern unter der grauenhaften Bedingungen hergestellten Vernichtungsmittels.

Nachdem Perry bereits drei Jahre bei seinem Onkel gelebt hatte, brachte ihm dieser das Schießen mit einer Waffe bei. Er lehrte ihn die Grundlagen der Jagd und auch die Ethik, die dazu gehörte. Ebenso, dass man Waffen auch zur Selbstverteidigung einsetzen konnte, dies aber nur nach klaren Regeln. Dies wurde aber seiner Mutter bekannt, die darüber sehr entsetzt war und Perry sofort nach Hause zurückbeorderte. Abrupt musste er zu seinen anderen Großeltern Kathrin und Gerald in Chicago. Nun lebte er wieder in der Stadt, bekam ein eigenes Zimmer und musste eine neue Schule besuchen.

In dieser Zeit hatte Perry Rhodan Albträume zu einem Mann, der im grauen Anzug erschien und ihn mit seltsamen Gegebenheiten konfrontierte. Er sah eine Stadt, über die sich eine schimmernde, durchsichtige Kuppel erhob. Er konnte einen entsetzlichen Angriff auf eine Stadt sehen, und wie Menschen versuchten, davor zu flüchten. Ebenso zeigte ihm dieser Mann im Traum ein Sechseck aus leuchtend weißen Sonnen im Weltall und einiges mehr. Am nächsten Tag brachte ihn seine Großmutter Katharine das erste Mal zur Bowen Elementary School. Dort glaubte er den Mann aus dem Traum zu sehen, dann war dieser aber nicht mehr zu finden.

In der neuen Schule wurde er als Sonderling betrachtet und fand keinen Anschluss. Lediglich mit einem Lehrer befreundete er sich. Es war Mister Townsend, der ihn in Naturkunde unterrichtete. Dieses umfasste auch astronomisches Wissen, das Perry begierig verschlang. Zudem gewährte ihm der Lehrer Zugang zur Bibliothek der Schule, wodurch er zum fleißigen Leser von allem Möglichen wurde. Sachliteratur, Science Fiction, sogar Horrorbücher lieh er sich aus. Aufgrund seiner deutschen Vorfahren und des Kriegs wurde in der Schule gehänselt, mit »Kraut« verhöhnt und als Nazi bezeichnet.

Er wollte das bereits der Schulleitung melden, da stellte sich ihm der Mann aus dem Traum im grauen Anzug entgegen und stoppte ihn. Also beschloss Perry, gar nichts zu tun, was aber nicht funktionierte. Er geriet trotzdem in einen Nervenkrieg mit den anderen. Er wurde nach allen Regeln der Kunst gemobbt und die Mitschüler waren nicht zu stoppen, obwohl die Lehrer eingriffen. Dadurch zog er sich immer mehr zurück und begann sogar an sich selbst zu zweifeln. Zum Glück erfuhr auch seine Großmutter von diesen Drangsalierungen.

Wie sie davon erfuhr, blieb unklar. Doch als Nazi wollte sie ihren Enkel nicht hingestellt sehen. Zuerst machte sie Perry noch Vorwürfe, dass er nichts zu Hause gesagt hatte, aber dann konfrontierte sie die Schulleitung mit der Forderung, hier Konsequenzen bei seinen Mitschülern zu ziehen. Da Perry aber über die Urheber schwieg, konnte sie nichts ausrichten und flüchtete vor dem Problem in eine Krankheit. Deswegen konnte Perry wieder in die Obhut von Onkel und Tante zurückkehren.

Am 8. Mai 1945 verkündete man im Radio die Kapitulation des nationalsozialistischen Deutschlands. Der Krieg war vorbei. Diese Nachricht wollte Karl seinem Neffen mitteilen. Er fand ihn unten am See, halb im Wasser stehend. Der scheue, in Chicago anders, fast seltsam gewordene Junge reagierte kaum auf diese tolle Neuigkeit. Auf Nachfrage, ob er gerne hier sei, antwortet er mit Ja, es würde ihm gefallen. Er erklärte aber, der Krieg sei noch nicht vorbei, sondern schreckliche Dinge würden geschehen, die er in seinen Träumen gesehen hätte. Ein Gewitter zog auf und Karl schickte Perry zurück ins Haus. Die Prophezeiung von Perry bewahrheitete sich. Der Krieg war nicht aus, das japanische Kaiserreich kämpfte unvermindert weiter. Aber am 6. August 1945 um 8 Uhr 16 Minuten und 2 Sekunden detonierte die erste Atombombe auf der Erde über der Stadt Hiroshima. Die Explosion zerstörte große Teile der Stadt und tötete die Bevölkerung. Am nächsten Tag gab Harry S. Truman den Einsatz der Waffe bekannt. Trotzdem kapitulierte Japan nicht und es wurde eine zweite Atombombe über Nagasaki abgeworfen, die ebenfalls mit unglaublich vernichtender Kraft auch diese Stadt zerstörte. Sechs Tage später war der Zweite Weltkrieg endgültig vorüber. Zu dieser Zeit kehrte auch Perrys Mutter zurück aus dem Kriegsdienst und brachte ihn zurück nach Hause, nach Manchester.

Zwischenspiel(2)

Der Biograph wartet auf den Tod, der herannaht. Er ist 52 Jahre alt und seit 14 Jahren wegen einer Falschaussage unschuldig in Haft. Er stellt fest, dass er mittellos und kinderlos sterben wird. Er nimmt an, die Menschheit werde durch diese globalen Atomschläge wohl wieder in die Steinzeit zurückgebombt, der Himmel über Jahre hinweg verdunkelt. Vielleicht werde die Menschheit auch aussterbem. Er versucht seine letzte Würde an diesem Ort zu wahren. Dann die erste Erschütterung. Ende?

Sterngucker

Kapitel (1 - 7)

Manchester hatte sich während Perrys Abwesenheit nur wenig verändert. Zwar wohnte im Nachbarhaus niemand mehr, aber Mister Riker lebte noch in der Spring Street und in der Wyllies Street bewohnte Miss Sampson, die er »Aunt Sammie« nannte, noch immer ihr Haus. Auf einem Spaziergang durch die Stadt traf er einen Jungen, der mit einer Lupe Insekten im Gelände untersuchte. Er hieß Leroy Washington und sie freundeten sich schnell an. Die Tatsache, dass Leroy afroamerikanischer Abstammung war und eine dunkle Hautfarbe hatte, störte Perry im Gegensatz zu vielen anderen gar nicht. Die Antwort, dass er als »Neger« nicht studieren durfte, die Leroy ihm auf die Frage gab, ob er das Fach Biologie an der Uni nehmen würde, verwunderte Perry sehr.

Der Verfasser des Buches versucht nun zu erklären, welchen Stellenwert die Hautfarbe im 20. Jahrhundert, in dieser Zeit praktisch noch vorhandener Rassentrennung, in den USA hatte. Er vergleicht es mit der anfangs leicht rassistisch geprägten Haltung zu den tellerköpfigen, vieräugigen Jülziish, als man sie wegen ihres blauen Fells am ganzen Körper noch »Blues« nannte. Danach erklärt er auch noch die Herkunft des Wortes »Neger« sowie das Schimpfwort »Nigger«. Auch dass anfangs das Wort »Schwarze« verwendet wurde, bis sich die Bedeutung ins Negative drehte und man zu »Afroamerikaner« überging, wird dargelegt. Er versucht den Lesenden seiner Jetztzeit zu vermitteln, wie verbreitet die ablehnende Haltung zum Menschen anderer Hautfarbe damals war. Die Freundschaft von Perry, einem »Weißen« und Leroy, einem »Schwarzen«, wurde nicht gern gesehen.

In Connecticut jedoch war die Rassentrennung verboten und so konnte Leroy in die gleiche Schule gehen wie Perry, die Highland Park Elementary School. Auch in dieser Schule gab es natürlich die von Perry so geliebte Schulbibliothek, wo er sich wieder Bücher ausleihen konnte und diese verschlang. Er las alle möglichen Bücher, Zukunftsromane von Jules Verne, und alles über Automobile, Flugzeuge und Raketen.

Abseits des Daseins als Bücherwurm zog Perry mit seinem neuen Freund Leroy in der Gegend herum und sie untersuchten die Botanik. Leroy erzählte ihm dabei von dem schweren Vorurteil, das Leute ihm gegenüber hatten. Er sei als »Schwarzer« schnell verdächtig, etwas stehlen zu wollen.

Perry Rhodans Mutter war gläubig und besuchte den Gottesdienst. Im Herbst 1945 wurde sie von Ernestine Curtis darauf angesprochen, dass Jake noch immer im Dienst der Army stand. Er hatte freiwillig verlängert und war nun in Osaka stationiert. Ernestine wollte, dass Mary ihrem Sohn den schlechten Umgang, mit dem von ihr so genannten »Nigger« verbot. Stark empört lehnte seine Mutter ab, für sie war jeder Mensch vor Gott gleich geschaffen.

Zu Weihnachten 1945 kam endlich sein Vater nach Hause zu Besuch. Nachdem er den Armeedienst beendet hatte, wolllte er sich mit einem Elektrogeschäft selbstständig machen. Er meinte, dass viel Geld mit der neuen Erfindung namens »Fernseher« zu machen wäre. Am Weihnachtsmorgen fand Perry als Geschenk ein lange gewünschtes Fahrrad unter dem Baum, das er Marco Polo taufte. Der Erzähler flicht ein, dass diese Namensgebung nichts mit der späteren des gleichnamigen Raumschiffs zu tun hatte, da diese nicht von Perry Rhodan selbst vorgenommen wurde.

Während des Winters saß Perry oft mit seinem Freund Leroy in seinem Zimmer zusammen und sie studierten die Superheldencomics. Leroy konnte sich so etwas nicht leisten, denn seine Familie war arm. Diese bestand aus ihm, seinen Schwestern Belle, Lucille und Mary Rose, seinem jüngeren Bruder Danny und seinen Eltern. Eines Tages las Perry den Roman »Onkel Toms Hütte« und war entsetzt. Leroy dagegen weniger. Er tat den Rassismus, der darin beschrieben war, als nebensächlich und für diese Zeit nicht mehr gültig ab. Für Perry dagegen war die damalige Tatsache, dass ein Mensch ein Sklave, der Besitz eines anderen gewesen war, etwas Unvorstellbares. Ab nun aber begann Perry Rhodan die versteckten und manchmal recht offenen Diskriminierungen gegenüber Mitbürgern mit anderer Hautfarbe zu beobachten und stellte fest, dass diese Abwertungen von Menschen noch nicht der Vergangenheit angehörten.

Dann kam »Onkel« Kenneth, der Cousin seiner Mutter zu Besuch und Perry zeigte ihm Case Mountain und die Umgebung. Dabei erzählt er ihm von dem Rassenproblem, das ihm bewusst geworden war und Kenneth bestätigte diese Ansicht. Er wies aber auch darauf hin, dass es nicht ganz so eindimensional zu sehen sei. Dass es hauptsächlich die Angst vor dem Anderssein sei, die die Menschen gegeneinander feindlich werden ließ. Danach sprachen sie über Außerirdische, die die Menschheit versklaven könnten und Kenneth wies darauf hin, dass man sich bei einem solchen Zusammentreffen von irdischen und Außerirdischen sehr genau anschauen müsste, was diese beabsichtigen würden.

Das Frühjahr 1946 kam und Perry konnte sein Fahrrad verwenden. Er fuhr damit außergewöhnlich schnell, so dass seine Mutter Angst um ihn hatte. Hier zeigte sich erstmals die unglaubliche Reaktionsfähigkeit Perry Rhodans, denn von außen sah es aus, als ob er halsbrecherisch unterwegs wäre, für ihn war es aber ein vollständig kontrollierter Ablauf, in dem ihn nichts überraschen konnte. Selbst auf unvorhergesehene Hindernisse reagierte er blitzartig und folgerichtig. Diese Fähigkeit sollte man später als Sofortumschalten bezeichnen. Mit diesem Fahrrad fuhr Perry auch zur Schule. Für seinen Freund Leroy reparierte dessen Vater ein gebrauchtes Fahrrad und so konnten sie gemeinsam losziehen.

Sein Vater Jack Rhodan war nun auf dem Bikini-Atoll stationiert, wo Atombombentests durchgeführt wurden sollten, und leistete außergewöhnlich gute Arbeit. Deswegen forderte man ihn auf, noch einmal zu verlängern. Nachdem er aber die erste Atomexplosion gesehen hatte, war er über diese ultimative »Friedenwaffe« entsetzt und reichte seinen Abschied ein. Mitte Juli 1946 war er dann zur Freude seines Sohnes und seiner Frau wieder zu Hause. Er erzählte ihnen, was er Grauenvolles gesehen hatte und Perry konnte nachvollziehen, wie schwer dieses Erlebnis seinen Vater seelisch erschüttert hatte.

Zwischenspiel(3)

Der Biograf wartet im Gefängnis vergeblich auf den Tod, da keine Explosion eintritt, die er befürchtet hat. Verwundert müssen die Häftlinge zur Kenntnis nehmen, dass die atomare Auslöschung ausgeblieben ist. Im Fernsehen bringen sie eine sensationelle Meldung.

Sternglobus

Kapitel (1 - 8)

Rhodans Vater Jake war aus dem Krieg zurückgekehrt und eröffnete einen Elektroladen, der anfangs nicht sehr gut ging. Er setzte sogar das eigene Haus als Sicherheit für das Darlehen der Bank ein. Obwohl er unter dieser Unsicherheit litt, vermittelte er seinem Sohn, dass Wagemut etwas positiv sei, dass man dadurch viel Neues lernen könnte und mit dem Risiko des Scheiterns leben lernen müsse. Aber nachdem er die Geschäftsidee hatte, die ausgestellten Fernseher auch einzuschalten, wurde das Geschäft schnell lukrativ, da immer mehr Leute das neuartige Gerät haben wollten. Später konnten sie sich dann mehrere Angestellte leisten.

In der zweiten Hälfte des Jahres 1946 jedoch war die finanzielle Lage der Rhodans noch unklar. Auch Perry und Mary halfen mit. Seine Mutter wurde eine gute Verkäuferin und so kam es, dass sein Vater die Montagearbeiten bei den Kunden durchführte. Aufgrund seines Interesses für Astronomie bekam Perry Rhodan zu Weihnachten 1946 eim Buch darüber und eine große Sternenkarte geschenkt, die er über seinem Bett aufhängte. Im Anschluss daran verbrachten er und sein Vater oft viel Zeit auf dem Case Mountain damit, die Sterne zu studieren. Zu seinem elften Geburtstag im Juni 1947 bekam er einen Bausatz für ein Spiegelteleskop geschenkt. Perry verbrachte mit diesem Gerät viele Tage im Garten mit Beobachtungen und steckte mit seiner Begeisterung seinen Vater an. Perry und sein Freund Leroy beobachteten oft die Mondoberfläche. Im Sommer kurz vor den Ferien musste Leroy dann zu seinen Großeltern nach Alabama. Perry studierte nun allein den Mond und seine Krater. Nachdem er öfters übertrieben hatte, wurden Regeln eingeführt und er durfte sein Teleskop nur noch bis Mitternacht verwenden. In der Stadtbücherei lieh er sich jedes Buch über Astronomie aus. Sein Berufswunsch war damals Astronom am Observatorium des Mount Palomar.

Auf einem seiner Streifzüge durch die Stadt traf er einen älteren Jungen, der sich Tin Can nannte, der versuchte, ihm verbrecherische Handlungen schmackhaft zu machen. Perry hatte jedoch kein Interesse.

Leroy kam zu Beginn des Schuljahres September 1947 wieder zurück und erzählte Perry von der tatsächlich vorhandenen Rassentrennung in den Südstaaten der USA. Tin Can beobachtete die beiden. Perry erwähnte dies Leroy gegenüber und dieser erklärte ihm, dass dieser Bursche mit richtigem Namen Vince Tortino heiße und man sich vor ihm in Acht nehmen müsse. Er sei schon als Minderjähriger bei einem Ladendiebstahl erwischt worden.

Wieder in der Klasse mussten sie einen Aufsatz darüber schreiben, was sie in den Ferien gemacht hatten. Sowohl Leroys Aufsatz als auch der von Perry wurden besonders hervorgehoben und sie sollten sie vorlesen. Leroy wollte nicht und so kam Perry zum Zug. Sein Vortrag vor der Klasse war derart mitreißend, dass drei seiner Mitschüler (James H. Anderson, Christina Holton und Alvin R. Wilkerson ) vermutlich deshalb die Astronomenlaufbahn einschlugen. Seine Mitschüler forderten, er sollte sein Teleskop zum Naturkundeunterricht in die Schule mitbringen. Dies geschah dann auch und alle waren begeistert von den Stunden. Bei einer nachfolgenden Wahl zum Klassensprecher wurde Perry dann gewählt.

Mit einem geschickten, fast politischen Manöver gelang es Perry, seine Lehrkraft Sarah Atkinson dazu zu bewegen, einen sehr teuren Sternenglobus anzuschaffen. Da dieser so wertvoll war, wurde er im Lehrerzimmer aufbewahrt. Von nun an gab es die Möglichkeit, sich mit diesem dort zu beschäftigen. Nach einiger Zeit musste man aber in Naturkunde zu anderen Themen übergehen und dabei konnte sich dann Leroy mit seinem Wissen in Biologie auszeichnen. Zu Weihnachten 1947 kam Kenneth Malone zu Besuch und schenkte Perry ein Modellflugzeug »(A-J Hornet«). Kenneth zwar inzwischen Colonel geworden und in Florida im Stützpunkt Banana River Naval Air Station stationiert. Er erzählte auch, dass dort Raketen gestartet werden sollten, die es bis in den Weltraum schaffen sollten. Er fragte Perry, ob er nicht Pilot werden wolle und lud ihn ein, ihn in den nächsten Sommerferien auf dem Stützpunkt zu besuchen. Nach den Weihnachtsferien erzählten sich Perry und Leroy von ihren Erlebnissen. Perry hatte gerade von »Onkel« Kenneth und seinen streng geheimen Aktivitäten dort berichtet, da entdeckten sie Vince Tortino. Perry vermutete, dass er sie belauscht hatte. In der zweiten Hälfte bis April 1948 konnte sich Perry das Buch über die Raumfahrt der Zukunft ausleihen, das er der Bücherei zum Ankauf vorgeschlagen hatte.

An diesem Tag meldete sich sein Freund Leroy Washington bei Perry. Er berichtete, dass ein Sternenglobus aus der Schule entwendet worden sei. Da dieser im Lehrerzimmer aufbewahrt worden war, würde der Verdacht auf Leroy fallen. In ihrer Not wendeten sie sich an den zu dieser Zeit bereits 18-jährigen Vince »Tin Can« Tortino. Er hatte aber den Globus selbst gestohlen und an zwei Männer verkauft, die nicht aus Manchester stammten. Darum war er nicht bereit, den beiden Jungen zu helfen, die ihm wiederum nichts nachweisen konnten.

In der Schule kam es tatsächlich zum Verdacht gegen Perry und Leroy, die aber eisern schwiegen. Perrys Eltern erreichten auch nichts bei ihrem Sohn. Perry wurde des Nachts von Vince abgeholt und zusammen mit den beiden Männern legte er den Jungen herein, ließ ihn Schmiere bei einem Diebstahl stehen. Doch Vince wurde schnell gefasst und gestand alles, sogar den Diebstahl des Globus. Er würde für einige Zeit eine Jugendstrafe absitzen müssen, und Perrys Vater nahm an, Vince wolle seinen Sohn in seine Machenschaften hineinziehen. Darum sollte Perry so schnell wie möglich zu seinem »Onkel« Kenneth nach Florida geschickt werden, wo er sicher vor weiteren solchen Aktionen sein würde.

Der junge Perry erreichte im April Daytona Beach, Florida, wo Kenneth Malone mit seiner farbigen Haushälterin Belinda in der Wohnsiedlung der US-Air Force lebte. Vor allem die Frau kümmerte sich jetzt um ihn, und einmal in der Woche riefen seine Eltern aus Manchester an. Anfang Juni erfuhr Perry, dass Tin Can wieder auf freiem Fuß war. Sein Onkel erfuhzr die Geschichte natürlich und machte sich Sorgen. Er spannte den Military Intelligence ein, und tatsächlich sollten sich Tin Can und die beiden Männer, die als Eugene DelaHaye und Louis G. Anson identifiziert wurden, in Florida aufhalten. Da Malone ein Geheimnisträger war, wurde eine mögliche Spionage nicht ausgeschlossen.

Am Vortag seines Geburtstags besuchte Perry erstmals den Stützpunkt, den sein Onkel kommandierte. In der Nacht wurde der Junge dann von einem der beiden Männer aufgesucht. Perry sollte Informationen über seinen Onkel sammeln, ansonsten würde Belinda Gewalt angetan. Der Mann stellte den Jungen als Mörder seiner Schwester dar, was Perry auch selbst so von sich glaubte. Zwei Tage später wurde Belinde entführt, und Perry sorgte für erste Informationen über den Tagesablauf seines Onkels.

Dieser tat harmlos, selbst nachdem seine Haushälterin verschwunden war, und vertraute dem MI voll und ganz. Malone nahm seinen Neffen auf einen Ausflug mit. Dabei gestand Perry ihm seine Heimlichkeiten, was ihn sehr erleichterte. Sie gerieten in eine Falle, jedoch konnten Perry und Malone Belinda noch rechtzeitig retten. Kurz darauf griff der MI ein und die russischen Spione wurden verhaftet. Sein Onkel klärte ihn anschließend darüber auf, dass er überhaupt keine Schuld am Tod seiner Schwester hatte. Ein paar Tage später kamen seine Eltern zu Besuch und er erfuhr die Wahrheit über den Unfall von seiner Mutter. Endlich war das Familiengeheimnis keines mehr und eine große Last von ihnen allen genommen. Kenneth empfahl aufgrund der Vorkommnisse, Perry mit Beginn des neuen Schuljahres auf die Militärschule Carson Long in Pennsylvania zu schicken. Dort könne er vor weiteren solchen Nachstellungen geschützt werden und etwas mehr Realitätssinn bekommen, so dass er nicht mehr in solche Machenschaften verstrickt werden könne. Der Biograf machte noch eine Anmerkung, dass diese Geschichte von Perry Rhodan selbst im Zuge der Ereignisse in der Galaxie M 82 während der Suche nach dem Lenker der Endlosen Armada in einem Paratraum anders geschildert worden sei, was sich aber durch die Natur eines solchen Traumes erklären lasse.

Anmerkung: In den Bänden 1177 und 1178 werden die Geschehnisse etwas anders geschildert, unter anderem das direkte Eingreifen Sato Ambushs in der Vergangenheit Perry Rhodans.

Zwischenspiel(4)

Im Gefängnis wird im Fernsehen berichtet, dass die Atomraketen zwar eingeschlagen haben, aber nicht explodiert sind. Perry Rhodan hatte offenbar am 22. Juli 1971 den globalen Atomkrieg verhindert. Nun erklärt der Biograph, dass sein Name Homer Gershwin Adams ist. Er betont die Tatsache, dass er als ältester lebender Unsterblicher Zeitzeuge der damaligen Geschehnisse war und zudem über ein fotografisches Gedächtnis verfügt. Rhodan selbst hatte ihn beauftragt, sich um seine Angehörigen und Freunde zu kümmern. Im Zuge dessen konnte Adams diese und viele andere Weggefährten der Vergangenheit Rhodans befragen und somit diese Biografie erstellen.

Sternenbanner

Kapitel (1 - 13)

...

Zwischenspiel(5)

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Sternenfeuer

Kapitel (1 - 16)

...

Zwischenspiel(6)

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Sternenstaub

Kapitel (1 - 12)

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Zwischenspiel(7)

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Sternenreich

Kapitel (1 - 10)

...

Das größte Abenteuer (II)

...

Über Andreas Eschbach


Anmerkung: Als Zeitpunkt der Geburt wird 6 Uhr 31 (Sommerzeit) angegeben, der Geburtsort ist Hartford, das Datum der 8. Juni 1936. Diese Kombination ergibt den Aszendenten im Krebs. Im Abschnitt "Sternzeichen" Kapitel 1 steht jedoch "Am 8. Juni 1936 um 6 Uhr 31, astrologisch betrachtet also im Zeichen der Zwillinge, Aszendent ebenfalls Zwillinge". Die Ursache dieser Diskrepanz ist unbekannt.