Anti-Universum

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Begriffsklärung Dieser Artikel befasst sich mit dem Paralleluniversum des Kosmischen Schachspiels. Für weitere Bedeutungen, siehe Anti-Universum (Begriffsklärung).

Als Anti-Universum wurde ein Paralleluniversum bekannt, in welches die MARCO POLO im Jahre 3456 im Rahmen des Kosmischen Schachspiels verschlagen wurde. Im Laufe des dortigen Aufenthalts wurden auch die Begriffe Sekundär-Parallelismus, sekundäre Parallelwelt und parallele universale Bezugsebene verwendet.

Allgemeine Beschreibung

Das Anti-Universum stellte sich als eine exakte Kopie des Einsteinuniversums dar. Alle Himmelskörper, Völker und Individuen waren vorhanden. Die vorhandene Technologie und damit auch die zeitliche Entwicklung stimmten exakt mit der des Einsteinuniversums überein. Auch die räumliche Ausdehnung sowie alle physikalischen Naturgesetze waren identisch.

Der Mausbiber Gucky prägte für die Doppelgänger des Anti-Universums den Begriff Paralleliten.

Kosmisches Schachspiel

Das Kosmische Schachspiel diente als Bezeichnung für die Auseinandersetzung zwischen ES und ANTI-ES. Sie fand an einem »Ort« außerhalb des Standarduniversums, einem »Ort« ohne Zeit und Raum, statt, und die einzelnen Akteure und Begebenheiten stellten quasi die Schachfiguren und -züge dar.

Kosmische Effekte

Im Anti-Universum waren die meisten moralischen Werte in Bezug zum Standarduniversum ins Gegenteil verkehrt. Dieses Phänomen war jedoch nicht überall gleich ausgeprägt. Geoffry Abel Waringer prägte hierfür den Begriff einer anormalen Gleichheitsduplizität, oder auch Faktor Unbekannt.

Die Besatzung der MARCO POLO stellte fest, dass die moralische Umkehrung nicht überall gleich stark ausgeprägt war. Waringer spekulierte daraufhin, dass es einen Antimaterieschock gegeben haben könnte, der nur im Solsystem wirksam gewesen sein könnte – dass somit also nur die Bewohner des Solsystems umgepolt sein könnten.

Tatsächlich unterlag das Solsystem komplett diesem Einfluss einer Moral-Umkehrung, an anderen Stellen schien die Umkehrung möglicherweise nur teilweise vorgelegen zu haben: Im Wega-System herrschte ein unterwürfiger Administrator, und auch im Eugaul-System stationierte Truppen waren mehr durch Angst vor dem Regierungssystem getrieben als durch eigene Bösartigkeit. (PR 600, PR 601)

An weiteren Stellen des Paralleluniversums waren hingegen die moralischen Grundlagen der Bewohner genauso wie im Standarduniversum. Eindeutig traf dies im Falle der Altmutanten, der Oxtorner, der Tchirmayner oder Orana Sestore II auf der Raumstation GALAX-Zero zu, die sich alle auf die Seite der positiven MARCO POLO stellten. All dies spricht dafür, dass nur die Terraner des Solsystems im Paralleluniversum eine andere Mentalität hatten.

Politische Situation im Anti-Universum

Die Solare Menschheit befand sich im Zustand des sogenannten Sekundär-Parallelismus. Von der Umkehr der charakterlichen Eigenschaften waren jedoch nur die im Solsystem lebenden Menschen betroffen. (PR 603)

Die terranische Administration

Auf Terra II herrschte eine gewissenlose Administration, der Perry Rhodan II, Atlan II, Reginald Bull II, Julian Tifflor II, Galbraith Deighton II und Roi Danton II angehörten. Das Mutantenkorps war ein Hort des Schreckens, wofür neben dem Sadisten Fellmer Lloyd II vor allem die unberechenbare Bestie Gucky II sorgte. So mordete Gucky II mehrfach, ohne dafür belangt zu werden, der Mutant Ras Tschubai war dafür Augenzeuge. (PR 601)

Auch Ras Tschubai II, Balton Wyt II, Irmina Kotschistowa II, Lord Zwiebus II gehörten diesem negativen Mutantenkorps an.

Das Hauptbüro von Rhodan II in Imperium-Alpha war die Machtzentrale und mit speziell ausgesuchten, hochintelligenten Mitarbeitern besetzt, die als besonders unterwürfig galten. Als Vorsichtsmaßnahme gegen die potenzielle Gefahr eines Attentats war der Arbeitsplatz von Rhodan II zusätzlich durch Schutzschirme gesichert. Rhodan II traute niemandem. Denunziation war in der Regierung von Terra II an der Tagesordnung. Täglich gab es Verhaftungen und Verurteilungen. Auch die Mutanten des Mutantenkorps waren untereinander zerstritten kämpften eifersüchtig gegeneinander um die Vormachtstellung im Korps. (PR 601)

Unterdrückung jeglicher Opposition

Grundlage der bereits eintausendfünfhundert Jahre andauernden Tyrannei waren die führenden Köpfe um Rhodan II (Atlan II, Bull II, Deighton II) sowie die anderen Zellaktivatorträger und das Mutantenkorps mit Ausnahme der acht sogenannten Altmutanten, die wie deren Gegenstücke im Einsteinuniversum reagierten, da ihr Aufenthaltsort auf WABE 1000 weit genug vom Solsystem entfernt war und nicht beeinflusst worden war. Mit Brutalität und Unnachgiebigkeit wurden alle anderen Völker der Milchstraße auch mit militärischen Machtmitteln unter Druck gesetzt und jede Opposition sofort zerschlagen. Ein Netz von Spitzeln war nicht nur auf Terra II, sondern den meisten anderen bewohnten Welten ausgebracht worden. Politische Gegner und Aktivisten wurden in sogenannten »Rehabilitierungszentren« weggesperrt, die nichts anderes als Gefängnisse waren. Zudem gab es täglich Erschießungen, um die Regimegegner weiter einzuschüchtern. Eine politische Opposition war dadurch offiziell nicht mehr vorhanden. Perry Rhodan II war ein Diktator, vor dem sich die ganze Galaxis duckte. (PR 601)

Verbündete

Der Druck auf die anderen Völker und Sternenreiche war ungeheuer. So erschoss sich der Administrator des Wega-Systems, als er widersprüchliche Befehle von Perry Rhodan und Perry Rhodan II erhielt. Der Panither-Aufstand auf Plophos hatte auch im Anti-Universum stattgefunden, in dessen Verlauf Mory Abro II getötet wurde. Rhodan II hielt die Plophoser als Verbündete an der kurzen Leine. Im Jahre 3456 umfasste die plophosische Flotte des Anti-Universums 80.000 Raumschiffe und stellte damit eine gewaltige Streitmacht dar, die jedoch loyal zu Rhodan II stand und sogar zur Verfolgung der MARCO POLO eingesetzt wurde. Auf Olymp herrschte der Kaiser Anson Argyris II (Vario 500) im Sinne von Rhodan II, da er nach dessen Vorstellungen programmiert worden und damit absolut loyal handelte. (PR 601)

Widerstand im Untergrund

Trotzdem hatten sich überall versteckte Widerstandbewegungen entwickelt, auf die Perry Rhodan seine Hoffnung setzte. Rhodan versuchte indes, auf der Suche nach Unterstützung, die aus einem Gen-Experiment des Arkoniden Atlan hervorgegangenen Neu-Arkoniden im Ortrog-Samut-System als Verbündete zu gewinnen. Da sich Rhodan II der potentiellen Gefahr eines galaxisweiten Aufstandes, provoziert durch das Eingreifen Perry Rhodans, bewusst war, erfolgten seine Maßnahmen zur Verfolgung und Vernichtung seiner Widersacher aus dem Einsteinuniversum umso rücksichtsloser und konsequenter. So diente die galaxisweite Übertragung der Vernichtung des Ortrog-Samut-Systems allen Widerstandbewegungen als unmissverständliche Warnung. (PR 604)

Rhodan II erkannte, dass er seinen Machtanspruch als blutrünstiger Diktator nur sichern konnte, indem er Rhodan und seine Freunde finden und töten würde. Er war somit in Zugzwang. (PR 602)

Rhodan, ohne Aussicht auf Rückkehr ins Einsteinuniversum, verfolgte nun das Ziel, überall in der Galaxis die Köpfe des Widerstandes zu finden und mit ihrer Hilfe ein Netz von Widerstandsgruppen zu bilden, um Rhodan II und seine Regierung zu stürzen. Auf Olymp nahm er daher Kontakt zu Bount Terhera II auf, der als Makler arbeitete und zuvor bereits politisch gegen Rhodan II agiert hatte. Rhodan überredete ihn, eine Widerstandsbewegung aufzubauen und zu leiten. (PR 601)

Auch der Terraner Oberst a. D. Tycho Ramath II, der unter dem Tarnnamen Amos Elfrey Higginbothams lebte, wurde von Rhodan aufgesucht. Im Einsteinuniversum war Ramath der Kandidat der SBF im Wahljahr 3450 gewesen. Er war sehr wahrscheinlich in ein Attentat auf Rhodan verstrickt, woraufhin Ramath frühzeitig aus dem Dienst entlassen wurde. Im Anti-Universum war Ramath nur politisch unbequem, daher jedoch noch am Leben und in Freiheit. (PR 600)

Das Ende des Diktators

Nachdem es zu einem Schlagabtausch der beiden Ultraschlachtschiffe mit Namen MARCO POLO gekommen war, aus der Rhodans Schiff siegreich hervorging, kam es auf der Eiswelt D-Muner zur finalen Auseinandersetzung zwischen Rhodan und Rhodan II. Rhodan II machte sich Gedanken über die Zukunft, während er und Rhodan getrennt voneinander versuchten, den dortigen USO-Stützpunkt zu erreichen. Rhodan II erkannte, dass die Unruhe, die der andere Rhodan in sein Reich getragen hatte, schnell beseitigt werden musste. Danach würde er mit noch größerer Härte als zuvor den Völkern der Galaxis klarmachen, dass er der uneingeschränkte Herrscher war. In seinen Machtphantasien träumte Rhodan II sogar davon, seinen Machtanspruch über die Grenzen der Milchstraße hinaus auszuweiten.

Nachdem Rhodan seinen Antipoden getötet hatte, wurden er und die MARCO POLO in das Einsteinuniversum zurückversetzt. Wie sich der Tod der gesamten Führungselite des Solaren Imperiums im Anti-Universum auf die politischen Verhältnisse auswirkte, konnte durch die abrupte Rückkehr der MARCO POLO nicht beobachtet werden. (PR 606, PR 607)

Anmerkung: Da Rhodan bereits über Bount Terhera II und Tycho Ramath II den Widerstand angeregt hatte und zudem die Aktionen der MARCO POLO zumindest teilweise in der Galaxis bekannt geworden waren, kann angenommen werden, dass die nun führungslose Administration von innen her wie auch durch einen Aufstand der anderen Völker in der Galaxis gestürzt wurde. Es dürfte eventuellen Nachfolgern von Rhodan II nicht gelungen sein, die auf Terror und Gewalt basierende Machtposition Terras aufrecht zu erhalten.
Über die Geschichte der Milchstraße II ist wenig bekannt. Da Zwiebus II auftaucht, muss es die Bedrohung durch die Cappins gegeben haben. Auch der Schwarm hatte mit Sicherheit die Milchstraße II heimgesucht, da die Altmutanten auf WABE 1000 lebten, wie im Standarduniversum. Atlan II als Mitglied von Rhodans II innerem Führungszirkel legt auch nahe, dass es eine wie auch immer geartete Machtübernahme des Großen Imperiums durch die Terraner gegeben haben muss. Die geschichtlichen Abläufe, die bei umgekehrter Moral zu einer parallelen Situation geführt haben könnten, sind kaum erklärbar. Ferner gibt es auch in der Milchstraße eine Zentralgalaktische Union, was auf eine Abspaltung einstiger Terra-Kolonien auch im Anti-Universum hindeutet.

Quellen

PR 600 - PR 607