Kythara

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Begriffsklärung Dieser Artikel befasst sich mit der auch Lahamu genannten Person. Für weitere Bedeutungen, siehe: Lahamu.

Kythara, auch bekannt als Maghalata oder Lahamu, war eine mindestens 800.000 Jahre alte Varganin, die es im Jahre 16.558 v. Chr. in die Obsidian-Kluft verschlug, wo sie im Mai 1225 NGZ dem Arkoniden Atlan begegnete.

AM38.jpg
Intrawelt 2
© Pabel‑Moewig Verlag KG, Rastatt

Erscheinungsbild

Sie war hochgewachsen, beinahe 180 Zentimeter groß (Lordrichter 1), hatte eine schlanke, athletische Figur und goldfarbenes Haar, das ihr in einer Lockenmähne bis auf die Hüften fiel. Ihre Haut hatte den für Varganen typischen schimmernden Bronzeton, die Augen waren goldfarben. Kytharas Schönheit wurde von Kennern wie Atlan stets als überirdisch bezeichnet, sie war aber auch aufgrund ihrer charismatischen Ausstrahlung eine beeindruckende Erscheinung. Sie sprach mit rauchiger, leiser Stimme. (Obsidian 2)

Bei der ersten Begegnung mit Atlan trug die Varganin ein weißes Kleid, das ihr bis zu den Knien reichte und am Hals einen Rollkragen aufwies, dazu kniehohe schwarze Stiefel. Der handbreite Gürtel war schwarz und wurde mit einer großen Schnalle verschlossen. Auf ihm waren einige Taschen und Etuis angebracht. (Obsidian 2)

Charakterisierung

Aufgrund ihrer in vielen Jahrtausenden erworbenen Erfahrung, ihrer enormen körperlichen Stärke und der schwachen Parakräfte, die sie wie alle Varganen besaß, war Kythara jedem Normalsterblichen überlegen. Diese Überlegenheit wurde zuweilen mit Arroganz oder Überheblichkeit verwechselt. Tatsächlich war Kythara jedoch bei aller Erhabenheit und Intelligenz eine warmherzige und humorvolle Frau, die den weltlichen Sinnesfreuden nicht abgeneigt war.

Geschichte

Flucht vor dem Henker

Kythara gehörte zu jenen Varganen, die vor circa 800.000 Jahren aus dem so genannten Mikrokosmos gekommen und nicht wieder dorthin zurückgekehrt waren. (Obsidian 12) 6000 Jahre nach ihrer Ankunft war Kythara an einem Projekt namens Kyrlan beteiligt, das unter anderem die Errichtung von fünf Psi-Stationen im Bereich der Milchstraße zum Ziel hatte. Wegen Unstimmigkeiten mit den Projektleitern hatte Kythara sich zurückgezogen. Im Lauf der Zeit entwickelten sich drei der Stationen durch die auf sie einwirkenden Psi-Strahlungen zu Psi-Quellen. (Lordrichter 2)

Im Jahre 16.558 v. Chr. war Kythara mit ihrem Raumschiff AMENSOON im Kugelsternhaufen Omega Centauri unterwegs. Sie wollte sich dort vor dem Henker Magantilliken verstecken, der den Auftrag hatte, alle im Makrokosmos verbliebenen Varganen zu töten. Durch die in Omega Centauri herrschenden Hyperschwallfronten war Kythara mit der AMENSOON in die Obsidian-Kluft versetzt worden. (Obsidian 12)

Die Heilige

Dort ließ sie sich in der Stadt Viinghodor auf dem Planeten Vinara nieder, wo sie mit der Zeit zu einer Ratgeberin und Mentorin für die anderen in der Obsidian-Kluft gestrandeten Raumfahrer wurde. Man betrachtete sie allgemein als Heilige und Oberhaupt der Stadt, obwohl sie keine Macht im eigentlichen Sinne ausübte und nie einen Herrschaftsanspruch geltend machte. (Obsidian 2)

Unbestätigten Gerüchten zufolge sollte Kythara eine Zeitlang als Kriegerin von Spiegelwelt zu Spiegelwelt gereist sein. Von den Bewohnern Vinaras hatte Kythara folgende Beinamen erhalten:

  • Maghalata (zusammengesetzt aus den lemurischen Begriffen Maghan für »Ehrwürdige« – früher ein Titel der Meister der Insel – und »halaton« für »heilig«) (Obsidian 2)
  • Lahamu (bedeutet soviel wie »Herrin der Schlachten«; lemurischer Name der Venus (Obsidian 2) und Name einer lemurischen Kriegsgöttin

Neuankömmlinge

Am 19. März 1225 NGZ lauerten vier bronzehäutige Humanoide und zwei Blues dem Springer Ondaix in Viinghodor auf. Dieser war dafür bekannt, seine Kunden bei seinen Geschäften zu übervorteilen. Die sechs Viinghodorer griffen an. Auch Lethem da Vokoban, der mit Umrin Zeles Barbinor dem Kampf zufällig beiwohnte, wurde in die Auseinandersetzung hineingezogen. Kythara beendete mit befehlsgewohnter Stimme schon nach wenigen Augenblicken den Kampf. Ondaix beugte sich widerspruchslos der Anordnung der Maghalata, den Humanoiden und den Blues den Schaden auszugleichen. Die Streithähne und die gaffende Menge zerstreuten sich schnell. (Obsidian 2)

Lethem da Vokoban wurde der Maghalata von Umrin Zeles Barbinor vorgestellt. Der Arkonide erhielt eine Audienz bei der Varganin. Dort trug er im Beisein von Ondaix und Enaa von Amenonter sein Anliegen vor, den verschollenen Atlan finden und Vinara verlassen zu wollen. Lethem berichtete auch von der den Spiegelwelten drohenden Gefahr, die ihnen von den Obsidian-Trümmern drohte, die sich zu einem Ring zusammengeschlossen hatten und Brocken davon in naher Zukunft mit verheerenden Folgen auf die Planeten stürzen würden. Trotzdem Kythara selbst wusste, dass die Welten untergehen würden, verweigerte sie dem Arkoniden jegliche Hilfe. (Obsidian 2)

Gefährliche Expedition

Die Maghalata beauftragte Umrin Zeles Barbinor jedoch Lethem da Vokoban und dessen Leuten bei den Nachforschungen in Viinghodor zu unterstützen. Umrin Zeles Barbinor hinderte mit drei weiteren Überschweren Lethem da Vokoban und dessen Begleiter an der Kaperung der VERDRANS GLUT. Die Varganin ging ebenfalls an Bord, wo sie dem Arkoniden eröffnete, dass sie dessen Warnungen vor dem drohenden Ende der Spiegelwelten sehr ernst nahm. Sie war bereit, mit dem Schiff nach Osten aufzubrechen. Ondaix, Enaa von Amenonter und auch Kythara wollten Lethem da Vokoban und dessen Gefährten begleiten. (Obsidian 3)

Die VERDRANS GLUT wurde unter Dampf gesetzt. Koejoe steuerte den Schaufelraddampfer aus dem Hafen Viinghodors auf das offene Meer hinaus. Während eines heftigen Sturms fiel zwischen den Inseln Karan und Salan die Dampfmaschine aus. An einem vorgelagerten Riff der Insel Salan schlug die antriebslose VERDRANS GLUT leck. Koejoe gab den Befehl, das Schiff mit den Beibooten zu verlassen. Der Dampfer brach auseinander und sank. Die Männer und Frauen ruderten um ihr Leben. Als der Sturm endlich nachließ, befanden sich die Boote vor der Halbinsel Maun. Kurz vor der Landung in einer kleinen Sandbucht, wurde der Rumpf der Boote von den scharfen Klippen aufgeschlitzt und die Besatzungen in das Meer geschleudert, wo sie der starke Sog sofort in die Tiefe zog. (Obsidian 3)

Als der Sog nachließ, konnte Kythara an die Wasseroberfläche zurückkehren. Sie rettete sich in eine Bucht, wo sie mit Lethem da Vokoban, Enaa von Amenonter und Ondaix zusammentraf. Auch Scaul Rellum Falk und Zanargun stießen bald zu ihnen. (Obsidian 4)

Am nächsten Morgen barg Lethem da Vokoban den Leichnam Tasia Oduriams. Stunden später entdeckte Ondaix die entstellten Leichen von Cisoph Tonk und Hurakin. Kythara bestimmte das nächste Ziel –– die Stadt Bulak. Kurz vor der Stadt wurde die Gruppe von Bulaki aufgehalten und dann in die Stadt gebracht. Erst als sich Kythara als Maghalata zu erkennen gab, wurden die Bulaki schlagartig zugänglich. Ein Festessen wurde ausgerichtet. Um ihre Reise nach Narador etwas bequemer fortsetzen zu können, verhandelte Kythara mit Adined über die Verfügbarkeit von Reittieren. Adined lieh Kythara und ihren Gefolgsleuten Darrikki. Auch zwei Bulaki nahmen an der Reise nach Narador teil. Am 13. April erreichte die Gruppe die Mauern Naradors. Die beiden Reptiloiden kehrten mit den Reittieren nach Bulak zurück. (Obsidian 4)

Zugfahrt

In der Stadt organisierte Kythara eine Passage mit dem Zug nach Helmdor. Die Bahnverbindung wurde auch von drei Perlenträgern benutzt. Die Gruppe fand im Wagen hinter der rauchenden und rußenden Dampflok Sitzplätze vor. Im Abteil hatten auch Didaw, Raut, Effried und Ernsth Platz genommen. Bei einem Zwischenaufenthalt im Bahnhof von Iszuma erblickten die Gefährten drei Goldene Technostädte. Die nächste Station war Hain Elkarin. Dort verließen Didaw und seine Begleiter den Zug. In Qild entfernte sich die Maghalata am Nachmittag des 15. April vom Zug. Lethem folgte ihr heimlich. Die Varganin erreichte einen Steinkreis an einem See. Kythara setzte sich im Kreis auf den Boden und hob die Arme. Die Blitze über den Menhiren wurden länger, verzweigten sich und bildeten schließlich eine Lichtkuppel über dem Steinkreis. Aus den Menhiren schlugen Blitze direkt in Kytharas ausgestreckte Arme, ohne sie zu verletzten. Die in pulsierendes Licht getauchten Finger traten mit der Kuppel in Wechselwirkung. Ein Wirbel bildete sich über Kythara, in dem sich seltsame Bilder formten. Lethem erkannte zwei Galaxien, die miteinander verschmolzen. Von der kleineren elliptischen Galaxie verblieb nur der hell leuchtende Kern. Das Bild verblasste und Lethem hatte mit heftigen Kopfschmerzen zu kämpfen. Kythara drückte voller Zorn mit ihren Fingern auf den Kehlkopf des Arkoniden, ließ aber bald wieder los, mit der Warnung, sich nie wieder in ihre Angelegenheiten zu mischen oder hinter ihr herzuspionieren. (Obsidian 4)

Kythara kehrte zum Zug zurück, wo sie von ihren Begleitern bereits sehnlichst erwartet wurde. Der Zug fuhr an und rollte weiter Richtung Helmdor. In der Nacht prasselte Hagel auf den Zug. Vom Himmel stürzten Brocken aus dem Obsidianring auf Vinara nieder. Einer dieser glühenden Brocken raste direkt auf den Zug zu. (Obsidian 4)

Der Glutball zerplatzte und zerstörte lediglich die Geleise vor der Dampflokomotive. Im entstandenen Krater kühlte der Obsidianbrocken zusehends ab. Bläulich weiße Schwaden stiegen von ihm auf, verdichteten sich, bildeten winzige Kristalle, die sich gegenseitig umkreisten und Gestalten formten. Die teilweise humanoiden Kristallwesen bewegten sich auf skelettartigen Beinen, hoben die bläulichen aus scharfkantigen Knochen bestehenden Arme und zeigten die in den Kiefern glitzernden scharfen Kristallsplitter. Muskeln und Organe bildeten sich. Plötzlich kehrte sich der Prozess um. Fleischbrocken klatschten zu Boden. Splitter lösten sich und verpufften zu bläulichen Schwaden. Bald war der Spuk wieder vorbei. Unter tatkräftiger Mithilfe von Lethems Gruppe reparierten die Passagiere und die Zugbeleiter die Gleise. Die Fahrt konnte fortgesetzt werden. In einiger Entfernung war das Ograhan-Gebirge mit der Stadt Helmdor zu erkennen. (Obsidian 5)

In der Perlenstadt

Die Gruppe stieß in Helmdor zur Schwarzen Perle vor. Sie bemerkten, dass sie von Perlenschleifern beobachtet wurden, die ihnen folgten. In einer verlassenen Gasse schlugen sie die beiden Arkoniden und die drei Blues nieder. Lethem und seine Gefährten legten die Kleidung der Perlenschleifer an und schritten ungehindert durch das Stadttor. Zwei Wachen hielten sie vor der Schwarzen Perle an. Die beiden Posten wurden mit gezielten Hieben ausgeschaltet. Im Inneren der Perle rammte Lethem da Vokoban einem humanoiden Perlenschleifer einen langen Dolch in die Kehle, um einen Warnschrei zu verhindern. Trotz aller Vorsicht wurde die Gruppe entdeckt. Lethem und seine Kameraden gerieten in Lebensgefahr. (Obsidian 5)

Es kam zu einem heftigen Kampf mit den Perlenschleifern. Enaa von Amenonter fand dabei den Tod, ebenso wie die fünf Perlenschleifer. Kythara übernahm die Führung der Gruppe, da sie über gute Ortskenntnisse in der Schwarzen Perle verfügte. Aus einer großen Bibliothek nahmen sie einen Folianten mit einem Einband aus Reptilienleder, eine Karte von Grataar sowie drei kleinere Karten und Wegbeschreibungen mit. Beim Verlassen des Sockelgebäudes töteten Ondaix und Kythara zwei Blues, die sich ihnen in den Weg stellten. Außerhalb des Gebäudes tauchten sie in den Straßen von Helmdor unter. Während die Freunde in einer neuen Unterkunft ihre Beute begutachteten, war Kythara in der Stadt unterwegs, um Xarrans zu organisieren. Picyarna verkaufte ihr sieben Tiere, mit denen sie in die Taneran-Schlucht reisen wollten. Noch in der Nacht brachen sie aus der Karawanserei auf. (Obsidian 6)

Kletterpartie

Am 21. April erreichten die Fünf die Taneran-Schlucht. Auf den erbeuteten Karten war ein Serpentinenweg zum Boden der Schlucht eingezeichnet. Lethem und Kythara legten ein Seil an, um sich über die Felskante hinabzulassen. Die beiden Gefährten schwangen hin und her, um den Beginn des Serpentinenpfades sehen zu können. Plötzlich riss das Seil des Arkoniden und er stürzte schreiend in die Tiefe. (Obsidian 6)

Kythara gelang es, Lethem da Vokoban am Arm zu packen. Dabei hing sie mit dem Kopf nach unten an ihrem Seil und hielt den Arkoniden mit letzter Kraft fest. Mit zwei Schwüngen landete Lethem auf einem schmalen Felssaum. Kythara baumelte mit nach unten gestreckten Armen an ihrem Seil hin und her und schlug immer wieder gegen die Felswand. Ondaix und Zanargun zogen die Varganin langsam in die Höhe. Lethem folgte dem Pfad nach oben. Durch einen Tunnel, der mitten im provisorischen Lager der Gruppe endete und von trockenen stacheligen Sträuchern abgedeckt war, erreichte er die Gruppe wieder. Bald ging es an den Abstieg. Am Ufer des Taneran wurde ein Nachtlager aufgebaut. Am nächsten Morgen machten sie sich an den beschwerlichen Aufstieg über die nordwestliche Flanke der Taneran-Schlucht. (Obsidian 7)

Während des Rittes auf ihren Xarrans kam eine Goldene Technostadt auf sie zugeflogen – allerdings sehr niedrig. Die Männer und Kythara drohten von dem entstehenden Wind mitgerissen u werden. Entwurzelte Bäume, Äste und Felsbrocken stellten eine große Gefahr dar. Sand rieb auf der Haut, elektrostatische Entladungen sorgten für Buschbrände. Es schien eine Ewigkeit zu dauern, bis die Stadt über die Gruppe hinweg geflogen war. Drei Xarrans hatten überlebt, von denen eines lahmte. Große Teile der Ausrüstung waren verloren. Ein Obsidianmeteorit schlug nahe bei der Gruppe auf und riss sie von den Beinen. Plötzlich stürmte ein riesiger Saurier auf sie zu. Kythara begrüßte Dismeeder Bonweerd. Dieser erklärte sich nach einer kurzen Unterredung mit der Maghalata bereit, die Gruppe zur Bastion Grataar zu bringen. Während des Ritts mehrten sich die Zeichen des nahen Untergangs. Sternschnuppen fielen im Minutenabstand vom Himmel, Vulkane brachen aus, Buschbrände tobten. Am 29. April erreichten sie die Bergfestung. Die Goldene Technostadt schwebte plötzlich wieder über ihnen, kippte vornüber und kam direkt auf sie zu. (Obsidian 7)

Die Druckwelle schleuderte gewaltige Mengen an Sand- und Steinkörnern auf die Gruppe, die hinter dem Körper Dismeeder Bonweerds Schutz suchte. Nur langsam ließ der Sturm nach. Die Technostadt war zwei Meter über dem Boden zum Stillstand gekommen. Bald nahm die Stadt wieder Fahrt auf, stieg einige Meter höher und setzte mit geringer Geschwindigkeit ihren Weg fort. Die Gefährten lehnten Lethems Vorschlag ab, auf die Stadt aufzuspringen. Sie stiegen wieder auf den Rücken des Fonshoord, der sich in Bewegung setzte und der Goldenen Technostadt nach Grataar folgte. Die Stadt sank tiefer herab. Lethem verlangte erneut, auf die Plattform überzuwechseln. Diesmal erhielt er Zustimmung von Scaul Falk und Zanargun. Dismeeder galoppierte unter die Plattform. Li da Zoltral raste in einem eng anliegenden Schutzanzug auf die Gruppe zu. Sie landete direkt vor dem Arkoniden auf dem Rücken des Riesensauriers. Dismeeder hob Lethem hoch, der von einer unsichtbaren Kraft ergriffen wurde. Ovalroboter hoben die Gruppenmitglieder auf die Oberfläche der Technostadt, die in hohem Tempo an Höhe gewann. Die Technik ihrer Anzüge funktionierte wieder. Die Stadt führte eine Transition durch. (Obsidian 8)

Probleme mit der Technostadt

Die bisher still verharrenden Ovalroboter setzten sich in Bewegung und wickelten die Mitglieder der Gruppe mit ihren Tentakeln blitzartig ein. Auch Dismeeder wurde unter Zuhilfenahme von Prallfeldern abtransportiert. Durch Antigravschächte ging es tief in das Innere der Technostadt. In einer Halle wurden sie abgesetzt. Kythara befahl den Robotern, sie augenblicklich loszulassen. Die Maschinen kamen der Aufforderung sofort nach. Dismeeder blieb bei Li da Zoltral, während alle anderen sich in der Stadt umsehen wollten, begleitet von Ovalrobotern. Sie bewegten sich auf das Zentrum der Technostadt zu. Ihr Vormarsch wurde in einer Halle von Ovalrobotern gestoppt, die den Weg versperrten und auch auf direkt ausgesprochene Befehle nicht reagierten. Im Gespräch kamen Kythara und Lethem zu dem Schluss, dass die Technostadt zwar auf Giascon zuraste, den Bewohnern aber kein Schaden drohte, da sich zuvor die Selbstzerstörungsanlage aktivieren würde. Mit einem gebrüllten Befehl des Arkoniden zogen sie sich zurück. Lethems Plan ging auf. Die Roboter forderten sie auf zurückzukehren und die Systeme der fliegenden Stadt zu korrigieren. Im Inneren eines Prallfeldes überwanden sie die Entfernung bis zum Zentrum in wenigen Minuten. In der Steuerzentrale blinkten die Anzeigen in grellem Rot. Die Systeme waren laut Kythara zu schwer beschädigt, um eingreifen zu können. Die Roboter wollten sie nicht weglassen, ehe sie die Stadt nicht gerettet hatten. Ein heftiger Stoß erschütterte die Stadt. Die Roboter zeigten keine Reaktion, als Lethem und seine Begleiter zwischen ihnen hindurchgingen. Zurück bei Dismeeder mussten sie feststellen, dass Li nicht mehr da war. Ohne die Arkonidin kehrten sie an die Oberfläche zurück. Funkkontakt mit Li kam nicht zustande. Die Gruppe trennte sich, um nach Li zu suchen. Sollte die Stadt abstürzen, wurde vereinbart, sich in Giascon zu treffen. Lethem fand Li, die von Robotern umringt wurde und in verkrümmter Haltung auf dem Boden lag. Der Arkonide rief die Gefährten zu sich. Die Stadt wurde von mehreren schweren Erschütterungen durchlaufen. Nach Lethems Schätzung würde sie in der Lagune vor Giascon aufschlagen. Die Plattform bohrte sich in den Boden der seichten Lagune und kam zum Stillstand. Trotz der Zerstörungen an den Aufbauten war niemand von Lethems Gruppe verletzt worden. Li erlangte das Bewusstsein wieder und verspürte die Annäherung Sardaengars. Prallfelder der Roboter stützten Li, die von ihrem Auftrag sprach, den Untergang der Obsidian-Kluft aufhalten zu müssen. (Obsidian 9)

Das Kristallinsekt

Die Ovalroboter brachten Lethem, Ondaix, Scaul, Zanargun, Kythara, Dismeeder und Li in die Stadt Giascon. Ein mehrere Meter langes kristallenes Insekt tauchte auf. Li stürmte auf Sardaengar los, der anscheinend völlig unter Kontrolle des Kristallmondes stand. Aus dem vorderen Fangbeinpaar des Insekts schossen grellweiße Strahlen, die Li da Zoltral einhüllten und zu Boden zwangen. Sardaengar stürmte davon. (Obsidian 9)

Ondaix verfolgte Sardaengar, während Zanargun dem Springer hinterher rannte. Lethem, Scaul und Kythara fanden Dismeeder in einer Halle. Der Fonshoord war in die Betrachtung eines Holos vertieft, das eine riesige Gottesanbeterin am Rand eines Gletschers zeigte. Kythara erkannte Litrak, den Untoten Gott. Die Bilder wechselten und zeigten zunächst Savannenreiter und Echsenwesen, die auf Vinara IV Opfer einer gewaltigen Feuersbrunst wurden, und dann Sah'Gohen, deren Siedlung von dem Ascheregen ausgebrochener Vulkane heimgesucht und von sintflutartigen Wassermassen zerstört wurden. Immer schneller wechselten die Szenarien und zeigten Naturkatastrophen, die Tod und Verderben mit sich brachten. (Obsidian 10)

Ondaix und Zanargun wurden von zehn Cheborparnern mit Helm, Schwert und Schild umstellt und angegriffen. Sie, die »Dämonen der Außenwelt«, sollten auf dem Scheiterhaufen landen. Dismeeder, der aus dem Meer auf die Kaimauer kletterte, sorgte für deutliche Entlastung. Von Angst getrieben stoben die Cheborparner der Stadtwache und zahlreiche schaulustige Stadtbewohner davon. Kythara drängte darauf, zum Selonad-Tempel auf Eian vorzustoßen, wo eine riesige Obsidiankugel als Selonad verehrt wurde. Die Stadtwachen eröffneten mit Armbrüsten das Feuer auf die Gruppe. Ondaix wurde von einem Pfeil in den Oberarm getroffen, ein weiterer bohrte sich in Zanarguns Brust. Die etwa 50 Cheborparner griffen an. Dismeeder wurde von Tongefäßen mit Petroleum getroffen, denen Fackeln folgten. Der Fonshoord warf sich in das Wasser. Die Gefährten wurden von den Cheborparnern umstellt. Der Hauptmann der Wache stürmte auf Kythara mit gezogenem Schwert zu. Der Ovalroboter, der die Varganin ans Ufer gebracht hatte, aktivierte seinen Thermostrahler und verbrannte den Hauptmann. Der Roboter setzte sein Vernichtungswerk fort. Erst als Lethem Kythara dazu bringen konnte, dem Roboter einen Befehl zu erteilen, hörte die Maschine auf. Die Varganin gab den gedanklichen Befehl, Ondaix und Zanargun in die Goldene Technostadt zu bringen, um dort ihre Verletzungen zu behandeln. Der Roboter hüllte die beiden Männer in ein Fesselfeld und flog davon. (Obsidian 10)

Das Nichts

Kythara, Scaul und Lethem wollten weiterhin nach Eian, um dort die Obsidiankugel zu zerstören, die ein Körperfragment Litraks war. Auf dem Rücken Dismeeders überbrückten sie die zehn Kilometer Entfernung. Während der Reise wurden sie von einer Flutwelle vom Rücken des Fonshoord gerissen. Mit einem heftigen Ruck wurde Lethem in die Tiefe gerissen. Kythara kämpfte gegen die Sogwirkung eines Strudels, wurde von Dismeeder aber aus der Gefahrenzone geschoben. Scaul suchte verzweifelt nach Lethem. Schließlich fand er den Arkoniden und die beiden Männer kehrten zu ihren Gefährten zurück. Der Fonshoord ging mit seinen Passagieren auf der Insel Eian an Land. Im Inneren des Selonad-Tempels fanden sie Nitimar Minallarun vor einer zwei Meter durchmessenden Obsidiankugel. Doch für das Ritual für die Vernichtung Selonads war es zu spät. Die Kugel verwandelte sich in ein tiefschwarzes Loch. Auch die Hohepriesterin fiel der Zerstörung zum Opfer. Der Selonad-Tempel stürzte in sich zusammen. Scaul, Lethem und Kythara konnten im letzten Augenblick entkommen. Der Tempel wurde ein Opfer der schwarzen Streifen. Ein über 300 Meter hohes Loch von unfassbarer Dunkelheit klaffte in der Realität und dehnte sich immer weiter aus. Alles was die Streifen berührten, verschwand einfach, als ob es niemals existiert hätte. Auch vor Wasser und Luft machte das Phänomen nicht Halt. Ovalroboter kamen den Gefährten zu Hilfe und brachten sie im Schutz von Fesselfeldern zur Goldenen Technostadt. Dort wurden sie von Li da Zoltral erwartet. Mit hoher Geschwindigkeit entfernte sich die Plattform von dem schwarzen Nichts. Lethems Multifunktionsarmband sprach an. January Khemo-Massai meldete sich und teilte mit, dass die Geräte an Bord der AT-TOSOMA wieder funktionierten. Der Kommandant hoffte, das Schiff wieder flott machen zu können. Danach brach die Verbindung auch schon wieder ab. Li steuerte die Stadt zum Torfelsen von Giascon. Die Ovalroboter fielen aus. Eine gewaltige Explosion ließ die Technostadt kippen. Ondaix und Zanargun konnten sich nicht halten und stürzten in das Nichts. Li stieß sich ab, stürzte in die Tiefe und tauchte in das Nichts ein. Lethem da Vokoban wurde ebenfalls von der Schwärze erfasst. Mit unvorstellbaren Schmerzen stürzte er in die Tiefe und hörte auf zu existieren. (Obsidian 10)

Neue Mission

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Die Lordrichter 1
© Pabel‑Moewig Verlag KG, Rastatt

Nach dem Rücksturz der Obsidian-Kluft in das Normaluniversum erschien Kythara am 5. Mai 1225 NGZ in Viinghodor. Sie bat Atlan, von dem Arkoniden mitgenommen zu werden. Atlan und die Varganin gingen an Bord der AMENSOON. (Obsidian 12) Kythara steuerte die AMENSOON zur Position der ATLANTIS. Die Varganin und Atlan setzten per Transmitter auf die ATLANTIS über, in der der Arkonide von Aktet Pfest freudig begrüßt wurde. Die Bewusstseinstransferanlage hatte sich in der Stahlwelt aktiviert, obwohl das durch die Schäden gar nicht möglich war. Atlan und Kythara benutzten gleich wieder den Transmitter, um auf die Stahlwelt zu gelangen. Am Fuß der würfelförmigen Transferanlage materialisierte ein verletzter Humanoide, um den sich Mayhel Tafgydo sofort kümmerte. Es handelte sich um einen Cappin mit schweren inneren Verletzungen. Die Ara-Medikerin gab dem Mann nur noch kurze Zeit. Mit letzten Worten berichtete Carscann von der Gefahr durch das Schwert der Ordnung und die Lordrichter von Garb, sowie von der Schwarzen Plattform. Dann starb der Cappin. (Lordrichter 1)

Der aufheulende Systemalarm bewog Atlan und Kythara schnellstens auf die ATLANTIS zurückzukehren. Die Vergessene Positronik war am Rand des Sonnentransmitters materialisiert und nahm Kurs auf dessen Zentrum. Annäherungsversuche der ATLANTIS und von ihr ausgeschleusten Sonden scheiterten an einem von der Plattform ausgehenden Abstoßeffekt. Atlan ordnete einen Parallelflug in sicherem Abstand an. Kythara und Atlan unternahmen nun mit der AMENSOON den Versuch, die Plattform zu erreichen. (Lordrichter 1)

Kythara gelang es, mit einem varganischen Rechner auf dem Schwarzen Quader Kontakt aufzunehmen. Der Rechner warnte davor, dass er nur einen kleinen Teil der Plattformaggregate unter Kontrolle hatte und eine Landung gefährlich werden konnte. Ein Traktorstrahl brachte die AMENSOON knapp über die Oberfläche der Plattform. Plötzlich führte die Vergessene Positronik eine Transition aus. Auf der AMENSOON waren einige Geräte ausgefallen, darunter auch die Ortung und die Triebwerke. Die Plattform war bei einem Emissionsnebel materialisiert. Immer mehr Kristalle wucherten aus den Rissen, während andere Bereiche der Plattform immer wieder von einem festen in einen halbstofflichen Zustand wechselten. (Lordrichter 1)

Die Varganin und der Arkonide schnitten mit Desintegratoren eine Öffnung in die Hülle der Vergessenen Positronik, durch die sie in das Innere gelangten. Vor dem Schott einer Nebenzentrale fanden sie die Überreste eines pedotransferierten Cappins. Der varganische Partialrechner war nur noch bedingt einsatzbereit. Seine meistverwendete Phrase zur Beantwortung von Fragen lautete: »Berechtigung anerkannt«. Er produzierte auf Atlans Aufforderung hin einen Datenspeicher, der Informationen über die Geschichte der Plattform enthielt. Die darauf gespeicherten Informationen zeigten die Plattform, die den Orbit um den Planeten Zeut verließ und Kurs auf den Rand des Solsystems setzte, begleitet von einer riesigen Anzahl lemurischer Raumschiffe. (Lordrichter 1)

Laute Geräusche ließen Kythara und Atlan die Flucht ergreifen. Sie schnitten erneut eine Öffnung in die Außenhülle und flogen zur AMENSOON. Die Psi-Materie überwucherte immer größere Teile der Plattform. Sie wandelte sich in hohem Tempo selbst in ein Kristallgebilde um. Trotz einer Triebwerksleitung von 140% konnte die AMESOON sich nicht von der Plattform lösen. Der Traktorstrahl hielt das Schiff fest. Die Plattform setzte sich in Bewegung und steuerte ein Sonnensystem im Emissionsnebel an. In der Zwischenzeit wurde die gesamte Plattform von dem Kristall eingenommen. (Lordrichter 1)

Die Vergessene Plattform flog den ersten Planeten an. Die wuchernden Kristallstrukturen lösten sich, ballten sich zusammen und rasten wie ein Tornado auf diese Welt zu. Die Plattform war wieder schwarz und wirkte wie poliert. Versuche, eine Transition durchzuführen, scheiterten. Auch die AMENSOON konnte sich aus dem starken Traktorstrahl nicht befreien. Durch den Kontakt der Psi-Materie mit dem über einer Ebene des Planeten schwebenden Berges wurde der Traktorstrahl unterbrochen. Mit beinahe 1000 km pro Sekundenquadrat raste die AMENSOON in den Weltraum. Der Vergessenen Plattform gelang endlich eine Transition. (Lordrichter 1)

Im Murloth-Nebel

Der von dem Berg ausgehende Psi-Sturm traf die AMENSOON und legte zahlreiche auf hyperenergetischer Basis arbeitende Anlagen lahm. Kythara konnte das Schiff auf dem Planeten landen. (Lordrichter 1) Kythara und Atlan wurden von Albträumen geplagt, die nicht ihrem eigenen Unterbewusstsein entsprangen und sich stark ähnelten. Aus diesen Träumen kannte Atlan auch den Namen dieser Welt: Er lautete Narukku. Atlan und Kythara überlegten, was zu tun wäre, und lieferten sich dabei ein kleines Psycho-Duell, bei dem der Arkonide nicht nur dem Humor der Varganin ausgeliefert war, sondern auch noch feststellen musste, dass sich auch der Extrasinn spöttelnd auf Kytharas Seite schlug. (Lordrichter 2)

Mit einem der tropfenförmigen Beiboot-Gleiter, der HEGELUNT-1, flogen Kythara und Atlan in Richtung der beinahe 12.000 Kilometer entfernten Psi-Quelle in der Ebene ohne Schatten. Dazwischen lag in etwa 5000 Kilometern Entfernung das Siedlungsgebiet der Naruks. Elf weitere Beiboote, die von der Künstlichen Intelligenz der AMENSOON gesteuert wurden, begleiteten sie. (Lordrichter 2)

Als Kythara und Atlan in die Stadt Klarschein gelangten und in ein Kschemme eingedrungen waren, gaben sie sich drei Naruks zu erkennen, die sie mit Messern angriffen. Zwei der Varganen-Abkömmlinge waren schnell ausgeschaltet. Relamidrad erlitt unter Atlans heftigen Angriffen schmerzhafte Verletzungen im Gesicht. Dann mussten sich die Varganin und der Arkonide vor heranstürmenden Naruks in das nahe Gebirge zurückziehen. In einem Canyon war Endstation. Mit ihrem Antigrav flog Kythara davon. Atlans Gerät versagte im den Dienst. Er wurde von den Naruks umringt, die ihn anscheinend erdrücken wollten. Plötzlich funktionierte der Antigrav wieder und riss Atlan steil in die Höhe. Mehrere Varganen klammerten sich an ihn. Die Masse zog ihn wieder nach unten. Eine Steinlawine tötete viele Varganen. Kythara kehrte zurück. Sie hatte die Lawine ausgelöst. Stundenlang kletterten sie die Felswand empor. Die Naruks aus Klarschein entdeckten und verfolgten sie zu Tausenden. Ein enger Felskamin sollte Atlan und Kythara nach oben führen. Doch gleich hinter dem Einstieg warteten mehrere Varganen mit Strahlwaffen auf sie. (Lordrichter 2)

Atlan griff Betis ungestüm an. Sliva erteilte den Feuerbefehl, der aber von Etarmagan-Murloth widerrufen wurde. Plötzlich fiel Atlan wie vom Blitz getroffen um. Der Arkonide wurde in ein Haus der Naruks gebracht, wo er nach seinem Erwachen Besuch von Etarmagan-Murloth erhielt. Der Naruk forderte Atlan auf, ihn für die bevorstehende Schlacht zu unterrichten, um mit arkonidischer Hilfe den Sieg über die Truppen Carnjis zu erringen. (Lordrichter 3)

Auf dem Schlachtfeld

Kythara fand sich gefesselt neben der Heerführerin Carnji wieder. Die Schlacht begann. Carnji fand den Tod. Nur ein Häuflein überlebte die Auseinandersetzung. Etarmagan und Kythara kamen auf den gefesselten Atlan zu. Der Naruk feuerte drei Strahlschüsse auf den Arkoniden ab. Farbenhoch fügte Atlan mit einem seiner Flügel eine Schnittwunde auf dem Handrücken zu. Kythara tötete Etarmagan. Farbenhoch segelte zu Boden. Die Varganin und der Arkonide wendeten sich zur Stadt, um ihre Ausrüstung zu holen. (Lordrichter 3)

Auf dem Rücken von Mordil entkamen sie den näherkommenden Naruks, die von Etarmagan-Murloth und Carnji angeführt wurden. Als der Giraffenhengst tot zusammenbrach, setzten sie den Weg zur Station der Varganen zu Fuß fort. Der Eingang zur Station stand sperrangelweit offen. Keines der üblichen Sicherheitssysteme funktionierte. In der riesigen unterirdisch angelegten Station waren sehr zum Missfallen Kytharas Umbauten und Veränderungen vorgenommen worden. Die Varganin und der Arkonide entdeckten eine robotgesteuerte Anlage, in der Androiden am Fließband produziert wurden – die Naruks. (Lordrichter 3)

Mordwespen

Der Varganin gelang es, einige Systeme der Station unter ihre Kontrolle zu bringen. So konnte sie das Bild eines Insektoiden auf einem Monitor einblenden, der zu den Besetzern der Station gehörte. Atlan erkannte einen Orgh, der Etarmagan-Murloth und »Carnji-Murloth« in eine Zentrale zum Kommandanten der Orgh brachte, um diesen das Eindringen zweier Fremder in die Station zu melden. Gajat erhielt einen Verweis, während der Kommandant Alarm auslöste. Während sich Kythara in dem kleinen Kontrollraum vor den Orgh absolut sicher fühlte, drängte Atlan, von dort zu verschwinden. Endlich machten sie sich auf den Weg zur HEGELUNT-5. Doch sie wurden von den Orgh entdeckt und gefangen genommen. Die Insektoiden wollten sie mit ihren Strahlwaffen erschießen. Plötzlich warfen sich Etarmagan-Murloth und Carnji-Murloth in die Schussbahn. Die Orgh legten erneut an. Eine Art Transition brachte Kythara und Atlan fort. (Lordrichter 3)

Im Inneren der Psi-Quelle

Die Varganin und der Arkonide materialisierten im Inneren des Berges Murloth. Um sie herum befand sich die Psi-Materie in einem diffusen Aggregatzustand. Sie nahmen die Umgebung als weißen Nebel wahr, in dem schattenhafte Gestalten zu sehen waren. Langsam begann der Nebel zu Eis zu kristallisieren, wodurch die Umgebung nun deutlich sichtbar wurde. Nun waren auch Orghs und andere Insektoide erkennbar, die sich in einer großen Kaverne mit einer kompliziert aussehenden Maschine beschäftigen. Nach Aktivierung dieser »Lichtkanone« verspürte Kythara ein unangenehmes psionisches Kreischen. Der helle Lichtschein, der von der Maschine ausging, verwandelte das Eis der Höhlenwand in eine Wolke aus Kristallen, die von der Maschine angezogen wurden und eine funkelnde Sphäre um sie bildeten. Mit einem grellen blauen Blitz versagte die Maschine. Die Wolke breitete sich aus. Die Insektenwesen ergriffen die Flucht und steuerten geradewegs auf jenen Korridor zu, aus dem Kythara und Atlan das Geschehen beobachteten. Die beiden Gefährten hasteten durch die Gänge und erreichten einen Ausgang, aus dem sie die Ebene ohne Schatten überblicken konnten. Eine Menge Orghs und andere Insektenvölker beschäftigten sich dort mit Maschinen und unverständlichen Arbeiten. Überraschenderweise herrschte Dunkelheit, obwohl eigentlich die Farbschleier des Murloth-Nebels eine gewisse Helligkeit verbreiten sollten. Auch war das Eis um den Berg glatt und unversehrt, obwohl die Kristallsplitters der Vergessenen Positronik hier eingeschlagen hatten. Kythara vermutete eine Versetzung in die Vergangenheit. Ein einzelner Orgh näherte sich, der eine Waffe von seinem Gürtel zog. Atlan griff in seiner Notsituation den Insektoiden an und schlug ihm die Waffe aus der Klaue. Doch dem Torghan gelang es, Kythara zu überrumpeln. Atlan rettete sie und schlugt Ur'ogh-49 dabei bewusstlos. (Lordrichter 4)

Zeitsprünge

Die Insektenwesen außerhalb des Berges feuerten eine große Kanone ab, die die gleiche Wirkung erzielte, wie jene in der Kaverne. Der gesamte Berg wurde von Vibrationen erschüttert. Die Struktur der Psi-Materie veränderte sich. Der Boden wurde weich und nachgiebig. Kythara und Atlan stürzten in eine Höhle voller überraschter Insektoiden. Die Varganin und der Arkonide flüchteten in einen Tunnel, der sich aber als Sackgasse erwies. Plötzlich verschwammen die Konturen der Insektenwesen und die Umgebung verwandelte sich erneut in das halbstoffliche Nebelgebilde. Aus dem weißen Hintergrund näherte sich eine annähernd dreieckige Lichtquelle. Lichtfinger bewegten sich auf Kythara zu. Die Varganin sprach die Quelle mit »Murloth« an. Bald zogen sich die Lichtfinger wieder zurück, das Dreieck begann zu schrumpfen und in den weißen Hintergrund zurückzuweichen. (Lordrichter 4)

Kythara und Atlan wurden in einer weißen Nebelwolke direkt vor dem Berg in der Ebene ohne Schatten mitten zwischen den Insektoiden abgesetzt und gefangen genommen. Ur'ogh-49 gab sich zu erkennen. Er forderte mit Gesten die beiden Fremden auf, ihm zu drei kleinen Raumschiffen zu folgen. Sie wurden in einem kleinen Frachtraum untergebracht. Nur kurze Zeit später brachte sie Ur'ogh-49 zu Erzherzog Garbhunar. Dort erstattete ein Shiruh Garbhunar Bericht, sprach den Erzherzog mit Namen an und erwähnte auch die Lordrichter von Garb. Für diesen Fehler musste der Shiruh einen gewaltigen Schlag einstecken. Der Daorghor richtete einen Energiestrahler auf Atlan und Kythara. Als Atlan die Hände hob, konnte er die Lage entspannen. Durch den missglückten Einsatz einer riesigen Lichtkanone wurden die Insektenwesen und auch der Erzherzog abgelenkt. Eine rötliche Wolke aus Psi-Materie wälzte sich auf die beiden Gefährten zu und raubte ihnen das Bewusstsein. (Lordrichter 4)

Nach dem Ende des Psi-Sturms kletterten Atlan und Kythara ein Landebein eines Beibootes der Insektoiden hoch und gelangten über die Polschleuse weiter in die Zentrale des durch den Sturm funktionsunfähigen Schiffes. Langsam aktivierten sich die Anlagen des Bootes wieder. Atlan versuchte, die Bordwaffen einsatzbereit zu machen, um das Lager der Insektoiden unter Beschuss nehmen zu können. Kythara war damit nicht einverstanden, da sie ein Zeitparadoxon befürchtete. Plötzlich schob sich Ur'ogh-49 aus dem Antigravschacht. Atlan und Kythara gewährtem dem Orgh die Benutzung mehrerer Schaltkonsolen. Ur'ogh-49 schaltete auch einen Translator ein, wodurch eine einwandfreie Verständigung möglich wurde. Der Orgh hatte die Waffensysteme deaktiviert, da die Gefahr einer Selbstzerstörung infolge eines fehlenden Bestätigungskodes bestand. Durch das Verhalten Kytharas und Atlans im Tunnel des Berges Murloth, wo die beiden darauf verzichtet hatten, den Orgh zu töten, wollte Ur'ogh-49 nicht, dass die Varganin und der Arkonide im Beiboot zu Tode kamen. Der Torghan missbilligte die Versuche seines Volkes, die Energie des Berges Murloth anzuzapfen. Er war davon überzeugt, dass Atlan und Kythara aus der Zukunft kamen. Ur'ogh-49 organisierte sich aus einem Depot den Ukh-Tr'ogh eines Transportarbeiters. Auf diese Weise gelang es ihm, Atlan und Kythara in einem kleinen Frachtcontainer unauffällig aus dem Beiboot zu schmuggeln und in den Berg Murloth zu bringen. Als Atlan und Kythara aus dem Container stiegen und sich bei Ur'ogh-49 bedankten, verblassten ihre Körper zusehends und verschwanden schließlich. Der neuerliche Zeitsprung brachte sie an das Ufer des Targan-Binnenmeeres in ihre Gegenwart zurück. Auch Ur'ogh-49 hatte die Zeitversetzung mitgemacht. Die fünf herrlichen Städte der Naruks standen in Flammen. Die Kämpfe zwischen den Androidenarmeen waren in vollem Gange. Torghan hatten sich im Schutz von Deflektorfeldern den drei Gefährten genähert und sie umzingelt. Mit den wieder einsatzbereiten Flugaggregaten erhoben sich Kythara und Atlan in die Luft. Ur'ogh-49 hatten sie mitgenommen. Kythara aktivierte einen Schutzschirm, der sie vor den Strahlschüssen der Insektenwesen bewahrte. Während des Fluges zum relativ nahe gelandeten Beiboot der AMENSOON meldeten die Anzugsgeräte das Aufziehen eines Psi-Sturms. Ein weißlicher Nebelschwaden näherte sich den Rauchsäulen aus den fünf Städten und wanderte wie ein Staubsauger um das Ufer des Meeres herum. Die letzten Kilometer bis zum Beiboot mussten Kythara, Atlan und Ur'ogh-49 zu Fuß zurücklegen, da die Einrichtungen der varganischen Schutzanzüge infolge des Psi-Sturms ausgefallen waren. Der Torghan fasste den Entschluss, zu seinem Volk zurückzukehren. Er wollte versuchen, die Torghan von seinem Weg zu Individualismus zu überzeugen. Als Kythara und Atlan die HEGELUNT-5 erreichten, funktionierten auch an Bord des Beibootes die höherdimensionalen Prozesse nicht. Die wirbelnden Energieschläuche der Psi-Tornados verschluckten die Insektoiden, die die Schlacht der Naruks beobachteten. Die wenigen übrig gebliebenen Torghan fielen alle gleichzeitig wie vom Blitz getroffen um und waren tot. Atlan vermutete einen Todesimpuls zum kollektiven Selbstmord. (Lordrichter 4)

Als die Systeme wieder funktionierten, flog die HEGELUNT-5 zur AMENSOON. Das Doppelpyramidenschiff hatte durch einen Ausläufer des Psi-Sturms einen Schaden am Kyri-Überlichttriebwerk davongetragen. Ein Strukturschock erschütterte das Raum-Zeit-Gefüge. Die Vergessene Positronik war materialisiert und nahm Kurs auf das Zentrum des Murloth-Nebels. (Lordrichter 4)

Der Todesimpuls

Kythara und Atlan besprachen an Bord der AMENSOON ihr weiteres Vorgehen hinsichtlich der von den Lordrichtern von Garb in den Murloth-Nebel transportierten und von diesen übernommenen Psi-Quelle. Mit einem Tropfenboot der AMENSOON flogen sie zu den fünf »herrlichen Städten«, wo trotz des Fehlens der befehlsgebenden Insektoiden unter den Naruks blutige Kämpfe tobten. Dabei fiel ihnen ein einzelner Naruk auf, der allein durch die Savanne zog und ihnen zunächst zuwinkte, sich aber gleich darauf hinter einem Busch verbarg und totstellte. Zurück in der AMENSOON schickte Atlan eine Sonde aus, um nach diesem Naruk zu suchen. (Lordrichter 5)

Kythara beschäftigte sich intensiv mit den Datenspeichern ihres Schiffes und fand Hinweise auf VARXODON. Dort sollte es einen oder mehrere Kardenmogher geben. Doch zunächst musste sich Atlan um den einzelnen Naruk kümmern, der von einem riesigen saurierähnlichen Tier angegriffen wurde. Atlan erschoss das Tier und ließ den schwerverletzten Naruk von einem Medoroboter an Bord der AMENSOON bringen. Bei der Rettungsaktion wurde für kurze Zeit der Ortungsschutz des Beibootes abgeschaltet, wodurch es dem Torghan Toghar-134 möglich wurde, das Boot zu orten. Sonden kreisten nun über der Steppe und näherten sich immer mehr dem Standort der AMENSOON. Der Naruk Opalmagor erstattete Atlan und Kythara Bericht über die Geschichte seines Volkes, ehe ihn der von Toghar-134 ausgesendete Todesimpuls ereilte; er starb und zerfloss zu einer bläulichweißen breiartigen Masse. Der Arkonide und die Varganin stellten kurz darauf fest, dass alle Naruks tot waren. Die AMENSOON hatte den Ausgangspunkt des Todesimpulses und damit den Standort der ursprünglichen varganischen Station ausgemacht. Die Station lag unter der Ebene ohne Schatten. Der riesige Komplex aus Höhlen- und Kavernensystemen durchmaß mehr als 50 Kilometer. Die Tiefetagen reichten bis zu 2000 Meter unter die Oberfläche. Ein Angriff mit Raketen erfolgte. Doch die Geschosse beschrieben einen Bogen und rasten zurück zur Station, wo sie eine weitere Kursänderung vornahmen, die sie in den Himmel steigen ließ. Zehn Kilometer von der Station entfernt, explodierten die Sprengköpfe. Mit ihren varganischen Kampfanzügen drangen Kythara und Atlan gemeinsam mit Varg 1 und Varg 2 in den Stützpunkt ein. Dort hatten sie einige Fallensysteme zu überwinden. Als sie endlich die Hauptzentrale erreichten, fanden sie dort den toten Toghar-134 vor. Kythara gelang es, mit dem Hauptrechner Kontakt aufzunehmen. So konnte sie auch die kosmische Position Narukkus bestimmen. Da die AMENSOON noch immer nicht einsatzbereit war, wollte Kythara einen der in der Station vorhandenen Transmitter benutzen, die Narukku mit anderen Versunkenen Welten verband. Um die Pläne der Lordrichter von Garb zu durchkreuzen, waren unbedingt Kardenmogher notwendig. (Lordrichter 5)

Fremde auf der Versunkenen Welt

Am 14. Mai 1225 NGZ aktivierte Kythara den Transmitter, der sie nach Maran'Thor bringen sollte. Die AMENSOON wurde im Targan-Binnenmeer versenkt, um sie vor Entdeckung zu schützen. Die beiden Roboter Varg 1 und Varg 2 gingen als erste durch den Transmitter, um die Lage auf Maran'Thor zu erkunden. (Lordrichter 5)

Schwierigkeiten auf der Welt der feurigen Ringe

Kythara und Atlan materialisierten in einer Transmitterhalle auf Maran'Thor. Die Varganin stellte die Annäherung mehrerer Personen fest. Ein Transmittersprung nach VARXODON, ihrem eigentlichen Ziel, war nicht möglich. Nur eine Empfangsstation reagierte auf das von Kythara ausgeschickte Bereitschaftssignal – jene von Stempoolten. Plötzlich hüllte eine golden-transparente Schutzglocke die Bedienpulte des Transmitters ein. Ein Alarm sprach auf Varganisch von der Anwesenheit Fremder im Stützpunkt und dass daher die Benutzung der Einrichtungen nur mehr mit einem Berechtigungsnachweis möglich war. Kythara und Atlan aktivierten die Deflektor- und Schutzschirme. Insektoide stürmten in die Halle und eröffneten sofort das Feuer aus ihren Thermostrahlern, obwohl sie niemanden sehen konnten. Varg 2 wurde zufällig getroffen. Unter dem Dauerfeuer drohte der Schutzschirm des Roboters zusammenzubrechen. Kythara und Atlan griffen nun in den Kampf ein. Die Varganin, der Arkonide und die beiden Roboter entkamen aus der Halle, in der die Torghan unter den Paralysestrahlen zusammenbrachen. Doch die Zahl der Insektenkrieger schien kein Ende nehmen zu wollen. Kythara brannte ein Loch in die Seitenwand des Korridors. Die Roboter und die beiden Gefährten traten durch die Öffnung und konnten so den Besatzern der Station Mara-IV entkommen. Kythara trachtete danach, den Zentralrechner unter ihre Kontrolle zu bekommen, der anscheinend wie auch auf Narukku von den Insektoiden manipuliert worden war. Aus einer Nebenzentrale versuchte die Varganin, mit dem Stationsrechner Kontakt aufzunehmen und riskierte dadurch eine Ortung durch die Torghan. Doch der Rechner reagierte nicht wunschgemäß. Varg 1 und Varg 2 bemerkten die Annäherung von Truppen der Insektoiden. Die beiden Gefährten entschlossen sich zur Flucht. Doch es gelang de Torghan, sie einzukesseln. Paralysestrahlen lähmten die Varganin. Atlan floh mit Varg 2. (Lordrichter 6)

Kythara wurde zum auf Maran'Thor eingetroffenen Erzherzog Garbhunar gebracht. Ihrem Roboter Varg 1 hatte die Varganin befohlen, keinerlei Aktivitäten zu ergreifen. In Cludargans Heimstatt wurde Kythara mit Metallbändern an einen Stuhl gefesselt. Verschiedene Kabel führten zu Maschinen, die hinter ihr standen. Garbhunar führte ein äußerst schmerzhaftes Verhör durch, das die Varganin an den Rand des Zusammenbruchs führte. (Lordrichter 6)

In der Zwischenzeit hatte Atlan unter großen Mühen und mit viel Glück die Oberfläche des Planeten erreicht. Höhlen konnten für ihn und Kythara als Versteck dienen. Er kehrte zusammen mit Varg 2 um, um seine Partnerin zu holen. Dabei musste er sich gegen Soldaten der Insektoiden zur Wehr setzen. Das Licht in diesem verlassenen Sektor der Station erlosch und ein Energievorhang strich über die Soldaten, die darin verbrannten. Anscheinend hatte der Stationsrechner gerade noch rechtzeitig eingegriffen. Varg 2 meldete höchste Lebensgefahr für Kythara. Varg 1 hatte ihm diese Nachricht zukommen lassen. Wie ein Kampfroboter stürmte Atlan in den Verhörraum. Er feuerte mit dem Paralysator wild um sich, unterstützt von Varg 2. Auch Varg 1 mischte sich nun ein. Atlan befreite seine Gefährtin, warf sie sich über die Schulter und stürmte mit den Robotern wieder aus dem Raum hinaus. Mit einer letzten Kraftanstrengung kramte Kythara eine Mikrobombe aus ihrem Anzug und warf sie direkt vor Garbhunar, der gelähmt auf dem Boden lag. Dann sackte die Varganin auf der Schulter Atlans zusammen. Ziemlich planlos rannte Atlan durch die Station. Vor einem Schott zu der verbotenen Sektion hielt der Arkonide an. Hinter ihm wurde eine Energiewand errichtet. Das Schott öffnete sich und Atlan konnte eintreten. Der dahinterliegende Raum erinnerte an eine Bibliothek mit Regalen an den Wänden, Tischen, Lesegeräten, Stühlen und kleinen Podestsäulen. In der Mitte des Raumes lag auf einer 150 Zentimeter hohen Säule unter einer Energieglocke ein von blauen Punktscheinwerfern angestrahlter Gegenstand. Atlan legte seine Partnerin auf eine große rechteckige Platte. Dann ging er zu der Energieglocke, die um einen tiefschwarzen, glatten Würfel mit 18,2 Zentimetern Kantenlänge lag. Er konnte problemlos den Würfel ergreifen. Das Energiefeld erlosch. Kythara hatte sich halb erhoben, blickte Atlan an, bewegte die Lippen, brachte jedoch keinen Ton hervor. Dann sank sie wieder auf die Tischplatte zurück. Die Untersuchung des Würfels mit den Anzuginstrumenten ergab, dass er kein Gewicht hatte, aus einem unbekannten Material bestand und sich bei Berührung erwärmte. Endlich kehrte das Leben in Kythara zurück. Voller Freude wurde sie von Atlan geküsst. (Lordrichter 6)

Mit den Flugaggregaten erreichten sie bald darauf die planetare Oberfläche. Die Insektoiden wurden vom Stationsrechner durch Energiebarrieren und blockierte Schotten von einer Verfolgung abgehalten. Den Würfel, den Atlan mitgenommen hatte, kannte Kythara nicht. Sie war sich sicher, dass er kein varganisches Produkt war. In einer tief in den Berg reichenden Tropfsteinhöhle fanden sie Unterschlupf. Zwischen den Stalaktiten und Stalagmiten funkelten Edelsteine. (Lordrichter 6)

Ankunft eines Lordrichters

In der Tropfsteinhöhle nördlich von Gworndaji entdeckten sie eine der Hauptdatenleitungen zu den von den Torghan und Daorghor betriebenen Fabriken. Kythara gelang es, die Peripherierechner zu manipulieren, was für Chaos in den Fabriken sorgte. Auf dem Raumhafen einer zehn Kilometer durchmessenden Hochebene was eine 15 Meter lange und an der dicksten Stelle etwa fünf Meter durchmessende, tropfenförmige Landefähre ihr Ziel. Im Schutz ihrer Deflektoren schlichen sie am 18. Mai an Bord des Beibootes. Sie waren angesichts der verstärkten Militärpräsenz auf dem Landefeld erleichtert, als die Fähre endlich startete. In der Zentrale konnte Kythara zwei Soldaten paralysieren. Den Piloten bedrohe sie mit ihrer Waffe. Atlan zog sich mit Gorgh-12 in den Ruheraum der Fähre zur Befragung zurück. Der Arkonide erfuhr einiges über die Gewinnung des Hyperstaubs, ein Prozess, den schon die Varganen vorgenommen hatten. Außerdem wurde klar, dass Gorgh-12 nach der Deaktivierung seines Todesimpuls-Plantats wegen einer befürchteten Wechselwirkung mit der Psi-Energie im Umfeld der Psi-Quelle, freiere Gedanken sein eigen nannte als die übrigen Daorghor. Er dachte sogar an Flucht und begann, an den Lordrichtern von Garb zu zweifeln. Atlan und der Wissenschaftler kehrten in die Zentrale der Fähre zurück. Der Pilot erhielt den Befehl, eine der Arsenalstationen anzufliegen. Doch der Pilot hatte die Anweisung erhalten, mit der Fähre – wie alle anderen Fahrzeuge im Orbit auch, auf dem Planeten zu landen, da ein Lordrichter seine persönliche Ankunft angekündigt hatte. Ein Kirigalo-Schiff materialisierte. Als Atlan das Raumschiff intensiv auf den Bildschirmen betrachtete, begann der mysteriöse Würfel, den er in einer Gürteltasche trug, eine enorme Hitze auszustrahlen. Der Arkonide nahm das Artefakt aus der Tasche und ließ ihn sofort los, um einer Verbrennung der Hände vorzubeugen. Der Würfel schwebte sanft zu Boden. Atlan verspürte keinerlei Hitze als der Würfel Kontakt mit seinen Handinnenflächen hatte. (Lordrichter 7)

In der Zwischenzeit hatte das Kirigalo-Schiff den Landeanflug auf Mara-IV begonnen. Eine plötzliche Energieentladung im Laderaum zeigte Kythara und Atlan, dass noch jemand an Bord sein musste. Davan-7 hatte den Eingang zum Laderaum präpariert. Als Kythara den Raum betreten wollte, stürmte Gorgh-12 heran. Er glaubte zu wissen, dass Torghunar für den Wissenschaftler einen besonderen Schutz vorgesehen hatte, der nun im Laderaum den beiden Varganen auflauerte. Gorgh-12 sprach Davan-7 an und forderte ihn auf, von seinem Vorhaben abzulassen. Der Wissenschaftler war bereit, den Tod Torghunars zu rächen – mithilfe Kytharas und Atlans. Er forderte seinen Wächter auf, sich ihm anzuschließen und ihn zu unterstützen. Ein Schuss schlug in die Ladung ein, die ins Rutschen kam und Davan-7 zwang auszuweichen. In diesem Moment der Unachtsamkeit sprang Atlan in den Raum. Hinter ihm bildete sich ein von dem Daorghor aktivierter Energievorhang. Es kam zu einem Schusswechsel und einem Handgemenge, in dessen Verlauf der Daorghor mit dem Kopf in das tödlich wirkende Energiefeld geriet. Der Schädel verdampfte. Atlan erkannte, warum Kythara nicht eingegriffen hatte – die Varganin und Gorgh-12 verharrten regungslos in einem Lähmungsfeld. Mit einem kleinen Impulsgeber, den Atlan bei dem toten Insektoiden fand, konnte er beide Fallen ausschalten. (Lordrichter 7)

Drohung

Der Pilot der Fähre, den Gorgh-12 vorsorglich paralysiert hatte, erhielt endlich Landeerlaubnis für Maran'Thor, wo er erneut gelähmt wurde. Kythara, Atlan, die beiden Kugelroboter Varg-1 und Varg-2 und Gorgh-12 schafften es, in die Zentralpyramide des Raumhafens einzudringen und den dort verborgenen Transmitter aufzusuchen. Kythara stellte fest, dass ein direkter Zugang zu VARXODON nicht möglich war. Sie mussten die Reise dorthin über Parkasthon fortsetzen. Atlan brachte eine Sprengladung an dem Transmitter an. Ihr nächstes Ziel war das Quartier des Erzherzogs. Sie fanden ihn unbekleidet im Dampfbad vor. Er sprang den Eindringlingen entgegen, brach jedoch plötzlich zusammen. Gorgh-12 teilte seinen neuen Gefährten mit, dass das Todesimpuls-Implantat aktiviert worden sei. Der Erzherzog starb. Direkt neben Garbhunar entstand ein Eishaarfeld, von dem eine bedrückende Ausstrahlung der Macht ausging. Der Lordrichter sprach Atlan als »unsterblichen Atlan da Gonozal« an. Mit dem Hinweis, dass »der Kampf nun eröffnet sei«, erlosch das Eishaarfeld. Kythara, Atlan und Gorgh-12 begannen ihren Rückzug zum geheimen Transmitter. Die beiden Kugelroboter wurden zum offiziellen Transmitter geschickt, um von ihnen abzulenken. Auf dem Weg begann der Würfel in Atlans Gürteltasche für kurze Zeit wieder zu glühen. Noch bevor sie den Transmitter benutzen konnten, stürmten mehrere zweieinhalb Meter große Humanoide in silbrigen Rüstungen und mit riesigen Impulsstrahlern bewaffnet in die Halle ein. Der rote Energiering strahlte Atlan, Kythara und Gorgh-12 ab. Hinter ihnen explodierte das Gerät durch den vorbereiteten Sprengsatz. (Lordrichter 7)

Götterdasein

Am 19. Mai 1225 NGZ kamen Atlan, Kythara und Gorgh-12 in der Transmitterhalle auf Parkasthon an. Der geheimnisvolle Würfel, den der Arkonide in seiner Gürteltasche trug, war während des Transports zerborsten. Die Gruppe verließ die Halle und traf auf fünf Humanoide. Beim Anblick des Daorghor ergriffen sie die Flucht. Kythara entdeckte auf der Transmitterplattform ein schlauchförmiges Wesen, das ständig zu wachsen schien. Atlan erkannte in dem Wesen Emion, das Saqsurmaa. Das Wesen sprach in einer Vorläufersprache der Mächtigen zu dem Arkoniden. Es sagte, dass es sein Diener und Atlan wie Litrak wäre, was die Aura verriet. Dann fiel Emion in ein Koma. (Lordrichter 8)

20 Männer unter der Führung Contelapos stellten sich um die Transmitterplattform auf. Der Hochpräses begrüßte die Ankömmlinge als Sohn und Tochter des Gottes Yracht. Atlan stellte sich und seine Begleiter vor. Contelapo führte Gott Atlan durch die eindeutig varganische Station. Den bewusstlosen Emion legte sich der Arkonide um die Schultern. Die Station wies Schäden und Umbauten durch die Arkasther auf. Sie wurden in einem spartanisch eingerichteten Raum untergebracht, wo sie sich still verhalten sollten. Contelapo glaubte nicht, dass es sich bei den Besuchern um Götter handelte. Dantino tauchte mit den Schneidern des Hochpräses auf, um ihnen Kleider für das bevorstehende Konzil anzufertigen, an dem Gott Atlan und »sein Weib« teilnehmen sollten. Außerdem informierte er die Ankömmlinge, dass es ihnen nicht erlaubt war, sich im Tempelbezirk umzuschauen. Doch davon ließen sich Kythara und Atlan nicht aufhalten. Im Schutz von Deflektorfeldern verließen sie das Quartier. In den Höhlen und Gängen fanden sie Wandmalereien, einen Raum mit etwa 300 zerbeulten, ordentlich aufgereihten Robotern und Käfigen voller Reptilien. Auf dem Rückweg zu Gorgh-12 und dem Saqsurmaa fiel der Deflektor Kytharas aus. Atlan organisierte ein Gewand der Priester. Seinen Anzug gab er an die Varganin ab, während der Arkonide den defekten Anzug Kytharas anlegte und darüber das Priestergewand zog. Zurück im Quartier stellten sie fest, dass Gorgh-12 nicht da war. Emion war noch immer ohne Bewusstsein. Atlan und Kythara machten sich gleich auf die Suche nach dem Daorghor. (Lordrichter 8)

In einem Raum fanden sie einen rothaarigen Arkasther, der Gorgh-12 für die Opferung auf einem Altar vorbereitete. Der eintreffende Hochpräses bedauerte den Vorfall. Der bewusstlose Wissenschaftler wurde in das Quartier zurückgetragen. (Lordrichter 8)

Die »Magier« traten vor das Volk und verkündeten die Ankunft der Retter. Ein für Azarete bestimmter Pfeil traf dessen Sohn Silio tödlich. Währenddessen vernahmen Atlan und Kythara die Schreie von Frauen und Kindern. Mit aktiviertem Deflektorfeld verließ Atlan das Quartier. Kythara folgte dem Arkoniden. Sie entdeckten einen getarnten Eingang in ein dunkles Verlies. Dort konnten sie von den Priestern eingesperrte Frauen und Kinder befreien und in den Coven zurückbringen. Adeiro brachte Atlan und Kythara in die Stadt zurück. Gorgh-12 hatte das Bewusstsein wiedererlangt und wurde von den Ereignissen in Kenntnis gesetzt. (Lordrichter 8)

Am Morgen des 20. Mai brachten Dantino und einige Wächter die für Atlan und Kythara angefertigten Gewänder, die sie beim bevorstehenden Konzil tragen sollten. Kythara zog das bodenlange dunkelblaue Samtkleid mit tiefem Dekolleté an. Ein breiter Gürtel aus silberglänzender Seide wurde seitlich mit einem Knoten zusammengebunden. Für Atlan lagen eine dunkelblaue, enganliegende Hose, ein dunkelblaues Kettenhemd und blau gefärbte Lederlappen mit einer dicken Kordel für die Füße bereit. Ein Halbharnisch und ein blauer, von den Schultern bis zu den Füßen reichender Samtumhang komplettierten seine Kleidung. (Lordrichter 8)

Im Tempelbezirk versammelten sich die Würdenträger der Yracht-Kirche. Die gesamte Feierlichkeit hatte Ähnlichkeit mit dem terranischen Mittelalter. Gaukler und Feuerspucker, Stelzenläufer, Zauberer und Jongleure zeigten ihre Künste. Azarete trat an Atlan heran und stellte sich als Gegner des herrschenden Regimes vor. Er warnte den Gott auch vor Contelapo. Azarete vermutete, dass Contelapo den Denmogh beschwören und erwecken würde. Dabei sollten die Götter getötet werden. Nur der Hochpräses würde den Denmogh beruhigen können, bevor er die Arkasther vollständig ausrotten konnte. Angesichts der näher kommenden Garde Contelapos verschwand Azarete in der Menge. Contelapo forderte Atlan und Kythara auf, dem »Stein der Weisen«, einem grob behauenen Stück Fels, und der dahinter stehenden Götterstatue die Ehre zu erweisen. Diese Statue stellt die Überreste eines in den Boden gerammten torpedoförmigen Einmannjägers dar. Die Verbeugungen des Arkoniden und der Varganin vor den beiden Heiligtümern schienen dem Hochpräses zuwenig Ehrerbietung zu sein. Die beiden versuchten von Contelapo Informationen über den Denmogh zu erhalten. Dieser verweigerte jedoch jegliche Auskunft, da er den Götter-Status nicht anerkannte. Beim folgenden Festbankett nahmen Atlan und Kythara aus Sicherheitsgründen nichts zu sich. Beim vierten Gang stürmte Azarete in den Saal. Er beschuldigte Contelapo vor der versammelten Priesterschaft des Mordes an seinem Sohn, des Feuers im Coven und der Unterbringung der Frauen und Kinder im Verlies. Anschließend bedankte er sich flüsternd bei Atlan und Kythara für die Befreiung der Frauen, und das obwohl sie keine Götter waren. (Lordrichter 8)

Nach diesem Zwischenfall führte der Hochpräses Atlan und Kythara zum Turm des Denmogh. Sie erkannten in dem Turm sofort einen Kardenmogher. Contelapo begann mit einem Beschwörungsgesang. Die blaue Metallröhre begann zu leuchten. (Lordrichter 8)

Der Kardenmogher, der vor 15.000 Jahren auf Parkasthon gewütet hatte, begann zu erwachen. Verantwortlich dafür war Contelapo mit einer kleinen Schalteinheit. Wie in Trance rief er Gott Yracht an. Demir, Gafor und Rario unterstützten den Hochpräses bei der Manipulation der Bevölkerung. Glücklicherweise war Contelapo nicht fähig, den in hellem Blau leuchtenden Kardenmogher zu aktivieren. Kythara trat energisch an den leuchtenden Turm des Denmogh heran. Mit ihrem Kodegeber speiste sie von Ezellikator programmierte Sicherheitscodes in die Steuerungssysteme des Kardenmoghers ein. Das Leuchten des Turmes erlosch. Da Kythara und Atlan noch am Leben waren und die Varganin dem Hochpräses die Schau gestohlen hatte, hatte Contelapo vor den versammelten Gläubigen mit dem Gesichtsverlust zu kämpfen. Außer sich vor Wut hielt der Hochpräses mehr denn je an seinem Plan fest, den Arkoniden und die Varganin zu töten. (Lordrichter 9)

Gift

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Die Lordrichter 9
© Pabel‑Moewig Verlag KG, Rastatt

Demir riet dem Hochpräeses, das Volk gegen die falschen Götter Atlan und Kythara aufzuwiegeln, wodurch sie vertrieben oder getötet werden würden. Contelapo hätte in diesem Fall nichts damit zu tun. Der Hochpräses wollte das Konzil am Abend fortsetzen. Demir sollte sich einige Überraschungen für das Volk einfallen lassen. Auch das Problem Azarete sollte bald gelöst werden. Contelapo und Demir suchten Atlan in dessen Quartier auf. Der Hochpräses brachte eine bauchige Flasche mit einer roten Flüssigkeit mit – ein Geschenk für die Götter. Atlan und Kythara wussten, dass die Flüssigkeit vergiftet war. Um seine Gefährten nicht zu gefährden, nahm Atlan die Flasche schnell an sich und trank mit großen Schlucken. Der Zellaktivator-Chip neutralisierte das dem Wein beigemengte Gift. Contelapo rang mit seiner Fassung. Hasserfüllt bezeichnete der Hochpräses Atlan als Schwindler. Atlan nannte Contelapo einen Ausbeuter und Unterdrücker, der seinem Volk nur schadete. Demir führte den Hochpräses aus der Unterkunft. (Lordrichter 9)

Dantino, der ehemalige Diener des Hochpräses, kam in die Unterkunft, um Atlan um Hilfe zu bitten. Kythara wünschte ihm, dass Azarete die dringend benötigte Hilfe erhielt. Auch Atlan verweigerte die direkte Unterstützung zum Tyrannenmord und wünschte ihm viel Glück. Wortlos verließ Dantino das Quartier. (Lordrichter 9)

Aktivierung

Atlan und Kythara begaben sich im Schutz ihrer Deflektorfelder zum Turm des Denmogh. Während der Arkonide und die Varganin dank ihrer Gravo-Paks den Tempelhof aus luftiger Höhe überblickten, bewegten sich Gorgh-12 und Emion entlang der Tempelhofmauern. Atlan stieß auf Azarete hinab, schaltete den Deflektorschirm ab, paralysierte mit seinem Kombistrahler die um den Priester herum Kämpfenden, drehte ab und flog im Schutz des aktivierten Deflektorschirms wieder zum Kardenmogher. (Lordrichter 9)

Kythara öffnete durch einen akustischen Befehl eine Klappe an der Außenhülle des Kardenmoghers. Dahinter befand sich eine Tastatur mit varganischen Symbolen. Kythara versetzte die bordinterne Positronik in den Bereitschaftsmodus und schloss die Klappe wieder. Per Funk übermittelte sie nun die Ezellikator-Erkennungskodes. In der Zwischenzeit hatte Contelapo sein vorgetäuschtes Gebet beendet und trat mit seinem kleinen schwarzen Kasten an den Kardenmogher heran. Auf Kytharas Wunsch rempelte der unsichtbare Atlan den Hochpräses an, woraufhin dieser das Kästchen fallen ließ. Mit beschwörenden Bewegungen hob er das Kästchen wieder auf und bat Yracht um ein Zeichen der Anwesenheit des Gottes. Kythara vermeldete die Akzeptierung ihres Zugriffs auf den Kardenmogher. Das varganische Multifunktionsgerät veränderte seine Oberfläche. Es begann hell zu leuchten. Ein großes Segment der Außenhülle klappte zu acht nebeneinander liegenden Rampen auseinander, angeordnet in Kreisform. Scheinbar willkürlich schoben sich verschieden große und unterschiedlich geformte Module aus dem Metall. Ein blauer Energiewulst umgab das obere Ende der Röhre. Im Wulst ordneten sich gelb pulsierende Knoten zu einem Kreisorbit an. Unmittelbar vor Atlan entstand eine Öffnung. Kythara und der Arkonide traten in die Nische. Die Umgebung veränderte sich schlagartig. Die beiden Eindringlinge fanden sich in einer völlig dunklen und stillen Umgebung wieder. Der Kardenmogher meldete sich und sprach Kythara und Atlan mit Namen an. Er hatte mit der Aktivierungsprozedur begonnen. Schwach pulsierende Energiefelder positionierten sich kugelförmig um Atlan und Kythara. Der Kardenmogher begann, Fragen zu stellen. Bei jeder richtigen Antwort reduzierte sich die Anzahl der Energiefelder. Als sich bei der letzten Frage Ratlosigkeit breit machte, fiel Atlan eine ominöse Äußerung Emions ein. Ins Blaue hinein bot Atlan das Wort »Dapsorgam« der Positronik als Lösung an und siehe da, die Masterfrage war beantwortet. Mit dieser Antwort erkannte der Kardenmogher die Berechtigung an. Ein Tunnel führte in das Innere des Kardenmoghers. Traktorstrahlen erfassten Kythara und Atlan und brachten sie in eine zwölf Meter durchmessende, goldene Blase aus Formenergie im Mittelpunkt des Kardenmoghers. Kythara erteilte den Befehl, die Inbetriebnahme zu starten und Bedienungselemente zu erstellen. Holoprojektionen von Steuer- und Kontrollanlagen manifestierten sich. Der Kardenmogher leitete die Startsequenzen ein. Kythara versuchte verzweifelt, dies zu unterbinden. Auch die Steuerung gehorchte ihr nicht. Kythara gelang es, einen Traktorstrahl zu aktivieren und Gorgh-12 und Emion an Bord zu holen. Die Varganin verlor das Bewusstsein. Der Kardenmogher verließ Parkasthon und trat in den Hyperraum ein. (Lordrichter 9)

Der Kardenmogher fiel in einer Entfernung von etwa einer Lichtwoche in den Normalraum zurück. Kythara war noch immer ohne Bewusstsein. Endlich erwachte Kythara. Sie wurde bald darauf von einem rosafarbenen Licht eingehüllt und etwa einen Meter über den Boden hochgehoben. Das Licht drang in den Körper der Varganin ein. Als es erlosch, meldete der Kardenmogher, dass Kythara als Varganin und als Kommandantin akzeptiert war. Auf Kytharas Wunsch wurden ihre drei Begleiter als Freunde eingestuft. Kythara programmierte die nächste Hyperraumetappe, die den Kardenmogher drei Lichtjahre Richtung Westside der Galaxis bringen würde. (Lordrichter 10)

Kythara stellte fest, dass der Kardenmogher im Lauf der Jahrtausende einige Ausfälle zu verzeichnen hatte. Auch war der Kardenmogher nicht ganz vollständig. Es fehlte ihm der Hegnudger. Dieses wichtige Zusatzgerät konnte sich nur auf Vassantor oder in VARXODON befinden. Da die Entfernung zur Sternenstadt nur etwa die Hälfte jener zu Vassantor ausmachte, war die Entscheidung schnell gefallen – es ging zur Sternenstadt! Um die Speicher aufzuladen, ging der Kardenmogher zunächst in den Orbit um einen Blauen Riesen. Hier war die Gefahr der Entdeckung durch fremde Raumschiffe gering. Auf Kytharas Anweisung hin begann der Kardenmogher die zwölf Meter durchmessende goldfarbene Blase, in der sich die Gefährten aufhielten, in vier Decks mit sechs bis sieben Räumen pro Deck umzugestalten – das zweite Deck von unten sollte als Steuerebene dienen, die restlichen drei wurden untereinander aufgeteilt. (Lordrichter 10)

Kosmische Gefahren

Als der Zapfvorgang beendet war, startete der Kardenmogher. Während der vierten Hyperraumetappe gab das Schiff wegen Schwankungen in der Energiedichte der Gleitschicht Alarm. Auf Atlans Befehl leitete die Positronik den Abbruch der Flugetappe ein. Doch der Kardenmogher blieb hängen und stürzte nicht in den Normalraum zurück. Gewaltige Gravitationswellen trafen das Schiff und zerfetzten Metall. Der Kardenmogher wurde von einem gigantischen Gravitationswirbel angezogen. Risse im Kontinuum bildeten sich und drohten, das Schiff in den Hyperraum zu reißen. Der Kardenmogher beschleunigte und führte bei einer Geschwindigkeit von 50% der Lichtgeschwindigkeit ein Hyperraummanöver durch. Nach vier Lichttagen befand er sich in der Randzone des gravitationalen Einflusses. Der Kardenmogher flog zur Varxodon-Dunkelwolke. Kythara ordnete eine umfangreiche und genaue Abtastung der Wolke gemäß den geltenden Sicherheitsvorschriften an. In dieser Zeit berieten sich Kythara und Atlan über den Hintergrund der Aktionen der Lordrichter von Garb. Die Produktion von Androiden, die Besetzung von Versunkenen Welten – all das deutete auf eine bevorstehende Unterjochung der gesamten Milchstraße hin. Als die Positronik meldete, dass alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten waren, begann der langwierige Einflug in die Dunkelwolke. Für die sechs Lichtminuten bis zur ersten Schwelle benötigte der Kardenmogher mehr als vier Stunden. Eine Hyperraumetappe brachte das Schiff 1,2 Lichtjahre weiter. Dann flog es im Normalraum zwei Lichtminuten in einer Stunde bis zur zweiten Schwelle. Es folgten weitere 1,649 Lichtjahre. Da die Staubwolken in ungewöhnlich starker Bewegung waren, steuerte Kythara Voltan-Vier an. Nach dem Durchflug des Globuli verzögerte Kythara den Kardenmoger stark. Wie in Zeitlupe schob sich das Schiff in die zwei Milliarden Kilometer durchmessende Hohlblase. Kythara kehrte den Schub der Düsen um und ließ den Kardenmogher zurück in den Staub der Dunkelwolke fliegen. Sie hatte 8000 Raumschiffe entdeckt, die die Sternenstadt VARXODON abschirmten. Es schien nur der Flug nach Vassantor zu bleiben, um in den Besitz eines Hegnudgers zu gelangen. (Lordrichter 10)

Kaperfahrt

40 Lichtjahre von VARXODON entfernt, stoppte der Kardenmogher ein Laborschiff der Insektoiden mit Traktortrahlen und Greifklauen. Die Besatzung wurde mit Paralysatoren gelähmt, was aber nicht vollständig gelang. Die Bordgeschütze des Tropfens wurden ausgeschaltet. Gorgh-12 nahm unter dem Namen »Gaorghan« Funkkontakt mit der Positronik der CHLACHLAN auf. Mit einem Funkkode schaltete Gorgh-12 die Automatik der Schleuse ab. Beim Eindringen von Gorgh-12, Atlan und Kythara in das Tropfenschiff schlug ihnen Sperrfeuer der Daorghor aus Blastern entgegen. Mit Paralysatoren wurden die Insektoiden ausgeschaltet. Um die Facettenaugen der Daorghor vor Austrocknung und Netzhautschäden durch zu grelles Licht zu schützen, bedeckte Gorgh-12 die Köpfe der Insektoiden mit Tüchern. Auf dem Weg zur Zentrale wurde er von Kythara und Altan bei dieser Arbeit unterstützt. Gorgh-12 übernahm das Kommando, ließ die Schäden von Robotern reparieren und die Bewusstlosen in Kabinen bringen. Er sorgte auch dafür, dass sich der Automat an die Kaperung nicht mehr erinnern konnte. Der Kardenmogher teilte sich in 28 Segmente auf, die zwischen den Beibooten im Bughangar der CHLACHLAN landeten. Gorgh-12 präparierte die Überlichttriebwerke des Laborschiffes derart, dass nur noch zwei Hyperraumetappen möglich waren. (Lordrichter 10)

Die Sternenstadt

Nach der zweiten Etappe stürzte das Schiff in den Normalraum zurück und begann heftig zu schlingern. Wichtige Maschinen und Umformerblöcke waren zerstört. Roboter löschten die entstandenen Brände. Gorgh-12 nahm mithilfe einer Schablone die Identität Deodors bei erwarteten Bildfunkanrufen an. Drei Tropfenschiffe und ein Schlachtschiff der Shiruh nahmen die CHLACHLAN in Schlepp zur Sternenstadt. 200 Soldaten gingen an Bord des Schiffes. Gorgh-12 informierte Atlan und Kythara, die sich durch Tarnschirme verbargen, über Hologramme über die Bewegungen der Truppen. Dabei stellte sich heraus, dass die Soldaten jede Ortsveränderung der Varganin und des Arkoniden, der Emion auf den Schultern trug, erkannten und sich ihnen unaufhaltsam näherten. Ur'ogh nahmen sie bald fest und brachten sie in die Zentrale. In der Zwischenzeit hatte die CHLACHLAN die Hohlblase in der Dunkelwolke erreicht. (Lordrichter 10)

In der Stadt VAR III wurden Atlan, Emion, Kythara und Gorgh-12 zum Verhör gebracht. Der Arkonide konnte einen der Zaqoor mit einem Dagorgriff ausschalten. Dieser, mit einem schweren Impulsstrahler bewaffnete Zaqoor, wurde vom dritten getötet, indem er dem Opfer eine glühende Folterschere in die Sehschlitze seiner Rüstung stieß. Der verbliebene Zaqoor holte Kythara und Gorgh-12 aus deren benachbarten Verhörräumen. Mit einem Gleiter flog er die drei Gefährten durch die Stadt. Das Saqsurmaa wurde von einem Roboter aus dem Gefängnis abgeholt. Während des Fluges zeigte sich, dass der Zaqoor von einem Pedotransferer übernommen war. Es war der Ganjase Sorgaron. Emion, der noch immer schlief, stieß zu ihnen. Sorgaron brachte sie in die öffentlichen Bereiche einer der Speichen. Jetzt übernahm Kythara die Führung. Über Treppen ging es zu einem hermetisch abgeriegelten Bereich. Sie bewaffneten sich mit Handstrahlern, Antigravgürteln und Energiemagazinen. Über Antigravschächte, Korridore, Lüftungsschächte und ähnliches versuchten sie sich der CHLACHLAN zu nähern. Im Schutz von neun Gleitern, die von Sorgaron programmiert wurden, rasten sie mit dem zehnten Gleiter auf das Tropfenschiff zu. Kampfgleiter eröffneten das Feuer auf die anfliegenden Maschinen. Ein Treffer brachte den Gleiter der Gefährten zum Absturz. Unter dem Feuerschutz Sorgarons erreichten sie die Boden-Seitenschleuse des Tropfens. Gorgh-12 leitete den Alarmstart ein. Sorgaron war durch einen Schuss getötet worden. Gorgh-12 steuerte die CHLACHLAN auf den Mond zu, verfolgt von zwei Schiffen. Weil die Flucht zu glatt verlief, hegten Atlan und Kythara den Verdacht, dass die CHLACHLAN präpariert worden war. In einem Gebiet der Hohlblase voller Eruptionen und Staubwällen wurden die Einzelteile des Kardenmoghers ausgeschleust und vereinigten sich wieder. Die Kameraden gingen an Bord. Ein Volltreffer erschütterte den Kardenmogher, der eine unkontrollierte Notetappe durchführte. Im Ortungsschutz einer gelben Sonne in 500 Lichtjahren Entfernung meldete der Kardenmogher Ausfälle in den Antriebs- und Steuersystemen. Obwohl Kythara sofort wieder nach VARXODON aufbrechen wollte, ließ sie sich von Atlan überzeugen, zunächst Vassantor anzufliegen. (Lordrichter 10)

Im Murloth-Nebel nahmen sie den Kampf gegen die Lordrichter von Garb auf, die eine der PSI-Quellen des Projekts Kyrlan missbrauchen wollten.

...

Nach der Vernichtung des Dunkelsterns begab sich Kythara, im Auftrag der Konterkraft, zusammen mit Atlan zur Intrawelt, wurde aber an der Pforte zur Hohlwelt abgewiesen. Während Atlan in die Intrawelt ging, blieb sie zurück und wartete auf die Rückkehr des alten Arkoniden.

Kythara starb am 2. September 1225 NGZ bei der Auseinandersetzung auf Peonus Raumschiff, unter anderem wegen den Verletzungen, die sie durch die Operation bei den Hemeello erlitten hatte, nach einem ersten und letzten Kuss von Atlan.

Quellen